Essig_ÖlDie perfekte Beziehung gibt es nicht. Das wissen nicht nur die Sozialwissenschaftler, Anthropologen und Forscher, die in unzähligen Studien über das Zusammenleben von Individuen philosophiert, oder womöglich etwa nur spekuliert haben.
Das weiß jeder Mensch, der schon einmal in einer Beziehung steckte – welcher Natur diese auch immer gewesen sein mag.
Der eine liebt seinen Partner, der andere sein Auto, und der nächste frönt der Völlerei und gibt sich ganz den kulinarischen Genüssen dieser Welt hin. Wie dem auch sei, in meiner Branche scheint doch das Zwischenmenschliche mit am Interessantesten und auch am Naheliegendsten zu sein, also rein auf beruflicher Ebene.

Meine Branche erstreckt sich über die verschiedensten Ecken der schönen bunten Medien- und Digitalwelt, wobei der Fokus ganz klar auf dem Miteinander von Journalisten und PR-lern liegt.
Ich bin als PR-Managerin bei cocodibu tätig, und frage mich tagtäglich welcher journalistische Kopf hinter einer bestimmten Story steckt. Wie tickt ein bestimmter Redakteur von der Internet World Business, und wie unterscheidet sich sein Interessengebiet beispielsweise von dem dieser einen Redakteurin bei der Absatzwirtschaft? Aus beruflicher Perspektive kann und sollte man schon zwei Takte darüber nachdenken. Schließlich möchte man den richtigen Mann/ die richtige Frau für den Job – in meinem Fall für ein bestimmtes Thema gewinnen.

Ich denke also erstaunlich viel über die Menschen hinter dem Journalisten-Berufsbild nach – quasi die Metaebene dahinter – und komme zu der Frage: Bin ich eigentlich auch mal in deren Bewusstsein oder – im besten Fall – anonymer Tippgeber für die nächste Story? Einen Hinweis auf die Antwort dieser Frage bekommt man nur im persönlichen Austausch.

Journalisten sind auch Menschen

Auch wenn es die perfekte Beziehung nicht gibt, so kann man doch daran arbeiten und sich bemühen – selbstverständlich sind damit immer beide Seiten gemeint. Womöglich gewinnt man dabei wertvolle Insights über die Spezies Journalist und stellt ganz beiläufig fest, Journalisten sind auch Menschen. Die fahren doch tatsächlich ebenso gerne in den Urlaub, genau wie ich – z.B. nach Peru, nach Kuba oder sogar mal auf Malle. Diese Erkenntnis ist so vorhersehbar wie erfrischend zugleich. Welche Journalisten damit gemeint sind, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Regel Nr. 1: Verrate niemals deine Quelle. Die “Betroffenen“ erkennen sich vielleicht bereits selbst beim Lesen.

Zu oft wird auf dem Klischee der ach so schlechten Beziehung zwischen Journalisten und PR-lern herumgeritten. Ehrlich gesagt, hat sich das doch wirklich abgenutzt, zumindest für mich. Es geht mittlerweile viel stärker um Netzwerken und darum, dass gute Inhalte produziert werden. Wir arbeiten zwar aus unterschiedlichen Perspektiven heraus, aber wollen doch alle – Vorsicht Buzzword – guten und relevanten Content.

Ich finde der Vergleich der Vinaigrette trifft es ziemlich gut, Journalisten und PR-ler sind wie Essig und Öl. Nicht wirklich vermengbar, aber in Kombination spannender als die einzelnen Bestandteile für sich.

10 PR-Tipps für FinTechsWenn Unternehmen mit einem erklärungsbedürftigen Produkt an den Start gehen, ist PR ein wichtiges Element im Kommunikations- und Marketing-Mix. Das gilt besonders für FinTech-Unternehmen, die häufig sehr erklärungsbedürftige Produkte haben. Aber wie macht man PR in einem Segment, das einerseits boomt, andererseits aber erst Vertrauen aufbauen und den Bürgern zudem erklären muss, wo der Mehrwert der Leistungen überhaupt liegt?

Als Einstieg haben wir 10 Tipps für die FinTech-PR zusammengestellt:

1. FinTech ist nicht gleich FinTech
Zahlreiche Finanztechnologie-Unternehmen werden derzeit mit völlig unterschiedlichen Ansätzen gegründet: Da gibt es Unternehmen, deren Angebote sich eher an den Endkunden richten (B2C) und Firmen, die eher als Dienstleister für Banken oder Finanz-Unternehmen arbeiten (B2B). Und es gibt FinTechs, die sowohl B2B als auch B2C abdecken. Auch was die Produkte betrifft, gibt es große Unterschiede: Von der einfach zu verstehenden Vermittlungs-Plattform für Tages- und Termingeld über die Crowdlending-Plattform bis hin zum komplett mobilen Bankkonto. Je bekannter ein Finanzprodukt beim Konsumenten, umso geringer ist der Erklärungsbedarf! Je  innovativer eine neue technologische Lösung, desto mehr muss das FinTech erklären und um Vertrauen werben. Deshalb gibt es auch nicht die EINE PR-Strategie für FinTechs, sondern sinnvollerweise nur individuelle Lösungen.

2. Verstehen kommt vor Vertrauen
Im FinTech-Mikrokosmos kennen sich die Insider und in den einschlägigen Fachmedien, Blogs und Podcasts wird exzessives Fachchinesisch gepflegt: Von API bis Blockchain, vom Robo-Advising über die Mobile Wallet bis zum Peer-to-Peer-Payment. Der „normale“ Bankkunde versteht dieses Vokabular nicht. In einem Land, in dem weniger als fünf Prozent der Einwohner Aktien besitzen, müssen FinTech-Unternehmen immer auch ein wenig Gattungsmarketing mit ihrer Außenkommunikation betreiben, um den Markt und die Menschen von ihren neuen Angeboten zu überzeugen. Bevor Vertrauen in das Unternehmen oder die Marke aufgebaut werden kann, müssen – gerade wenn Endkunden die gewünschte Zielgruppe sind – die Menschen den zentralen Service des FinTechs verstehen. Und das in einem Halbsatz!

