Wie sieht der Journalismus von morgen aus? Was müssen Journalisten heute schon können? Und wie werden sie sich künftig finanzieren? Als Verlagsangestellte oder Self-Publisher, als Social Editor, Blogger oder Investigativreporter? Es passiert gerade ziemlich viel in der Medienwelt und der Kurs ist noch nicht ganz ausgelotet. Neudeutsch heißt das: Der Journalismus durchläuft gerade eine disruptive Phase. Wie die verläuft, wissen wir auch nicht. Aber wer die Medien in Zukunft gestalten wird, das wissen wir aber schon jetzt. Deshalb stellen wir Euch/Ihnen in unserer neuen Reihe „Junge Journalisten“ an dieser Stelle künftig in schöner Regelmäßigkeit Redakteure, Reporter, Blogger und Publizisten unter 33 vor, die die Branche kennen und lesen sollte. Den Anfang macht Susanne Gillner, Redakteurin bei der INTERNET WORLD Business.

Susanne Gillner

Susanne Gillner

1. Seit wann steht für Dich der Berufswunsch Journalist fest? Was gab den Ausschlag?
Ich habe mich schon immer gerne mit Wörtern, Sprache und Büchern beschäftigt. In meinem Germanistik-Studium wurde mir dann klar, dass ich in die Verlagsbranche gehen möchte.

2. Ist Dein Arbeitsalltag wie Du ihn Dir vorgestellt hattest, oder gab es im positiven wie negativen Sinne Überraschungen?
Im Großen und Ganzen hab ich mir den Redaktionsalltag so vorgestellt, wie er auch tatsächlich ist. Dinge, die man vor Berufsstart natürlich nicht weiß oder anders einschätzt, sind beispielsweise, wie viel Arbeit in einer Heftproduktion wirklich steckt, wie viel Organisation nötig ist und wie schwierig es manchmal ist, bei der rasanten Entwicklung im Digitalbereich in Sachen News nicht den Anschluss zu verlieren. Im positiven Sinne unterschätzt hatte ich, wie toll es ist, seinen eigenen Heftartikel in den Händen zu halten bzw. seinen Artikel online zu lesen.

3. Was war Dein skurrilstes Erlebnis bisher in Deiner Berufslaufbahn?
Skurrile Erlebnisse gab es vor allem in meinen Praktika. Da gab es durchaus Vorgesetzte, die PraktikantInnen gerne zum Erledigen persönlicher Aufgaben einsetzen wollten, beispielsweise Rezepte abholen oder Einkaufen.

4. Inwieweit nutzt Du das Social Web für Themen-Recherche und -Inspiration?
Ich bin für Themen-Recherche und -Inspiration täglich mehrere Stunden im Social Web unterwegs. In Sachen News finde ich vor allem Twitter und Facebook hilfreich, auch auf Xing findet man dazu viel. Ansonsten lasse ich mich auch gerne auf Pinterest inspirieren, Unternehmen posten dort beispielsweise oft spannende Charts. Zudem gibt es gute US-Blogs zu speziellen Themenbereichen, die ich regelmäßig durchforste.

5. Was ist Dein Trick, um ruhig Blut vor dem Redaktionsschluss zu bewahren?
Im Idealfall hat man natürlich gut vorgearbeitet und alle Artikel fertig, sodass es keinen Grund gibt nervös zu werden. Ansonsten einfach nochmal viel Kaffee und schnell in die Tasten hauen.

6. Wie schaltest Du vom Job ab, oder denkst Du rund um die Uhr an die Headline von morgen?
Manchmal ist es tatsächlich schwer abzuschalten, vor allem wenn wichtige Events anstehen. Aber grundsätzlich bekomme ich beim Sport, mit Freunden und Familie oder in der Natur gut den Kopf frei.

7. Wenn wir hier mal den besten Fachartikel küren würden: Welchen Deiner Berichte würdest Du einreichen? Und warum?
Schwierige Frage, da kann ich keinen Speziellen nennen. Ich führe gerne Interviews, da ergeben sich dann oft – für mich – schöne und interessante Artikel, ansonsten schreibe ich gerne über Social-Media- und Online-Marketing-Themen, weil ich die Entwicklung hier sehr spannend finde.

8. Was machst Du in fünf Jahren?
Hoffentlich immer noch mit viel Spaß an der Sache für den Print- und/oder Online-Kanal schreiben und Themen recherchieren, die mich auch privat interessieren.

Über Susanne Gillner:
Susanne Gillner (Jahrgang 1987) studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Augsburg. Nach Ihrem Magister-Abschluss 2011 sammelte sie journalistische Erfahrungen bei der Zeitschrift Telecom Handel. Seit 2014 ist sie festes Mitglied der Online-Redaktion der INTERNET WORLD Business, wo sie bereits ein zweijähriges Volontariat absolvierte.

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