Vor einer Woche startete „Emoji – Der Film“ in den deutschen Kinos. Den kann man jetzt gut finden, muss man aber nicht. Was aber richtig gut läuft, sind Emojis. Das beweist nicht nur gefühlt jede Mama mit täglichen Smiley-gespickten WhatsApp-Nachrichten. Lustige Zeichenkombinationen, die Gesichtern ähneln gibt es schon seit Ewigkeiten: das früheste Emoticon ist übrigens 🙂 – 1982 tauchte es zum ersten Mal auf. Emojis sind sozusagen die Emoticons 2.0. Sie gibt es schon seit Ende der 90er Jahre – aber sie stellen im Gegensatz zu ihren Vorläufern eben richtige Bildchen dar. Heute sind sie aus unserer alltäglichen Kommunikation nicht mehr wegzudenken, oder? 🤓 Sogar der Duden hat das Wort „Emoji“ jetzt offiziell aufgenommen.

Und wenn man die Zahlen betrachtet, kann man davon ausgehen, dass Emojis das nächste Trend-Thema in der Werbung werden 🙈. Laut einer Studie sind die Interaktionsraten auf Instagram-Posts 17 Prozent höher, wenn Emojis genutzt werden. Mittlerweile nutzen über 90 Prozent aller Internetuser Emojis für ihre Kommunikation im Netz.

Vorsicht bei Gemüse

Angesichts solcher Zahlen sollte es für Marken und Unternehmen eigentlich auf der Hand liegen, sich die bunten Bildchen mal ein bisschen näher anzusehen. Allerdings gibt es wie bei allen neuen Marketingformen natürlich auch beim Emoji Marketing einige Stolperfallen, die es zu meiden gilt.

So ist es zum Beispiel nicht wirklich cool, einen gesamten Post mit möglichst vielen Emojis vollzuknallen. Ja, wir haben verstanden, dass Emojis gut sind – aber bitte nicht übertreiben. Und bitte setzt die Emojis nicht nur aus dem Grund ein, dass sie bei den jungen Leuten gerade angesagt sind. Denn das ist ungefähr genauso gekonnt, wie Waschmittel von Influencern in Federbetten bewerben zu lassen.

Aus der Kategorie überflüssig, unpassend und verwirrend: eine Pressemitteilung von Chevrolet.

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Ist total klar, was gemeint ist, oder? Wer den Code jetzt auf die Schnelle nicht ganz knacken konnte, bekommt hier  die Übersetzung. In diesem Fall wäre weniger aber definitiv mehr gewesen.

In die gleiche Falle tappte auch Goldman Sachs. Die spickten einen Tweet zur Veröffentlichung einer Studie zu Millenials einfach mal mit ein paar total sinnvollen Emojis. Schließlich bewegen sich diese Millenials ja den ganzen Tag im Netz und kommunizieren ausschließlich über Nachrichten mit kleinen Bildchen. Diese Einstellung ging aber ziemlich nach hinten los – und sorgte für viel Hohn und Spott bei Twitter.

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Gerade global tätige Unternehmen tun gut damit, Emoji-Kampagnen möglichst national auszuspielen. Denn viele Emojis haben in verschiedenen Teilen der Welt unterschiedliche Bedeutungen. Das Emoji, das wir normalerweise als trauriges Emoji 😪 kennen, bedeutet in Japan „schlafen“. Und wo wir gerade bei unterschiedlichen Bedeutungen sind: Vorsicht, bei der Verwendung von Gemüse-Emojis! Denn sagen wir es mal so: wirbt ein Bioladen mit einem Auberginen-Emoji 🍆, wird sich möglicherweise die falsche Zielgruppe angesprochen fühlen.

Emoji Marketing: So geht’s richtig

Ein Beispiel für gelungenes Emoji Marketing kommt von Domino’s Pizza. Die machten ihr Lieblings-Emoji nämlich kurzerhand zum Gegenstand einer interaktiven Werbekampagne. Schickte man auf Twitter ein Pizzastück-Emoji 🍕 an die US-amerikanische Kette, bestellt man automatisch eine Pizza (natürlich vorausgesetzt, man hatte einen Domino‘s Account, in dem der eigene Twitter-Handle hinterlegt war). Für die Kampagne gab es 2015 sogar den Sieg im Titanium Grand Prix in Cannes. Für die faulen Couchpotatoes unter uns ist das eine ziemlich geniale Idee.

Auch ziemlich erfolgreich im Emoji Marketing ist Coca Cola. Das Unternehmen macht immer mal wieder mit eigens kreierten Emoji-Hashtag Kombinationen von sich reden. 2015 waren sie die erste Marke, die auf Twitter einen eigenen Emoji bekam. Posteten User den Hashtag „#ShareaCoke“, erschienen dahinter zwei Glasflaschen im bekannten Cola-Look. Mit Erfolg: Die Kampagne generierte 170,500 Erwähnungen auf Twitter – innerhalb eines Tages.

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Meine Lieblings-Emoji-Kampagne kam zum Filmstart von Deadpool raus. Auf großen Billboards in Städten und an Highways in den USA wurde nämlich folgendermaßen für den Film getrommelt:

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Screenshot: Adweek.com

Zugegeben, es hat ein bisschen gedauert, die Botschaft zu entschlüsseln – aber der Lacher danach war umso größer. Für alle, die keine Lust auf entschlüsseln haben: Die Kombination liest sich auf englisch Dead+Poo+L. Und die frechen Emojis passen perfekt zum Film – denn der ist schließlich alles andere als brav und angepasst.

Generell sind Emojis also eine gute Sache im Marketing. Und sie haben einen riesigen Vorteil gegenüber unserer Schriftsprache: sie werden fast überall verstanden. Außerdem sind sie wunderbare Eyecatcher – und steigern so nachweislich die Interaktion mit Social Media Posts des Unternehmens.
Für diese lohnt sich der Einsatz von Emojis genau dann, wenn ein bestimmtes Emoji mit der eigenen Marke assoziiert wird. Dann fungiert nämlich jeder Nutzer als Markenbotschafter. Das ist vor allem bei großen Marken der Fall – kleine Marken müssen da schon ein bisschen mehr Hirnschmalz in die Kampagnen stecken.

In den letzten Wochen haben uns Christiane und Johanna sowie Nadine und Ann-Katrin schon ihre Lieblings-Klingeltöne vorgestellt. Heute sind Vera und Esther an der Reihe und verraten ihre (früheren) Klingeltöne.

