In der ersten Folge unseres kleinen PRaxis-Lexikons „PR-Journalist, Journalist-PR“ hatten wir uns an der Übersetzung versucht, was es heißt, wenn beide Seiten sagen: „Ich melde mich!“. In Folge 2 widmen wir uns einem – angesichts der drohenden dmexco – absolut aktuellem Thema: dem Messegespräch. Oder, was passiert, wenn PR versucht Journalisten auf den Stand einzuladen, weil Kunden vor Ort mit wichtigen Journalisten sprechen wollen.

Lexikon

PR sagt:
Lieber Journalist, sind Sie auf der gamescom/dmexco oder Sonstwie-Messe? Wir würden Sie nämlich gerne an den Stand unseres Kunden X zu einem Gespräch mit dem Vorstand/Geschäftsführer/Entscheider Z einladen?“
und meint:
Hofffentlich stimmt die Akkreditierungsliste und er ist überhaupt auf der Messe. Und hoffentlich fragt er jetzt nicht nach, was die News sein soll, die er vom Kunden gerade am Stand erfahren soll.

Journalist sagt:
„Wenn nichts Dringendes dazwischenkommt, bin ich vor Ort. Allerdings nur einen Tag und ich bin schon  ziemlich dicht mit Terminen. Gibt es denn etwas Berichtenswertes, was mir ihr Kunde unbedingt am Messestand erzählen muss.“
und denkt sich:
Du bist jetzt der 30. PRler, der mich vor der Messe nervt. Und bisher hatten 29,5 KEINE relevante News. Ich fahr doch nicht dahin, um Smalltalk an Eurem Stand zu machen, wo ihr doch schon letztes Jahr nichts Vernünftiges zu Essen und Trinken hattet.

PR sagt:
„Der Vorstand/Entscheider würde Sie gerne mal persönlich kennenlernen und sich mit Ihnen über aktuelle Marktentwicklungen unterhalten. Eine spezielle News oder etwas Exklusives für Sie gibt es vor Ort zwar nicht, weil wir ja bereits vor der Messe über unsere Neuheiten informieren, aber wir haben etliche neue Produkte, die wir zur Messe vorstellen werden.
und denkt sich:
Hast ja recht mit Deiner Rückfrage, aber wäre doch trotzdem ganz nett, mal dem Vorstand die Hand zu schütteln und ihn persönlich kennenzulernen, oder?. Muss ja nicht lang sein. Ein Kaffee, ein Handshake würde doch auch reichen. Und außerdem will der Entscheider Journalistentermine auf der Messe. Sonst hat er doch das Gefühl, dass er nicht wichtig ist.

Journalist sagt:
„Schade, ich habe wirklich wenig Zeit. Vielleicht melde ich mich spontan vor Ort, wenn ich Luft habe. Ansonsten können wir das Gespräch ja mal in Ruhe bei Ihnen im Unternehmen nachholen.“
und denkt sich:
Ich bin doch nicht blöd. Wenn ihr eine ernsthafte News habt, dann streut ihr die doch möglichst breit und gebt sie mir nicht mal auf der Messe am Stand so nebenbei. Und Produktmeldungen machen wir grundsätzlich nicht. Den Vorstand kennenzulernen wär tatsächlich nicht schlecht, aber nicht zwingend in der Messehektik. Also maximal auf einen Kaffee.

PR sagt:
„Das wäre ja toll, wenn es vor Ort auf einen Kaffee klappt, aber ich kann Ihnen nicht garantieren, dass unser Vorstand dann auch wirklich Zeit hat.“
und ärgert sich:
Der glaubt doch nicht im Ernst, dass unsere Entscheider, den ganzen Tag am Stand rumhängen und auf ihn warten. Die sind doch zu mit Terminen im Halbstundentakt. Wie stellt er sich das vor?

Journalist sagt:
„Dann versuchen wir es doch spontan und wenn es nicht klappt, ist es auch kein Beinbruch“.
und denkt:
Die drei Minuten hätte ich echt sinnvoller nutzen können.

PR sagt:
„Dann freu ich mich auf Ihren Anruf und unser Treffen.“
und weiß:
Der ruft bestimmt nicht an. Aber garantiert nicht, weil er so viel Streß hat. Letztes Jahr ist er ganz entspannt über die Messe geschlendert und hat sich die Rest der Zeit im Pressezentrum bei Kaffee und Kuchen vergraben.

 

Und wie in Folge 1 legen unsere Protagonisten wechselseitig frustriert den Hörer auf. Hier drei Tipps, wie man diese Situation etwas entspannter gestalten kann:

  • Hektik haben Unternehmensentscheider auf einer Messe genug. Wenn es keine Mörder-News gibt, reicht ein kurzer Kaffee-Treff (am Stand) oder ein Handshake mit Journalisten (am Rande des Vortrags oder Panels) zum persönlichen Kennenlernen – aber OHNE beim Journalisten Druck zu machen.
  • Auch für Journalisten sind Messen super hektisch. Da hilft entzerren: Gerade bei großen Messen, wo gefühlte 50 Prozent aller Aussteller bei den Journalisten anklopfen, ist es sinnvoller, sich frühzeitig und weit im Vorfeld mit wichtigen Journalisten persönlich zu treffen.
  • Konzentrieren Sie Ihre PR-Aktivitäten nicht ausschließlich auf die Messe. Bei größeren Veranstaltungen (wie z.B. der dmexco)  hilft es nicht, wenn 1.000 Aussteller als News vermelden, dass sie einen Stand dort haben oder ein neues Produkt vorstellen. 1000mal gehört, 1000mal ist nichts passiert, wie Klaus Lage singen würde. Die Gefahr unterzugehen, ist sehr hoch. Verteilen Sie Ihre wertigen News lieber rechtzeitig (und nicht im Sommerloch) vor der Messe.
Copyright: http://nicobartes.com/facebook-sprueche/

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Es ist das einfachste der Welt: telefonieren.
Und dennoch nimmt diese Art der Kommunikation zunehmend ab. Zu viele verschiedene Kommunikationskanäle existieren, die uns das Miteinander erleichtern sollen. Doch die Folge von alldem ist: Das Tempo steigt.

