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Nach 23 Jahren Berlin war eine Veränderung nötig. So groß wie die Liebe zu meiner Mutterstadt auch sein mag, immer nur Spree und Szene-Hipster um sich herum zu versammeln, ist auf Dauer langweilig. Aber wohin? Meine Wahl fiel sehr schnell auf München. Wenn schon Tapetenwechsel, dann auch bitte den 360 Grad Kulturschock. Mitten hinein in die Weißwurst-Metropole.

Ich bin Pia, 23 Jahre alt und komme aus Berlin. Mit dem Berliner Dialekt kann ich nicht dienen, dafür mit der vorlauten Berliner Schnauze. Hier in der Hauptstadt habe ich Journalismus in Kreuzberg studiert. Neben dem Studium war ich in sämtlichen miefigen Probekellern und Aufnahmestudios der Stadt zu finden und habe für viele Berliner Bands, wie JONAH usw. Social Media und Promotion Arbeit betrieben. Um das Ganze ein wenig abzuwechseln, arbeitete ich außerdem  in der Content Marketing Agentur Newcast der Publicis Gruppe – ganz Berlin-like im szenigen Hinterhof-Loft in Kreuzberg. Nach meinem Praxissemester bei Sony Music Entertainment in München, war für mich klar, dass es wieder zurück in Richtung Alpen gehen muss. Hier in München arbeitete ich erst in einer Online Marketing Agentur im hübschen Lehel, bevor es mich ins ebenso hübsche Schwabing zu den cocos verschlug.

Die Leidenschaft zum Schreiben brachte mich also schlussendlich wieder zurück zur Pressearbeit. Neugierig auf die PR war ich schon lange, das Volontariat bei cocodibu lag also auf der Hand. Nach dem ersten Gespräch mit Stefan, Christian und den cocos war die Sache auch schnell klar. Seit Februar diesen Jahres bin ich jetzt dabei und fühle mich hier pudelwohl. Wenn ich nicht gerade für die cocos Texte schreibe oder mir am Telefon den Mund fusselig rede, dann bin ich, wann immer es geht, auf Reisen. Am liebsten natürlich so weit weg wie möglich – aber Länder wie Frankreich, Spanien, Russland und Groß Britannien reichen auch schon. Roadtrips sind meine größte Leidenschaft. Dafür wird in den nächsten Monaten jetzt auch endlich der eigene Camper ausgebaut und dann geht’s los nach Schweden, Norwegen und Irland. Und wenn ich nicht gerade im kleinen Omnibus durch andere Länder tuckere, dann schaue ich mir am liebsten die neuesten Indie-Bands in der Milla oder auf der alten Utting an.

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Nach 90 Posts und 69 Stories mit unzähligen Hashtags und Markierungen ziehe ich heute eine Zwischenbilanz aus dem Leben einer Schwabinger PR-Agentur auf Instagram.

Neben Schnappschüssen am Rande von Events, Kundenmeetings und Team-Bildern posten wir vor allem softere Beiträge wie unsere süßen Agenturhunde, Food Content aller Art sowie inspirierende Eindrücke aus unserem Alltag bei cocodibu.

Da ich selbst ein Instagram-Junkie bin und regelmäßig Inhalte auf meinem eignen Profil poste, lag es nahe, dass ich den coco-Account nach dem Abschied unserer Kollegin Nadine im Mai übernehme. Denn in meiner Bewerbungsphase war es mir selbst sehr wichtig, dass die Unternehmen, bei denen ich mich beworben habe, auf den sozialen Netzwerken vertreten waren und ihre Accounts auch gut pflegten. Dadurch bekam ich wertvolle Backstage-Eindrücke des potenziellen Arbeitgebers. Damit das auch für unsere nachfolgenden Cocollegen gewährleistet ist, bin ich nun die Instagram-Beauftragte von cocodibu 🙂

cocodibu-Account auf Instagram

Closeup: coco-Content

Natürlich ist nicht jedes (spontane) Foto oder Video für Instagram geeignet. So achte ich besonders auf die Bildqualität und -komposition sowie unterschiedliche Bilderkategorien. Denn unscharfe oder verwackelte Bilder sowie viel zu schnell gefilmte Videos stören den Flow.

Hier meine Tipps:

  1. Weniger ist mehr: Ich versuche die Bilder so natürlich wie möglich zu posten. Denn legt man fünf Filter über ein Bild werden die Farben verfälscht und das Bild wirkt super unauthentisch.
  2. Nutzt den berühmten „Goldenen Schnitt“: Um einen spannenden Bildaufbau zu erzeugen, kommt es wesentlich auf die Bildkomposition an. Durch diese Methode wirkt das Bild dynamischer und ausgewogener zugleich.
  3. Legt Bilderkategorien fest: Als Agentur haben wir viel zu erzählen. Ein Pressefrühstück hier, ein Team-Event dort. Um das Interesse unserer Follower zu wecken, zeigen wir viele Insights aus unserer Arbeit. So haben wir beispielsweise die Rubriken „coco on tour“, Food- und Dog Content sowie besondere Anlässe, wie Geburtstage, Promi-Treff und Mitarbeiterabschiede, in die wir unseren Instagram-Account aufgliedern.
  4. Teamwork makes the Dream Work: Aber natürlich bin ich nicht immer überall dabei und habe unbegrenzt Zeit. Sind meine Kollegen beispielsweise auf einem spannenden Event, übernehmen sie den coco-Account und berichten in Echtzeit über Trends und Themen.

Content-Ranking: Welche Posts ziehen am besten?

Den mit Abstand größten Traffic generierte die coco-Stellenanzeige Ende Februar. Auf der Suche nach einem „PR-Fuzzi“ oder einer „PR-Trulla“ bekam dieser Beitrag 249 Likes und 50 Kommentare. Gefolgt wird der Insta-Favorit von Posts mit Promis wie Jérôme Boateng, Nico Rosberg und der Beauty-Youtuberin Tara vom Kanal tamtambeauty. Aber auch unsere Teamfotos, Dog Content und unser Sektfreitag schnitten ziemlich gut ab. So bekamen die Bilder durchgängig im Schnitt 30 bis 40 Likes.

coco-Stellenanzeige

Stefan Krüger beim Presse-Event von Boateng zum Launch von BOA

coco-Teamfoto

Wie könnten wir unseren Account noch verbessern?