Vera und Esther

Vera: Mr. Bombastic

Mmhh, Mr. Lover Lover… Throwback to 2006, als Mr. Bombastic von Shaggy bei jedem Anruf aus meinem Samsung SGH-E350 schrillte. Warum genau dieser Song? Ich weiß es nicht mehr… An die peinlichen Situationen, wenn das Handy in der Bahn oder sogar einmal im Unterricht klingelte, erinnere ich mich allerdings noch sehr gut. Er hat die Leute um mich herum auf jeden Fall immer zum Lachen gebracht – und mir einen roten Kopf beschert. 😉 Dieser Ton war übrigens gefolgt von Bibi Blocksbergs „Hex Hex“. Mittlerweile bin ich aber auf die weniger spektakuläre Standard-Variante Xylophon von Apple umgestiegen.

Esther: The Imperial March (Darth Vader’s Theme) 

Komische Blicke in den Öffentlichen (oder gerne auch mal an der Supermarktkasse) ernte ich ziemlich oft. Mit komisch meine ich auch eigentlich eher verschreckt. Sobald aus meinem Handy in voller Lautstärke der Imperial March aus Star Wars schallt, scheinen einige Leute damit zu rechnen, dass gleich Darth Vader um die Ecke gebogen kommt. Dementsprechend hektisch schauen sie sich dann auch nach der Quelle um – und siehe da, statt Vader ist es dann doch nur ein weniger erschreckendes Mädel mit Yoda-Handyhülle. Die Kombination führt dann meistens dazu, dass sich das hektische Umdrehen nach einem möglichen „Ich bin dein Vater“-Flüstern ziemlich schnell in ein Grinsen verwandelt. Wenn ich nachts mal alleine im Dunkeln unterwegs bin, schalte ich mein Handy lieber auf Vibrationsalarm – sonst erschrecke ich mich noch selbst.

In unserer Rubrik “Endlich Wochenende” gewähren uns Geschäftsleute aus Wirtschaft und Medien einen kurzen Einblick in ihre Wochenendplanung. Heute verrät uns Marcel Hollerbach, Chief Marketing Officer bei Productsupder führenden Cloudlösung für das Management von Produktdaten, was er am Wochenende vorhat.

Marcel Hollerbach CMO Producstup

Marcel Hollerbach, Chief Marketing Officer bei Productsup

1.) Wann beginnt heute für Sie der Feierabend?
Um 19.30 Uhr.

2.) Was ist üblicherweise Ihre letzte Tätigkeit, bevor Sie den Computer runterfahren
Ich koche sehr gerne und schaue mir auf Chefkoch oder anderen Kochseiten noch Rezepte an, bevor ich auf dem Heimweg die Zutaten einkaufen gehe.

3.) Nehmen Sie Arbeit mit ins Wochenende? Wenn ja: Was?
Als Unternehmer ist man eigentlich immer am arbeiten. Selbst wenn ich nicht vor dem Laptop sitze, denke ich über Themen, Chancen, Herausforderungen, neue Marketingkonzepte, Partnerschaften etc. nach und schreibe mir viel auf, was ich unter der Woche angehen möchte.

4.) Schalten Sie Ihr Handy am Wochenende ab oder sind Sie always on?
Da mein Privathandy auch mein Diensthandy ist: always on.

5.) Apropos abschalten: Wie können Sie am besten entspannen, wenn Sie heute Abend nach Hause kommen?
Ich spiele seit 25 Jahren Gitarre und Klavier und musiziere oft noch – seit Neuestem auch wieder mit einer kleinen Band.

6.) Mit wem werden Sie dieses Wochenende verbringen?
Mit meiner Frau und Freunden.

7.) Reden Sie mit Ihrem Partner/Freundeskreis am Wochenende üblicherweise über Ihren Job?
Meine Frau arbeitet in der Personalabteilung einer großen Deutschen Wirtschaftsprüfung und erlebt auch sehr viele spannende Geschichten in ihrem Alltag, über die wir uns auch austauschen. In Personalfragen ist sie meine beste Beraterin. Mein Freundeskreis in Berlin besteht zudem aus sehr vielen Unternehmern. Da bleibt es nicht aus, dass man sich auch am Wochenende zu Themen wie Wachstum, Finanzierung, etc. austauscht.

8.) Worauf freuen Sie sich dieses Wochenende am meisten?
Die Wohnungseinweihung eines guten Freundes.

9.) Gibt es ein Ritual, das Sie üblicherweise jedes Wochenende begehen (zum Beispiel das samstägliche Autowaschen)?
Sonntag Abend Tatort schauen mit Familie und Freunden und sich darüber aufregen wenn mal wieder der Unternehmer der Mörder war.

10.) Gibt es eine Marotte an Ihnen, die Ihren Partner/Ihre Familie am Wochenende regelmäßig auf die Palme bringt?
Ich schlafe am Wochenende im Schnitt 5 Stunden länger als meine Frau und komme regelmäßig recht spät zum Frühstück.

11.) Was machen Sie am Wochenende, von dem Ihre Kollegen/Ihr Team sagen, würde/n: Donnerwetter, das hätte ich jetzt nicht erwartet?
Trampolin springen.

12.) Jogginghose oder Designer-Klamotten: Was ist am Wochenende Ihr Lieblingskleidungsstück?
Ich trage auch im Alltag keine Designer Klamotten sondern eher klassische Kleidung. Am Wochenende darf es gerne die Jogginghose sein.

13.) Stichwort Indoor-Aktivitäten: Welche Musik werden Sie dieses Wochenende auf jeden Fall hören, welche TV-Sendung sehen und welches Buch bzw. welche Zeitung/Zeitschrift werden Sie lesen?
– Managing Happiness von Marcus Börner
– Ed Sheeran (Musik)
– Silicon Valley (Serie)

14.) Stichwort Outdoor Aktivitäten: Welchen Berg werden Sie dieses Wochenende besteigen, welchen Marathon laufen und welches Theaterstück/Konzert bzw. welchen Kinofilm werden Sie besuchen?
Am Wochenende werde ich ein echtes BBQ ausprobieren und ein gutes Stück Fleisch 10 Stunden auf dem Grill räuchern.

15.) Freuen Sie sich schon auf Montag?
Wenn man liebt was man tut, muss man nie arbeiten, deshalb freue ich mich auch immer auf Montage. Eine neue Woche und neue Chance Großartiges zu leisten.