 

Die Social Journalism-Studie, durchgeführt von Cision und der Canterbury Christ Church University, bestätigt in ihrer neuesten Umfrage den Rückgang von Telefonaten zwischen Journalisten und PR-lern. Noch vor zwei Jahren bevorzugte etwa jeder dritte Journalist (30%) einen Anruf von seiner PR-Agentur des Vertrauens. Heute ist es weniger als jeder vierte (23%). Da stelle ich mir – selbst Mitglied einer PR-Agentur – doch automatisch die Frage: Woher kommt dieser Trend und wohin führt er uns?

Seit der Erfindung des Telefons im 19. Jahrhundert, hat sich die Technik zur Kommunikation stetig weiterentwickelt und verbessert, und wir haben heute die Möglichkeit auf unzähligen Kanälen miteinander in Interaktion zu treten. Ganz vorn dabei: die sozialen Netzwerke.

„Schreiben Sie doch kurz eine Mail. Ich schaue dann später drauf‘“, ein typischer Satz, wie man ihn aus dem täglichen Büroalltag kennt. Und die E-Mail ist beliebt. Sie ist mittlerweile die gängigste Kommunikationsform zwischen Journalisten und PR-lern (laut der Cision-Studie). Doch schnell ist eine E-Mail nicht immer verfasst. Es muss gut durchdacht sein, was alles darin enthalten sein soll und was nicht. Denn einmal verschickt, kann man sie (theoretisch) nicht mehr zurückholen. Papier ist eben geduldig, und sei es elektronisch. Und dieses ganze E-Mail-Geschreibe kostet Zeit, Zeit die man vielleicht sinnvoller nutzen könnte. Beispielsweise mal zum Hörer greifen und das persönliche Gespräch suchen. Da kann man mögliche Missverständnisse gleich aus dem Weg räumen, praktisch noch bevor sie entstehen.

Ist Social sozial?

Hinzu kommt die Frage, was für eine Art von Austausch per Mail und auf den sozialen Kanälen überhaupt stattfinden kann. Ein Like hier, ein Retweet dort und noch ein bisschen geshared, und zack, schon wird interagiert. Schöne neue Verständigung. Aber es gehört schon etwas mehr dazu, um dem Ganzen den Stempel der Kommunikation aufdrücken zu können. Meiner Meinung geht es in den Sozialen Kanälen viel zu häufig um Quantität als um Qualität. Immer schön präsent sein und zu allem eine Meinung haben, damit man auch ausreichend wahrgenommen wird, etwa zum Influencer auserkoren wird. Das ist kein echter Austausch, kann es gar nicht sein. Dabei steckt für mich das Ziel dahinter, möglichst viele Follower zu sammeln und Klicks zu generieren. Richtiges Netzwerken funktioniert nur, wenn man sowohl an den Themen als auch den Menschen dahinter interessiert ist. Nennen Sie mich altmodisch, aber um Menschen kennenzulernen, muss ich sie treffen. Das persönliche Gespräch am Telefon ist schon mal der erste Schritt dahin. Schon durch das bloße Hören der Stimme meines Gesprächspartners baue ich eine erste Bindung auf. Außerdem zeige ich bereits durch den Anruf meine Wertschätzung ihm gegenüber, anstatt nur ein vorformuliertes Anschreiben an einen Kollegen zu adaptieren.

Unterm Strich zählt doch hoffentlich der Mensch

Im persönlichen Telefongespräch erfährt man womöglich noch ein wenig mehr über sein Gegenüber als nur die notwendigen Informationen zu erhalten, weswegen man Kontakt aufgenommen hat. Etwas Zwischenmenschliches nämlich.

Steve Wonder wusste es schon richtig zu sagen: „I just called to say…“. Naja, Sie wissen ja, was an dieser Stelle kommt. Die fehlende Passage kann natürlich jederzeit durch eine andere ersetzt werden. Hauptsache man hat etwas zu sagen, was irgendwie von Bedeutung ist.

Ein bisschen Mut gehört auch dazu, den Telefonhörer zu nehmen, eine Nummer zu wählen und sich den Menschen zu stellen. Bestimmte Themen bespricht man doch immer noch persönlich, und am besten Face-to-Face. Also einfach mal durchklingeln und gleich ein Treffen vereinbaren. Hier meine Kontaktdaten (auch mit E-Mail-Adresse ;))

Franziska Pilz
Tel.  +49 89 46 133 46-14
f.pilz@cocodibu.de

 

"Arbeit muss nicht immer Spaß machen", findet der Autor. "Schön wäre es aber schon."

Arbeit muss nicht immer Spaß machen, findet der Autor. Schöner wäre es aber schon.

