Der War for Talents in der Digital-Branche ist in vollem Gange. Entsprechend ziehen Unternehmen sämtliche Register, um im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber bei den Young Professionals möglichst weit vorne zu liegen. Eine einfache Anzeige bei Monster.de ist dabei längst mehr nicht der Schlüssel zum Mitarbeiter-Glück – insbesondere wenn am Ende der Bewerbungsphase ein neuer, qualifizierter Junior Marketing Manager stehen sollte. Wer auf der Suche nach fitten – und bestenfalls auch noch kreativen – Digital Natives ist, sollte den Köder in für sie heimische Gewässer werfen. Denn im digitalen Business mit einer klassischen Print-Anzeige auf Bewerberfang zu gehen, ist ungefähr so zeitgemäß wie ein Modem in Zeiten von Smart Home.

Eine gute Möglichkeit hierzu stellt Instagram dar. Nicht nur, weil die Plattform mit 15. Mio aktiven Nutzern mittlerweile Platz 2 der beliebtesten Social Networks in Deutschland hinter Facebook (30 Mio.) besetzt, sondern auch weil sie alleine schon aufgrund ihrer Mechanik – dem Fokus auf Fotos und Bewegtbild – dazu einlädt, Follower zu inspirieren und zu binden. Kein Wunder also, dass weltweit die Anzahl der aktiven Unternehmensprofile allein zwischen März 2017 und August 2017 von acht auf 15 Millionen gewachsen ist – Tendenz steigend.

Das Problem jedoch: Insbesondere für kleinere Agenturen stellen Extrakosten, Personalengpässe und festgefahrene Strukturen eine große Hemmschwelle dar, das unbekannte Terrain „Instagram“ zu betreten. Dabei kann sich eine gute Präsentation ausgerechnet für sie als besonders lohnenswert herausstellen: So sehen sie sich als Dienstleister ständig denselben Vorwürfen konfrontiert – Stress, Überstunden und damit eine unausgeglichene Work-Life-Balance. Umso wichtiger ist es also, jede Chance nutzen, mit Vorurteilen aufzuräumen und mittels einer ansprechenden Social Media Präsenz Young Talents zu akquirieren.

Auch wir bei cocodibu haben uns im Sommer vergangenen Jahres für die Umsetzung eines eigenen Instagram-Accounts entschieden. Und – zugegeben – auch bei uns waren die Zweifel erst einmal groß: Wer soll sich darum kümmern? Wie lautet unsere Kernbotschaft und wie sehen entsprechend die Inhalte aus? Heute möchte ich nach etwas über einem halben Jahr Bilanz ziehen: Und klar, – den romantischen Vorsatz wöchentlicher Posts musste ich aufgrund des Tagesgeschäfts leider ablegen. Nichtsdestotrotz bin ich – nicht nur als eine der Kanal-Verantwortlichen, sondern auch als Kernzielgruppe – der festen Überzeugung: Wer im War for Talents Stärke beweisen möchte, sollte sich mit einer Instagram-Präsenz rüsten.

 

1. Alle für einen (Account)
Der Altersdurchschnitt von Agentur-Mitarbeitern liegt laut Statista bei unter 30 Jahren. Das heißt: Ein Großteil der Angestellten ist mit den Mechaniken der Plattform vertraut. Das erleichtert zum einen die Suche nach einem Kanal-Verantwortlichen und nimmt zusätzlich den Druck auf Seiten des Einzelnen – so können sich schließlich alle aktiv an der Gestaltung des Feeds beteiligen. Unsere Agentur spiegelt das ganz gut wider: Die meisten unter 30 Jahren – besitzen alle neben einem großen Interesse auch Zugriff auf unseren Account.

2. Erwartungshaltung
Oftmals zögern Unternehmen und Agenturen mit der Idee, eigene Content-Formate oder Social Media-Kanäle umzusetzen, aus Angst, Qualitätsansprüchen der Followerschaft nicht gerecht zu werden. So gerät der eine oder andere Geschäftsführer beim Gedanken an eine Posting-Anarchie vielleicht sogar in Schnappatmung. Bei Coca Cola, Siemens und der Website der Landesregierung mag die Gefahr eines Image-Schadens auch zutreffen – bei Accounts von kleineren Unternehmen und Agenturen liegt die Toleranzgrenze der Follower jedoch weitaus höher. Außerdem: Die Digital Natives sind alle mit den Mechaniken und Regeln von Social Media aufgewachsen, entsprechend gut ist auch ihr Gespür dafür, welche Inhalte sich für Social Media eignen und welche nicht. So bringt die Regel “Poste das, was Du selbst sehen wollen würdest”, nicht nur einen vielfältigen Feed, sondern spiegelt im besten Fall auch die verschiedenen Charaktere und deren Zusammenspiel in der Agentur wider – das absolute Nonplusultra für einen authentischen Social Media-Auftritt.

3. What to post?
Apropos authentischer Auftritt : Insbesondere auf Instagram – das Tool, das für echte, inspirierende und lebensnahe Inhalte steht – geht es weniger darum, hochkarätigen als ehrlichen Content zu posten. Ziel ist es jederzeit, das Agenturleben möglichst realitätsnah zu porträtieren. Social Media-Experten nennen dieses Phänomen auch “pretty ugly”. Das gilt für Agenturen auf Mitarbeitersuche sogar noch mehr als für die private Instagram-Nutzung. Anstatt die Follower mit steif-inszenierten Bildern zu langweilen, sollte man den Fokus lieber auf die Mitarbeiter legen – das können Impressionen aus dem Büroalltag sein oder einfach der schlafende Bürohund. Ähnlich flexibel verhält es sich auch mit der Posting-Frequenz: Lieber seltener posten, aber dafür in natürlichen Situationen – wie beispielsweise beim gemeinsamen Kicker-Abend. Das bringt mehr Sympathiepunkte – und entsprechend auch Likes und Reichweite – als das gestellte Mitarbeiterfoto im Hausflur.

4. Spontaneität schlägt Bürokratie
Gleiches gilt für Geburtstage, den Einstand oder Abschied von Mitarbeitern oder für den alljährlichen Wiesn-Besuch. Denn: Auch im stressigen Agentur-Alltag gibt es Situationen fernab von Posts-its und Dokumenten, die „worth to post“ sind. Insbesondere interne Agentur-Veranstaltungen bilden dabei die ideale Basis, um Spaß und Team-Zusammenhalt nach außen zu kommunizieren. Plus: Wieso nicht einfach mal via Instagram einem Kunden zum 25-jährigen Jubiläum gratulieren? Das freut nicht nur das Geburtstagskind (im besten Fall bedankt es sich ja mit einer Rückverlinkung #Reichweite), sondern ist zusätzlich der ideale Point of Proof für die so oft gepredigte Flexibilität, Kreativität und Agilität in Agenturen.