3. Personalisierung und Geschichten erzählen
„Es waren einmal drei Freunde, die kannten sich von der Uni. Einer war eher ein Nerd, der Zweite ein genialer Verkäufer und der Dritte ein Organisationsgenie.“ Sie ahnen, was jetzt kommt? Die Boygroup-Gründerstory eines Start-Ups. Xmal in den Medien erzählt, trotzdem immer wieder gern genommen. Am Trend zur Personalisierung in den Medien kommen auch FinTechs nicht vorbei. Wer zudem Storytelling als Stilmittel der PR nicht beachtet, verschenkt Potential für den Markenaufbau. Also, erzählen Sie rund um Ihr Unternehmen und Ihr Management gute Geschichten, aber keine Märchen.

4. Vertrauen ist gut, Reichweite nötig(er)
Geld ist für die Deutschen ein eher zwiespältiges Thema. Natürlich finden wir es grundsätzlich wichtig, aber wir beschäftigen uns viel zu wenig damit. Neuartigen digitalen Lösungen im Kredit- und Zahlungsverkehr begegnen viele Menschen (und darunter sind auch noch viele Journalisten) zudem noch mit einer gehörigen Portion Skepsis. Gleichzeitig wollen die StartUps unter den FinTechs aber mit ihren PR-Aktivitäten möglichst viele Menschen in kurzer Zeit erreichen, überzeugen und vor allem für die neuen Services gewinnen. Bei diesem Spagat zwischen langfristigem Markenaufbau und schnellem Vertrieb scheitern viele Kommunikationsansätze. PR alleine kann diesen Spagat nicht bewältigen. Dazu benötigt es einen intelligenten Mix aus Owned, Paid, Earned und Social Media.

5. Transparenz muss sein, aber wie viel?
Das öffentlich Ansehen der Banken hat gelitten in den vergangenen Jahren.Trotzdem ist der Vertrauensbonus, den klassische Finanzinstitute genießen, immer noch überwältigend hoch, verglichen mit FinTech-StartUps, die bei Null starten. Um Werte wie Sicherheit und Zuverlässigkeit zu vermitteln, ist es besonders wichtig, das Vertrauen der Bürger, Investoren und Journalisten durch eine transparente Kommunikation für das eigene Unternehmen und Produkt zu gewinnen. Nur wie soll das mit dem Organisationsgrad mancher StartUps zusammenpassen? Und wie viel Transparenz muss sein? Darauf gibt es leider keine allgemeingültige Antwort, nur individuelle Lösungsansätze.

6. Der Kommunikationsmix muss stimmen
Wirtschafts- und Fachmedien, Social Media, Online-Foren und -Communitites, Influencer und Blogger bis hin zum TV-Spot: Es gibt viele Möglichkeiten für FinTechs, sichtbar zu werden. Wie der beste Kommunikationsmix für Ihr FinTech-Unternehmen aussieht, hängt massgeblich von Ihren Zielgruppen und deren Mediennutzung ab. In der Regel werden Sie selten lange nur mit einem Kanal erfolgreich sein. Deshalb sollten Marketing, PR und Social Media Hand in Hand gehen und sich eng abstimmen.

7. Blogger und Influencer spielen eine wichtige Rolle
In der noch jungen FinTech-Szene haben Influencer einen großen Stellenwert für die Meinungsbildung. Denn auch spezialisierte Journalisten informieren sich in den Blogs, Podcasts oder Newslettern der Experten und Meinungsführer. Allerdings müssen Sie Influencer anders ansprechen als klassische Journalisten. Pressemitteilungen sind da eher wenig hilfreich. Gefragt sind, Sie ahnen es, individuelle Ideen.

8. Zuhören statt ausschließlich aussenden
Um besser einschätzen zu können, wie Journalisten und Multiplikatoren, aber auch der normale Nutzer, über Ihr Segment oder Produkt denken, sollten Sie aktiv Themenmonitoriong betreiben. In den Medien aber auch in den sozialen Netzwerken. Dazu gibt es mittlerweile bezahlbare Tools, die in der Regel gute und hilfreiche Ergebnisse liefern – und Ihnen außerdem eine Einschätzung geben, wie populär Ihr Thema, Ihr Produkt oder Ihr Unternehmen und Ihre Wettbewerber bereits sind. Ein bißchen Hirnschmalz brauchen Sie aber beim Aufsetzen des Monitoring, denn „FinTech“ als alleiniges Keyword liefert Ihnen beispielsweise viel zu viel Input.

9. Zahlen über das Zahlen erheben und veröffentlichen
Journalisten in Deutschland lieben Zahlen und Statistiken. Nutzen Sie die Möglichkeiten von repräsentativen Meinungsumfragen und Marktanalysen, um für Ihr Segment relevante Daten zu liefern. Denn mit Umsatzzahlen werden Sie in der Regel anfangs nicht punkten können.

10. Je digitaler das Produkt, desto mehr Gesicht zeigen
Messen, Workshops, Meetups oder Konferenzen – für die FinTech-Szene gibt es mittlerweile zahlreiche Veranstaltungen und Events, die einen Besuch lohnen. Entweder als Referent, um das eigenen Unternehmen vorzustellen, oder als Netzwerk-Basis, um  wertvolle Kontakte zu Journalisten, Investoren und Entscheidern oder interessierten Kunden zu knüpfen. Auch in der digitalen Welt entsteht Vertrauen immer noch durch den persönlichen Kontakt. Und je digitaler Ihr Produkt ist, desto mehr Gesicht sollten Sie als Unternehmen zeigen.

Unabhängig davon, wie viele der Tipps Sie beachten und umsetzen. PR ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf auf Treppen, bei dem sie Stufe für Stufe nehmen müssen. Darauf sollte Ihr Businessplan Rücksicht nehmen.