Luft nach oben gibt es immer! So könnte noch an der einheitlichen Bildsprache gefeilt werden. Unsere Posts könnte durch einen einheitlichen Rahmen geschmückt werden oder die einzelnen Kategorien, wie Events und Konferenzen, Team- und Hundebilder, deutlicher voneinander abgegrenzt werden. Um mehr Follower zu generieren und eine höhere Reichweite zu erzielen, müssten wir außerdem in regelmäßigeren Abständen posten. Ein gutes Beispiel ist hierfür gyro Munich.

Unser Fazit

Als Recruiting-Plattform ist Instagram für uns optimal geeignet. Neben Xing, LinkedIn und den Berufsportalen können wir uns und unseren Agenturalltag hier super präsentieren. Der Unterschied zu reinen Business-Plattformen ist, dass es hier die Möglichkeit gibt, das eigene Unternehmen persönlicher darzustellen. Wer sind die Mitarbeiter im Unternehmen? Wie ist die Unternehmenskultur? Und was gibt die Firma überhaupt von sich Preis? All diese Fragen lassen sich wunderbar über Instagram beantworten. Kein Wunder also, dass der Bilderdienst mittlerweile über eine Milliarde Nutzer zählt und auch bei B2B-Unternehmen immer beliebter wird.

 

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Erstmals 2009 im irischen Dublin organisiert, hat sich der WebSummit innerhalb von zehn Jahren von einer kleinen lokalen Veranstaltung zu einer der größten Digitalkonferenzen entwickelt. Vom 5. bis 8. November lockten die Organisatoren 70.000 Teilnehmer aus 160 Nationen nach Lissabon, um gemeinsam mit großen Playern wie Apple, Microsoft oder den Vereinten Nationen über die wichtigsten Themen der Zukunft zu diskutieren.

Auch Esther Schwan, Marketing & Communcations Managerin bei der trbo GmbH, war vor Ort. Von ihren Eindrücke und Erfahrungen berichtet sie in ihrem Event-Report:

Tech-Konferenz der Superlative – Das war der WebSummit 2018

Superlative über Superlative. Die größte europäische Tech-Konferenz, die Hauptbühne in einer Fußballstadion-großen Arena, 1.000 Speaker, 2.000 Start-Ups, 70.000 Besucher: Der WebSummit sucht in Europa definitiv seinesgleichen. Aber bei allen Superlativen stellt sich dennoch die Frage: was kommt wirklich dabei heraus? Für uns war die Antwort leider: wenig. Aber dazu später mehr.

Mittlerweile zum dritten Mal fand der WebSummit in Lissabon statt. Gestartet als Tech-Konferenz mit 400 Besuchern in Dublin drängelten sich Anfang November Woche 70.000 Menschen durch Lissabon. Das bedeutet einen riesigen Organisationsaufwand, sowohl für die Veranstalter, als auch für die Stadt Lissabon selbst. Bis auf ein paar Kleinigkeiten lief die Organisation erstaunlich reibungslos. Hier können sich die Veranstalter anderer großer Digitalmessen sicherlich noch etwas abschauen.

Der erste positive Eindruck des WebSummits entstand am Flughafen – hier lief die Registrierung absolut unkompliziert und schnell. Einfach App mit Ticketcode und Ausweis vorgezeigt – schon hatte man das Teilnehmerbändchen ums Handgelenk und den Teilnehmerausweis um den Hals. Das Ganze in weniger als fünf Minuten.

Fußballstadion-Atmosphäre in der Center Stage

Am Montagabend ging es dann zur Eröffnung – mit einigen Umwegen. Die Anreise zum WebSummit lief per Uber oder Taxi problemlos – einen richtigen Stau gab es erstaunlicherweise an keinem der Veranstaltungstage. Die Wege vor Ort erinnerten dann aber doch ein wenig an „Das Haus, das Verrückte macht“ aus Asterix und Obelix. Die gleiche Strecke ging es mehrmals hin und her – erst auf der einen, dann auf der anderen Seite des Bauzauns, der die Besucher vom Rest der Welt trennte. Auf dem Sitzplatz in der Center Stage angekommen, verriet der Blick auf den Schrittzähler: ganze drei Kilometer gelaufen. Endlich kommen die Kellerkinder mal an die frische Luft!

Die Hauptbühne des WebSummit nimmt eine der insgesamt fünf Hallen bzw. eine Arena ein: die Altice Arena. Sie bietet Platz für 20.000 Menschen und war bei der Eröffnung bis fast auf den letzten Platz besetzt. Eine beeindruckende Kulisse. Auch bezüglich der Eröffnungsredner hatte sich der WebSummit nicht lumpen lassen. So war es doch passend, dass Tim Berners-Lee, der Erfinder des Internets himself, den ersten Vortrag des Abends hielt. Er stellte seinen Vertrag für das Web #ForTheWeb vor. Er soll das Internet vor Manipulation, Hass und Spaltung retten. Eine gute Idee, die aber nach einigen Minuten in einen etwas konfusen Vortrag abdriftete, bei dem es immer schwieriger wurde, zuzuhören. Es folgten Vorträge von Apple und Google – beide Firmen durften in ihren Vorträgen vor allem sich selbst loben. Apple arbeitet jetzt nachhaltig und umweltfreundlich, Google setzt sich für Frauen ein. Da waren die mahnenden Worte zu Herausforderungen und Risiken von Technologie von Antonio Guterres, UN-Generalsekretär, eine echte Erfrischung.

Foto: Esther Schwan

Zum Glück funktioniert das WLAN

Am Dienstag startete der WebSummit dann in den ersten vollen Tag. Der Einlass funktionierte trotz des großen Andrangs sehr reibungslos und schnell. Allerdings nur für diejenigen, die den QR-Code auf ihrem Teilnehmerausweis vorzeigen können – denn dieser wird überall gescannt (er dient übrigens gleichzeitig auch zum netzwerken – ein interessantes Feature). Aber: der Vorname meiner Kollegin Anna-Katharina war leider zu lang, weshalb der QR-Code nicht mehr auf das Badge passte. Sie musste also immer die WebSummit-App öffnen, den QR-Code laden und scannen lassen. Das stellte sich als etwas nervig heraus. Zum Glück funktioniert das WLAN auf dem Gelände aber stabil und erstaunlich schnell. Bei 70.000 Teilnehmern eine echte Leistung. Da können sich andere große Digitalmessen noch eine Scheibe abschneiden.