5. Alleinstellungsmerkmal
Oft scheitert die Umsetzung einer eigenen Social Media-Präsenz an der Suche nach einem Maskottchen, einem Symbol mit besonderem Wiedererkennungswert. Warum? Kommunikationsbeauftragte sind es seit jeher gewohnt, Kanäle mit spezifischen Botschaften zu bespielen – sie suchen also nach einem Pendant für den klassischen TV-Slogan oder Jingle. Instagram tickt da aber völlig anders als TV, Radio und Co. (sh. Punkt 3 und 4). Haben Unternehmen das verstanden, kann sich das für sie wirklich mit vielen Followern auszahlen.

6.#Struggle
Bekannt für das Raute-Zeichen, impliziert die Plattform scheinbar, eine Präsenz wäre untrennbar mit einem eigenen Hashtag verbunden. Ein Trugschluss, wie ich finde – denn: Hashtags dienen im ersten Schritt der Kategorisierung und Auffindbarkeit der Inhalte. Im Umkehrschluss bedeutet das: Ein guter, eigener Hashtag ist zwar “nice to have”, allerdings noch lange keine Garantie für eine erfolgreiche Instagram-Präsenz. Die Crux liegt vielmehr darin, mit den eigenen Inhalten und dazu passenden Hashtags die Auffindbarkeit des Accounts step-by-step zu pushen: Erst anschließend lohnt es sich wirklich, über einen eigenen Hashtag nachzudenken (eine Auflistung beliebter, themenbezogener Hashtags finden Sie übrigens bei den Kollegen von OnlineMarketing.de). Anders ist es im Rahmen eines eigenen Firmenevents. Hier lohnt es sich unter Reichweiten-Aspekten, seine Gäste dazu aufzurufen, die Partyfotos unter dem “firmen-eigenen” Hashtag zu veröffentlichen.

Fazit
Soziale Netzwerke wie Instagram erfreuen sich gerade deshalb besonderer Beliebtheit, weil sie Kommunikation vereinfachen. Weil sie Menschen und Unternehmen, nahbar machen. Weil sie Kommunikationswege verkürzen und interessierte Follower und Abonnenten immer Uptodate halten. Entsprechend sollten Unternehmen und Agenturen ihre erlernten Fesseln ablegen und Instagram als Recruiting-Tool eine echte Chance geben – ohne ausgeklügelten Content-Plan, besonderes Maskottchen oder erzwungenen Hashtag. Dafür aber mit viel Herz, authentischen Inhalten und eben einem Glas Sekt zum Feierabend – #Cheers!

Kulturmarketing liegt bei Automarken voll im Trend. Mit Sponsorings von Konzerten, Lesungen oder Kunstausstellungen versuchen die Unternehmen, eine gebildete und kaufkräftige Zielgruppe zu erreichen. BMW ist dabei besonders aktiv, aktuell präsentiert  der Konzern sein sogenanntes „Art Car“ via Augmented Reality, wie die W&V in Ausgabe 29/2017 berichtet. Doch ausgerechnet in München bekommt BMW in Sachen Kulturengagement nun Konkurrenz. Der amerikanische Autobauer Cadillac veranstaltet aktuell die Ausstellung „Letters to Andy Warhol“ im Forum am Deutschen Museum. Wer in der bayrischen Landeshauptstadt lebt, hat garantiert schon davon gehört. Mit Radio-Spots, Out of Home-Werbung und Newsletter-Anzeigen steckt hinter dem Projekt eine beachtliche Media-Power. Als Ausstellungsort geben die Veranstalter das „Cadillac House“ München an – aus den Marketing-Ambitionen hinter der Veranstaltung macht Cadillac kein Geheimnis.

Auch nicht vor Ort: Neben zwei Ausstellungsräumen hat die Automarke den Großteil der Fläche für Luxuskarosserien reserviert, die man auch gleich Probe fahren kann. Der Übergang vom Ausstellungs- zum Verkaufsraum ist mehr als geschmeidig. Das wertvollste Exponat des „Popup-Museums“  ist Warhols Zeichnung eines Cadillacs. Ein Raum weiter ist dann auch ein ganz ähnlicher Wagen ausgestellt – ein echter Klassiker, wie man ihn aus alten Hollywood-Filmen kennt. Dieses Exemplar kann man leider nicht Probe fahren, dafür aber die neuen Modelle, die passenderweise direkt dahinter folgen.

Ist das nun cleveres Marketing mit Augenzwinkern oder ein dreister Sellout-Wolf im Kulturpelz? Sicher ist, dass die Ausstellung, die noch bis zum 6. August läuft, polarisieren wird. Unsere PR-Manager Marvin und Nadine haben „Letters to Andy Warhol“ besucht, um sich selbst ein Bild davon zu machen:

Marvin

„Letters to Andy Warhol“ lässt Marketer-Herzen höher schlagen. Die Aktion polarisiert und stellt sehr smart eine Verbindung zwischen Künstler und Marke her. Für Kultur- und vor allem Andy Warhol-Fans ist die Ausstellung aber eine Enttäuschung. Zwei Bilder, ein handgeschriebener Brief von Yves Saint Laurent an Warhol und dann wird es auch schon ganz schnell dünn. Eine Virtual Reality-Ecke und eine Foto-Box mit „Warhol-Filter“, vor der man sich ablichten lassen und dann seine Mail-Adresse preisgeben darf, sollen über den Mangel an Exponaten hinwegtäuschen. Von berühmten Gemälden wie den „Campbell’s Soup Cans“ oder dem „Triple Elvis“ fehlt jede Spur. An perfekt gestylten Cadillac-Mitarbeitern, deren Kunstinteresse wahrscheinlich genauso stark ist wie die Klimaschutz-Bemühungen amerikanischer Autokonzerne, mangelt es hingegen nicht. Ein paar hippe München-Blogger mag die Ausstellung beeindrucken – die anvisierte, einkommensstarke Bildungselite aber eher weniger.