Financial Technology

PR-Strategien für FinTech-Unternehmen setzen meist auf mehrere Kommunikationskanäle

Credit: Benjamin Egger

Credit: Benjamin Asher

Wer letzten Freitag – es war Freitag der 13. – durch das Münchner Glockenbachviertel spazierte, der traf nicht auf schwarze Katzen und Leitern. Es waren vielmehr Kunstwerke, die  zum Staunen anhielten: Seitdem zieren nämlich spannende Kunstwerke eine Fensterfront in der Pestalozzistraße.

Grund für die Neugestaltung ist aber weniger eine lokale Umgestaltungs-Maßnahme der TV-Deko-Queen Tine Wittler als eine Kunst-Aktion der Werbeagentur webguerillas. Unter dem inoffiziellen Motto „SCHAUfenster – Künstlern eine alternative Werbefläche bieten“ finden aufmerksame Spaziergänger ab sofort Werke bzw. Fotografien von ambitionierten Künstlern im Schaufenster der webguerillas. Die Ausstellung ist für Künstler und Aussteller gleichermaßen kostenlos und läuft rund um die Uhr. Damit die Werke auch für Münchner Nachtschwärmer gut sichtbar sind, setzen Spotlights die Werke des Nachts gekonnt in Szene.

Den Startschuss für die Projekt-Reihe macht der junge Fotograf Julian Mittelstädt. Gemäß dem Motto „#ÖffentlichZensiert“ fotografiert der 25jährige Münchner Passanten, deren Gesichter geschickt durch Gegenstände verdeckt, also quasi zensiert werden. Daraus resultieren Bilder mit einer einzigartigen Perspektive, in denen die Menschen fremd wirken – jedoch gleichzeitig echt und ungestellt erscheinen. Mit seinen Bildern macht der Student auf die Debatte um die Rechte am eigenen Bild aufmerksam. Durch das Netz werden unsere Bilder – und damit auch unsere Gesichter – zum Allgemeingut. Die Bilder von Julian Mittelstädt verdecken unser persönlichstes Merkmal daher ganz bewusst.

Die Ausstellung „#ÖffentlichZensiert“ ist erst einmal für einen Zeitraum von drei Wochen geplant. „Das machen wir ganz nach Gefühl. Zwar stehen bereits andere Künstler in den Starlöchern, allerdings ist das Timing flexibel und letztlich eine Frage der Absprache mit den Künstlern. Uns freut es einfach, dass wir unser Agentur-Schaufenster als Plattform für gute Zwecke einsetzen können“, so die webguerillas-Strategin Marlies Bayha, die das außergewöhnliche Projekt mit dem Art Director Benjamin Asher und dem Creative Director Stephan Schwade leitet. Gemeinsam luden sie anlässlich des Ausstellungs-Starts zu einer kleinen Vernissage, bei der es für die geladene Bloggerin Sharon Brehm von MUCBOOK die Möglichkeit gab, Kunst und Künstler genauer kennenzulernen.

Wir von cocodibu waren natürlich auch vor Ort und haben es uns nicht nehmen lassen, den einen oder anderen Schnappschuss für unseren Blog zu machen. Hier kommt also ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Sie ab sofort in der Pestalozzi Straße 13 bestaunen können:

Credit: Julian Mittelstädt

Credit: Julian Mittelstädt

Credit: Julian Mittelstädt

Credit: Julian Mittelstädt

 FinTechs werden die Finanzbranche und das Segment der Finanzdienstleister dauerhaft verändern. Damit die verschiedenen Zielgruppen der Öffentlichkeit (Investoren, Kunden, Nutzer) von den Produkten, Plänen und Services der FinTechs erfahren, sollten die Unternehmen sich bestmöglich mit relevanten Journalisten und Multiplikatoren der Szene vernetzen.

Aber wer sind die wichtigsten Influencer für die FinTech-Branche?  Wir haben für Euch 15 wichtige Experten und Journalisten aufgelistet, die man unserer Meinung nach auf jeden Fall kennen sollte, wenn man FinTech-PR betreibt:

Die Influencer für FinTech-PR

André M. Bajorat ist der Tausendsassa der FinTech-Branche. Neben seiner Tätigkeit als CEO von figo ist er auch als Mentor unterwegs und im Advisoryboard von FinLeap tätig. Er twittert erfolgreich unter @ambajorat und betreibt einen eigenen Blog, auf dem sich alles um FinTech, Banking, Payment, Mobile und Loyalty dreht.

Tobias Baumgarten ist gelernter Bankkaufmann und studierter BWLer und bloggt auf aboutfintech.de leidenschaftlich gerne über FinTech und Banken. Er arbeitet als Spezialist für Multikanal-Banking bei der Hamburger Sparkasse AG, den Hamburgern als Haspa bekannt, und twittert unter @aboutfintech.

Clas Beese ist Fintech-Experte und Co-Founder von finletter, einem kostenlosen und empfehlenswerten Newsletter mit aktuellen Nachrichten aus der deutschen FinTech-Szene. Er twittert unter @clasbeese.

Hanno Bender ist Journalist bei der Lebensmittelzeitung und bloggt auf seinem BargeldlosBlog über relevante Themen aus der Welt des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Er twittert unter @Hanno_Bender.

Heinz Roger Dohms ist als freier Finanzjournalist für verschiedene Medien unterwegs und twittert zusammen mit Meike Schreiber (s.u.) unter @SchreiberDohms über Banken, Märkte, Geldanlage und FinTech.

Frank Matthias Drost schreibt für das Handelsblatt unter anderem über Finanzmarktregulierung und Anlegerthemen. Dabei wirft er auch einen Blick auf die Disruption durch Fintechs,  die die Finanzbranche beschäftigt.

Philipp Habdank ist Redakteur beim Finance Magazin und schreibt dort hauptsächlich über Banken und Kapitalmarkt. Häufig finden auch News und Entwicklungen der FinTech-Branche in seinen Texten Erwähnung. Er twittert unter @Philipp_Habdank.

Alexander Hüsing ist Journalist und schreibt für deutsche-startups.de, einem der beiden zentralen Portale für Neuigkeiten aus der Gründerszene. Er interessiert sich für junge, aufstrebende Startups aus der FinTech-Welt. Alexander Hüsing twittert unter @azrael74.