Hochkarätige Speaker – wenig Inhalt

Wer einmal das Programm mit 2.000 Speakern durcharbeitet, der stolpert über unzählige große Namen und spannend klingende Vorträge. Ein paar haben wir uns angesehen, aber scheinbar haben wir die falschen erwischt. Denn allzu oft drifteten die Inhalte ins Banale ab. Selbst die Vorträge auf kleineren Bühnen wie SaaS Monster oder der Startup University. Hier zum Beispiel das Panel „How to become an UXpert“ – klang erstmal gut. Die Tipps des Panels waren aber eher halbgar. Man solle doch am besten eine Testperson vor die Website setzen und eine Aufgabe ausführen lassen. Dabei sollte man ganz genau und persönlich zusehen, wie schwer sie sich tun. Aha.

Dann also raus aus dem Vortrag und rein ins Getümmel, die Stände in den vier Hallen ansehen. Und hier wurde uns klar, dass die Veranstaltung für unser Unternehmen einfach nicht relevant ist. Wer kein Early Stage Start Up und nicht auf der Suche nach Entwicklern oder Investoren ist, hat nicht viel zu besuchen.

Ein Paradies für Start Ups, Entwickler und Investoren

Für kleiner Start Ups, die abklopfen möchten, ob ihr Produkt wirklich für den Markt geeignet ist, oder die nach Investoren suchen, lohnt sich der Web Summit definitiv. Die täglich wechselnden Start Up-Stände waren mit Abstand am besten besucht, hier herrschte teilweise großes Gedränge. Auch Unternehmen, die nach Entwicklern suchen, werden unter den 70.000 Teilnehmern sicherlich fündig geworden sein. Allerdings konnte man an den größeren Ständen viel zu oft gelangweilt auf dem Smartphone daddelnde Aussteller beobachten, die kaum Laufkundschaft bekamen. Ohne auffälliges Standdesign gehen die Unternehmen in der Masse des Angebots und der Masse an Teilnehmern, die sich durch die Gänge schieben, einfach unter.

Netzwerk-Gelegenheit Side Events und Parties

Wie so oft, lohnen sich auch auf dem WebSummit vor allem die Side Events und Parties zum netzwerken. Denn für wirklich gute Gespräche ist die eigentliche Veranstaltung einfach zu voll. So besuchten wir beispielsweise das German Appartment von fischer Appelt. Hier lernten wir einige interessante Leute kennen und konnten gute Gespräche führen – so war die Reise nach Lissabon (abseits der Parties) also nicht ganz umsonst.

An Tag eins wurde bekannt gegeben, dass der WebSummit für die nächsten zehn Jahre in Lissabon stattfinden wird. In den nächsten Jahren allerdings wohl eher ohne uns. Bei geplanten 100.000 Besuchern für 2020 ist das für die Veranstalter aber sicherlich zu verschmerzen.

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Immer mehr Pressemitteilungen, immer weniger Zeit. Unsere Journalisten-Kollegen in den Redaktionen haben es echt nicht leicht – und daher wird es auch für uns immer schwieriger, mit den Themen und Texten unserer Kunden an sie heranzukommen. Schließlich gehört es sich ja auch nicht, ständig wegen jeder Pressemitteilung jeden anzurufen. Wir bei cocodibu lassen uns aber von den kleinen Komplikationen des Alltags natürlich nicht gleich aus der Ruhe bringen und haben ein paar innovative (und nicht ganz ernstzunehmende) Ansätze für Undercover-PR entwickelt.

Noelles Tipp: Atemlos durch die Redaktion
Hattet ihr schon mal einen Ohrwurm von Helene Fischer? Dann wisst ihr sicher auch, wie schwierig es ist, die simpel klingenden Reime wieder aus dem Kopf zu bekommen – ganz egal, wie groß die Abneigung gegenüber deutscher Schlagermusik auch ist. In einer scheinbaren Endlosschleife hängen die Songs in unseren Hirnwindungen fest und graben sich tief darin ein wie ein Parasit, damit wir sie auch ja nicht wieder vergessen. Und genau diesen Automatismus sollte sich die PR endlich zunutze machen. Dank subtil übermittelter Pressemitteilungen im 4/4-Takt lässt sich sicherstellen, dass keiner der angesprochenen Redakteure den Inhalt wieder vergisst. Und mehr noch: Sie werden Etatmeldungen und Studienergebnisse klatschend und auf einer Bierbank stehend mitgrölen können – ob sie wollen oder nicht. Künftig also von uns – die gesungene PM als Audiodatei. Garantiert ein Ohrwurm.

Verenas Tipp: Der beste Freund des Journalisten
Die 90er hatten das „Herzblatt“, heute haben wir den „Bachelor“. Wer sein Privatleben nicht durch die Waschmaschine des Trash-TV gedreht haben möchte und trotzdem auf der Suche nach einer besseren Hälfte ist, der setzt auf Hund. Hunde sind Parship auf vier Beinen. Hunde machen locker und bieten so viel Unterhaltungspotential, dass sogar der letzte Wortmuffel ganz gesprächig wird. In Sachen flauschig sind wir gut ausgestattet: Der Prozentanteil der Mitarbeiterinnen mit Vierbeiner: liegt nämlich bei fast 37 Prozent. Diese Ressource spannen wir dann auch gerne mal für unsere Zwecke ein: Wissen wir von einem Journalisten mit Hundeaffinität, dann schnappen wir uns einfach die Leine, ziehen gelassen unsere Runden um den Block der Redaktion und wenn wir dann zufälligerweise den Weg des auserwählten Journalisten kreuzen, dann lassen wir unsere Partner mit der kalten Schnauze quasi den Rest machen. Wer da nicht dahinschmilzt und sein Herz für jegliche Art von Interviews und Gastbeiträgen öffnet, der wird es wohl nie tun. Oder könntet ihr diesem Blick widerstehen?

Verenas 2. Tipp: Der Gecko
Geckos sind faszinierende Tierchen. Sie bewegen sich an Wänden und Decken als wäre die Schwerkraft nur ein Gerücht. Der nächste Platzierungstipp kommt womöglich aus dem Bereich „Bitte nicht nachmachen!“/illegal. Vorenthalten möchten wir ihn trotzdem nicht. Schon mal in der Mittagspause probiert, wenn die Redaktionen wie leergefegt sind, weil alle bei Chai-Latte und Currywurst in der Kantine sitzen, die Wand des Verlagsgebäudes zu erklimmen, durchs Fenster einzusteigen, sich einen Platz zu schnappen und mal eben die eigene Pressemitteilung ins Redaktionssystem einzupflegen? Wir auch nicht, die Vorstellung finden wir aber trotzdem sehr verlockend.