Nadine

Hier ist sie, die von meinem lieben Kollegen Nix so schön abgestempelte Blogger-Szene: Heiß auf stylische Raumkonzepte, zukunftsweisende Gadgets wie VR-Brillen, elegant drapierte Gemälde und akkurat platzierte Edel-Karossen bin ich high vor Instagram-Ideen durch die Ausstellung geschwebt. Denn ich habe bekommen, was ich wollte: Eine süß gepackte Goodiebag, schicke Autos zum Anschmachten und lustige Selfies mit meinen Freunden in der Selfiebox – also all das, was mein Instagrammer-Herz in den Turbo-Modus hochfahren lässt. Mag sein, dass ich jetzt als absoluter Kulturbanause dastehe, aber ich steh‘ dazu: Bei mir zieht’s halt. Entsprechend halte die Ausstellung für eine absolut geschickt aufgezogene Marketing-Veranstaltung, die – klar – unter dem Deckmantel der Kultur daherkommt, mich aber dennoch vollkommen gecatcht hat. Dafür gibt’s neben den zahlreichen von mir abgefilmten Insta-Stories auch ein fettes Like. Mein einziges Problem an der Ausstellung: Das 600 PS starke Biest aus der exponierten Cadillac-Flotte stand nur für Besucher ab 27 Jahren zur Probefahrt zur Verfügung. Liebes Cadillac-Team, ein Tipp: Kenne Deine Zielgruppe! 😉

Nachdem Christiane und Johanna in der letzten Woche ihre aktuellen Top-Klingeltöne zum Besten gegeben haben, zeigen uns heute Nadine und Ann-Katrin, welche Melodie ertönt, wenn mal wieder das Handy klingelt.

 

 

Nadine: Tove lo – Habits (stay high)

„You are gone and I gotta stay high..all the time to keep you off my mind. Ohhho-Ohhho“, kennen Sie den Song noch? Vor zwei Jahren war das Radio regelrecht „high“ davon. Ich erinnere mich noch zu gut, wie er in sämtlichen Münchner Mainstream-Sendern rauf und runter lief. Meine liebe Kollegin Johanna schrieb in ihren vorangegangenen Beitrag, dass sie absichtlich keine Lieblingssongs als Handyklingelton umfunktioniere, damit sich die Wirkung nicht abnudelt – das versteh ich vollkommen. Allerdings hat sich dieser Effekt bei „Habits (stay high)“  auch nach zwei Jahren noch nicht bei mir eingestellt. Wahrscheinlich hab ich das aber auch dem häufig aktivierten Vibrationsalarm zu verdanken…

Ann-Katrin: And we danced von Macklemore

Mein Klingelton erinnert mich an meine Studentenzeit, denn Macklemore hat damals auf keiner Party-Playlist gefehlt. Das Lied begleitet mich tatsächlich schon seit einigen Jahren, allerdings höre ich es nur selten, da mein Handy meistens auf lautlos gestellt ist. Trotz alledem hat mich der peinliche Moment schon oft ereilt: im REWE an der Kasse. Mein Handy klingelt. Die Bridge des Liedes wird abgespielt und Macklemores Stimme dröhnt durch den kompletten Supermarkt. Das ist dann immer der Zeitpunkt, bei dem ich hektisch anfange meine Handtasche auszukippen, um nach dem Störenfried zu suchen. Zugegebenermaßen stelle ich mir auch jedes Mal vor wie es wäre, wenn ich singend und tanzend aufs Kassenband springen würde um dem Lied die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Irgendwann werde ich es vielleicht mal ausprobieren!

Quelle: Check24

Quelle: Check24

 

Befragt man Google nach einer Definition für den Begriff Werbung, dann findet der Suchende folgendes vor: Als Werbung wird die Verbreitung von Informationen in der Öffentlichkeit […], zwecks Bekanntmachung, Verkaufsförderung oder Image¬pflege von meist gewinnorientierten Unternehmen […] verstanden. Durch die kaufmännisch-enzyklopädische Brille betrachtet, wurde hier sicherlich der Nagel auf den Kopf getroffen. Ersetze ich sie aber wieder durch mein schwarzes, nerdiges Modell, dann greift die Definition schlichtweg zu kurz. Denn: Die Bedeutung von Werbung geht noch weit über den betriebswirtschaftlichen Aspekt hinaus. Sie ist immer auch ein Spiegel unserer Gesellschaft. Und obliegt damit – wie alle anderen gesellschaftlichen Strukturen – einer gewissen Dynamik.

Ausschlaggebend für diesen Beitrag war für mich die aktuelle Werbung des Vergleichsportals Check24. Statt auf den hysterisch singenden Paul in schrillen Badeklamotten setzt das Unternehmen fortan auf „2 unvergleichliche Familien“. Mit den Bergmanns und den Krugers flimmern seit September zwei skurrile, aber dennoch irgendwie normale Familien über unsere Mattscheibe. Skurril, weil sie mit ihrer Familienstruktur, ihrer Redensart und ihren alltäglichen Problemen zwischen den klassischen Familienbildern im deutschen Werbefernsehen herausstechen. Irgendwie normal – ja, weil sie eben genau das tun. Das war nämlich nicht immer so – wie eine kleine Zeitreise durch das Familienbild der deutschen Werbung zeigt:

Die 80er und 90er: Mutti weiß, was gut ist

1988 zeigt uns Hohes C eine bieder gekleidete Mutter mit Pagenschnitt, die – während undefinierbare Dudel-Musik im Hintergrund läuft – den Tisch für ihre Kinder eindeckt. Anstatt eines großen Festmahls erwartet die Sprösslinge aber nur ein Glas Hohes C, um sie mit den wertvollen Kräften des Fruchtfleischs zu versorgen. Viel mehr passiert hier auch die nächsten Jahre nicht: Auch in den 90ern folgt die tägliche Dosis Vitamin-C immer noch auf eine kleine, ausgelassene Spielrunde des Kindes – ausgehändigt durch die fürsorgliche Mutter. Eine ähnliche Rolle nimmt auch die Mutter im Fruchtzwerge-Spot von Danone ein. Die Eltern (er: stilecht in Hemd und Pullunder) sitzen schach-spielend am Esstisch. Das Kind kommt aus dem Off und freut sich über einen Fruchtzwerg von der Mutter. Ein Fruchtzwerg soll es sein – eben wie ein kleines Steak (Ein kleines Steak? Oh man! Was war da damals los?). Immer noch in der Beraterfunktion, aber immerhin raus aus den eigenen vier Wänden trauen sich die Damen aus der Milchschnitten- und Quenchwerbung (für alle U30: Quench ist ein Erfrischungsgetränk). Es kommt zu einem Treffen unter Nachbarinnen im Vorgarten. Gesprochen wird – wie soll es auch anders sein – über gesunde Snacks für die Kleinen.