Agenturen wollen sexy sein wie die Start-Ups und versprechen den  High Potentials von überall aus arbeiten zu können, gern weit weg von den traditionellen Büroräumen. Muss das sein?

Jede Generation bleibt der vorherigen ja immer ein bisschen unergründlich. Das macht es uns über 40jährigen nicht gerade einfacher, zu verstehen, warum Agenturen bei den Millennials an Attraktivität verloren haben. Dass es so ist, daran scheint es keinen Zweifel zu geben. „Alarmstufe rot!“ lasen wir etwa diese Woche besorgt in der Fachpresse, „Agenturen haben ein Personalproblem. Mitarbeiter sind oft schwer zu halten. Oder gar nicht erst zu kriegen“. Wir ertappten uns, bei jedem dieser Sätze zustimmend genickt zu haben. Natürlich nur so dezent, dass es keiner im Team mitbekommen hat.

Und so richtig die Diagnose, so holzschnittartig ist in diesem Zusammenhang leider häufig die Beschreibung unserer Nachwuchskräfte: Jungen Bewerbern gehe es vor allem um Work-Life-Balance, ihnen fehle es an Ehrgeiz und sie wollen nicht mehr gefordert werden, heißt es dazu häufig. So einfach ist es nicht. Leider. Und zum Glück. Denn wer will schon mit einer Generation antriebsloser Schlaffies arbeiten? Drei Beobachtungen dazu aus unserem klitzekleinen cocodibu-Mikrokosmos: Eine ehemalige Mitarbeiterin, die hier das Thema Work-Life-Balance geradezu zelebrierte, wird anschließend bei einem Start-Up zum Arbeitstier. Das Goodie, mal eine Woche von Mallorca aus zu arbeiten wird verschmäht, während die Volontärin im Rahmen ihrer Ausbildung als Medienkoordinatorin einer Hilfsorganisation mit Ärzten durch ukrainische Gefängnisse ziehen will und dafür in ihrer Freizeit Zusatzausbildungen absolviert. Morgens um sieben im Stil der Ninja Warriors trainieren und dann Homeoffice im Schlafanzug mit Powernapping fordern, das ist längst kein Gegensatz mehr, müssen wir lernen. Und so widersprüchlich das alles erscheint, so lässt sich das vielleicht auf einen Nenner runter brechen. Die High Potentials von heute haben offensichtlich eine ganz eigene, ganz  pragmatische Sichtweise auf die Arbeitswelt: Entweder es nutzt mir oder der Allgemeinheit. Oder, im Idealfall, beiden.

Lieber kuchentratsch als Jung von Matt

Die Start Up-Kultur spiegelt das idealtypisch wider: Die Faszination, die vom Silicon Valley und seit einiger Zeit auch von Berlin ausgeht, ist ja weniger eine primär technische, sondern das Versprechen, die Welt ein bisschen besser zu machen. Staunend sehen wir, dass junge Leute hier auf Work-Life-Balance und Homeoffice pfeifen und sich für wenig Geld die Nächte um die Ohren schlagen. Also genau das, was sie nicht mehr bereit sind für Agenturen zu leisten. Und so ringt ein Start Up wie kuchentratsch unserem jungen coocodibu-Team, so mein Eindruck, mehr Respekt ab als jede neue Kampagne von Jung von Matt. Weil es allen eine Sinnhaftigkeit gibt, die wir in der Form  kaum aufbringen können.

Agenturen, wie auch immer sie spezialisiert sind, sehen dagegen alt aus. Wir stehen für Konsum, selbstreferentielle Bling-Bling-Debatten und Branchen-Events, die seit 20 Jahren so überraschend sind wie Dinner for One. Wehmütig schmeißen wir uns abends ein paar Folgen von Mad Men rein und umschmeicheln die High Potentials tagsüber mit neuen Arbeitszeitmodellen: Home Office, Mobile Office und in ganz fortschrittlichen Läden schlurfen Arbeitnehmer mit ihren Rollcontainern durch die Flure auf der Suche nach einem freien Arbeitsplatz. Und zu guter Letzt soll jetzt auch noch eine Kampagne das Image der Agenturen aufpolieren. Verzweifelt laufen wir dem Zeitgeist hinterher. Wären wir eine Frau, wir würden Carmen Geiss heißen. Nicht mehr die jüngste, aber immer noch genug Kohle im Spiel, um sich vor der Altersarmut zu fürchten. Ein bisschen viel schminki, schminki, aber immer noch zu wenig, um mit dem Sex-Appeal der Twens – in dem Fall den Start Ups – konkurrieren zu können.

Spießig statt spaßig

Und weil wir dieses Rennen eben nicht gewinnen können, wäre es eine Überlegung wert,  jetzt einfach den Turnaround zu wagen. Also die genau gegensätzliche Richtung einzuschlagen. Mal wieder rein in die spießige Normalität des Arbeitsalltags. Feste Arbeitszeiten, 8 Stunden-Tage, Anwesenheit im Büro. Genau so wie wir es in den Arbeitsverträgen vereinbart haben. Zugegeben: das wirkt nicht unbedingt immer spaßig. Aber das ist von Arbeit vielleicht auch einfach zu viel verlangt. Erst recht von einer, die eher von KPIs denn von Idealismus getrieben ist.