Ann-Katrins Tipp: Schnitzel mag jeder
Das Telefon klingelt und die PR-Agentur möchte mal wieder etwas „anbieten“ – die heißgeliebte Pressemitteilung. Diese lästige Textform ist nicht unbedingt das, worüber sich der Journalist am anderen Ende des Telefonkabels freut. Doch trotzdem machen die News, die es regelmäßig zu verkündigen gibt, abhängig. Aber vor allem dann, wenn man sie – spannungssteigernd – in kleine Häppchen verpackt. Ihr wisst schon: Ein bisschen wie Mark Felt in Watergate eben. Wir nutzen also die Neugierde der Journalisten und füttern sie wohldosiert mit Informationen – so wie bei einer Schnitzeljagd – bis sie schlussendlich die gesamte Mitteilung (das frische Schnitzel bespickt mit guten „Zutaten“) voller Erwartung und Vorfreude übermittelt bekommen. Wer kann da noch widerstehen?

Lys Tipp: Lasst Blumen sprechen
Blumen sprechen eine ganz besondere Sprache. Daher lautet unser Credo: „Sagt es mit Blumen!“ Und zwar nicht nur am Valentinstag, Muttertag oder zum Geburtstag. Denn jeder Mensch freut sich über einen unerwarteten kleinen Blumengruß ins Büro. Wieso nutzen wir diese Tatsache also nicht, um sowohl den Journalisten, als auch uns eine kleine Freude zu machen? Denn natürlich ist das alles nicht ganz so uneigennützig und geteilte Freude ist doppelte Freude. Was genau damit gemeint ist? Jeder weiß, dass zu einem ordentlichen Blumenstrauß auch eine Grußkarte gehört. Wie wäre es also, wenn unsere Freunde aus der schreibenden Zunft, anstatt einer Grußkarte eine PM vorfinden würden? So ganz zufällig natürlich…Es gab bestimmt noch keine so charmante Art, eine PM zu platzieren.

Anhs Tipp: Ice Ice Baby
Seit Wochen hat die Hitzewelle Deutschland fest im Griff. Wer kann, liegt entspannt am See und genießt den heißen Sommer an einem schattigen Plätzchen. Für den Rest der Republik heißt es bereits vormittags schwitzen am Arbeitsplatz. Also was tun, um cool zu bleiben? Die Lösung: Abkühlung durch ein Eis! Und genau dort soll angesetzt werden. Man mietet sich einen Eiswagen und fährt damit zu den Zielredaktionen. In der sengenden Hitze der Mittagssonne fiebern die Redakteure dem langersehnten Eintreffen des Eiswagens entgegen, der durch seinen nostalgischen Sound das Ende ihres Hitzeleids einläutet. Um jetzt ein erfrischendes Eis zu ergattern, würden sie alles tun. Genau der perfekte Zeitpunkt, um seine Message an den Mann bzw. die Frau zu bringen! Denn wer nimmt nicht dankend einen Beitrag seines mobilen Retters in Not an?

Christianes Tipp: Der Plakatierer
Egal ob bei Vorträgen, in der Werbung oder beim Lernen: Schon früh lernen wir, dass sich wiederholende Dinge viel besser im Kopf bleiben als Fakten, die man nur ein einziges Mal gehört oder gesehen hat. Diesen Umstand kann man mit Hilfe von PR-Plakaten dafür nutzen, um bei Journalisten im Gedächtnis zu bleiben – denn wer hat schließlich gesagt, dass nur Politiker ihre Gesichter und schlechten Parolen auf Plakaten überall in der Stadt aufhängen dürfen? Besonders bei der Platzierung von Geschäftsführern als Experten in den einschlägigen Medien ist es von Vorteil, wenn die anvisierten Journalisten den Herrn oder die Dame schon einmal gesehen haben. So ein paar Plakate sind schnell online bestellt und los geht’s mit Klebeband und Tapetenkleister! Rund um die Verlagsgebäude wird dann plakatiert was das Zeug hält. Jede Wette: Beim nächsten Anruf wird nicht mehr nachgefragt, zu welchen Themen der Geschäftsführer von Firma Ypsilon etwas sagen kann.

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Die coco-Familie bekommt Zuwachs! Hallo zusammen, ich bin die Ly, 27 Jahre alt und die neue Volontärin bei cocodibu. Und bevor jemand fragt: Ja, mein Name ist wirklich so kurz. Ausgesprochen wird er übrigens „Li“, obwohl ich im Laufe der Zeit schon alle möglichen Variationen wie „Lai“, „Lu“ oder „Lü“ zu Ohren bekommen habe.

Als Münchner Kindl mit vietnamesischen Wurzeln habe ich die Studienzeit in meiner Heimatstadt verbracht. Denn: Warum soll man gehen, wenn’s hier doch am schönsten ist? 🙂
Während meines Studiums in Anglistik, Deutsch als Fremdsprache und Interkulturelle Kommunikation habe ich meine Zeit natürlich nicht nur an der Isar oder im Englischen Garten verbracht, sondern in einem EU-Forschungsprojekt fleißig PR-Erfahrungen gesammelt. Bevor ich bei cocodibu angekommen bin, hat es mich aber noch kurzfristig in die Lehre und sogar in den Vertrieb verschlagen. Doch schnell wurde mir klar: Nein ich möchte nichts anderes – PR it has to be.