Auf die Klischee-Spitze treibt es allerdings die Nutella-Werbung. Nicht, weil hier derselbe Panflöten-Spieler zu hören ist, wie in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, sondern weil Mutter und Tochter den unwissenden Vater über die elementaren Unterschiede zwischen normalem Schokoaufstrich und Nutella aufklären. Er, der Bürohengst schlechthin, griff beim Wocheneinkauf natürlich zur falschen Schokocreme (Experten wissen: Anfängerfehler!). Aber damit nicht genug: Nutella treibt die Klischees mit dem Schlusssatz auf die Spitze: „Mütter wissen: Nur wo Nutella drauf steht, ist auch wirklich Nutella drin“. Danke dafür, Nutella! Mein Fazit also aus den vergangenen Jahrzehnten: Mutti weiß, was gut ist. In ihrem natürlichen Lebensraum – dem Zuhause (inklusive Vorgarten) – brilliert sie als Haushalts-Hacker und Vorsorgekünstler in Personal-Union, und ist – ganz wichtig – immer völlig souverän. Damit nimmt die Mutti der 80er und 90er Jahre – von mir liebevoll Hilde getauft – eine ganz besondere Rolle ein: Sie ist der Motor einer gut funktionierenden und harmonischen Familie und damit eine elementare Voraussetzung für gesellschaftliche Anerkennung.
Irgendwie wirkt es sogar fast so, als hätte Hilde damals weder Sorge noch Stress empfunden (fernab eines Vitaminmangels des Kindes), aber wahrscheinlich war es genau das, was die Gesellschaft sehen wollte: eine weichgespülte Familie, bei der es einfach läuft.

2016: Mary – zwischen Büro, Familien- und Alltagsstress

Die Werbung von heute wirkt da wie ein Kulturschock. 2014 sehen wir bei Hohes C statt der Fruchtsaft-verteilenden Hausfrau eine berufstätige Mutter, die ihren liebesbedürftigen Sohn aufgrund eines wichtigen Telefongesprächs mit dem Büro vertröstet. Nanu? Eine schlechte Mutter oder einfach ein lebensnahes Beispiel für viele Mütter in der heutigen Zeit? Bei der Toffifee-Werbung trifft man zwar immer noch auf die mit Gardinen und Tisch-Zelten spielenden Kinder, allerdings sieht man heute auch Eltern, die den eingehenden Anruf vom Office wegdrücken. Die Message: Mehr Zeit mit der Familie verbringen. Einen ähnlichen Ton stimmt die aktuelle Aldi-Werbung an: Hier predigt eine Kinderstimme von der Notwendigkeit eines entschleunigten Lebens. Es geht darum, Momente mit der Familie zu genießen und lästigen Alltagsstress wegzuschieben. Zurück bei den Bergmanns und Krugers sehen wir statt artiger Kinder eine pubertierende Tochter, die ihren Vater ankeift „Papa! Was schreist Du denn so? Schreib mir doch einfach eine WhatsApp!“. Und in der IKEA-Werbung stolpert der Zuschauer neuerdings über ein Schlafsofa. Eines, das Vater und Mutter in weiser Voraussicht vorbereitet haben, da der Sohnemann sie bald anflunkern wird: „Mia hat den Bus verpasst und pennt heut‘ bei mir“.

Situationen und Bilder, die vor 20 Jahren in der Werbung noch undenkbar gewesen wären. Nicht, weil es sie nicht gab, sondern weil es dieses eine – ganz bestimmte – Bild einer gut funktionierenden Familie zu wahren und zu leben galt. 2016 sieht das bekanntlich etwas anders aus. Es geht um Themen wie Work-Life-Balance, Quality Time und Eltern, die trotz Alltagsstress ihr Familienleben wuppen müssen – eben völlig andere Lebenssituationen. Eine gut funktionierende Familie definiert sich daher längst nicht mehr über hausfrauliche Brillanz, sondern über ein gutes Familien-Management.

Werbung im Jahr 2016 ist damit aber auch ein Balance-Akt. Denn: Sie darf und soll alltägliche Probleme thematisieren – andernfalls läuft sie Gefahr, uns Zuschauer nicht zu erreichen. Trotzdem darf Werbung die Probleme aber weder bagatellisieren noch dramatisieren. Wie riskant diese Gratwanderung sein kann, zeigte uns letztes Jahr der Edeka-Spot. Der Clip „#heimkommen“ hielt den Zuschauern, pünktlich zum Weihnachtsfest, den ungeschönten Spiegel der Realität vor – und förderte damit zwangsläufig die Frage zu Tage: Wie viel Realität wollen wir in der Werbung wirklich sehen?

In unserer Rubrik „Endlich Wochenende“ gewähren uns Entscheider und Manager aus Wirtschaft und Medienwelt einen Einblick in ihre Wochenendgestaltung. Heute im Talk: Felix Schirl, Geschäftsführer und CTO von trbo, einem Münchner Technologie-Unternehmen.

Felix Schirl, Geschäftsführer von trbo

Felix Schirl, Geschäftsführer von trbo

1.) Wann beginnt heute für Sie der Feierabend?
Genau jetzt (Das Interview führten wir letzten Freitag kurz vor 18 Uhr).

2.) Was ist üblicherweise Ihre letzte Tätigkeit, bevor Sie den Computer runter fahren?
Das TGIF-Bier austrinken.

3.) Nehmen Sie Arbeit mit ins Wochenende? Wenn ja: Was?
Wie in jedem Startup natürlich. Meistens nutze ich das Wochenende für die Aufgaben, die über die Woche liegen geblieben oder zu kurz gekommen sind.

4.) Schalten Sie Ihr Handy am Wochenende ab oder sind Sie always on?
Das Handy bleibt immer an.

5.) Apropos abschalten: Wie können Sie am besten entspannen, wenn Sie heute Abend nach Hause kommen?
Mit Freundin, Freunden und Gemütlichkeit.