Boris Janek bloggt unter Finance Zweinull über technologische Innovationen in der Finanzbranche. Er beschäftigt sich dabei mit Banken, FinTech-Unternehmen, Finanzlösungen, Innovationen und Trends der digitalen Ökonomie. Auf Twitter kann man ihm unter @electrouncle folgen.

Tim Kanning ist Journalist in der Finanzredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er schreibt kontinuierlich über die Bankbranche und lässt dabei auch die aktuellen FinTech-Entwicklungen und Startups nicht aus dem Auge.

Maik Klotz ist Consultant bei der KI-Finance GmbH. Er ist außerdem als Sprecher, Berater und freier Autor zu den Themen Mobile Payment, Mobile Loyalty, Mobile Wallet, Online-Banking und Design Thinking unterwegs. Auf Twitter findet man ihn unter @klotzbrocken.

Rudolf Linsenbarth arbeitet im Be­reich Mobile Payment und NFC bei COCUS Con­sul­ting. Er ist ein Experte in der Fi­nanz­szene und kommentiert bei Twit­ter un­ter @holimuk die aktuellen Entwicklungen und Trends. Zudem schreibt er u.a. für das IT Finanzmagazin und mobile zeitgeist.

Carolin Neumann ist freie Journalistin und Co-Founder von finletter, dem kostenlosen Newsletter mit aktuellen Nachrichten aus der deutschen FinTech-Szene. Sie twittert unter @CarolinN.

Jochen Siegert ist COO bei traxpay, einem Unternehmen, das den B2B-Commerce revolutionieren will, und zusammen mit André M. Bajorat Gastgeber des FinTech-Podcasts. Er twittert unter @JochenSiegert.

Caspar Tobias Schlenk ist Journalist und seit 2015 Redakteur bei Gründerszene, dem Online-Magazin für die Digitalwirtschaft. Dort schreibt er unter anderem über aktuelle Themen der digitalen Welt und die Startup-Szene der FinTech-Branche. Er twittert unter @casparschlenk.

Katharina Schneider ist Redakteurin beim Handelsblatt. Sie beschäftigt sich mit Verbraucher- und Anlegerrecht, den neuesten Steueränderungen und privater Geldanlage und thematisiert u.a. Überlebensstrategien für FinTechs aber auch die neuesten Trends der Branche. Sie twittert unter @KatharinasNews.

Meike Schreiber ist Redakteurin im Banken- und Finanzressort und seit 2015 für die Süddeutsche Zeitung als Banken-Korrespondentin vom Finanzplatz Frankfurt tätig. Bei der SZ schreibt sie auch über den Boom der FinTechs.

Ihr kennt noch andere empfehlenswerte JournalistInnen und/oder MultiplikatorInnen aus dem FinTech-Segment? Dann schickt gerne weitere Vorschläge an contact@cocodibu.de. Wir erweitern die Liste gerne.

4 Fin Tech-Newsletter, die wir empfehlen

finletter logo

Finletter: Immer freitags kommt der deutschsprachige kostenlose Newsletter, der die wichtigsten News der Woche zu FinTechs kuratiert zusammenstellt.

it-finanzmagazin: Das Fachmagazin für IT und Organisation bei Banken,Sparkassen und Versicherungen bietet ebenfalls einen deutschprachigen Newsletter, der üblicherweise montags die interessantesten Meldungen der letzten Tage zusammenfasst

O’Reilly FinTech Newsletter: englischsprachiger Newsletter, der interessante FinTech-Trends zusammenfasst und sowohl auf die O’Reilly-Webseite als auch auf externe Quellen verlinkt

FinTech-Podcast

Paymentandbanking.com: Immer montags verschickt Andrè M. Bajorat den zu seinem Blog gehörenden Newsletter, der u.a. auf die neuesten Folgen des FinTech-Podcasts verweist und nützliche News-Links liefert

In unserer Blog-Reihe „My way to cocodibu“ befragen wir regelmäßig Kolleginnen zu ihrem Volontariat bei cocodibu. Heute berichtet Caroline, intern „Caro“ genannt, von ihrem Einstieg in die PR-Welt.  Caroline studierte Medienkommunikation und gehört seit Januar 2015 zu unserem Team.

Caroline Klausener1. Warum hast du Dich bei cocodibu beworben?

Nach meinem Studium und trotz einiger praktischer Erfahrungen in der Kommunikationsbranche musste ich 2014 feststellen, dass der Bachelor-Abschluss mir leider doch nicht den direkten Berufseinstieg als Junior Manager oder Berater ermöglicht – deshalb musste ein Volontariat her! Ich begab mich auf die Suche nach geeigneten Stellen in Münchner PR-Agenturen und wurde bei cocodibu fündig. Der erste Eindruck vom Team, das außergewöhnliche Agenturvideo (Watch it!) und die vielfältigen Kunden aus der Digitalbranche sagten mir direkt zu. Digital kann ja nie verkehrt sein!

2. Wie war Dein Bewerbungsgespräch?

Kurz, knackig und entspannt. Naja, fast. Ich war ziemlich nervös. Aber nachdem ich schon sehr freundlich begrüßt wurde, konnte es nur positiv werden. Neben den üblichen Fragen: „Was hast du bis jetzt gemacht?“, „Warum hast du dich bei cocodibu beworben?“ musste ich mich aber auch der anspruchsvolleren Frage stellen wie „Warum willst du unbedingt ein Volontariat in einer Agentur machen, die sich auf die Digitalbranche spezialisiert hat?“. Nach dem Gespräch und einem kurzen Telefonat mit der Familie, deren Worte jetzt noch in meinen Ohren klingen: „Was? So ein kurzes Vorstellungsgespräch? Naja schauen wir mal, was daraus wird!“, bin ich froh jetzt hier zu sein!

3. Was hast Du in Deinem Volontariat gelernt?

Vieles. Vor allem das Verfassen von Pressemitteilungen, Gastbeiträgen, das Erstellen von Reportings sowie Social Media und den Umgang mit Unternehmensblogs. Nicht zu vergessen, wie ein PR-Manager mehrere Kunden und ihre Wünsche parallel unter einen Hut bringt oder es zumindest versucht… 🙂

4. Was hast Du noch nicht gelernt?

Smalltalk und die innere Gelassenheit bei vielen verschiedenen ToDos bewahren.