Wie also begann meine Geschichte bei cocodibu? Nun, als mein Entschluss fest stand, begann erst einmal eine intensive Internet-Recherche über verschiedene Münchner-PR-Agenturen. Dabei bin ich auf cocodibu gestoßen und merkte sofort: Diese Agentur hebt sich von anderen PR-Agenturen ab! Dinge wie dieser Blog oder auch das Video zum Agentur-Alltag gaben einen ziemlich guten Einblick und passten so gar nicht in das gängige Agenturklischee. Kurzentschlossen schickte ich meine Bewerbung ab und hatte einige Tage später auch schon mein Bewerbungsgespräch. Direkt an der Tür wurde ich von meiner netten Kollegin Verena begrüßt und auch das Gespräch selbst verlief positiv. Stefan hat mich dann noch an der Tür verabschiedet und versprochen sich relativ bald zu melden. Und das Ende der Geschichte: Heute sitze ich hier in unserem Mädelsbüro mitten in Schwabing und werde so bald nicht verschwinden! 😉

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Die meisten Kommentare sind Mist! Ist zumindest mal ein Standpunkt. Und den braucht es, um einen Kommentar zu schreiben. Klingt auf den ersten Blick banal, ist in der Praxis aber verdammt schwer. Ein guter Kommentar ist wie ein Fisch, der gegen den Strom schwimmt, er ist die Antithese zum Mainstream, er polarisert und provoziert. Aber wer macht das schon gerne? Außer man heißt Thomas Koch. Viel lieber lullt man sich doch in die allgemeine Konsenskultur der Branche ein – getreu der Devise: Es ist schon alles gesagt, aber nicht von jedem.  „Content is king“, „Influencer Marketing wird immer wichtiger“, „Dialog auf Augenhöhe“, „Programmatic ist ein echter Gamechanger“ und, und, und. Wem angesichts dieser Buzzwords der Hut hochgeht und er erfolgreich vor digitaler Besoffenheit warnt, dem sind ein paar Schlagzeilen sicher. Die Antithese eben.

Und so ist ein guter Kommentar vor allem eines: ein ganzes Stück Arbeit. Abgedroschene Sprachbilder sind hier ebenso tabu wie die üblichen Branche-Floskeln. Vor allem aber: Man braucht echte Ahnung von dem Thema. Klingt einleuchtend, ist in der Praxis aber immer weniger machbar.  Weil wir uns ja alle angeblich permanent neu erfinden müssen und Kunden ja immer den neuesten heißen Scheiß hören wollen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn wahrscheinlich wird es dieses Jahr plötzlich genügend Experten geben, die uns klar machen, warum 45minütige Podcasts gerade das Ding sind.

Sollten wir Sie bis hierhin nicht abgeschreckt haben, es mal mit einem Kommentar zu versuchen, es gibt ein paar Regeln:

  1. Die Überschrift

Die Überschrift bildet den Eyecatcher des Kommentars. Besonders bei Meinungsbeiträgen ist es wichtig, prägnant, möglichst mit einer feinen reißerischen Spitze, den Leser zum Weiterlesen zu animieren. Versagt sie in ihrer Funktion, geht der kommende Fließtext vor die Hunde. Sie müssen Interesse wecken, den Nutzen in den Vordergrund stellen und Dringlichkeit erzeugen.

  1. Die These

Die Aufgabe einer These ist es, eine Behauptung aufzustellen, die im Laufe des Textes belegt werden sollte. Faustergel: Wenn Sie sich erst auf die Suche nach einem Standpunkt machen müssen, lassen Sie’s lieber. Im Zweifelsfall googeln Sie sich dann auch noch Ihre Argumentation zusammen.

  1. Die Argumentation

In diesem Teil des Kommentars werden alle relevanten Informationen zum Thema dargelegt. Der grobe Umriss des Sachverhaltes dient dazu, die Leser abzuholen und den Sachverhalt subjektiv und zugleich analytisch darzustellen. Das Ziel ist es, die eigene Meinung darzustellen und dadurch den Leser zum Nachdenken anzuregen. Je mehr stichhaltige Argumente aufgezeigt werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Leser mit der Ansicht identifiziert oder zumindest über das Thema nachdenkt.

  1. Die Gegen-Argumente

Es gibt wohl keinen Sachverhalt, der nicht von mehreren Seiten beleuchtet werden kann. Erst durch das Abwägen des Für und Wider bekommt ein Kommentar die nötige Glaubwürdigkeit. Je besser es dabei gelingt die Gegenargumente zu entkräften, desto  stärker Ihr Kommentar.

  1. Schlussfolgerung mit Ausblick

Lassen Sie Ihre Leser nicht demoralisiert zurück. Nichts ist schlimmer als die Schlußfolgerung, dass die Welt schlecht und perspektivlos. Also ran: Wenn es eine konstruktive Lösung gibt, zaubern Sie die aus dem Hut.

Um das Content-Format „Kommentar“ zum Schluss noch einmal beispielhaft zu veranschaulichen, kommen hier vier Beispiele aus der Praxis:

„Influencer Marketing 2017: Warum wir Bibi und Sami den Laufpass geben sollten“ von TERRITORY webguerillas
„Weihnachts-Virals sind die neue Königsdisziplin“ von Neverest
„Warum Angela Merkel die dmexco besuchen sollte“ von Quantcast
„Seid Ihr noch zu retten, Online-Kreative“ von mediascale

Das war Teil 2 unserer Serie „Content-Formate in der B2B-Kommunikation„.  In Teil 1 haben wir uns der „Fallstudie“ gewidmet.

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Am 15. März wird in München eine der renommiertesten Auszeichnungen der deutschen Marketingbranche verliehen: Der Deutsche Mediapreis. Geehrt werden – wie immer – die Media-Persönlichkeit, die Media-Agentur, die beste Media-Strategie und die beste Media-Idee des Jahres. 2018 feiert die kleine, runde Kugel, die alle Preisträger erhalten, ein großes Jubiläum. Der Deutsche Mediapreis wird 20.

Quelle: w&v

Alle langjährigen Besucher wissen, dass mindestens drei Dinge zu einem launigen Mediapreis-Abend gehören:

  1. das unvergleichliche Dialogduo Wolfram Kons (Moderator) und Jochen Kalka (Chefredakteur w&v)
  2. der nunmehr Ex-Oberbürgermeister von München, Christian Ude, der den Saal oftmals zu Lachkrämpfen und Beifallsstürmen brachte
  3. und die außergewöhnliche Acrylkugel, die alle Preisträger voller Stolz mit nach Hause tragen 

Was die wenigsten Besucher und Preisträger wissen: Wer hat diese Kugel gestaltet? Was symbolisiert sie? Und wie und wo wird sie gefertigt? cocodibu-Gründer Christian Faltin hat mit seinem damaligen Redaktionsteam (mit Stefan Braunschweig und der leider viel zu früh verstorbenen Katja Pichler) den Deutschen Mediapreis gegründet. Die Trophäe verdankt die Fachwelt Professor Karl-Heinz Einberger. Wie er als Student den Preis entwarf und was er sich dabei dachte, verrät er im Interview:

Prof. Karl-Heinz Einberger, der Schöpfer des Deutschen Mediapreises

„Herr Professor Einberger, vor mehr als 20 Jahren habe ich (damals noch als Chefredakteur der Zeitschrift media & marketing) eine Ausschreibung an der Akademie der bildenden Künste in München gestartet. Gesucht wurde eine Trophäe für den Deutschen Mediapreis, dessen Premiere damals in Vorbereitung war. Erinnern Sie sich noch, was Sie sich gedacht haben, als Sie damals das Briefing bekommen haben?