6.) Mit wem werden Sie dieses Wochenende verbringen?
Kann ich noch nicht sagen, da ich meistens erst am Freitag Abend/ Samstag das Planen fürs Wochenende anfange.

7.) Reden Sie mit Ihrem Partner/Freundeskreis am Wochenende üblicherweise über Ihren Job?
Auf jeden Fall. Das hilft auch, runter zu kommen. Und man frisst nichts in sich rein bzw. man bekommt auch oft eine andere Sichtweise auf die Dinge.

8.) Worauf freuen Sie sich dieses Wochenende am meisten?
Entspannen.

9.) Gibt es ein Ritual, das Sie üblicherweise jedes Wochenende begehen (zum Beispiel das samstägliche Autowaschen)?
Eigentlich kein wirkliches Ritual, aber ein gutes Frühstück mit den Semmeln meines bevorzugten Bäckers muss sein, da ich unter der Woche nicht zum Frühstücken komme.

10.) Gibt es eine Marotte an Ihnen, die Ihren Partner/Ihre Familie am Wochenende regelmäßig auf die Palme bringt?
Ich hoffe nicht, aber da müsst Ihr vielleicht mal mit meiner Verlobten sprechen.

11.) Was machen Sie am Wochenende, von dem Ihre Kollegen/Ihr Team sagen, würde/n: Donnerwetter, das hätte ich jetzt nicht erwartet?
Eigentlich nichts, das spare ich mir für die Woche auf.

12.) Jogginghose oder Designer-Klamotten: Was ist am Wochenende Ihr Lieblingskleidungsstück?
Definitiv Jogger, auch wenn das Herr Lagerfeld nicht gerne hört.

13.) Stichwort Indoor-Aktivitäten: Welche Musik werden Sie dieses Wochenende auf jeden Fall hören, welche TV-Sendung sehen und welches Buch bzw. welche Zeitung/Zeitschrift werden Sie lesen?
Charivari Party-Hitmix am Freitag-/ Samstagabend. Zum Lesen komme ich leider nur im Urlaub.

14.) Stichwort Outdoor Aktivitäten: Welchen Berg werden Sie dieses Wochenende besteigen, welchen Marathon laufen und welches Theaterstück/Konzert bzw. welchen Kinofilm werden Sie besuchen?
Golfen hilft sehr beim Entspannen. Auch wenn man des Öfteren mal genervt den Platz verlässt, weil der kleine Ball einfach nicht das machen wollte, was man ihm vorher „gesagt“ hat.

15.) Freuen Sie sich schon auf Montag?
Natürlich, dann ist dieses sinnlose Vegetieren vom Wochenende endlich vorbei.

 

Credit: Benjamin Egger

Credit: Benjamin Asher

Wer letzten Freitag – es war Freitag der 13. – durch das Münchner Glockenbachviertel spazierte, der traf nicht auf schwarze Katzen und Leitern. Es waren vielmehr Kunstwerke, die  zum Staunen anhielten: Seitdem zieren nämlich spannende Kunstwerke eine Fensterfront in der Pestalozzistraße.

Grund für die Neugestaltung ist aber weniger eine lokale Umgestaltungs-Maßnahme der TV-Deko-Queen Tine Wittler als eine Kunst-Aktion der Werbeagentur webguerillas. Unter dem inoffiziellen Motto „SCHAUfenster – Künstlern eine alternative Werbefläche bieten“ finden aufmerksame Spaziergänger ab sofort Werke bzw. Fotografien von ambitionierten Künstlern im Schaufenster der webguerillas. Die Ausstellung ist für Künstler und Aussteller gleichermaßen kostenlos und läuft rund um die Uhr. Damit die Werke auch für Münchner Nachtschwärmer gut sichtbar sind, setzen Spotlights die Werke des Nachts gekonnt in Szene.

Den Startschuss für die Projekt-Reihe macht der junge Fotograf Julian Mittelstädt. Gemäß dem Motto „#ÖffentlichZensiert“ fotografiert der 25jährige Münchner Passanten, deren Gesichter geschickt durch Gegenstände verdeckt, also quasi zensiert werden. Daraus resultieren Bilder mit einer einzigartigen Perspektive, in denen die Menschen fremd wirken – jedoch gleichzeitig echt und ungestellt erscheinen. Mit seinen Bildern macht der Student auf die Debatte um die Rechte am eigenen Bild aufmerksam. Durch das Netz werden unsere Bilder – und damit auch unsere Gesichter – zum Allgemeingut. Die Bilder von Julian Mittelstädt verdecken unser persönlichstes Merkmal daher ganz bewusst.

Die Ausstellung „#ÖffentlichZensiert“ ist erst einmal für einen Zeitraum von drei Wochen geplant. „Das machen wir ganz nach Gefühl. Zwar stehen bereits andere Künstler in den Starlöchern, allerdings ist das Timing flexibel und letztlich eine Frage der Absprache mit den Künstlern. Uns freut es einfach, dass wir unser Agentur-Schaufenster als Plattform für gute Zwecke einsetzen können“, so die webguerillas-Strategin Marlies Bayha, die das außergewöhnliche Projekt mit dem Art Director Benjamin Asher und dem Creative Director Stephan Schwade leitet. Gemeinsam luden sie anlässlich des Ausstellungs-Starts zu einer kleinen Vernissage, bei der es für die geladene Bloggerin Sharon Brehm von MUCBOOK die Möglichkeit gab, Kunst und Künstler genauer kennenzulernen.

Wir von cocodibu waren natürlich auch vor Ort und haben es uns nicht nehmen lassen, den einen oder anderen Schnappschuss für unseren Blog zu machen. Hier kommt also ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Sie ab sofort in der Pestalozzi Straße 13 bestaunen können:

Credit: Julian Mittelstädt

Credit: Julian Mittelstädt

Credit: Julian Mittelstädt

Credit: Julian Mittelstädt

Wie sieht der Journalismus von morgen aus? Was müssen Journalisten heute schon können? Und wie werden sie sich künftig finanzieren? Es passiert gerade ziemlich viel in der Medienwelt. Welche Richtung dies nimmt, weiß keiner so genau. Und trotzdem: Junge, talentierte Schreiber zieht es weiterhin in den Journalismus. Wir stellen sie  in unserer Reihe Junge Journalisten vor:  Redakteure, Reporter, Blogger und Publizisten unter 33, die sich schwerpunktmäßig vor allem mit der Online-Branche beschäftigen. Heute im Gespräch: Giuseppe Rondinella, Volontär in der Redaktion von HORIZONT.