Chatbots sind voll im Trend – vor allem im E-Commerce. Das Zauberwort: Conversational Commerce. Jeder versucht mehr oder weniger erfolgreich (darüber hat Verena letzte Woche schon berichtet) Chatbots in seine Shops zu integrieren oder über Facebook Messenger einzubinden. Denn wer keinen Chatbot hat, gehört halt einfach nicht zu den coolen Kids auf dem Schulhof. Warum das Prinzip Chatbot also nicht auch auf den Journalismus anwenden? Das dachten sich Martin Hoffmann, früherer Head of Social Media bei WeltN24, Moritz Klack und Christopher Möller. Im Sommer 2015 begann also die Entwicklung von Resi – einem Chatbot für aktuelle News.

Bitte ein Bot

Laut den Gründern richtet sich Resi nicht an „News Junkies“ – eigentlich also nicht wirklich eine App für mich. Gut, dass ich die Zielgruppe vor dem Test nicht kannte 😉 Mittlerweile habe ich Resi seit etwas mehr als einem halben Jahr auf meinem Handy (leider gibt es sie bisher nur fürs iPhone) und freue mich jeden Tag auf die kurzen „Gespräche“ mit dem frechen Bot in der U-Bahn.

Screenshot Resi - Meinung

Resi hat ihre eigene Meinung, und hält damit auch nicht hinterm Berg (Quelle: Eigene Screenshots)

 

Aber was macht Resi so besonders? Die App ist eigentlich für alle geeignet, die sich schnell über die aktuelle Nachrichtenlage informieren möchten. Sie richtet sich von der Aufmachung und Sprache natürlich eher an die jüngere Zielgruppe und den Ansatz finde ich ziemlich gut. Nachrichten im Whats App-Format, für Leute, die eigentlich kein Interesse daran haben, Nachrichten zu lesen. Resi spricht mit mir, wie ich mit einem Freund sprechen würde. Beispiel gefällig? Der Artikel „Michelle Müntefering steht auf Liste des türkischen Geheimdienstes“ wurde von Resi so aufbereitet:

Resi App zur Türkei

Quelle: Eigene Screenshots

 

Zunächst ein kurzer Teaser zur Nachricht, dann kann ich selbst auf den grauen Feldern auswählen, welche weiteren Infos ich haben möchte – wenn mich die Nachricht nicht interessiert, klicke ich einfach auf „Was gibt’s noch an News“. Am Ende erscheint dann der Link zum eigentlichen Artikel, den ich mir auch zum späteren Lesen speichern kann. Ich kann also selbst auswählen, wie viel Information ich zum Thema bekommen möchte. Habe ich besonders viel Interesse an einem bestimmten Thema, kann ich hierfür Push-Benachrichtigungen einstellen. Ich werde also (anders als bei einigen anderen Nachrichten-Apps) nicht mit allen möglichen Push-Mitteilungen überschwemmt, sondern bekomme nur die Mitteilungen, die mich wirklich interessieren.

Warum ich mich gerne mit Resi „unterhalte“? Weil sie ziemlich viel Humor hat. Sie gibt ab und zu sarkastische Kommentare ab und kommuniziert mit Emojis und GIFs. Das macht Spaß und die Nachrichten bleiben im Gedächtnis.

Resi Yahoo

Resi ist wohl kein Fan von Marissa Meyer (Quelle: Eigene Screenshots)

 

Ich denke das Konzept von Resi hat definitiv Zukunft – besonders wenn es darum geht, vermeintlich verlorene Zielgruppen (die ominösen Generationen X Y Z), die sich nicht mehr für Journalismus interessieren, zurückzugewinnen. Denn eines schafft Resi: Nachrichten mit Spaß vermitteln. Als alleinige Nachrichtenquelle reicht sie mir persönlich nicht – aber ich bin ja auch einer dieser News-Junkies, die nicht Zielgruppe sind. Was meiner Meinung nach noch spannend wird: Wie Martin Hoffmann und Co. zukünftig mit Resi Geld verdienen, denn bisher ist die App kostenlos und werbefrei.

Zum Jahresanfang wagen die Digital-Fachmedien traditionell einen Blick in die Kristallkugel, dann ist Trend-Zeit. Dabei ist es gar nicht so einfach, jedes Jahr neue Trends aus dem Hut zu zaubern. Content Marketing, Chatbots, Influencer Marketing und so weiter und so fort. Oft gehört, vielfach gelesen. Deshalb habe ich mich mal auf fremdsprachigen Websites umgesehen: Gibt es dort Themen, die in Deutschland noch gar nicht besprochen werden?

Blick nach draußen - Trends

Eine Goldgrube für Trends ist die alljährlich direkt im Januar stattfindende Technik-Messe CES in Las Vegas. The Drum hat die Trends der diesjährigen Messe zusammengestellt:

Trend Nummer 1: Faceless Computing. Die Technologie wird immer ausgefeilter. So funktioniert Sprachsteuerung heutzutage mit einer Fehlerquote von nur fünf Prozent. The Drum geht davon aus, dass immer mehr Systeme mit Sprachsteuerung (wie z.B. Amazons Alexa) 2017 auf den Markt kommen werden. Immer mehr Geräte bedeuten auch immer mehr Interaktionen und damit immer mehr Daten, die Unternehmen sammeln können. Diese werden Marken dann wiederum dazu nutzen, unsere Interaktionen mit sprachgesteuerten Gadgets noch besser und akkurater zu machen.

Trend Nummer 2: Im letzten Jahr war es Virtual Reality, in diesem Jahr war Artificial Intelligence das Top-Trendthema der CES. Die Diskussion drehte sich hier vor allem um Smart Hubs, wie Amazons Echo. Sie werden zukünftig zum Zentrum des Smart Home, das nicht mehr mit Fingern bedient wird, sondern mit Sprache (und dadurch Keywords sammeln kann, um sich selbst zu optimieren).

Trend Nummer 3: Autonomes Fahren. Die ersten Tage der CES waren vollgepackt mit Präsentationen der großen Autohersteller, die allesamt Konzepte und Visionen für die Zukunft des Fahrens vorstellten. Die Technik für autonom fahrende Autos wird immer ausgefeilter – genauso wie die Konzepte dafür, wie Menschen sich zukünftig im Auto verhalten werden. Die Hoffnung der Hersteller und Marken: das in-car-entertainment wird immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Alles in allem stellte The Drum aber auch fest: Das große Trend-Feuerwerk, das wir alle von der CES erwartet hatten, blieb in 2017 eher ein Tischfeuerwerk.