Ein solch geradezu reaktionäres Modell, so wird man an dieser Stelle einwenden, wird die Generation Y komplett verschrecken und die Attraktivität der Branche empfindlich schmälern. Aus meiner Sicht wäre das ein Armutszeugnis. Wenn wir es jungen, motivierten, hervorragend ausgebildeten Menschen nicht mehr zumuten könnten, 40 Stunden in der Woche (aber eben auch nicht 50 oder 60) am Schreibtisch nach den richtigen Worten, Bildern, Ideen oder was auch immer zu suchen, dann aber gute Nacht.

 

 

 

In unserer Rubrik „Endlich Wochenende“ gewähren uns Entscheider und Manager aus Wirtschaft und Medienwelt einen Einblick in ihre Wochenendgestaltung. Heute im Talk: Felix Schirl, Geschäftsführer und CTO von trbo, einem Münchner Technologie-Unternehmen.

Felix Schirl, Geschäftsführer von trbo

Felix Schirl, Geschäftsführer von trbo

1.) Wann beginnt heute für Sie der Feierabend?
Genau jetzt (Das Interview führten wir letzten Freitag kurz vor 18 Uhr).

2.) Was ist üblicherweise Ihre letzte Tätigkeit, bevor Sie den Computer runter fahren?
Das TGIF-Bier austrinken.

3.) Nehmen Sie Arbeit mit ins Wochenende? Wenn ja: Was?
Wie in jedem Startup natürlich. Meistens nutze ich das Wochenende für die Aufgaben, die über die Woche liegen geblieben oder zu kurz gekommen sind.

4.) Schalten Sie Ihr Handy am Wochenende ab oder sind Sie always on?
Das Handy bleibt immer an.

5.) Apropos abschalten: Wie können Sie am besten entspannen, wenn Sie heute Abend nach Hause kommen?
Mit Freundin, Freunden und Gemütlichkeit.

6.) Mit wem werden Sie dieses Wochenende verbringen?
Kann ich noch nicht sagen, da ich meistens erst am Freitag Abend/ Samstag das Planen fürs Wochenende anfange.

7.) Reden Sie mit Ihrem Partner/Freundeskreis am Wochenende üblicherweise über Ihren Job?
Auf jeden Fall. Das hilft auch, runter zu kommen. Und man frisst nichts in sich rein bzw. man bekommt auch oft eine andere Sichtweise auf die Dinge.

8.) Worauf freuen Sie sich dieses Wochenende am meisten?
Entspannen.

9.) Gibt es ein Ritual, das Sie üblicherweise jedes Wochenende begehen (zum Beispiel das samstägliche Autowaschen)?
Eigentlich kein wirkliches Ritual, aber ein gutes Frühstück mit den Semmeln meines bevorzugten Bäckers muss sein, da ich unter der Woche nicht zum Frühstücken komme.

10.) Gibt es eine Marotte an Ihnen, die Ihren Partner/Ihre Familie am Wochenende regelmäßig auf die Palme bringt?
Ich hoffe nicht, aber da müsst Ihr vielleicht mal mit meiner Verlobten sprechen.

11.) Was machen Sie am Wochenende, von dem Ihre Kollegen/Ihr Team sagen, würde/n: Donnerwetter, das hätte ich jetzt nicht erwartet?
Eigentlich nichts, das spare ich mir für die Woche auf.

12.) Jogginghose oder Designer-Klamotten: Was ist am Wochenende Ihr Lieblingskleidungsstück?
Definitiv Jogger, auch wenn das Herr Lagerfeld nicht gerne hört.

13.) Stichwort Indoor-Aktivitäten: Welche Musik werden Sie dieses Wochenende auf jeden Fall hören, welche TV-Sendung sehen und welches Buch bzw. welche Zeitung/Zeitschrift werden Sie lesen?
Charivari Party-Hitmix am Freitag-/ Samstagabend. Zum Lesen komme ich leider nur im Urlaub.

14.) Stichwort Outdoor Aktivitäten: Welchen Berg werden Sie dieses Wochenende besteigen, welchen Marathon laufen und welches Theaterstück/Konzert bzw. welchen Kinofilm werden Sie besuchen?
Golfen hilft sehr beim Entspannen. Auch wenn man des Öfteren mal genervt den Platz verlässt, weil der kleine Ball einfach nicht das machen wollte, was man ihm vorher „gesagt“ hat.

15.) Freuen Sie sich schon auf Montag?
Natürlich, dann ist dieses sinnlose Vegetieren vom Wochenende endlich vorbei.

 

Sommer, Sonne, Sonnenschein: So lässt sich das diesjährige cocodibu Team-Event leider nicht ganz beschreiben. Regen, Berge, Muskelkater – trifft es eher. Aber dazu später mehr. 🙂

Am Sonntag ging es für uns nach Grainau, am Fuße der Zugspitze gelegen, besser gesagt ins 4-Sterne-Hotel am Badersee – Liebe auf den ersten Blick. Wunderschön am kleinen Badersee gelegen, überzeugte uns das Hotel sofort mit einem Mix aus Tradition und Moderne und natürlich einem eigenen Spa. Doch so groß die Vorfreude auch war, ging es direkt nach unserer Ankunft hoch hinauf auf den Berg. Frei nach dem Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Mit der Kreuzeckbahn ging es innerhalb von sieben Minuten auf 1651m. Während der Fahrt versorgte uns Claudia mit Gruselgeschichten von abstürzenden Gondeln und Bergunglücken und sorgte so bei einigen für erhöhtes Unwohlsein. Das war jedoch bei dem Ausblick, der uns vom Kreuzeck erwartete, schnell wieder vergessen.