Giuseppe-Rondinella

Redakteur Giuseppe Rondinella, Quelle: HORIZONT

1.  Seit wann steht für Dich der Berufswunsch Journalist fest? Was gab den Ausschlag?

Ich habe während des Abiturs bemerkt, dass ich gerne mit der deutschen Sprache spiele, mit Wörtern jongliere und an Formulierungen feile. Daraufhin habe ich Publizistik studiert. Der Weg in den Journalismus war dann nicht mehr weit.

 2. Ist Dein Arbeitsalltag wie Du ihn Dir vorgestellt hattest, oder gab es im positiven wie negativen Sinne Überraschungen?

Mein Arbeitsalltag ist tatsächlich so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Wenn man vor, während oder nach dem Studium zahlreiche Praktika absolviert (Stichwort: Generation Praktikum), kann man ziemlich gut abschätzen, was später auf einen zukommt. Deshalb kann ich nicht von Überraschungen sprechen.

3. Was war Dein skurrilstes Erlebnis bisher in Deiner Berufslaufbahn?

Das war während meiner Zeit als freier Lokaljournalist. Ich war für ein Interview mit einem Vereinsvorsitzenden verabredet. Der erschien zwar pünktlich am vereinbarten Ort, war aber stark alkoholisiert. Das Interview musste verschoben werden. Ich hab’s mit Humor genommen.

4. Inwieweit nutzt Du das Social Web für Themen-Recherche und -Inspiration?

Ich nutze eigentlich fast alles, was nicht bei 3 wieder aus dem App-Store gelöscht wurde. Die wichtigsten Recherche-Plattformen für mich sind ganz klar Twitter, Facebook und Xing. Ich schreibe über die Marketing-, Medien- und Agenturenbranche – und die tummelt sich dort nun mal.

Journalisten brauchen eine klare Haltung

5. Blogger werfen (bewusst) viele der althergebrachten Regeln über den Haufen. Sie schreiben viel subjektiver, kommentierender. Wie wird das den klassischen Fachjournalismus Deiner Meinung nach verändern?

Diese Veränderung hat längst begonnen. Journalismus im Allgemeinen wird subjektiver, kommentierender. Das muss nicht unbedingt etwas schlechtes sein. In Zeiten der Informationsüberflutung im Internet fordern einige Leser bzw. Zuschauer genau das: eine klare Haltung des Journalisten. Nicht umsonst ist Anja Reschke vor kurzem für ihren berühmten Tagesthemen-Kommentar zur Journalistin des Jahres gewählt worden. Weil sie eine klare Haltung zeigte.

6. Ein Artikel über Dich: Welche Überschrift müsste der haben?

Irgendwas mit „Katze“, „Putin“ und „Ronaldo“ – damit der Artikel auch häufig geklickt wird.

7. Was ist Dein Trick, um ruhig Blut vor dem Redaktionsschluss zu bewahren?

Meine Lehrerin sagte mir einst, ich würde unter Druck die besten Arbeiten abgeben. Sie hat Recht. Insofern fiebere ich dem Redaktionsschluss immer entgegen.

8. Wie schaltest Du vom Job ab, oder denkst Du rund um die Uhr an die Headline von morgen?

An die Headline nicht, aber wenn man rund um die Uhr bei Facebook oder Twitter abhängt, stößt man immer wieder auf interessante Themen, die nicht selten auch zu Artikeln verarbeitet werden. Um wirklich abschalten zu können, muss ich eines tun: abschalten – und zwar Smartphone, Laptop und Fernseher.

9. Wenn wir hier mal den besten Fachartikel küren würden: Welchen Deiner Berichte würdest Du einreichen? Und warum?

Das ist echt nicht einfach. Angesichts der Vielzahl von Texten, die ich geschrieben habe, ist der Überblick mittlerweile verloren gegangen. Aber die sind natürlich alle Pulitzer-Preis-verdächtig.

10. Kein Mensch ist perfekt. Welchen Ratschlag wolltest Du Deinem Chefredakteur immer schon mal geben?

Sollte ich mal einen Ratschlag haben, werde ich ihn im privaten Gespräch äußern.

11.Was machst Du in fünf Jahren?

Atmen. Alles andere wird sich ergeben.

Wie sieht der Journalismus von morgen aus? Was müssen Journalisten heute schon können? Und wie werden sie sich künftig finanzieren? Es passiert gerade ziemlich viel in der Medienwelt. Welche Richtung dies nimmt, weiß keiner so genau. Und trotzdem: Junge, talentierte Schreiber zieht es weiterhin in den Journalismus. Wir stellen sie  in unserer Reihe Junge Journalisten vor:  Redakteure, Reporter, Blogger und Publizisten unter 33, die sich schwerpunktmäßig vor allem mit der Online-Branche beschäftigen. Heute im Gespräch: Tina Bauer, Redakteurin bei OnlineMarketing.de.

Copyright: Miriam Bundel

Tina Bauer/Copyright: Miriam Bundel

1. Seit wann steht für Dich der Berufswunsch Journalist fest? Was gab den Ausschlag?

Zu meinem jetzigen Beruf bin ich eher zufällig gekommen. Zwar wollte ich schon während der Schulzeit Journalismus studieren, bin von den Plänen aber wieder abgekommen und habe mich letztendlich für Sozialwissenschaften entschieden. Nach dem Abschluss und einigen kurzen Irrwegen stand für mich fest, dass ich in der Onlinebranche arbeiten will. Dass es  letztendlich doch Journalismus geworden ist, war dann wohl Schicksal.

2. Ist Dein Arbeitsalltag wie Du ihn Dir vorgestellt hattest, oder gab es im positiven wie negativen Sinne Überraschungen?

Negative Überraschungen gab es überhaupt nicht, das liegt größtenteils sicher am Arbeitsklima bei uns. Redaktionsarbeit ist in der Regel mit viel Stress und Zeitdruck verbunden. Beides gibt es bei uns natürlich auch mal, aber das sind Ausnahmen. Manche Themen sind extrem zeitkritisch, aber auch das macht unglaublich viel Spaß, erst da merkt man, was man eigentlich leisten kann. Positiv „überraschend“ ist die Abwechslung bei den Aufgaben, die Selbstbestimmung und die Kompetenz, die man in einem vernünftigen Startup schnell erlangt.