Für Adweek hat Edelman Digital die Trends 2017 herausgearbeitet. Die wichtigste Erkenntnis, schön umschrieben: „We see old dogs with new tricks“. Sprich: die diesjährigen Trends sind jetzt auch gar nicht mal so neu.
Chatbots: Apps von Messengern werden zu unserem zweiten Home Screen – und Chatbots verbreiten sich rasend schnell über alle sozialen Plattformen. Marken hoffen hier auf „conversational experiences“ mit den Usern – indem sie ihnen kreativen und vor allem persönlichen Content liefern – in Nachrichten.
Virtual und Augmented Reality werden sich nochmal deutlich verbessern – die Headsets werden kulturell akzeptierbar gemacht werden (Aha!).
Die Ausgaben für digitale Werbung werden erstmals die für TV-Werbung überholen (sagt emarketer). Und wohin fließt das Geld? Vieles wird ins Influencer Marketing investiert werden – aber nicht nur indem Influencer doof Produkte in die Kamera halten, sondern in das Markenimage eingebaut werden, z.B. eigene Kreationen entwerfen.
Weiter ausbreiten wird sich laut Edelman Digital auch die Blockchain-Technologie. Immer mehr Länder und auch Firmen investieren in Blockchain – das wird den Banken deutlich Konkurrenz machen.

In den Trends, die Entrepreneur zusammengestellt hat, treffen wir zunächst Mal einige alte Bekannte: Native Advertising, Content Marketing, Influencer Marketing, Chatbots, Personalisierung… Und dann wird es doch noch interessant: Marken sollten sich unbedingt mit Livestreaming von Videos vetraut machen, denn so können sie User direkt mit emotionalem Content ansprechen, der viel besser wirkt, als eine dröge Pressemitteilung. Wie eine Werbekampagne mit Live-Videos funktionieren kann, hat Facebook zu seiner Einführung von Facebook Live gezeigt. Wie meta!

Ein anderer interessanter Ansatz: Welche Trends 2017 nicht überleben werden, hat Mashable zusammengestellt. Für mich ziemlich traurig: Twitter ist dabei 🙁

Wir cocos hören viel Musik – nicht anstatt, sondern um zu arbeiten! Musik hilft gerade beim Texten, um inmitten des hektischen Agenturalltags etwas Ruhe zu finden. Unsere Lieblingssongs des Jahres wollen wir euch nicht vorenthalten. Heute gewähren Vera und Nadine im zweiten Teil unserer Blogreihe einen Einblick in ihre „Top 5 Arbeitshits 2016“.

Vera

Mein Arbeitsjahr in Liedern: Eigentlich habe ich während der Arbeitszeit nie Musik gehört, da ich mich am besten konzentrieren kann, wenn es absolut still um mich herum ist. Aber mit drei anderen Mädels – den besten Kolleginnen überhaupt 🙂 – im Raum, ist es doch manchmal recht laut und ab und an ist ja auch mal Konzentration gefragt ;-). Da ist es perfekt, sich die Kopfhörer auf die Ohren zu schnallen und sich den täglichen Aufgaben zu widmen.Vera-Musik

Lana del Rey – Ride: Eins meiner Lieblingslieder und auch meine Lieblingssängerin. Der Song war total passend zu meinem Start bei cocodibu. Als ich angefangen habe im September hatte ich nämlich erst nur einen Kunden und mein Alltag war im Vergleich zu jetzt noch ziemlich ruhig. Da konnte ich mich bei „Ride“ erstmal angenehm in alles einlesen.

Nicky Minaj – Don‘t hurt me: Ich liebe es, wenn mich Lieder an Urlaube erinnern und so ist es bei diesem Song. Im Sommer war ich auf Bali und habe den Song täglich am Strand und am Pool gehört. Wenn’s hier also mal stressig wird, beame ich mich quasi im Geiste wieder zurück nach Bali. Die passende Temperatur hole ich mir dann mithilfe der Heizung, die ich heimlich auf 24 Grad stelle. 😀

David Guetta, Cedric Gervais & Chris Willis – Would I Lie To You: Das Original mag ich super gerne und in der neuen Version von David Guetta ist das ein richtiges Gute-Laune-Lied. Habe mich leider schon fast satt daran gehört, weil der Text auch nicht so abwechslungsreich ist, sodass ich mir fürs nächste Jahr sicher einen Ersatz suchen muss.

Hitimpulse – I’m in Love with the Coco: Das Lied höre ich seit dem Sommer rauf und runter und erinnert mich an die warmen Tage. Den Song kann ich gut hören wenn komplizierte Texte anstehen, da ich den Sound und die Stimme des Sängers sehr angenehm finde.

Blink 182 – I miss you: Das ist seit 12 Jahren schon mein absoluter Lieblingssong. Es gibt kaum einen anderen Song, an dem ich mich nach so häufigem Hören nicht leid gehört habe. Den habe ich auch schon gehört als ich meine Bachelor- und Masterarbeit geschrieben habe, geht also auch bei anspruchsvollen Themen hier, in die ich mich erstmal hereinfuchsen muss.

Nadine

Wenn es für mich darum geht, das vergangene Jahr in Songzeilen zu packen, dann ist die Auswahl mindestens genauso durcheinander wie die Zeit vor der dmexco. Im musikalischen Stil bin ich mir zugegebenermaßen nicht immer treu geblieben. Anders aber sieht es mit den einzelnen Titeln aus. Hier also meine Top-5 Working-Titles aus 2016:Nadine-Musik

Jessi J – Masterpiece: Melodie trifft Power! Jessi Js Masterpiece ist die absolute Inspiration: Ein melodischer Beat, dem ich wirklich stundenlang lauschen könnte. Dazu die starke Stimme einer noch stärkeren Frau. Der Songtext – authentisch, kraftvoll und leidenschaftlich. So mag und brauch ich das, wenn ich mich mal wieder in einen längeren Beitrag reinhangeln muss.

Yann Tiersen/Klangkünstler – Die elektronische Welt der Amélie: Definitiv nicht nur mein Arbeits-Favorit, sondern auch mein Alltime-Favourite. Hinter dem Song steckt nicht zuletzt auch eine persönliche Geschichte –unabhängig von diesem  Background ist es aber auch der Song gewesen, der mich während meiner Uni-Zeit durch die knüppelharten Lernphasen gebracht hat.  Damals schon pushte er meine Konzentration ins Unendliche, und so ist es eben bis heute geblieben.

Hans Zimmer – Lost but won: Der Song ist eine Ode an die Formel 1 – zugegebenermaßen nicht unbedingt meine Sportart. Trotzdem saß ich damals im Film „Rush“ und kämpfte mit den Tränen. 1:07min:  mehr geht in Sachen Melodie wirklich nicht. Dieser Song geht absolut unter die Haut und reißt einen mit an einen Ort fernab dieser Welt. Für mich perfekt, um den Fokus auf Kompliziertes zu richten.