Ausblick vom Kreuzeck

Ausblick vom Kreuzeck

Bevor wir die Wanderung ins Tal in Anlauf nehmen konnten, brauchten wir eine Stärkung. Ob Käsespätzle, Käse-Spinat Nockerl oder Kaspressknödel, die Kreuzalm überzeugte uns mit der super leckeren Stärkung und dem mehr oder weniger guten Blick auf die Alp- und Zugspitze – Petrus was war da los?

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Die Bergab-Wanderung führte uns dann auf Schotterwegen, Pisten (auf denen im Winter Skifahrer ins Tal hinab sausen) über Wiesen und kleine Steilabhänge in Richtung historische Bobbahn am Riessersee. Nach knapp zwei Stunden Wanderung und mit trockenen Füßen, dem Wettergott sei Dank, waren wir wieder an der Talstation Kreuzeckbahn angekommen. Die Erschöpfung stand uns ins Gesicht geschrieben.

Team cocodibu 2016 – erschöpft, aber glücklich

Zurück im Hotel entschieden sich einige der Mädels für Entspannung im Spa, inklusive Finnischer Sauna, eiskaltem Wasserbecken und Schneeraum. Marvin hingegen wählte die sportliche Alternative im kleinen, aber feinen Fitnessraum – Gewissensbisse hatten wir dabei übrigens nicht. 🙂 Frisch herausgeputzt  und erholt ging es anschließend zum Abendessen, wo wir uns an dem wirklich sehr leckeren Buffet die Bäuche voll geschlagen haben. Bei Wein und Bier fand der Abend dann einen gemütlichen Ausklang.

Tag 2 begann mit einem Wahnsinns-Frühstücksbuffet und anschließendem Workshop, bei dem wir einen Rückblick auf das letzte Geschäftsjahr mit allen Höhen und Tiefen warfen und Stefan und Christian uns auch einen Ausblick auf die kommende Zeit gewährten. Anschließend wurde es ernst: Für einen Pitch in den kommenden Wochen war Kreativität gefragt. In einzelnen Gruppen und auch gemeinsam sammelten wir erste Ideen für eine Kommunikationsstrategie und die dazugehörigen Maßnahmen. Verraten dürfen wir natürlich nix, aber nur so viel: eine Herausforderung, die uns auf jeden Fall aus der Komfortzone lockt.

Fazit des Workshops: sehr leckeres Essen und tolles Hotel, das Wetter hat am Outdoor-Tag super mitgespielt, Team-Building mal anders und die cocos erkennt man am heutigen Dienstag an ihrer Gangart – ein Hoch auf den Muskelkater in Waden und Oberschenkeln. Bergab wandere ich nie wieder! 🙂

Und noch ein paar fotografische Eindrücke:

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Für mich hieß es am vergangenen Freitagnachmittag nicht etwa „Hoch die Hände, Wochenende!“, sondern „Auf nach Kaufbeuren“. Was ich da wollte? Für mich stand das Medienkoordinatoren-Training von humedica auf dem Plan. Warum ich das mache? cocodibu-GF Stefan Krüger gibt schon seit längerem den Blogging-Workshop für das Training. Gemeinsam mit Steffen Richter, Sachgebietsleiter Kommunikation und Pressesprecher von humedica, entstand die Idee: Statt eines Redaktionspraktikums (kleiner Einschub: bei cocodibu absolvieren die Volontäre ein Praktikum entweder in einer Redaktion oder in der Pressestelle eines Unternehmens) sollten wir coco-Volontäre als Medienkoordinator am Einsatztraining und (falls gewünscht) auch an einem Einsatz mit humedica teilnehmen. Da war ich natürlich gleich Feuer und Flamme.

Was ist humedica?

humedica ist eine internationale Hilfsorganisation mit Sitz in Kaufbeuren. Sie leistet seit 1979 humanitäre Arbeit mit Schwerpunkt auf medizinischer Hilfe – und das in mehr als 90 Ländern – entweder über langfristige Hilfsprojekte oder über blitzschnell organisierte Not- und Katastropheneinsätze. Um an einem Einsatz teilnehmen zu können, müssen die Helfer vorab ein Einsatztraining absolvieren. Für mich stand der erste Teil des Einsatztrainings  an: das Medienkoordinatoren-Training. Wenn humedica in einen Einsatz geht, wird dieser oft von Journalisten begleitet. Zusätzlich gehen natürlich auch sehr viele Presseanfragen dazu ein. Die Aufgabe des Medienkoordinators ist es dann, Journalisten vor Ort zu betreuen, telefonische Anfragen zu beantworten, Interviews zu geben und zu vermitteln, aber auch Berichte und Blogbeiträge zu schreiben und Bildmaterial zu sammeln, das dann von der humedica-Presseabteilung verwendet werden kann. Auf diese Aufgaben wurde ich mit acht weiteren Teilnehmern am Wochenende intensiv vorbereitet.

Die humedica-Zentrale in Kaufbeuren, im Hintergrund unsere Zelte

Die humedica-Zentrale in Kaufbeuren, im Hintergrund unsere Zelte

Medienkoordinatoren-to-be in der Neugabronx

Meine spätere  Zeltnachbarin Hanna, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Hoffnungszeichen e.V., traf ich gleich am Bahnhof. Dort wurden wir von humedica-Mitarbeiter und Mitteilnehmer Manuel abgeholt und mit dem Bulli zur Zentrale gebracht. Die liegt im Kaufbeurener Stadtteil Neugablonz – von den Einheimischen auch gerne mehr oder weniger liebevoll „Neugabronx“ genannt. Nachdem wir unsere Zelte im Garten der humedica-Zentrale bezogen hatten, hatten wir Medienkoordinatoren-to-be erst einmal Zeit uns kennenzulernen.