5. Was war Dein Lieblingsprojekt während des Volontariats?

Ich habe eher mehrere Projekte, die mir viel Spaß bereitet haben. Von Social Media Postings für einen Lifestyle-Kunden über die Vorbereitung eines Hackathons bis hin zu dem Pflegen unseres DigitalWiki Onlineglossars.

6. Wenn Du Chef von cocodibu wärst, dann …

…würde ich den Mitarbeitern freitags immer um 16 Uhr Feierabend geben. Da sind die Kunden (meistens) auch schon im Wochenende und abhängig vom Tagesgeschäft kann man den letzten Tag der Woche dann flexibler gestalten… 🙂

7. Wie hat sich durch Dein Volontariat der Blick auf das Berufsleben verändert?

Um ehrlich zu sein gar nicht. Was das Berufsleben alles mit sich bringt war mir schon vorher bewusst, aber vielleicht erfährt man durch das Volontariat noch genauer, was Verantwortung bedeutet.

8. Was machst Du in zehn Jahren?

Ich bin nicht so der Zukunftsdenker. Aber schön wären ein Haus am Meer und ein Job, der mir Spaß macht.

9. Welcher Ordnungstyp bist Du?

Für mich gehört eine gewisse Ordnung definitiv zum Arbeiten dazu. Allerdings muss ich gestehen, arbeite ich mit einer Zettelwirtschaft – gedruckt ist mir vieles lieber als digital!

Carolines Schreibtisch bei cocodibu

Caros Arbeitsplatz bei cocodibu

 

10. Du in den Augen Deiner Bürokollegin?

Nadine: „An Caro schätze ich besonders ihre direkte, aufmerksame und hilfsbereite Art! In unseren Dialekten liegt wahrscheinlich auch schon die größte Differenz zwischen uns beiden − so ergänzen wir uns gerade in Sachen Gossip, Arbeit, Humor, Leben und Familie wirklich super. Kurzum: eine Kollegin, für die man dankbar ist!“

Es ist wieder soweit: der 8. Mai steht kurz bevor – Muttertag! Eine Schachtel Pralinen und das obligatorische Blumensträußchen haben allerdings ausgedient. In diesem Jahr heißt es von den Werbetreibenden „Danke, Mama!“ – und zwar so emotional wie möglich. Hier kommt unsere Auswahl der besten Muttertagsspots für 2016 (Vorsicht, Spoiler: Taschentuchalarm!):

Ein Werbefilm eines Autoherstellers, der kaum Auto zeigt? Dass das funktioniert, beweist Opel mit seinem zweiminütigen Online-Spot #HerzSprung. Ganz nach dem Motto des Spots „Sie hat dir das Leben geschenkt – schenk‘ du ihr diesen Tag“ wagt ein Sohn mit seiner Mutter einen Tandem-Fallschirmsprung – trotz Höhenangst. Und für Alle, die ihrer Mutter auch einen unvergesslichen Tag schenken möchten, heißt es aufgepasst: Opel stellt für die Besten Ideen ein Auto zur Verfügung.

 

Nivea hat schon 2013 sehr erfolgreich, da sehr süß und sehr emotional, „Danke, Mama“ gesagt. Damals bekam der Zuschauer Einblick in die Gedanken eines Kleinkinds, das noch nicht sprechen kann. In diesem Jahr setzt Nivea noch einen drauf: Der Spot „Für immer ein Teil von dir“ wird von einem ungeborenen Baby im Bauch der Mutter erzählt. Für uns erstmal ein bisschen gewöhnungsbedürftig…

 

Für die meisten Tränen im Büro sorgte aber Hipp mit dem Spot „Mama, ich hab dich lieb“. Unter einem Vorwand wurden Mütter in ein Studio gelockt. Dort warten ihre Kinder, um ihnen zu sagen, wie lieb sie ihre Mütter haben. Der Spot ist so einfach, wie emotional – und deshalb wunderschön. Unser Kunde NEVEREST übernahm übrigens die Produktion…

 

Auch Banker können Emotionen: Die Commerzbank schickt ihren Spot gleich zu Mutter- und Vatertag ins Rennen. In gewohnter Manier wird durch das morgendliche Berlin gejoggt – doch nicht zum Job in die Bank, sondern zum Baby nach Hause . Das Kind ist zwar aus Sicht der Bankerin eine besonders risikoreiches „Investition“ – für Eltern aber „die beste Entscheidung unseres Lebens“.

 

So fröhlich geht es bei Procter & Gamble zunächst einmal nicht zu: Im Muttertags- und gleichzeitig Rio-Auftaktspot „Stronger“ dankt P&G Müttern von Olympioniken aus aller Welt, die ihre Kinder trotz zum Teil schlimmen Erlebnissen zu dem gemacht haben, was sie heute sind: Starke Athleten. Die Kampagne wird international ausgestrahlt und kommt bei der Zielgruppe an: auf YouTube hat der Spot schon jetzt über 9 Millionen Views.

Die Finanzbranche steht durch die Digitalisierung vor großen Umwälzungen und befindet sich bereits am Anfang eines umfangreichen Transformationsprozesses.  FinTechs, Unternehmen, die neuartige digitale Lösungen für den Finanzsektor entwickeln, spielen dabei eine entscheidende Rolle. Laut Bitkom gibt es davon in Deutschland derzeit etwa 250 (Stand 2015). Eine beachtliche Zahl an technikaffinen Visionären, die das Banking von morgen mit ihren Innovationen und individuellen Lösungsansätzen gestalten und den Fokus dabei auf die neuen Bedürfnisse des Kunden richten: digital, mobil, unabhängig und transparent.