Alan Walker – Faded: Wenn ich Faded einlege, überkommt mich spätestens in Sekunde 32 die Gänsehaut. Dazu die himmlische Stimme der Sängerin. Eben der perfekte Song, um sich aus dem Alltag herauszukatapultieren und von seinen Gedanken – gerne auch mal technischer Natur – leiten zu lassen.

The Chainsmokers – Dont let me down: Freitagnachmittag 16.00h: Zeit für die Chainsmokers. Kräftige Stimme, eine geniale Melodieführung und ein Hauch von Techno ( 😉 ). So sieht der perfekte Wochenendspurt-Song aus!  Hier besteht nur extreme Gefahr des Mitwippens – daher ist er nur für weniger komplexe Aufgaben gedacht. Ansonsten einfach auch mal Zuhause laut aufdrehen und ab 2:40min kräftig mitschreien! Wirkt Wunder! 😉

Ps: Ich weiß, meine lieben Kollegen hätten gerade im Bereich „Schnulzen“ von Enrique Iglesias oder „Karneval-Kracher“ à la Atemlos mehr von mir erwartet. Aber sorry, das hör‘ ich wirklich nur privat! 😉

Erstmal: Entschuldigung für die Überschrift! Aber damit sind wir direkt im Thema. Denn schon Teile der Überschrift sind ein Meme – und zwar eines, das derzeit wie man so schön sagt „viral geht“ (mehr dazu weiter unten). Deshalb nun ein Text über Memes: Weil sie allgegenwärtig sind. Jeder, der sich in diesem Internetz bewegt, ist mit Sicherheit schon einmal über ein Meme gestolpert. Und richtig eingesetzt, lassen Sie sich ziemlich gut für das Marketing nutzen.

Quelle: memegenerator.net

Quelle: memegenerator.net

Dann versuche ich mich doch einfach mal an einer Definition. Die meisten Memes (gesprochen: /mi.m/) bestehen aus lustigen Text-Bild-Kombinationen (so wie das hier oben). Sie können aber auch einfach nur ein Hashtag oder ein Ausdruck/kurzer Text sein. *Facepalm* zum Beispiel (wenn man zum Ausdruck bringen möchte, dass jemand gerade etwas sehr Dummes gesagt hat). Genauso können aber auch Videos Memes sein – so zum Beispiel Ausschnitte aus Drakes Hitvideo „Hotline Bling“. Menschen mit zu viel Zeit sei der Subreddit hierzu ans Herz gelegt.

Memes beziehen sich in ihrer Entstehung zumeist auf aktuelle Ereignisse oder beliebte Serien/Filme. Diese Bilder/Wörter/Videos verbreiten sich dann rasend schnell (Achtung Marketingsprech: viral) im Netz – vor allem über soziale Netzwerke, aber auch über Webseiten wie 9GAG, reddit und Imgur. Kurz zusammengefasst: Memes sind sozusagen der Insider-Witz der Netzgemeinde.

Marketing mit Memes

Auf den ersten Blick macht das Marketing mit Hilfe von Memes Sinn: Memes sind leicht verständlich, allseits bekannt und beliebt, man kann sie vergleichsweise günstig herstellen und wenn sie gut gemacht sind, haben sie hohe Chancen, viral zu gehen. Und genau hier liegt das Problem: Die Linie zwischen gut gemacht und peinlich ist besonders bei Marketing-Memes äußerst dünn. Es gibt durchaus gelungene Beispiele, aber eben auch mindestens genauso so viele Beispiele, bei denen man sich am liebsten vor Fremdscham verkriechen möchte. Oder ein ganz dringendes Bedürfnis nach #kopftisch verspürt.

Fangen wir erstmal mit den Guten an:

Dell hat das Potential von lustigen Text-Bild-Kombinationen schon ziemlich früh erkannt. Der geniale Tumblr-Blog ToughEnough stellte die nervigsten IT-Support-Anfragen als Memes, Posts und GIFs ins Netz. Auch User durften sich beteiligen. Hinter dem Blog steckte Dell – mit der Kampagne sollte die Marke bei IT-Entscheidern bekannt gemacht werden. Leider ist der Tumblr-Blog gerade nicht mehr erreichbar, aber auf YouTube gibt es noch ein paar lustige Videos zu schauen.

Das unglaublich beliebte Meme „Success Kid“ wurde von Virgin Media in England ziemlich erfolgreich fürs Marketing eingesetzt:

Quelle: cyberalert.com

Quelle: cyberalert.com

Hier das Original:

Quelle: knowyourmeme.com

Quelle: knowyourmeme.com

Auch der Autoverleiher Sixt ist im Bereich Memes und lustige Bildchen immer vorne dabei. Gibt es ein aktuelles (gesellschaftliches) Thema – Sixt macht ein Bild dazu. Als für Angela Merkel das Internet noch #Neuland war, antwortete Sixt zum Beispiel so:

Quelle: impulse.de

Quelle: impulse.de

Neuester Coup von Sixt in den USA: Sixt hat den „The Rent is Too Damn High-Mann“ Jimmy McMillan (eine lebende Meme-Legende) für einen Werbespot verpflichtet: The Rent is Too Damn High.

 

Quelle: knowyourmeme.com

Quelle: knowyourmeme.com

Aber:

Quelle: memegenerator.net

Quelle: memegenerator.net

Denn so viele lustige Memes es auch gibt – es lohnt sich nicht, gleich auf jeden Zug aufzuspringen. Wenn das Meme nicht zum Unternehmen passt – Finger weg, sonst wird es peinlich. Für mich in den letzten Monaten das absolute Nerv-Meme (da zu oft unpassend verwendet und einfach doof): 1 Life.

1 Life – peinlich vong Ursprung her

Wo genau das Meme herkommt, lässt sich nicht mehr sagen. Manche führen den Ursprung auf den Rapper Moneyboy zurück – man möchte meinen, Grund genug die Finger davon zu lassen. Aber naja, hier mal ein Beispiel für seinen ober coolen Slang:

moneyboy

https://twitter.com/YSLPlug/status/788612109974265856

Ähm, ja ne, is klar…

Auf jeden Fall hat es die 1 in den offiziellen Internetsprech geschafft. Das „1 Life“ Meme in allen Variationen ging viral. Und da kamen einige Menschen auf glorreiche Ideen: „Mensch, dieses ‚Meme‘ geht ja gerade voll ab, super hip und so. Voll knorke, lass uns doch auch mal so eine ‚Meme‘ machen. Ist jetzt total angesagt.“ Gesagt getan. Was dabei herauskommt? Bitteschön:

Screenshot: Junge Liberale Berlin

Screenshot: Junge Liberale Berlin Twitter

Läuft bei denen…

Oder richtig coole Unternehmen wie die Sparkasse:

Screenshot: Sparkasse auf Facebook

Screenshot: Sparkasse auf Facebook

An dieser Stelle ist, denke ich, ein Dendemann-Zitat angebracht: ”Ja die Stirbung ist nah, wenn die Sparkasse checkt / Dass unser Slang in der Sackgasse steckt”

Was also tun?