Medienkoordinatoren im Training (v.l.n.r.): Jannik, Monika, Esther, Christine, Magdalena, Anna, Hanna (nicht im Bild: Manuel und Olivia)

Medienkoordinatoren im Training (v.l.n.r.): Jannik, Monika, Esther, Christine, Magdalena, Anna, Hanna (nicht im Bild: Manuel und Olivia)

Danach holte mich die Arbeit schon wieder ein – das Training begann mit einem Workshop von Stefan zum Thema Bloggen für den Einsatz. Am Ende des Workshops (es war mittlerweile gegen 22 Uhr) schrieb jeder noch einen kurzen Blogbeitrag über seine Anreise – kein Druck für mich, wenn der eigene Chef den Workshop gibt :). Nach dem Workshop fielen wir alle  auf unsere Isomatten – gespannt, was das Wochenende noch für uns in petto haben wird.

„Don’t touch that f**** Zoom-Button!“

Der Samstag begann mit einem gemeinsamen Frühstück und war vollgepackt mit Workshops zu allen wichtigen Aspekten des Medienkoordinatoren-Daseins. Eine sehr spannende Einführung bekamen wir von Ruth Bücker, ehemalige humedica-Mitarbeiterin, heute bei Ärzte der Welt e.V. Sie hatte selbst einige Einsätze als Medienkoordinatorin mit humedica absolviert und konnte uns so wichtige Tipps und Erfahrungen aus erster Hand vermitteln. Die erste wichtige Gattung der Berichterstattung – Bilder – wurde uns von Steffen Richter nahegebracht. Von ihm lernten wir die wichtigsten Regeln im Umgang mit der Kamera (Stichwort: Goldener Schnitt) und die wichtigsten Typen von Fotos, die humedica für die spätere Berichterstattung braucht. Nach dem Mittagessen stand dann das Thema Printjournalismus auf dem Plan. Natalie Kettinger von der Münchner Abendzeitung gab uns zunächst Einblicke in den Alltag einer Printjournalistin. Im folgenden Gespräch erklärte sie uns ihre Anforderungen an uns Medienkoordinatoren im Einsatz.

Im letzten Workshop des Tages drehte sich alles um das Thema Bewegtbild. Christian Schmidt (videoredaktion.de) gab uns wertvolle Tipps mit auf den Weg, um gute Videos aus dem Einsatz zu drehen. Die wichtigste Botschaft: „Don’t touch that f**** Zoom-Button!“ (gar nicht so einfach!). Damit war der Samstag geschafft. Nach einem gemeinsamen Spaziergang hieß es ab in den Schlafsack, denn auch am Sonntag standen noch Vorträge auf dem Programm.

Medienkoordinatoren – Die Augen, Ohren und Münder im Einsatz

Der Sonntag begann früh mit der nächsten wichtigen Mediendisziplin: Hörfunkjournalismus. Rupert Waldmüller vom BR konnte uns anhand seiner eigenen Erfahrung als Journalist im Einsatz mit humedica genau aufzeigen, wie wir als Medienkoordinatoren seine Arbeit unterstützen können. Dazu gab es einen Crashkurs in Sachen Interview und O-Ton. Letzter Workshop des Tages war dann die Keynote von Alexander Drechsel, Journalist im „Reporter und Recherche“-Team beim SWR. Seine Einblicke, die er sowohl als Rettungssanitäter im Katastropheneinsatz als auch als Journalist im Einsatz gewonnen hat, umspannten noch einmal die Themen des gesamten Wochenendes. Der perfekte Abschluss für ein sehr lehrreiches Wochenende mit unglaublich viel Input!

Beim Pizza-Essen zum Abschluss waren wir uns einig: Dank der spannenden Einblicke von allen Referenten, die das gesamte Medienspektrum abgebildet haben, sind wir meiner Meinung nach jetzt gewappnet, das theoretisch Gelernte im späteren Einsatztraining auch praktisch umzusetzen. Ich freue mich schon drauf – und halte euch natürlich auf dem Laufenden!

von

In ihrer Ausgabe vom 18.Juli 2016 macht sich die Fachzeitschrift werben & verkaufen ab Seite 28 Gedanken über die Zukunft der PR-Agenturen. Das Gros der PR-Agenturen hierzulande arbeitet für den Mittelstand und fährt damit bisher nicht schlecht. Für die Geschichte hat w&v-Autor Raoul Fischer unter anderem auch mit cocodibu-Geschäftsführer Christian Faltin gesprochen. Weil es Sammelgeschichten aber mit sich bringen, dass nur ausgewählte Zitate in Magazintexte einfließen, hier an dieser Stelle in unserem Blog alle Fragen und Antworten in aller Ausführlichkeit:

Raoul Fischer

w&v-Autor Raoul Fischer

w&v: Wie geht es PR-Agenturen mit mittelständischen Kunden im Vergleich zu Großkunden?

cocodibu: Als mittelgroße Agentur mit derzeit 10 Mitarbeitern schätzen wir mittelständische Kunden sehr. Das ist unsere Hauptklientel. Große Konzerne fragen üblicherweise größere PR-Agenturen und –Netzwerke an. Es sei denn, sie haben spezielle Aufgaben im digitalen Bereich. Dann kommen sie auch zu uns.

