Über die diesjährige Ausgabe der dmexco wurde so heftig und intensiv diskutiert, wie noch nie zuvor: Positiv, kontrovers und differenziert. Da eine thematische Besprechung der dmexco Bände füllen würde, beschränken wir uns an dieser Stelle auf ein paar ganz persönliche dmexco-Highlights:

Gleis 12 einhalb

Traditionell Dienstag mittag nehmen wir den Zug nach Köln. ICE 596 stand auch brav auf Gleis 19 bereit. Wir waren super in der Zeit, in einer halben Stunde fuhr der Zug, wir mussten nur noch die Waggonnummer wissen. Die steht ja auf dem ausgedruckten Ticket. Nur, wo waren die Tickets? In der Laptop-Tasche von Christian! Und die stand – vergessen und einsam – in der Agentur. Ein kurzer Anruf bei unserem neuen Mitarbeiter Felix, der sich in James Bond-Manier ins nächste Taxi schmiss und zum Bahnhof hechtete. Zehn Minuten später, die Uhr zeigte 12:27 Uhr (und der Zug sollte um 12:28 Uhr abfahren), sahen wir Christian mit wehendem Mantel  ans Gleis stürmen (ein Bild, das ich so schnell nicht vergessen werde), während er uns via Handy zubrüllte: „Steigt ein!“ Christian war der Running Gag-Man für die nächsten Tage, Felix unser Held und die dmexco mit einer spannenden Ouvertüre eingeläutet.

Koffer-Klischee erfüllt: Vera mit Übergepäck, Verena in Pink, Christian in schlichtem Schwarz

AußenWerbung wirkt

Angekommen im Hotel in der Kölner Altstadt, ging es kurz darauf in Richtung Kölner Ringe zum Abendessen in einen Burger-Laden, der Marx&Engels huldigt. Auf dem Weg dahin passierten wir die Höhle der Löwen (zumindest ihren exklusiven PopupStore)

und ließen uns en Passant von Werbung verführen. Plakatwerbung zieht! Auf jeden Fall, wenn der Magen knurrt.

Um es kurz zu machen: 150 Gramm dunkler Marzipan-Schokolade mit ganzen Nüssen für 5,40 € aus der Karstadt-Confiserie schmeckten so wie sie aussahen: Richtig lecker! Wir waren gerüstet für den folgenden Messe-Tag.

Backstage mit Wolfram Kons

Der Messetag begann mit einem Fußmarsch über die Hohenzollernbrücke und einer Beschilderung à la Karl Valentin: ein Pfeil zeigte nach rechts, der andere nach links. Wir entschieden uns für die falsche Richtung und liefen erstmal einen gewaltigen Umweg. Am Messe-Eingang wurden dafür innerhalb einer Sekunde unsere Tickets gedruckt, mit Namen und Firma – beeindruckend! Von da aus ging es direkt zum Official Opening sowie in die erste Keynote mit Bob Lord von IBM. In der Pause organisierte Christian ein „Meet&Greet“ mit RTL-Legende und dmexco-Hauptmoderator Wolfram Kons. Lippenstift nachgezogen, Haare gestylt und wir waren ready für das Foto auf der Backstage-Couch, auf der sich normalerweise Sheryl Sandberg & Co. niederließen. Dass zur gleichen Zeit Sir Martin Sorrell (WPP) und Jack Dorsey (Twitter) sprachen, interessierte uns zu diesem Zeitpunkt ausnahmsweise überhaupt nicht. Unser Insta-Fame war uns wichtiger.

RTL- und dmexco-Moderator Wolfram Kons auf der Backstage-Couch mit Nadine Dübbel, Verena Reiser und Vera Scholz (v.l.n.r.)

Brauhaus statt Messeparty

Danach wurde der Messetag deutlich anstrengender, die Vortragsdichte größer und die Kundentermine zahlreicher. Den Ausklang des ersten Messetages bildet unser mittlerweile Tradition gewordener cocodibu-Brauhaus-Abend, diesmal im Gaffel am Dom. Für uns und unsere Gäste gab es Kölsch, Schnitzel, Haxe, Braten und Flammkuchen. Danke an alle KollegInnen der schreibenden Zunft, die uns die Ehre gegeben haben. Es hat viel Spaß gemacht mit Euch!

Illustre Runde im Gaffel am Dom

Same place, different day –Tag 2:

Tag 2 auf der dmexco stand ganz im Zeichen der Vorträge. Themen wie Mc Donald’s move to Customer Centricity, The Storytelling Experience, die digitale Revolution der Reisebranche und ein Vortrag zum Thema Liberating the Creative Voice von Unilever und BBH, um nur ein paar zu nennen, standen auf dem Programm. Ab 16 Uhr lichtete sich das Publikum deutlich in den Gängen der Messe und auch für uns ging es gegen 18 Uhr wieder zurück nach München – mit den Tickets, die Christian auch diesmal wieder dabei hatte.

Fazit Nadine:

„Statt Lightening the Age of Transformation stand die diesjährige dmexco für mich unter dem Motto „Organisation ist alles“ – und das in mehrfacher Hinsicht: 1. Weil mich die gute Organisation und zügige Abfertigung der Besucher am Eingang begeisterte (nur die Imbiss-Buden können sich davon eine Kotelett-Scheibe abschneiden) und 2. weil ich am eigenen Leib spürte, wie wichtig es ist, mit einem Plan in die dmexco zu gehen. Und dabei rede ich nicht von dem Messe-Plan – den hatte ich genauso in der Hand wie einen Gratis-Cappu und mein Smartphone für die Insta-Stories. Vielmehr beging ich den (Anfänger-)Fehler, mir erst vor Ort eine Priorisierung der Events zu erstellen. Fatal, vor allen Dingen, wenn man den Saal- und Lageplan noch nicht genau umrissen hat. Somit stellte Tag 1 der dmexco (abgesehen von der OMR-Party ;)) ein heiloses Gerenne, Gehetze und Gewarte dar. Am zweiten Tag passierte mir der Faux-Pas entsprechend nicht mehr. Dann empfand ich die dmexco übrigens auch nicht mehr als stressig, sondern vielmehr als sehr coole Gelegenheit, in viele spannende Themengebiete reinzuschnuppern, hochkarätige Speaker live zu sehen, befreundete Journalisten zu treffen und einfach mitten drin zu sein – im sonst so abstrakten – digitalen Wahnsinn.“

Fazit Vera:

„Ich hatte von der dmexco mehr erwartet! Alles in allem wurden die Themen in den Vorträgen ziemlich oberflächlich behandelt. Die Titel der Vorträge waren eindeutig interessanter, als die Vorträge selbst. Während ich durch die Gänge gelaufen bin, habe ich mich gefragt wie viele Visitenkarten ausgetauscht werden und wie viele Menschen danach wirklich noch einmal Kontakt miteinander aufnehmen werden. Und wie viele Messebesucher ein Gespräch am Stand führen, nur um einen Snack für umme zu erhaschen. Mein persönliches Highlight war defintiv das Treffen mit Wolfram Kons und die Stände, an denen man selbst etwas ausprobieren konnte sowie die Zeit mit den anderen cocos. dmexco – kann man machen, muss man aber nicht.“

 

 

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