3. Was war Dein skurrilstes Erlebnis bisher in Deiner Berufslaufbahn?

Wo soll ich anfangen? Nein, im Ernst:  Neben absolut absurden Praktikumserfahrungen mit latent grenzwertig gelaunten Vorgesetzten, gab es einen skurrilen Kunden während meiner Fotodesigner-Laufbahn: Während des Studiums habe ich Haustiere fotografiert und hatte gewissermaßen einen Namen, so dass ich beauftragt wurde, einen Katalog zu bebildern. Die Tierbesitzer bekamen dann ein Gratisshooting, Fotos und Belegexemplare. Alle waren hocherfreut, nur einem Katzenzüchter dauerte die Nachbearbeitung zu lange. Nachdem ich nach zwei Wochen (ich habe nebenbei studiert und weiterhin kostenpflichtige Shootings durchgeführt, um meinen Lebensunterhalt finanzieren zu können) immer noch nicht mit seinen Bildern um die Ecke kam, schrieb er mir, ich könne mir die Fotos seiner Katzen „dahin schieben, wo die Sonne nicht scheint“.

4. Inwieweit nutzt Du das Social Web für Themen-Recherche und -Inspiration?

Bei mir läuft Facebook den ganzen Tag nebenbei, da habe ich alle für mich relevanten Publisher abonniert und jede Neuigkeit sofort im Blick. Ansonsten schaue ich 2-3x täglich bei Feedly rein, auch da: gleiches Spiel. Social ist aber auch mehr oder weniger mein Ressort bei uns, da sollte ich dem gegenüber schon eine gewisse Affinität aufweisen.

5. Blogger werfen (bewusst) viele der althergebrachten Regeln über den Haufen. Sie schreiben viel subjektiver, kommentierender. Wie wird das den klassischen Fachjournalismus Deiner Meinung nach verändern?

Ich weiß nicht, ob Blogger so einen großen Einfluss auf den klassischen Journalismus haben. Ich vertrete allerdings die Ansicht, dass man die Gesellschaft nicht verändern kann, sondern sich auf die Veränderungen einstellen muss. Konsumenten legen immer mehr Wert auf Authentizität und vertrauen auf „echte“ Meinungen. Da kann die Neutralität etablierter Medien manchmal schon zum Nachteil sein. Ich finde beides hat seine Daseinsberechtigung und glaube nicht, dass der Qualitätsjournalismus unter Bloggern leiden muss. Kolumnen gab es ja auch schon immer und auch die spiegeln die Meinung des Autors wider. Diskutabel ja, das ist ja auch Sinn und Zweck – aber verändert haben auch die den Journalismus nicht zum Negativen. Sie sind die Würze. Gerade im Onlinebereich müssen Publisher sich auf die Bedürfnisse der Konsumenten einstellen, um überhaupt Erfolg haben zu können. Ich denke, die Entwicklung in der nächsten Zeit wird spannend.

6. Ein Artikel über Dich: Welche Überschrift müsste der haben?

Digital Nomad: Deutsche Redakteurin verlegt ihren Arbeitsplatz dauerhaft an karibischen Strand 😀

7. Was ist Dein Trick, um ruhig Blut vor dem Redaktionsschluss zu bewahren?

Zum Glück gibt es so etwas bei uns nicht. Aber, wie oben schon beschrieben, kommen hin und wieder ziemlich zeitkritische Meldungen rein und da ist es dann wichtig, wirklich Vollgas zu geben. Und ich kann die Uhr danach stellen, dass, wenn es mich trifft, im gesamten Büro lautstark über Fußball geredet wird. Ruhig Blut bewahre ich, indem ich meine Kopfhörer aufsetze und Konzentrationsmusik höre. Klingt komisch, bringt aber tatsächlich viel.

8. Wie schaltest Du vom Job ab, oder denkst Du rund um die Uhr an die Headline von morgen?

Wenn ich jeden Tag sehe, wie die Gedanken bei einigen Leuten 24/7 um den Job kreisen, fällt es mir sehr leicht den Cut zu machen, nachdem ich die Bürotür hinter mir zugezogen habe. Ganz selten denke ich auf Formulierungen oder Themen rum, aber das nimmt mich nicht ein und macht auch noch Spaß. Und letzteres ist bei jedem Job das Wichtigste. Dann klappt’s auch mit dem Abschalten.

9. Wenn wir hier mal den besten Fachartikel küren würden: Welchen Deiner Berichte würdest Du einreichen? Und warum?

Das kann ich so gar nicht sagen. Ich mag generell gern Stories aus den Social Networks. Vor kurzem etwa ging es in einer Geschichte um die erste Instagram Userin, die es mit ihren Bildern in die renommierte Tate Galerie London geschafft hat, indem sie ihre Follower hinters Licht geführt hat.

10. Kein Mensch ist perfekt. Welchen Ratschlag wolltest Du Deinem Chefredakteur immer schon mal geben?

Er soll bitte so bleiben, wie er ist.

11. Was machst Du in fünf Jahren?

Das weiß ich in fünf Jahren.

Agenturen stehen ja nicht gerade in dem Ruf die Generation 40 Plus in Übermaß zu beschäftigen. In der Regeln tummeln sich dort junge Kreative, die gerade ihre Karriere beginnen und hungrig sind nach neuen Erfahrungen. Ihre Lebensläufe sind dabei häufig genau so vielseitig wie ihre Kompetenzen und Talente, die sie mitbringen. Der Einstieg beginnt für die Meisten mit einem Volontariat oder Trainee-Programm und genauso läuft es auch bei cocodibu.

Wer übrigens auch auf der Suche nach einem PR-Volontariat ist, wir suchen gerade Verstärkung! Und damit ihr euch besser vorstellen könnte, wie es in unserer Agentur so ist, haben wir unsere aktuellen und ehemaligen Volos gebeten ein paar Fragen zu beantworten.

5 : 7 Querformat

Unsere Kollegin Taisija Alfreitor hat 2014 ihr Volontariat bei uns angefangen und arbeitet mittlerweile als PR-Managerin in unserem Team. Studiert hat sie eigentlich Slavistik und Osteuropastudien, wobei sie viel Zeit in Russland und der Ukraine verbrachte. Sie startete bei der Forschung zur Digitalisierung der Erinnerungskultur und landete bei der digitalen Kommunikation.