Gibt es positive Aspekte? Was zeichnet mittelständische Unternehmen als Kunden im Vergleich zu großen Unternehmen aus?

Mittelständler haben in der Regel den Vorteil kürzerer Abstimmungsschleifen und einer größeren Nähe zum Management und den Entscheidern. Das hilft uns sehr in der Kommunikation, die ja stark auf wechselseitigem Vertrauen basiert. Und es hilft uns, die nötige Taktung und Geschwindigkeit in der Kommunikation einzuhalten. Außerdem schätzen gerade die Geschäftsführer den Wert einer neutralen Beratung, die keine Rücksicht auf Konzernräson nehmen muss.

Welche Risiken oder Nachteile gibt es in der Zusammenarbeit mit mittelständischer Kundschaft?

Wir haben bisher keine Nachteile feststellen können.

Wie sieht es aus mit Zahlungsmoral, Professionalität beim Briefing, Bewertung der Leistung?

Das hat wenig mit der Größe des Unternehmens zu tun, eher mit dem PR-KnowHow und dem Charakter des Ansprechpartners bzw. der Struktur auf Kundenseite. Großkunden verlangen mit ihren  Einkaufsabteilungen in der Regel längere Zahlungszeiträume. KMUS zahlen normalerweise schneller, weil sie selbst auch schneller das Geld von ihren Kunden erwarten.

Hat Ihre Agentur eine Spezialisierung (Zielgruppe/Thema/Branche)?

cocodibu ist spezialisiert auf die digitale Wirtschaft und Gesellschaft. Zu unseren Kunden zählen beispielsweise Agenturen unterschiedlichster Ausrichtung (Media, Digital, Performance, Kreativ, Social), Software- und Technologiefirmen, eCommerce- und Beratungsunternehmen sowie FinTechs. Wenn wir für große, börsennotierte Firmen arbeiten, geht es in der Regel um digitale Projekte.

Inwieweit ist eine solche Spezialisierung (über-)lebensnotwendig für PR-Agenturen?

PR-Agenturen müssen entweder groß oder auf ein Thema bzw. eine Branche spezialisiert sein. Da es schon genügend Gruppen mit Fullservice- und Generalisten-Anspruch gibt, haben wir die Nische für uns entdeckt. Und das erfolgreich seit fast neun Jahren.

Foto: w&v 29-2016, Seite 32

Foto: w&v 29-2016, Seite 32

 

Kommen Kunden allein wegen ihres Spezialgebiets?

Die meisten unserer Kunden kommen durch Empfehlung zu uns. Meist empfohlen durch Kunden, die wegen unserer Spezialisierung bei uns sind. Daher kommt es eher selten vor, dass wir von Kunden angefragt werden, die in anderen Marktsegmenten zu Hause sind.

w&v: Kunden achten zunehmend auf die Effizienz ihrer Kommunikation: Gilt das auch für PR? Anders gefragt: Wie ist in den vergangenen Jahren der Margendruck gestiegen? Werden dieselben Leistungen heute schlechter Vergütet als noch vor wenigen Jahren.

cocodibu: Den Kostendruck oder anders gesagt den hohen Anspruch an Effizienz gibt es immer – natürlich auch in der PR. Mindestens ebenso wichtig wie Effizienz ist Mittelständlern aber auch die Planungssicherheit. Sie wollen auf der Kostenseite keine unangenehmen Überraschungen erleben.

Generell kann sich die PR im Vergleich mit anderen Disziplinen im Marketing-Mix auf der Kostenseite sehr gut behaupten. Und die aktuelle Entwicklung in Richtung einer Content-getriebenen Kommunikation stärkt meines Erachtens eher die Position zeitgemäß aufgestellter PR-Agenturen. Den Margendruck empfinden wir heute, verglichen mit vor fünf Jahren, als unverändert. Aber er ist sicher höher als vor 15 Jahren.

von

Agenturen generell, aber auch PR-Agenturen im Speziellen, haben es derzeit nicht gerade leicht, guten Nachwuchs zu finden. Das ist zwar schon länger so, aber die Situation scheint sich weiter zuzuspitzen. Soweit, dass sich die Dachverbände der Agenturen sogar zu einer gemeinsamen Kampagne, die Anfang 2017 starten soll, zusammenschließen.

Warum das so ist, haben wir Studenten des Master-Studiengänge Kommunikationsmanagement sowie Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Universität Hohenheim bei Stuttgart gefragt. Sie publizieren auch den Blog PRTransfer, der eine Schnittstelle zwischen PR-Forschung und Praktikern herstellen soll. Zum Image von Agenturen als Arbeitgeber hat Sylvia Smykalla netterweise in den Antworten das Stimmungsbild gleich mehrerer KomilitonnInen gesammelt hat.

Quelle: PRTransfer, Universität Hohenheim

Das gesamte Team des PRTransfer-Blogs. Foto: PRTransfer/Universität Hohenheim

Unternehmen oder Agentur? Wenn PR-Absolventen sich für den ersten Arbeitgeber entscheiden, was spricht aus Eurer Sicht für ein Unternehmen und was für eine Agentur?