Das Problem vieler Fin Techs: Sie bewegen sich in einer stark regulierten Branche und kämpfen häufig gegen ungleich größere Gegner. Deswegen scheint Kooperation statt Konfrontation die erfolgversprechendere Strategie. Damit große Finanzinstitute und FinTech-Startups sich einander öffnen und voneinander profitieren können, gibt es zahlreiche Veranstaltungen für FinTechs und Banken , um sich wechselseitig kennenzulernen. Um tiefer in das Segment der FinTechs einzusteigen, wertvolle Kontakte zu knüpfen oder selber aktiv zu werden, haben wir Euch die wichtigsten nationalen und internationalen FinTech-Veranstaltungen für 2016 zusammengestellt.

FinTech-Veranstaltungen – 2. Quartal 2016

Euro Finance Tech II am 27. April 2016 in Frankfurt am Main:
Der Marktplatz für Fintechs, Banken, Investoren und  Inkubatoren. Die Euro Finance Tech beschäftigt sich mit den Trends 2016 – u.a. Authentifikation / Identifikation, Blockchain sowie Robo Advisory oder Big Data.

WIRED Money am 28. April 2016 in Berlin:
Die Konferenz bei der mehr als 350 internationale FinTech-Gründer über die Digitalisierung des Finanzwesens diskutierten. Themen wie Mobile Banking, Peer-to-Peer-Finanzierungsmodelle wie Crowdlending oder Crowdfunding sowie disruptive Fintech-Trends im Versicherungsmarkt stehen auf der Agenda.

FinTech Meetup am 04. Mai 2016 in Frankfurt am Main:
Get-together in lockerer Atmosphäre bei dem FinTech Cases im Vordergrund stehen. Kurze Präsentationen gefolgt von kurzen FinTech-Pitches bilden den Rahmen der Veranstaltung.

FinTech Stage vom 05. Mai bis 06.Mai 2016 in Mailand:
FinTech Konferenz, die ein einzigartiges Netzwerk an Innovatoren zusammenbringt, um über das Investment und die unternehmerische Zukunft von FinTechs zu diskutieren.

FinTech Meetup am 09. Mai 2016 in Stuttgart:
Hier wird der Austausch und die Vernetzung lokaler Entrepreneure und Vordenker gefördert. Die Vorstellung innovativer Projekte und Best Practices sowie der Austausch zu neuesten Fintech- und Insurtech-Trends stehen auf dem Programm. 

FinTech Event am 10. Mai 2016 in München:
Unter dem Motto „Hype oder Hybris – werden sich FinTech Startups langfristig etablieren können?“ können Interessierte im WERK1 Vorträgen und Diskussionen lauschen und beim anschließendem Get-together mit Gründern sowie Vertretern großer Banken und Bitcoin-Firmen in Kontakt treten.

FinTech Stammtisch am 18. Mai 2016 in Berlin:
Der Stammtisch gibt Gelegenheit zum Netzwerken und Weiterbilden rund um alle FinTech-Themen für Fintechs, Banken, Startups und Medien.

{Life Science} meets IT vom 20. Mai bis 22. Mai 2016 in Heidelberg:
Junge Unternehmer, Ingenieure, IT Spezialisten und Designer entwickeln bei diesem Event innovative IT-Lösungen für momentane und zukünftige Herausforderungen im Health Care Segment.

FinTech Stage am 25. Mai 2016 in Amsterdam:
FinTech Konferenz, die ein einzigartiges Netzwerk an Innovatoren zusammenbringt, um über das Investment und die unternehmerische Zukunft von FinTechs in lockerer Atmosphäre zu diskutieren.

POST/bank Hackathon Roadshow am 06. Juni 2016 in Köln:
Über einen Zeitraum von 10 Monaten veranstaltet das hack.institute in sieben verschiedenen Städten drei Meetups, drei Hackathons und ein großes Finale. Los geht’s in Köln. Die Roadshow in den Städten Hamburg, Berlin, München, Stuttgart, Frankfurt und Bonn folgt.FinTech

FundForum International vom 06. Juni bis 08. Juni 2016 in Berlin:
Konferenz für Investment Management, bei der in diesem Jahr auch das Thema FinTech nicht zu kurz kommt. Diskussionen und Austausch mit mehr als 1400 einflussreichen Investmentmanagern, Investoren und Innovatoren.

Online Marketing Finance Conference am 08. Juni 2016 in Berlin:
Die Konferenz bietet zukunftsweisende Fachvorträge & Workshops rund um das Online Marketing mit dem Fokus auf die Finanz- & FinTech-Branche sowie spannendes Networking.

Digital Banking by Bitkom am 8./9.Juni 2016 in Berlin:
Vom Bitkom veranstalteter Fachkongress, der mit interessanten Referenten und Themen aufwartet

AngelHack Berlin vom 18. Juni bis 19. Juni 2016 in Berlin:
Unter dem Motto „Code for a cause“ sollen kreative Köpfe eine Technologie entwickeln, die einen positiven Einfluss auf das soziale Leben oder die Umwelt hat.

Automatica Makeathon vom 23. Juni bis 24. Juni 2016 in München:
Dieses Event bringt Entwickler, Ingenieure, Startups und Studenten zusammen. Gemeinsam hacken und entwickeln sie Prototypen rund um die Themen Robotik, IoT und Automation.

BaFin-Tech 2016 am 28. Juni 2016 in Frankfurt am Main:
Die Veranstaltung bietet jungen sowie etablierten Finanzdienstleistern der Branche die Möglichkeit, einen Einblick in die Sicht- und Arbeitsweise der Aufsicht beim relativ neuen Thema „FinTech“ zu erhalten. Im Zentrum der Konferenz stehen praktische Workshops.

FinTech-Veranstaltungen – 3. Quartal 2016

FinTech Week vom 15. Juli bis 22. Juli 2016 in London:
Weltweit größte FinTech Veranstaltung, bei der Dialoge und der Austausch zwischen innovativen Unternehmen, durchschlagenden Startups, Regierungen, Investoren und Medien im Vordergrund stehen und die FinTech Revolution näher beleuchtet wird.

