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10 Stunden am Tag hinterlassen ihre Spuren. Das sagt Gerald Hüther in einem aktuellen Interview auf sueddeutsche.de. Der Neurobiologe erklärt zum Beispiel, warum wir auch dann nicht wegsehen können, wenn eigentlich nur Mist im Fernsehen läuft. Schuld ist unser ureigenes Bedürfnis nach Sicherheit und Vertrautheit. Je unsicherer unsere Lebenswelt wird desto stärker sehnen wir uns nach Geborgenheit, was nicht selten Vertrautheit gleich kommt. Und…richtig, das Fernsehen wurde uns im Laufe der Zeit eben sehr vertraut…komme was wolle.

Erstaunlich ist, wie sehr unser Gehirn auf das reagiert, was wir täglich machen. Wie gesagt, 10 Stunden am Tag verbringen wir im Schnitt mit Fernsehen, Radio, Internet und Printmedien. Bei Jugendlichen ist die Hirnregion, die den Daumen steuert, in den letzten zehn Jahren deutlich größer geworden. Der SMS sei Dank. Doch leider werden wir durch die einseitige Beschäftigung mit einer Sache zu Fachidioten. Sprich: Wer zu viel smst kann nicht gleichzeitig Geige lernen.

Die intensive Internetnutzung fördert zum Beispiel die Fähigkeit, schnell Bildmuster zu erkennen. Das Bewegen der Maus die Kopplung zwischen Auge und Hand. Weiterhelfen können uns diese Anlagen für andere Dinge leider nicht. Schönes Zitat: "Fernsehen kann man eigentlich nur zum Fernsehen brauchen" (Gerald Hüther).

Online gewinnt deshalb immer stärker gegenüber TV, weil gerade bei jungen Menschen das Fernsehen am Ende seiner Möglichkeiten angelangt ist. Das Gefühl der Selbstwirksamkeit ist nun mal sehr wichtig und nur im Internet können Jugendliche Bilderwelten interaktiv gestalten.

Eines sollte man jedoch immer im Hinterkopf behalten. Sowohl das Fersehen als auch das Internet bietet als Unterhaltungsmedium immer nur Ersatzbefriedigung. Wichtig ist deshalb eine selektive und selbstbestimmte Mediennutzung. Und was exzessiver Online- bzw. Twitter-Konsum anrichten kann haben wir ja schon gesehen. (Katharina)

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