Karl-Heinz Einberger: Klar, ich habe mir gedacht: Wenn ich gewinne, habe ich künftig jedes Jahr schon einen Teil der Ateliermiete herin 😉 Mich hatten aber schon damals konkrete räumliche Situationen mit ihren funktionalen Zwängen und sozialen Gegebenheiten künstlerisch interessiert – also die Reibung an speziellen Ausgangssituationen als Startpunkt für ein künstlerisches Projekt. Und die Aufgabenstellung für die Preistrophäe war für mich deshalb sehr reizvoll.

Ihr Entwurf hat uns damals nicht nur optisch begeistert (ob seiner Formen- und Farbenfreude), sondern vor allem konzeptionell. Sie haben, ich sag das jetzt mal als Laie, den RGB-Farbraum (Rot-Grün-Blau) für digitale Bilder (und Bildschirme) mit den CMYK-Farbraum (Cyan, Magenta, Yellow, Schwarz) für den Druck kombiniert. Und das in einer offenen Acrylglas-Kugel, die nicht nur die Farben, sondern auch Rundungen und Ecken miteinander kombiniert. Hab ich das halbwegs richtig erklärt? Oder was sagt der Künstler?

Einberger: Na, für einen Laien ist das aber schon ziemlich gut erklärt, finde ich. Bei der Formfindung ging ich von den damals noch üblicheren CD-ROMS als Größe für die Kreisscheiben aus und die äußeren Ecken der Würfelelemente berühren nun rechnerisch die Kugeloberfläche, die man sich zwischen den Kreisscheiben aufgespannt vorstellen kann. Trotz dieser mathematischen Klarheit liegt die Trophäe immer gekippt, dynamisch und trotzdem klar definiert auf dem Schreibtisch. Ich hatte mir die Trophäe als Briefbeschwerer für den Chef-Schreibtisch vorgestellt.

Von wegen Briefbeschwerer! Das hat für mich (und wahrscheinlich auch für die Preisträger) eher etwas mehr vom Reichsapfel, den Könige zum Zepter tragen. Und bei den Preisträgern dürfte der Mediapreis eher in der Vitrine am Empfang liegen. Erklären Sie doch mal bitte, wie ein Mediapreis entsteht. Wo in China werden die Teile gegossen?

Einberger: Was den Aufwand in der Herstellung angeht, liegt die Trophäe nun wirklich etwas näher am Reichsapfel als an einem Kunststoff-Guss aus einer chinesischen Junk-Toy-Fabrik. Wobei ja auch nicht alles aus China in dieser Billig-Liga spielt, wenn auch – als Spiegel unseres Konsumverhaltens – beschämend viel. In den zwanzig Jahren seiner Geschichte bin ich mittlerweile der Einzige, der an allen existierenden Exemplaren der Preistrophäe Hand angelegt hat. Alle anderen Beteiligten haben mittlerweile mal gewechselt. Die Fertigung der Kreisscheiben aus fluoreszierendem Plexiglas ist ein industrieller Prozess, das macht ein renommierter Fertigungsbetrieb für mich. Der übernimmt auch das Zusammenfügen der drei Kreisscheiben zur Grundform der Trophäe. Dass das nicht so ganz trivial ist, können Sie ja mal bei einem Bier mit drei runden Bierfilzel, wie die Bierdeckel hier in Bayern heißen, die Sie in der Mitte teilen, ausprobieren. Die acht farbigen Würfel für die CMYK-Komponente stellt eine andere Firma her, die sonst für die Uhrenindustrie arbeitet. Die sind alle glasklar. Da kommt dann mein Part ins Spiel: um materialbedingte Maßtoleranzen auszugleichen, kalibriere ich jeden einzelnen der etwa 100 Würfel, die in einem Jahr so benötigt werden, suche also möglichst passgenaue Partner und lege da schon die exakte Position jedes einzelnen Würfels für jede Trophäe fest. Dann werden die Rückseiten der Würfel, die an den Kreisscheiben anliegen, lackiert. Dabei sind bis zu 10 Schichten Lack pro Würfel erforderlich, da man ihn nur dünn auftragen kann und die einzelnen Lagen daher fast transparent bleiben. Durch das Lackieren der Rückseiten der transparenten Würfel entsteht das sprühende Lichterspiel in den Trophäen. Die Physik mit ihrem Phänomen der Totalreflexion sorgt dafür, dass die Würfel durchgefärbt erscheinen. Mittlerweile gehen die Kugel-Rohlinge zum Graveur und zum Schluss übernehme ich wieder die Endmontage, die Politur und Qualitätskontrolle. Sie sehen, auch mit dieser ausführlichen Beschreibung bleiben die Trophäen ähnlich fälschungssicher wie ein Reichsapfel.

Das klingt ziemlich aufwändig und kostet bestimmt eine Menge Zeit. Dürfen Sie verraten, was ein Mediapreis in der Erstellung kostet?

Einberger: Ich glaube, die Energie, die alle Beteiligten reinstecken, damit am Ende eine strahlende Trophäe da ist, ist eine gültigere Währung als der Euro. Der Deutsche Mediapreis hat einen Wert, aber keinen Preis.

Das hätte ich als PRler nicht schöner formulieren können. Schnöder Mammon! Apropos Mammon. 1997 waren Sie noch Student an der Akademie der Bildenden Künste. Heute sind Sie Professor für Künstlerische Praxis und Grundlagen der Gestaltung an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Und das an der Fakultät für Landschaftsarchitektur. Was bitte schön, machen Sie da denn?

Einberger: Nun, die Lehre steht schon im Vordergrund: ich habe eine ganze Menge an Kolleg*innen, die fachspezifisch den Stadtraum, die Landschaft und die Ökologie thematisieren, da brauche ich also nicht in fremden Gärten wildern. Will man in all diesen Bereichen gut gestalten, tut man gut daran, die eigene Wahrnehmung zu sensibilisieren, Kreativität zu entwickeln und schon auch einen bewussteren Zugang zu den eigenen kulturellen Wurzeln zu bekommen. Dafür fühle ich mich zuständig.