Nicht direkt auf jeden Zug aufspringen! Die Logik des Memes, das man für sein Marketing nutzen will, sollte auf keinen Fall verändert werden. Das kann nämlich ganz schnell nach hinten losgehen und den Spott der Internet-Community auf sich ziehen. Denn nichts ist peinlicher als ein falsch verstandenes und falsch umgesetztes Meme. Auch sollte man mit dem Memejacking nicht allzu lange warten. Wer zu spät kommt, zeigt auch nicht unbedingt seine Social Media Kompetenz. Hilfestellung bietet hier knowyourmeme.com. Die Website bietet nicht nur Erklärungen zu gefühlt allen Memes, die im Internet kursieren, sondern auch so genannte Search Graphs, die zeigen, wie oft nach einem bestimmten Meme gesucht wird.

Wie sieht der Journalismus von morgen aus? Was müssen Journalisten heute schon können? Und wie werden sie sich künftig finanzieren? Es passiert gerade ziemlich viel in der Medienwelt. Welche Richtung dies nimmt, weiß keiner so genau. Und trotzdem: Junge, talentierte Schreiber zieht es weiterhin in den Journalismus. Wir stellen sie  in unserer Reihe Junge Journalisten vor:  Redakteure, Reporter, Blogger und Publizisten unter 33, die sich mit der Online-Branche beschäftigen. Heute mit Nadine Wenzlick, die als freie Autorin mit den Schwerpunkten Kultur und Unterhaltung tätig ist.

Sie volontierte beim WOM Magazin, damals Deutschlands meistgelesenes Musikmagazin. Seit 2007 ist sie als freie Autorin tätig und schreibt u.a. für Musikmagazine wie Visions, verschiedene Tageszeitungen wie Die Welt und das Hamburger Abendblatt, für NTV.de und für Werben&Verkaufen.

Nadine Wenzlick

Nadine Wenzlick

1. Seit wann steht für Dich der Berufswunsch Journalist fest? Was gab den Ausschlag?

Ich hatte tatsächlich schon immer Spaß am Schreiben: Schon als Teenager habe ich selbst kopierte Schülerzeitungen verteilt. Da ich außerdem eine große Leidenschaft für Musik habe, fing ich nach der Schule ein Praktikum bei einer Musikzeitschrift an. Eigentlich sollte das nur eine kurze Auszeit vor dem Studium sein. Die Arbeit hat mir allerdings so viel Spaß gemacht, dass ich mit dem Schreiben seitdem nicht mehr aufgehört habe.

2. Ist Dein Arbeitsalltag wie Du ihn Dir vorgestellt hattest, oder gab es im positiven wie negativen Sinne Überraschungen?

Seit Anfang 2007 bin ich Freiberuflerin – einen klassischen „Arbeitsalltag“ habe ich nicht. Insofern ist jeder Tag eine Überraschung. Meine Aufträge sind wahnsinnig abwechslungsreich, vom Lenny-Kravitz-Interview über das Haribo-Unternehmensportrait bis zur die Reisereportage über die Malediven. Natürlich bringt die Selbstständigkeit auch Risiken mit sich. Ich habe über die Jahre etliche Publikationen verschwinden sehen und dadurch auch böse Überraschungen erlebt. Aber wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich meist eine neue. Plötzlich kommt über zig Ecken ein Auftrag, mit dem man nie gerechnet hätte. Davon abgesehen genieße ich die Freiheit, die meine selbstständige Tätigkeit mit sich bringt.

3. Was war Dein skurrilstes Erlebnis bisher in Deiner Berufslaufbahn?

Ich war im Urlaub in Neuseeland als ich plötzlich einen Anruf bekam: Die neuseeländische Dependance der Plattenfirma Universal brauchte jemanden, um der Band Rammstein bei einem Interview als Übersetzer zur Seite zu stehen. Ohne groß nachzudenken, sagte ich zu. Was ich nicht wusste: Das Interview war für eine australische TV-Show. Als es schließlich stattfand, musste ich auf der Interviewcouch neben Gitarrist Paul Landers Platz nehmen. So war ich also plötzlich im australischen Fernsehen. Meine 15 Minuten Ruhm…

4. Inwieweit nutzt Du das Social Web für Themen-Recherche und -Inspiration?

Soziale Netzwerke sind auf jeden Fall ein gutes Hilfsmittel, um auf ungewöhnliche und spannende Themen zu stoßen, deshalb lasse ich mich dort gerne inspirieren. Auch bei der Interview-Recherche sind sie für mich eine wichtige Quelle.

5. Blogger werfen (bewusst) viele der althergebrachten Regeln über den Haufen. Sie schreiben viel subjektiver, kommentierender. Wie wird das den klassischen Fachjournalismus Deiner Meinung nach verändern?

Blogs sind meiner Meinung nach eine tolle Ergänzung zu klassischem Journalismus. Aber auch klassischen Fachjournalismus muss es geben – weil die immer größer werdende Flut an Informationen und Nachrichten den Bedarf an objektiver Einordnung, Sortierung und Bewertung erhöht.

6. Ein Artikel über Dich: Welche Überschrift müsste der haben?

Mit „Nadine Wenzlick bringt neues Musikmagazin auf den Markt“ könnte ich ganz gut leben.

7. Was ist Dein Trick, um ruhig Blut vor dem Redaktionsschluss zu bewahren?

Da braucht es keinen Trick. Je näher der Redaktionsschluss rückt, desto schneller und effektiver arbeite ich. Bisher ist immer alles rechtzeitig fertig geworden.

8. Wie schaltest Du vom Job ab, oder denkst Du rund um die Uhr an die Headline von morgen?

Die Grenzen zwischen Privatleben und Job sind bei mir oft fließend und ich springe auch nach Feierabend oder im Urlaub sofort an, wenn ich irgendwo eine tolle Geschichte entdecke. Ich finde das aber nicht schlimm. Ich bin generell ein neugieriger Mensch, habe immer tausend Fragen im Kopf.

9. Wenn wir hier mal den besten Fachartikel küren würden: Welchen Deiner Berichte würdest Du einreichen? Und warum?

Zählt ein Artikel über die Full Metal Cruise als Fachartikel? Dann vielleicht der. Im Ernst: Die meisten meiner Artikel stammen aus dem Bereich Unterhaltung, viele davon sind Interviews. Aber wenn das jemand küren möchte, nur zu!