Konferenz für Finanztechnologie am 14. September 2016 in Frankfurt am Main:
Fintech-Gründer, Investoren oder Berater für Banking-Innovationen diskutieren unter dem Motto „Fintech-Revolution“  die Themen Geldanlage, Kredit- und Versicherungsgeschäft. 

Digital Finance World vom 21. September bis 23. September 2016 in Frankfurt am Main:
Die Konferenz bietet spannende Informationen über Blockchain, Bitcoins, Big Data und das Internet der Werte (IoV).Neben Vorträgen von internationalen und renommierten Vordenkern aus dem Bereich der Digitalen Transformation, Finanzindustrie Profis, FinTech 2.0 Gründern versammeln sich auf der parallel laufenden Messe Fachaussteller wie FinTechs, Technologie-Entwickler und Finanzinstitute aus der ganzen Welt.

Ihr vermisst ein wichtiges FinTech-Event? Dann bitte einfach eine kurze Nachricht an contact@cocodibu.de schicken.

Meine Mutter glaubt, dass ich in Tracht durch die Alpen ziehe und dabei volkstümlichen Gesang zum Besten gebe. Ich bin selbst schuld, denn ich erzählte ihr, dass ich neuerdings jodele. Damit meinte ich allerdings nicht das Brauchtum, sondern einen digitalen Trend: Hinter Jodel verbirgt sich ein für jeden zugänglicher Newsfeed in Form einer Smartphone App, die vor allem an Universitäten boomt. In einem Radius von zehn Kilometern kann jeder Nutzer Nachrichten senden und lesen – ohne Profil, alles bleibt anonym. Die User können Posts mit einem Up- bzw. Downvote bewerten und auch kommentieren. Belohnt werden Jodler für ihre Aktivitäten mit sogenannten Karmapunkten. Ein nettes Gimmick, das innerhalb der App aber keine weitere Funktion hat – bei Jodel soll es um Inhalte gehen, nicht um die Beliebtheit des Einzelnen.

Jodel besitzt zahlreiche Social Media-Eigenschaften und ist bisher gänzlich werbefrei. Die Anonymität spielt dabei eine wichtige Rolle – Marketern stehen keine Konsumentendaten zur Verfügung, sie können folglich nicht zielgruppensegmentiert werben. Hinzu kommt die eingeschränkte Reichweite der Posts. Jodel besitzt aber dennoch Marketingpotenzial – erstaunlicherweise nicht trotz, sondern gerade wegen der kleinen Reichweite.

bunt gemischt

Wer sind die Jodel-Nutzer und was posten sie?

Die meisten Jodler sind Studenten, denn die App ist ursprünglich als Campus-Nachrichtenplattform gedacht. Die Anwendung schaffte innerhalb kurzer Zeit den Weg auf über eine halbe Million Smartphones, sodass mittlerweile auch Schüler und junge Berufstätige zu den Nutzern zählen. Auf der Plattform wird sich dementsprechend nicht nur über Vorlesungen und Prüfungen ausgetauscht: Von Beziehungsfragen, über Hinweise auf U-Bahn Kontrolleure bis hin zu flachen Wortwitzen landet beinahe alles im Newsfeed. Auch Fotos können gepostet werden. Darüber hinaus finden aber auch sehr viele Freizeit- und Veranstaltungstipps den Weg in den Verlauf, sodass Jodel für Ortsansässige und Touristen Mehrwert bietet.

witzig

Für wen besteht Marketingpotenzial?

Große Marken werden es mit klassischen Werbeinhalten schwer haben: Jodel schaltet keine Anzeigen, Botschaften können also lediglich gepostet werden. Im Gegensatz zu sozialen Netzwerken, wo Nutzer Marken aktiv folgen und dementsprechend eine hohe Toleranz gegenüber Werbebotschaften haben, ist diese bei Jodel praktisch nicht gegeben. Denn die Nutzer erwarten hinter den anonymen Posts Unterhaltung und Tipps von Gleichgesinnten, allein die Nennung eines Markennamens würde vermutlich schnell zu Downvotes führen – steht ein Jodel bei einer Bewertung von minus fünf, wird er automatisch gelöscht. Für überregional agierende Marken kommt die geringe Reichweite erschwerend hinzu: Um flächendeckend zu werben, müssten Unternehmen theoretisch alle zehn Kilometer einen Mitarbeiter abstellen, der jodelt.

Chance für lokales Marketing

Während Anonymität und begrenzte Reichweite Jodel für viele Marken uninteressant machen, bieten dieselben Eigenschaften Marketingpotenzial für den stationären Handel, Gastronomien und Marken mit lokalem Bezug. Ein Beispiel: Eine Bar in München postet am Freitagabend: „zwischen 20 und 23 Uhr alle Getränke zum halben Preis in der Musterbar!“ Alle Jodel-Nutzer in der Umgebung können den Post sehen, er kostet keinen Cent und erreicht die Zielgruppe. Zudem weiß niemand, ob er von der Bar selbst oder einem Gast stammt. Natürlich kann jeder werbliche Inhalt auf Missgunst stoßen, lokalem Marketing kommt allerdings die emotionale Verbundenheit zwischen Stadt und Bewohnern zu Gute, die sich häufig auf ansässige Marken und Händler überträgt.

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Jodel findet den Weg auf immer mehr Smartphones. Nicht nur in Deutschland, auch in Spanien und Schweden ist die App beliebt. Bei Jodel zählt nicht die Beliebtheit der Nutzer, sondern deren Posts. Das macht die App authentisch und deshalb werden auch nur authentische (Werbe-) Botschaften bei Jodel eine Chance haben. Spätestens wenn meine Mutter verstanden hat, dass sie zum jodeln lediglich ein Smartphone braucht, sollten sich Marketer mit dem Trend auseinander setzen. Also schon recht bald.

Sponsoren von Fußball-Mannschaften haben es nicht leicht. Wie sollen sie in der Halbzeitpause die im Stadion anwesenden Fans unterhalten, ohne für Langeweile zu sorgen? Da werden Elfmeterduelle der Zuschauer veranstaltet, Tickets an sich küssende Pärchen verlost oder ähnlich wenig einfallsreiche Aktionen veranstaltet. Ganz anders die Fluglinie Emirates, die u.a. Sponsor des Hamburger Sportvereins, von Benifca Lissabon oder des FC Arsenal ist. Sie hat ihre Sicherheitseinweisung auf nette Art und Weise in die Halbzeitpause verlagert und die Aktionen für die sozialen Netze als Video dokumentiert. Wir finden: ein nettes Beispiel für gutes Content-Marketing.