Der Schwung für die Lehre kommt aber immer noch aus meiner eigenen künstlerischen Arbeit. Die steht gleichberechtigt neben dem was ich an der Hochschule mache und dreht sich weiterhin um den Raum, in dem wir Menschen uns bewegen.

Wenn Sie den Mediapreis heute in Zeiten des allgegenwärtigen Internets noch einmal gestalten müssten, wie würde er aussehen?

Einberger: Eine gute, eine gültige Antwort auf diese Frage kostet mindestens  1000 Euro. Denn ihr ernsthaft auf den Grund zu gehen ist, wie damals beim Entwurf ein richtiges Stück Arbeit. Wenn ich mir aber die jetzige Trophäe mit dieser Frage anschaue, schaut die gar nicht so alt aus. Das Körperlich-Reale und das Medial-Virtuelle sind immer noch die zwei Pole der Media-Welt und die sind über die beiden Farbsysteme in der Trophäe vereint. Klar, die 12 Zentimeter der CD-Kreisscheibe wären heute sicher kein wichtiger Anker im Entwurfsprozess mehr. Aber auch bei einer neuen Trophäe wäre es mir ganz recht, wenn sie wieder so markant und auch ein wenig sperrig würde wie die jetzige. Das sind Qualitäten, die in unseren Zeiten ganz gut zu gebrauchen sind.

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Mit den Buzzwords unserer Branche ist es ein bißchen wie mit dem Hype-Cyle der Technologien: Spricht man weniger oder nicht mehr über sie, sind sie entweder erfolgreich verdrängt oder aber im Alltag angekommen. Content Marketing war eines der Top-Buzzwords der vergangenen beiden Jahre. Um es kurz zu machen: Content Marketing ist mittlerweile für viele Unternehmen nicht nur Alltag, es wird im Marketing-Mix weiter an Gewicht gewinnen.

Als PR-Agentur betreiben wir seit Jahren erfolgreich Content Marketing für unsere Kunden, die vornehmlich aus dem B2B-Sektor kommen. Weil das Schlagwort „Content Marketing“ aber sehr abstrakt und wenig greifbar ist, wollen wir in unseren neuen Serie – das ganz Jahr 2018 über – Content Formate insbesondere für die Business-to-Business-Kommunikation mal etwas genauer unter die Lupe nehmen. Dabei wollen wir möglichst praxisnah, d.h. mit Beispielen hinterlegt, zeigen, welche Formate sich wofür eignen und wie Inhalte in den jeweiligen Formaten umgesetzt werden können. Ganz grob clustern wir die Inhalte in vier übergeordnete Kategorien: Text, Bild/Grafik, Video und Audio.

Also, freut Euch auf Content über Content Marketing. In den ersten drei Folgen werden wir uns den Formaten „Graphic Recording“, der „Fallstudie“ (alias Case Study) und dem „Social Post“ widmen. Viel Spaß bei der Lektüre und wir freuen uns auf Anregungen, Kommentare und Ergänzungen.  

 

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Weihnachtsfeiern sind ja so ein Ding: Je nach Firma changiert  das zwischen peinlich, langweilig, ungezwungen und exzessiv bis ganz nett und prima Klima. Wir bei cocodibu haben uns dieses Jahr entschieden, zum Lachen in den Keller zu gehen. Genauer gesagt: In den Escape-Room (nicht zu verwechseln mit dem Dark Room!) im Keller der Escape Game München (bei uns ums Eck in der Tengstr. 20).

Wer von Euch das Prinzip der Escape Rooms noch nicht kennt: 1 Raum, sechs Spieler, 60 Minuten. Die Gruppe wird in einen Raum eingeschlossen und soll zusammen Rätsel lösen. Am Ende soll die Gruppe alle Rätsel gelöst und nach 60 Minuten einen anderen Ausgang des Raums gefunden haben. Jeder Raum steht unter einem unterschiedlichen Motto: Wir waren im „Geisterhaus“ und entdeckten die „Kunst des Klauens“.

Um das Ende vorwegzunehmen: Es war mega! Spannend, lustig, intellektuell fordernd, toll in der Gruppe und teilweise auch gruselig. Kurz: Entertainment at its best. Solltet Ihr eine nette Idee für Eure Firmenfeier suchen: Wir können es nur empfehlen!

coco-Team 1 (Stefan, Sibylle, Christiane, Vera, Ann-Katrin und Felix) betätigte sich als Kunsträuber

coco Team 2 (Franzi, Karoline, Verena (sitzend), Nadine, Christian und Anh) gruselte sich unscharf und schemenhaft im Geisterhaus

Team cocodibu (v.l.n.r.) goes Osteria: Christian, Karoline, Stefan, Anh, Ann-Katrin, Verena, Christiane, Vera, Sibylle, Felix, Franzi, Nadine

Völlig ermattet von den wagenradgroßen Pizzen und erschöpft von den intellektuellen Anforderungen der Escape-Rooms verabschieden wir uns an dieser Stelle von allen Kunden, Partner, Journalisten und Freunden des Hauses. Wir wünschen Euch schöne Weihnachten, ein paar ruhige Tage zwischen den Jahren und jede Menge Spaß im neuen Jahr.

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Wie sieht der Journalismus von morgen aus? Was müssen Journalisten heute schon können? Und wie werden sie sich künftig finanzieren? Es passiert gerade ziemlich viel in der Medienwelt. Welche Richtung dies nimmt, weiß keiner so genau. Und trotzdem: Junge, talentierte Schreiber zieht es weiterhin in den Journalismus. Wir stellen sie in unserer Reihe Junge Journalisten vor: Redakteure, Reporter, Blogger und Publizisten unter 33, die sich schwerpunktmäßig vor allem mit der Online-Branche beschäftigen. Heute im Gespräch: Brian Rotter, Redaktionsassistenz in der Online Redaktion von t3n.