 

  1. Warum hast du Dich bei cocodibu beworben?

Ganz ehrlich, weil ich einen Job gesucht habe. Als Absolventin einer Geisteswissenschaft, die sich sehr spontan gegen die geplante Promotion entschieden hat, ist man erstmal nicht wählerisch, sondern will einfach nur den Berufseinstieg schaffen. Ich wollte zudem in München bleiben, bei cocodibu war ein Volontariat ausgeschrieben, also habe ich mich beworben.

  1. Wie war Dein Bewerbungsgespräch?

Kurz, aber sehr sympathisch. Und vor allem ehrlich. Ich hatte keine große PR-Erfahrung vorzuweisen als ich mich beworben habe, hatte aber recht schnell das Gefühl, dass ich das nicht irgendwie überspielen müsste. Wir haben einfach über meine vorherigen Stationen gesprochen und welche Erfahrungen ich daraus mitgenommen habe. Es stellte sich heraus, dass einige davon durchaus auch für den Agenturalltag von Wert waren.

  1. Was hast Du in Deinem Volontariat gelernt?

Vom Verfassen einer guten Pressemitteilung über die Konzeption von Gastbeiträgen und Case Studies habe ich während des Volontariats auf jeden Fall gelernt mit unterschiedlichen Textsorten umzugehen. Ein weiterer Teil der Ausbildung war es, neue Kommunikationsstrategien zu entwickeln oder PR-Workshops vorzubereiten. Aber auch Social Media, Blogbetreuung und Blogger Relations standen auf dem Programm. Für mich war es optimal, dass ich alles nicht in Theorie oder aus dem Lehrbuch gelernt habe, sondern Learning by Doing. Jeder Kunde oder jedes Projekt, an dem ich mitarbeiten durfte, hat mir wiederum einen anderen Aspekt der PR-Arbeit vermittelt.

  1. Was hast Du noch nicht gelernt?

Small Talk.

  1. Was war Dein Lieblingsprojekt während des Volontariats?

Zu meinen Lieblingsprojekten zählt auf jeden Fall die Zusammenarbeit mit meinem Kunden SOULSURF, den ich auch heute noch betreue. Das Unternehmen kam als Neukunde zu cocodibu und ich hatte die Möglichkeit von Anfang an bei der Aufstellung einer ganz neuen Positionierungs- und Kommunikationsstrategie dabei zu sein. Es war unheimlich spannend über einen längeren Zeitraum die Entwicklung und auch die Erfolge unserer Zusammenarbeit zu beobachten.

  1. Wenn Du Chef von cocodibu wärst, dann …

… würde ich die Kernarbeitszeiten etwas anpassen, um noch mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten zu schaffen. Und eine große Schale Obst für alle in den Konfi stellen.

  1. Wie hat sich durch Dein Volontariat der Blick auf das Berufsleben verändert?

Berufserfahrung ist tatsächlich etwas, das man durch verschiedene Erfahrungen beim Ausüben seines Berufs sammelt und nichts was ein Arbeitgeber einfach so in die Stellenausschreibung schreibt, um Berufseinsteiger zu ärgern. 🙂 Das war mir vorher nicht so bewusst.

  1. Was machst Du in zehn Jahren?

Zurückblickend denke ich, dass ich noch nie prophezeien konnte, was ich zwei Jahre später mache. Zu oft haben sich spontan ganz neue tolle Perspektiven eröffnet, an die ich beim Pläneschmieden gar nicht gedacht hatte. Darum habe ich das mit den Lebensentwürfen irgendwann gelassen. Entscheidend ist, dass ich etwas mache, das mich nicht langweilt sondern immer wieder aufs Neue herausfordert. Im Moment habe ich das. Mehr brauche ich gerade nicht zu wissen.

  1. Welcher Ordnungstyp bist Du?

Puristisch und doch etwas chaotisch mit vielen Post-its. Ich bin kein Fan von großen Ablagen.

PR Volontariat cocodibu Taisija Alfreitor Volontärin Agentur

Taisijas Arbeitsplatz

 

   10.   Du in den Augen Deiner Bürokollegin?

Maren: Kaffee-süchtige Detox-Queen, immer hilfsbereit, liebt dreckige (russische) Witze, isst viel – setzt wenig an 🙂

SMCMUC- 10. Bloggertreffen Social Media Club München Blogger

Sonntag war es wieder soweit: die Münchner Blogger-Szene versammelte sich anlässlich des 10. Bloggertreffens vom Social Media Club München im Provisorium. Grund genug für junge Digitalos wie Esther und mich, uns trotz frostiger Temperaturen am Sonntagabend Richtung Lindwurmstraße aufzumachen.

Nach einem Willkommensdrink folgte das erste Resümee: Der Altersdurchschnitt lag klar über 25 Jahren – das hatten wir ehrlich gesagt nicht erwartet. Was wir aber tatsächlich erwartet, bzw. erhofft haben, war der Austausch mit kreativen Köpfen aus der Digital-, Blogger-, und Social Media Szene – und darin sollten wir wahrlich nicht enttäuscht werden. Schnell schloss sich ein junges Pärchen unserer Runde an, um uns ihre App-Idee vorzustellen – eine Umfrage-App alleine auf Basis von Bildern. Sie fragten uns nach unserer Meinung − was wir von der Idee halten und welche Chancen wir für ihr Business-Modell sehen. Wir glauben: Für bestimmte Zielgruppen wie Restaurants und Mode-Shops durchaus denkbar. Es folgten interessierte Nachfragen, Ideen für ein erfolgsorientiertes Business-Modell sowie Anregungen zur schnellen Reichweitengenerierung und Zielgruppenaktivierung: Eigentlich genau die Art von Austausch, die wir uns erhofft haben. Man sprach über ambitionierte Blogger der Szene – darunter unsere Tipps wie „Das Münchner Kindl„, „Lindarella“ und „Style Roulette„, Erfolgsmodelle und über das Leben in der Digitalen Welt – so sind auch wir ambitionierte Instagrammer und Blog-Betreiber. Natürlich waren auch Blogger wie Thomas Gigold und Digital-Experten wie Michael Kroker und Carsten Lohmeyer mit von der Partie.

Alle Gäste fanden sich ganz offensichtlich in anregenden Gesprächen wieder, tauschten Kontaktdaten aus und plauderten über die neusten Tops- und Flops- der Digital-Branche. Ein wirklich cooler Abend unter netten Leuten, der Lust auf mehr macht: Daher geht’s heute direkt weiter zu den Digital Media Women. Wir freuen uns!