Dabei wurde die Systhematik der Safety Videos anscheinend im Lauf der Aktion weiterentwickelt. Beim der Estadio da Luz in Lissabon war die auf das Stadion übertragene Sicherheitseinweisung im Oktober 2015 noch relativ klassisch gehalten:

Ein knappes halbes Jahr später wurde das Ganze im Hamburger Volksparkstadion schon etwas weiterentwickelt. Da fingen die vermeintlichen Stewardessen schon das Jonglieren mit dem Ball an, zeigten Kunststücke und andere Talente am Ball:

Vielleicht spielt das Kabinenpersonal ja nächstes Mal im Emirates-Stadium von Arsenal statt der eigentlichen Mannschaft.

Und die Idee funktioniert auch noch in anderen Sportarten, so beispielsweise in Indien beim Kricket:

Wie sieht der Journalismus von morgen aus? Was müssen Journalisten heute schon können? Und wie werden sie sich künftig finanzieren? Es passiert gerade ziemlich viel in der Medienwelt. Welche Richtung dies nimmt, weiß keiner so genau. Und trotzdem: Junge, talentierte Schreiber zieht es weiterhin in den Journalismus. Wir stellen sie  in unserer Reihe Junge Journalisten vor:  Redakteure, Reporter, Blogger und Publizisten unter 33, die sich schwerpunktmäßig vor allem mit der Online-Branche beschäftigen. Heute im Gespräch: Giuseppe Rondinella, Volontär in der Redaktion von HORIZONT.

Giuseppe-Rondinella

Redakteur Giuseppe Rondinella, Quelle: HORIZONT

1.  Seit wann steht für Dich der Berufswunsch Journalist fest? Was gab den Ausschlag?

Ich habe während des Abiturs bemerkt, dass ich gerne mit der deutschen Sprache spiele, mit Wörtern jongliere und an Formulierungen feile. Daraufhin habe ich Publizistik studiert. Der Weg in den Journalismus war dann nicht mehr weit.

 2. Ist Dein Arbeitsalltag wie Du ihn Dir vorgestellt hattest, oder gab es im positiven wie negativen Sinne Überraschungen?

Mein Arbeitsalltag ist tatsächlich so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Wenn man vor, während oder nach dem Studium zahlreiche Praktika absolviert (Stichwort: Generation Praktikum), kann man ziemlich gut abschätzen, was später auf einen zukommt. Deshalb kann ich nicht von Überraschungen sprechen.

3. Was war Dein skurrilstes Erlebnis bisher in Deiner Berufslaufbahn?

Das war während meiner Zeit als freier Lokaljournalist. Ich war für ein Interview mit einem Vereinsvorsitzenden verabredet. Der erschien zwar pünktlich am vereinbarten Ort, war aber stark alkoholisiert. Das Interview musste verschoben werden. Ich hab’s mit Humor genommen.

4. Inwieweit nutzt Du das Social Web für Themen-Recherche und -Inspiration?

Ich nutze eigentlich fast alles, was nicht bei 3 wieder aus dem App-Store gelöscht wurde. Die wichtigsten Recherche-Plattformen für mich sind ganz klar Twitter, Facebook und Xing. Ich schreibe über die Marketing-, Medien- und Agenturenbranche – und die tummelt sich dort nun mal.

Journalisten brauchen eine klare Haltung

5. Blogger werfen (bewusst) viele der althergebrachten Regeln über den Haufen. Sie schreiben viel subjektiver, kommentierender. Wie wird das den klassischen Fachjournalismus Deiner Meinung nach verändern?

Diese Veränderung hat längst begonnen. Journalismus im Allgemeinen wird subjektiver, kommentierender. Das muss nicht unbedingt etwas schlechtes sein. In Zeiten der Informationsüberflutung im Internet fordern einige Leser bzw. Zuschauer genau das: eine klare Haltung des Journalisten. Nicht umsonst ist Anja Reschke vor kurzem für ihren berühmten Tagesthemen-Kommentar zur Journalistin des Jahres gewählt worden. Weil sie eine klare Haltung zeigte.

6. Ein Artikel über Dich: Welche Überschrift müsste der haben?

Irgendwas mit „Katze“, „Putin“ und „Ronaldo“ – damit der Artikel auch häufig geklickt wird.

7. Was ist Dein Trick, um ruhig Blut vor dem Redaktionsschluss zu bewahren?

Meine Lehrerin sagte mir einst, ich würde unter Druck die besten Arbeiten abgeben. Sie hat Recht. Insofern fiebere ich dem Redaktionsschluss immer entgegen.

8. Wie schaltest Du vom Job ab, oder denkst Du rund um die Uhr an die Headline von morgen?

An die Headline nicht, aber wenn man rund um die Uhr bei Facebook oder Twitter abhängt, stößt man immer wieder auf interessante Themen, die nicht selten auch zu Artikeln verarbeitet werden. Um wirklich abschalten zu können, muss ich eines tun: abschalten – und zwar Smartphone, Laptop und Fernseher.

9. Wenn wir hier mal den besten Fachartikel küren würden: Welchen Deiner Berichte würdest Du einreichen? Und warum?

Das ist echt nicht einfach. Angesichts der Vielzahl von Texten, die ich geschrieben habe, ist der Überblick mittlerweile verloren gegangen. Aber die sind natürlich alle Pulitzer-Preis-verdächtig.

10. Kein Mensch ist perfekt. Welchen Ratschlag wolltest Du Deinem Chefredakteur immer schon mal geben?

Sollte ich mal einen Ratschlag haben, werde ich ihn im privaten Gespräch äußern.

11.Was machst Du in fünf Jahren?

Atmen. Alles andere wird sich ergeben.