Brian Rotter

1. Seit wann steht für Dich der Berufswunsch Journalist fest? Was gab den Ausschlag?
Puh, gute Frage. Das war ein schleichender Prozess würde ich sagen. So mit 15 habe ich angefangen für die Lokalpresse Spielberichte meiner Handballmannschaft zu verfassen. Da saß ich dann immer auf den Rückfahrten von den Auswärtsspielen mit Block und Kugelschreiber im Bus und habe die Berichte geschrieben. Aber ausschlaggebend war vermutlich meine damalige Politiklehrerin, die meine Hausarbeit über Kroatiens EU-Beitritt nur mit einer Drei bewertete. Der Grund: Mein Sprachstil wäre journalistisch und nicht wissenschaftlich genug, sie könne sich aber vorstellen, dass ich später im Journalismus Erfolg haben könne. Da habe ich mir gedacht, okay, wieso eigentlich nicht und der Berufswunsch stand.

2. Ist Dein Arbeitsalltag wie Du ihn Dir vorgestellt hattest, oder gab es im positiven wie negativen Sinne Überraschungen?

So wie es momentan läuft kann ich mich echt nicht beklagen. Ich arbeite hier bei t3n mit einem motivierten, jungen Team zusammen und meine täglichen Aufgaben gestalten sich auch abwechslungsreich. Positive Überraschungen sind natürlich die Dinge die nicht alltäglich sind. Teamevents aller Art stehen bei uns hoch im Kurs, von Picknick-Ausflügen, einer Schnitzeljagd oder einfach einem spontanen Grillen in der Mittagspause haben wir hier schon jede Menge coole Dinge unternommen.

3. Was war Dein skurrilstes Erlebnis bisher in Deiner Berufslaufbahn?
Das war tatsächlich in meiner Zeit bei Antenne Niedersachsen. Für eine On-Air-Promotion bei der wir in ganz Niedersachsen Cabrios versteckt haben, war ich mit einem Kollegen mal wieder unterwegs. Unser Ziel war es die versteckten Kameras einzurichten, mit denen wir die späteren Gewinner filmten. Da das natürlich nicht tagsüber passieren konnte, stiefelte ich gegen vier Uhr morgens mit Kameraausrüstung, Mikrofon und Co. durchs Unterholz um den optimalen Platz für die Kameras zu finden, die den unter Heuballen versteckten Mini einfangen konnten. Dunkelheit, Bodenbeschaffenheit und meine eventuell vorhandene Tollpatschigkeit sorgten am Ende dafür, dass ich an irgendetwas hängen blieb und mit einem lauten Krachen im Unterholz verschwand. Aber das war nicht das Skurrile daran. Skurril wurde es erst als ich sah über was ich da gestolpert war. Mit Handytaschenlampe bewaffnet konnte ich die leicht verwesten Überreste eines Fuchses ausmachen in dessen Rippenbögen ich mich verfangen hatte. Das war tatsächlich ein sehr skurriles Erlebnis während der Arbeitszeit.

4. Inwieweit nutzt Du das Social Web für Themen-Recherche und -Inspiration?
Klar gibt es auch im Social Web immer mal wieder interessante Themen und Ansätze, aber aktiv suchen tue ich in diesem Bereich nicht. Da hole ich mir die Ideen eher aus meinem guten alten Feed-Reader.

5. Blogger werfen (bewusst) viele der althergebrachten Regeln über den Haufen. Sie schreiben viel subjektiver, kommentierender. Wie wird das den klassischen Fachjournalismus Deiner Meinung nach verändern?
Ich bin ein Freund von diesem Stil. Wichtig ist jedoch, dass man als Journalist seinen eigenen Stil entwickelt und dann unabhängig vom Medium wo die Artikel publiziert werden auch beibehält. Natürlich sollte gerade im Fachjournalismus eine gewisse Seriosität gewahrt werden, allerdings ist es für mich persönlich oft lesenswerter wenn Geschichten erzählt werden und nicht stumpf Fakten vermittelt werden.

6. Ein Artikel über Dich: Welche Überschrift müsste der haben?
„Große Klappe viel dahinter“ wäre denke ich passend. Ich bin nicht auf den Mund gefallen und spreche manchmal schneller als ich denken kann, aber dennoch hat alles was ich sage Sinn und Verstand. Meistens zumindest 😉

7. Was ist Dein Trick, um ruhig Blut vor dem Redaktionsschluss zu bewahren?
Eine gute Organisation ist für mich am Wichtigsten. Selbst wenn es stressig ist und kurzfristig Sachen umgeworfen werden, sollte man sich immer bewusst machen was die Hauptaufgaben sind und diese dann angehen. So ist bei uns am Ende immer alles rechtzeitig fertig gewesen. Gerade in der finalen Phase ist es auch wichtig, unwichtige Tasks abzugeben oder aufzuschieben um sich voll und ganz auf das Projekt konzentrieren zu können.

8. Wie schaltest Du vom Job ab, oder denkst Du rund um die Uhr an die Headline von morgen?
Das kommt immer ganz drauf an was gerade so auf meinem Schreibtisch liegt. Es gibt Tage da sitze ich in der Straßenbahn auf dem Weg nach Hause und plane schon den nächsten Tag durch, aber es gibt auch Tage wo ich mit dem ersten Schritt aus dem Büro Feierabend im Kopf habe. Noch habe ich mir auch noch keine Apps zugelegt die etwas mit der Arbeit zutun habe, auch um abschalten zu können, aber wer weiß wie lange das noch möglich ist. Ansonsten ist mein Abend und mein Wochenende fast immer verplant und ich bin viel unterwegs, da spielt die Arbeit dann auch keine große Rolle mehr und ich gehe motiviert in den nächsten Tag.

9. Wenn wir hier mal den besten Fachartikel küren würden: Welchen Deiner Berichte würdest Du einreichen? Und warum?
Dafür habe ich noch zu wenig Artikel geschrieben die ich hier einreichen könnte. Aber ich habe ein paar Ideen, ich kann mich ja nochmal melden wenn ich soweit bin 😉

10. Kein Mensch ist perfekt. Welchen Ratschlag wolltest Du Deinem Chefredakteur immer schon mal geben?
Wenn mir etwas auf dem Herzen liegt spreche ich das auch an, von daher habe ich gerade absolut nichts was ich ihm mit auf den Weg geben wollen würde 🙂

11. Was machst Du in fünf Jahren?
Wenn alles so läuft wie ich mir das wünsche bin ich irgendwo auf der Welt Sportjournalist. Aber selbst wenn das bis dahin nicht geklappt hat wäre ich schon zufrieden mit meinen dann immer noch jungen 28 Jahren einen festen Job in der Journalismusbranche zu haben.