Vor einer Woche startete „Emoji – Der Film“ in den deutschen Kinos. Den kann man jetzt gut finden, muss man aber nicht. Was aber richtig gut läuft, sind Emojis. Das beweist nicht nur gefühlt jede Mama mit täglichen Smiley-gespickten WhatsApp-Nachrichten. Lustige Zeichenkombinationen, die Gesichtern ähneln gibt es schon seit Ewigkeiten: das früheste Emoticon ist übrigens 🙂 – 1982 tauchte es zum ersten Mal auf. Emojis sind sozusagen die Emoticons 2.0. Sie gibt es schon seit Ende der 90er Jahre – aber sie stellen im Gegensatz zu ihren Vorläufern eben richtige Bildchen dar. Heute sind sie aus unserer alltäglichen Kommunikation nicht mehr wegzudenken, oder? 🤓 Sogar der Duden hat das Wort „Emoji“ jetzt offiziell aufgenommen.

Und wenn man die Zahlen betrachtet, kann man davon ausgehen, dass Emojis das nächste Trend-Thema in der Werbung werden 🙈. Laut einer Studie sind die Interaktionsraten auf Instagram-Posts 17 Prozent höher, wenn Emojis genutzt werden. Mittlerweile nutzen über 90 Prozent aller Internetuser Emojis für ihre Kommunikation im Netz.

Vorsicht bei Gemüse

Angesichts solcher Zahlen sollte es für Marken und Unternehmen eigentlich auf der Hand liegen, sich die bunten Bildchen mal ein bisschen näher anzusehen. Allerdings gibt es wie bei allen neuen Marketingformen natürlich auch beim Emoji Marketing einige Stolperfallen, die es zu meiden gilt.

So ist es zum Beispiel nicht wirklich cool, einen gesamten Post mit möglichst vielen Emojis vollzuknallen. Ja, wir haben verstanden, dass Emojis gut sind – aber bitte nicht übertreiben. Und bitte setzt die Emojis nicht nur aus dem Grund ein, dass sie bei den jungen Leuten gerade angesagt sind. Denn das ist ungefähr genauso gekonnt, wie Waschmittel von Influencern in Federbetten bewerben zu lassen.

Aus der Kategorie überflüssig, unpassend und verwirrend: eine Pressemitteilung von Chevrolet.

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Ist total klar, was gemeint ist, oder? Wer den Code jetzt auf die Schnelle nicht ganz knacken konnte, bekommt hier  die Übersetzung. In diesem Fall wäre weniger aber definitiv mehr gewesen.

In die gleiche Falle tappte auch Goldman Sachs. Die spickten einen Tweet zur Veröffentlichung einer Studie zu Millenials einfach mal mit ein paar total sinnvollen Emojis. Schließlich bewegen sich diese Millenials ja den ganzen Tag im Netz und kommunizieren ausschließlich über Nachrichten mit kleinen Bildchen. Diese Einstellung ging aber ziemlich nach hinten los – und sorgte für viel Hohn und Spott bei Twitter.

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Gerade global tätige Unternehmen tun gut damit, Emoji-Kampagnen möglichst national auszuspielen. Denn viele Emojis haben in verschiedenen Teilen der Welt unterschiedliche Bedeutungen. Das Emoji, das wir normalerweise als trauriges Emoji 😪 kennen, bedeutet in Japan „schlafen“. Und wo wir gerade bei unterschiedlichen Bedeutungen sind: Vorsicht, bei der Verwendung von Gemüse-Emojis! Denn sagen wir es mal so: wirbt ein Bioladen mit einem Auberginen-Emoji 🍆, wird sich möglicherweise die falsche Zielgruppe angesprochen fühlen.

Emoji Marketing: So geht’s richtig

Ein Beispiel für gelungenes Emoji Marketing kommt von Domino’s Pizza. Die machten ihr Lieblings-Emoji nämlich kurzerhand zum Gegenstand einer interaktiven Werbekampagne. Schickte man auf Twitter ein Pizzastück-Emoji 🍕 an die US-amerikanische Kette, bestellt man automatisch eine Pizza (natürlich vorausgesetzt, man hatte einen Domino‘s Account, in dem der eigene Twitter-Handle hinterlegt war). Für die Kampagne gab es 2015 sogar den Sieg im Titanium Grand Prix in Cannes. Für die faulen Couchpotatoes unter uns ist das eine ziemlich geniale Idee.

Auch ziemlich erfolgreich im Emoji Marketing ist Coca Cola. Das Unternehmen macht immer mal wieder mit eigens kreierten Emoji-Hashtag Kombinationen von sich reden. 2015 waren sie die erste Marke, die auf Twitter einen eigenen Emoji bekam. Posteten User den Hashtag „#ShareaCoke“, erschienen dahinter zwei Glasflaschen im bekannten Cola-Look. Mit Erfolg: Die Kampagne generierte 170,500 Erwähnungen auf Twitter – innerhalb eines Tages.

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Meine Lieblings-Emoji-Kampagne kam zum Filmstart von Deadpool raus. Auf großen Billboards in Städten und an Highways in den USA wurde nämlich folgendermaßen für den Film getrommelt:

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Screenshot: Adweek.com

Zugegeben, es hat ein bisschen gedauert, die Botschaft zu entschlüsseln – aber der Lacher danach war umso größer. Für alle, die keine Lust auf entschlüsseln haben: Die Kombination liest sich auf englisch Dead+Poo+L. Und die frechen Emojis passen perfekt zum Film – denn der ist schließlich alles andere als brav und angepasst.

Generell sind Emojis also eine gute Sache im Marketing. Und sie haben einen riesigen Vorteil gegenüber unserer Schriftsprache: sie werden fast überall verstanden. Außerdem sind sie wunderbare Eyecatcher – und steigern so nachweislich die Interaktion mit Social Media Posts des Unternehmens.
Für diese lohnt sich der Einsatz von Emojis genau dann, wenn ein bestimmtes Emoji mit der eigenen Marke assoziiert wird. Dann fungiert nämlich jeder Nutzer als Markenbotschafter. Das ist vor allem bei großen Marken der Fall – kleine Marken müssen da schon ein bisschen mehr Hirnschmalz in die Kampagnen stecken.

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