10. Kein Mensch ist perfekt. Welchen Ratschlag wolltest Du Deinem Chefredakteur immer schon mal geben?

Ich bin ja zum Glück mein eigener Chef…

11. Was machst Du in fünf Jahren?

Hoffentlich immer noch spannende Geschichten aufschreiben!

 

Wie sieht der Journalismus von morgen aus? Was müssen Journalisten heute schon können? Und wie werden sie sich künftig finanzieren? Es passiert gerade ziemlich viel in der Medienwelt. Welche Richtung dies nimmt, weiß keiner so genau. Und trotzdem: Junge, talentierte Schreiber zieht es weiterhin in den Journalismus. Wir stellen sie  in unserer Reihe Junge Journalisten vor:  Redakteure, Reporter, Blogger und Publizisten unter 33, die sich mit der Online-Branche beschäftigen. Heute mit Dennis Schöberl, Redakteur bei CHIP.

1. Seit wann steht für Dich der Berufswunsch Journalist fest? Was gab den Ausschlag?

Dennis Schöberl

Dennis Schöberl

Ich bin großer Auto- und Technik-Fan, deshalb stand schon früh für mich fest, dass ich später mal etwas mit Autos oder Unterhaltungselektronik machen möchte. Da ich aber nicht der größte Zahlen-Jongleur bin, hab ich mich nach Abbruch meines Fahrzeugtechnik-Studiums (ich wollte es immerhin mal probieren) voll auf Medien und das Schreiben fokussiert.

2. Ist Dein Arbeitsalltag wie Du ihn Dir vorgestellt hattest, oder gab es im positiven wie negativen Sinne Überraschungen?

Meine Abteilung bei CHIP betreibt reinen Online-Journalismus und fokussiert sich vor allem auf Hardware-Tests und Elektronik-Kaufberatung. Aus diesem Grund lässt sich mein Tagesgeschäft zum Beispiel schwer mit dem Redaktions-Alltag einer Tageszeitung vergleichen. Mit klassischen Textformaten wie einem Feature oder einer Reportage komme ich zum Beispiel so gut wie gar nicht in Berührung – dafür stehen bei mir Live-Videos, News, Testberichte, Tipps und Bestenlisten auf dem Plan. Und die Dynamik eines Online-Mediums ist immens – alles muss viel schneller gehen

3. Was war Dein skurrilstes Erlebnis bisher in Deiner Berufslaufbahn?

Besonders abgefahren war ein Anwaltsschreiben eines Smartphone-Herstellers. Ich hatte ein Handy getestet und es war einfach so schlecht, dass das Gerät in der Bestenliste auf dem vorletzten Platz gelandet ist. Das gefiel dem Hersteller nicht besonders und er stellte in seinem Anwaltsschreiben völlig überzogene Forderungen. Am Ende verlief das ganze natürlich im Sande.

4. Inwieweit nutzt Du das Social Web für Themen-Recherche und -Inspiration?

Das Social Web ist ein obligatorischer Bestandteil meines beruflichen Alltags. Ich benutze Twitter, Facebook und RSS-Feeds nicht nur zur Themenrecherche, wir posten auch selbst auf den entsprechenden Kanälen und treten mit den Usern in Kontakt.

5. Blogger werfen (bewusst) viele der althergebrachten Regeln über den Haufen. Sie schreiben viel subjektiver, kommentierender. Wie wird das den klassischen Fachjournalismus Deiner Meinung nach verändern?

In meiner Branche sind Blogger bereits völlig etabliert. Sie reisen genauso wie wir Journalisten zu den Hersteller-Events und großen Messen, betreiben dort einen immensen Aufwand und fischen sogar die ein oder andere Story aus dem Themen-Pool, die uns größeren Medien durch die Lappen geht. Gerade was Testberichte von HiFi & Co. angeht, setzen die User meiner Meinung nach aber doch gerne noch auf vergleichbare und unabhängige Tests wie CHIP sie betreibt.

6. Ein Artikel über Dich: Welche Überschrift müsste der haben?

Wer würde denn sowas lesen wollen?

7. Was ist Dein Trick, um ruhig Blut vor dem Redaktionsschluss zu bewahren?

In einer Online-Redaktion gibt es täglich Deadlines und Dinge, die fertig werden müssen. Man gewöhnt sich dran. Außerdem habe ich ein gutes Verhältnis zu meiner Chefin – da kann man auch mal ein Thema schieben, wenn es nicht rechtzeitig fertig wird.

8. Wie schaltest Du vom Job ab, oder denkst Du rund um die Uhr an die Headline von morgen?

Da ich meistens mit dem Rad unterwegs bin und nach der Arbeit quer durch die Münchner City muss, sehe ich auf dem Heimweg so viele kuriose Situationen zwischen Autofahrern, Fahrradfahrern oder Fußgängern – da ist die Arbeit oft schnell vergessen. Wenn’s nicht klappt, dann wird gekocht oder die PlayStation angeschaltet.

9. Wenn wir hier mal den besten Fachartikel küren würden: Welchen Deiner Berichte würdest Du einreichen? Und warum?

Ich habe mal einen 13-teiligen Artikel über Roaming-Gebühren in der EU geschrieben. Die Fertigstellung hat eine ganze Woche gedauert. Das gibt’s in (m)einer Online-Redaktion eher selten. Da ich am Ende wirklich mega-stolz war, würde ich diesen Artikel einreichen.

10. Kein Mensch ist perfekt. Welchen Ratschlag wolltest Du Deinem Chefredakteur immer schon mal geben?

Ich würde jedem Chefredakteur allgemein empfehlen, in starken Austausch mit seinen Redakteuren zu treten. Umgekehrt sollten die Redakteure auch durchaus darüber im Bilde sein, wie der Chefredakteur seinen Alltag verbringt und an welchen Projekten er gerade sitzt. Nähe zum Team ist wichtig, denke ich.

11. Was machst Du in fünf Jahren?

Da feiere ich meinen 30. Geburtstag 🙂

Markus Foos Strategy Director queospark

Markus Foos, Strategy Director bei queospark

In unserer Rubrik “Endlich Wochenende” gewähren uns Geschäftsleute aus Wirtschaft und Medien einen kurzen
Einblick in ihre Wochenendplanung. Heute verrät uns Markus Foos, Strategy Director bei queospark,  der Agentur für Markenführung und Kommunikation aus Dresden, was er am Wochenende vorhat.

1.) Wann beginnt heute für Sie der Feierabend?

Das ist tatsächlich vollkommen unterschiedlich. An diesem Wochenende beginnt der Feierabend erst am Samstagmorgen, da ich erst dann von einer Veranstaltung mit einem Kunden zurückkommen werde. Für gewöhnlich ist mein Feierabend am Freitag immer ein klein wenig später als üblich, weil ich mich darum bemühe, keine ungelesenen oder unbearbeiteten Mails mit ins Wochenende zu nehmen. Und wenn freitags alle früher gehen, habe ich Zeit, mich darum zu kümmern.

2.) Was ist üblicherweise Ihre letzte Tätigkeit, bevor Sie den Computer runterfahren?

Meine letzte Aufmerksamkeit schenke ich immer Outlook, um zu checken, ob ich noch Mails bekommen habe, die ich bearbeiten sollte.

3.) Nehmen Sie Arbeit mit ins Wochenende? Wenn ja: Was?

Eigentlich versuche ich, meine Aufgaben möglichst bis Freitagabend soweit abgearbeitet zu haben, dass ich nichts mit ins Wochenende nehmen muss. Das belastet einen ja schließlich auch. Wenn ich mich am Wochenende doch mal der Arbeit widme, dann sind es immer längerfristige Geschichten oder etwas, das mit Wissensaufbau zu tun hat, wie die Zielerarbeitung fürs nächste Jahr. Für den Fall der Fälle habe ich in meinem heimischen Büro immer ein Whiteboard parat, um ein paar übergeordnete Gedanken zu verfassen.

4.) Schalten Sie Ihr Handy am Wochenende ab oder sind Sie always on?

Mein Diensthandy ist 24/7 an und ich bekomme alles mit. Aber ich antworte prinzipiell am Wochenende nicht, wenn es nicht total dringlich ist – Vorbildfunktion und so.

5.) Apropos abschalten: Wie können Sie am besten entspannen, wenn Sie heute Abend nach Hause kommen?

Heute Abend bin ich im Hotel, morgen Abend dann aber entweder mit einem guten Glas Weißwein auf dem Balkon mit Freunden oder – wenn’s dann wieder kälter wird – mit einem noch besseren Glas Rotwein und Netflix. Da muss ich jetzt auf jeden Fall meine Versäumnisse bei „The Walking Dead“ aufholen. Mittlerweile bin ich in Staffel 3.

6.) Mit wem werden Sie dieses Wochenende verbringen?

Ich bekomme Besuch aus meiner früheren Heimat Hamburg und nutze die Gelegenheit, um Werbung für meine wunderschöne aktuelle Heimat Dresden zu machen.

7.) Reden Sie mit Ihrem Partner/Freundeskreis am Wochenende üblicherweise über Ihren Job?

Wenn sie Interesse dafür zeigen, dann schon. Gehört doch irgendwie dazu, oder? Wir finden aber sicher auch noch andere Themen, keine Sorge 😉

8.) Worauf freuen Sie sich dieses Wochenende am meisten?

Auf mein Rad. Unter der Woche ist es echt schwer, ein paar Stunden am Stück zu fahren. Und mir macht das eben auch nur dann Spaß, wenn ich auch mindestens zwei Stunden auf dem Rad sitzen und ein paar Kilometer runterspulen kann.

9.) Gibt es ein Ritual, das Sie üblicherweise jedes Wochenende begehen (zum Beispiel das samstägliche Autowaschen)?

Na, das wäre dann eben die samstagmorgendliche Radtour. Und einkaufen gehen. Macht man ja unter der Woche auch fast nie.

Weinberg

10.) Gibt es eine Marotte an Ihnen, die Ihren Partner/Ihre Familie am Wochenende regelmäßig auf die Palme bringt?

Da ich weder Partner noch Familie habe, kann ich meine vielfältigen Marotten vollkommen schamlos ausleben, ohne dass es jemand mitbekommt und mich verpetzt.

11.) Was machen Sie am Wochenende, von dem Ihre Kollegen/Ihr Team sagen, würde/n: Donnerwetter, das hätte ich jetzt nicht erwartet?

Bei queo gibt es mit dem internen Blog (der ist aber geheim, weil intern!), dem Ideenkreis und den Whisky und Rum Tastings so viele Gelegenheiten, mich in verschiedenen Zuständen über mein Privatleben auszufragen, dass ich bestimmt schon jetzt überhaupt keine Geheimnisse mehr vor meinem Team habe. Wahrscheinlich hab ich bei diesen Veranstaltungen schon so viele Dinge fallen lassen, dass ich die Erwartungshaltung meiner Kollegen/meines Teams in der Realität gar nicht mehr bedienen könnte.

12.) Jogginghose oder Designer-Klamotten: Was ist am Wochenende Ihr Lieblingskleidungsstück? 

Das passe ich den jeweiligen Aktivitäten an. Mein Kleiderschrank besticht ohnehin mit einer Feel-Good-Kollektion, auch für unter der Woche. Glücklicherweise habe ich einen Job, der mich nicht zwingt, mich mit Krawatten zu erwürgen. Zumindest nicht regelmäßig.

13.) Stichwort Indoor-Aktivitäten: Welche Musik werden Sie dieses Wochenende auf jeden Fall hören, welche TV-Sendung sehen und welches Buch bzw. welche Zeitung/Zeitschrift werden Sie lesen?

Theoretisch könnte ich mich endlich mal an den Stapel 11FREUNDE machen, der bei mir zuhause liegt. Praktisch werde ich aber Radfahren, Freunde treffen und von Dresden begeistern, essen und spazieren gehen und wieder einmal feststellen, dass 48 Stunden schneller vergehen als man denkt.

14.) Stichwort Outdoor-Aktivitäten: Welchen Berg werden Sie dieses Wochenende besteigen, welchen Marathon laufen und welches Theaterstück/Konzert bzw. welchen Kinofilm werden Sie besuchen?

Nachdem ich bisher immer schön mit Rückenwind nach Meißen und dann mit Gegenwind zurück geradelt bin, versuch ich’s jetzt mal mit der anderen Richtung und fahre Richtung Pirna. Ziel dabei: über 60 km am Stück zu fahren. Mancher Radfahrer wird da jetzt müde lächeln, aber hey! Das ist dann auch erst meine vierte Tour!

15.) Freuen Sie sich schon auf Montag?

Nein. Allerdings nicht, weil ich meine Arbeit nicht liebe, sondern weil ich es unsinnig finde, sich immer an etwas Zukünftigem zu orientieren. Ich freue mich lieber über die Dinge, die ich im Moment tue als dass ich den Moment verpasse, weil ich in der Zukunft festhänge.