PRTransfer-Team: Für ein Unternehmen sprechen vor allem geregelte Arbeitszeiten, die Sicherheit des Arbeitsplatzes, Bonusleistungen sowie die Möglichkeit über ein Traineeprogramm Einblick in viele zu bekommen. Nachteilig empfinden wir allerdings die langen Abstimmungswege. Was definitiv für Agenturen spricht, ist vor allem die kreative Arbeit, die man auf der Seite des Unternehmens nur selten leisten kann. Zudem bekommt man die Möglichkeit sich direkt einzubringen durch flache Hierarchien, hat mehr Flexibilität und arbeitet in kleineren Teams.

Da muss ich als Agenturmensch nachhaken. Was macht Euch so sicher, dass Jobs in Unternehmen sicherer und die Arbeitszeiten geregelter sind als in Agenturen?

PRTransfer-Team: Zunächst einmal sind es die allgemein bekannten Gerüchte, die man als Student so hört und an vielerlei Stellen auch bestätigt bekommt: unbezahlte Volontariate, geringes Gehalt bei unmenschlichen Arbeitszeiten, hoher Druck, ständige Verfügbarkeit wird gefordert etc.. Aus Unternehmen hört man das selten (zumindest bei großen Unternehmen). Zusätzlich werden manche Punkte durch persönliche Erfahrungen beispielsweise durch Praktika bestätigt. Eher unsexy aber wahr ist, dass in großen Unternehmen nach Tarifvertrag bezahlt wird und diese tendenziell bessere Rahmenbedingungen enthalten.

Es gibt aber auch andere Studenten, die bessere persönliche Erfahrungen in einer PR-Agentur zeigen, dass auch dort die Arbeitszeiten sehr geregelt und alle Mitarbeiter seit Jahren angestellt sind. Vermutlich gilt es eher für die Werbebranche, die einen sehr hohen Personalwechsel hat und in der man es aufgrund der vielen Pitches mit massig Überstunden zu tun bekommt. Einige Freunde, die in großen Unternehmen Praktika gemacht haben, mussten auch echt viele Überstunden machen. Dieses 9 to 5 in Unternehmen und der stressige Agenturalltag sind irgendwie etablierte Klischees.

Apropos Klischee: Jetzt sind Unternehmen ja in der Regel die Auftraggeber für Agenturen. Also würdet Ihr künftig auf Unternehmensseite dafür verantwortlich sein, dass Eure Kollegen auf Agenturseite so ein hartes Leben haben, oder?

PRTransfer-Team: Da muss vermutlich auf beiden Seiten ein Umdenken stattfinden. Sowohl das Bewusstsein auf der Unternehmensebene als auch die Einstellung in Agenturen auch mal Nein zu sagen bzw. mehr Zeit, bessere Bezahlung etc. zu fordern, müsste sich ändern. Ist natürlich nicht so einfach, aber wir können es ja vielleicht von Unternehmensseite aus besser machen, wenn wir mal dort sind.

Die Campus-Uni in Hohenheim bei Stuttgart gehört sicher zu den schönsten Unis in Deutschland

Die Campus-Uni in Hohenheim bei Stuttgart gehört sicher zu den am schönsten gelegenen Unis in Deutschland. Foto: PRTransfer/Universität Hohenheim

Guter Vorsatz ;-). Was muss Euch eine Agentur bieten, damit Ihr nicht alle zu den Unternehmen entschwindet?

PRTransfer-Team: Die klassischen Bestandteile der Work-Life Balance sind ja fast schon selbstverständlich. Auch eine gute Bezahlung wäre uns wichtig. Ansonsten wären für uns Karriereperspektiven und Projekte bzw.Produkte entscheidend, die uns faszinieren und mit denen wir uns identifizieren können. Auch wichtig: Der Umgang miteinander – eine Corporate Culture, die begeistert. Zusätzlich kreative Freiheit, so weit das mit den Kundenwünschen zusammenpasst. Außerdem spannende Kunden und die Möglichkeit, in mehrere Bereiche Einblick zu bekommen – denn das ist ja der größte Mehrwert, den das Agenturleben bietet.

Das klingt ein bißchen wie Überraschungs-Ei: Spiel, Spaß UND Schokolade. Wenn Ihr sagt, Ihr braucht Projekte und Produkte mit denen Ihr Euch identifiziert, was genau heißt das? Für welche Produkte/Firmen würdet Ihr nie arbeiten und was wären Eure drei Traumprodukte oder –projekte für die Ihr gerne PR machen würdet?

PRTransfer-Team: Spiel, Spaß UND Schokolade machen Überraschungs-Eier ja auch so beliebt. 😉 Wenn wir  sagen, wir brauchen Projekte und Produkte mit denen wir uns identifizieren können, hängt das stark von den persönlichen Interessen ab. Wenn man kein Interesse hat und sich für etwas nicht begeistern kann, kann man auch keine überzeugende PR-Arbeit leisten. Daher ist es schwierig eine Top 3 aufzustellen. Jeder hat seine eigene Top 3. Viele von uns würden gerne im Automobil- oder Eventsektor arbeiten. Vermutlich hängt das mit sehr emotionalen Produkten zusammen, für die es sehr leicht fällt, sich zu begeistern. Auch das Thema autonomes Fahren und andere Zukunftsvisionen in diesem Bereich sind für uns sehr spannend. Im Eventbereich gibt es einen häufigen Wechsel der Projekte. Das macht die Arbeit interessant. Unternehmen, für die viele nicht arbeiten wollen, haben häufig auch ein schlechtes Image, zum Beispiel Versicherungen. Oft werden auch Hersteller von Produkten genannt, die einfach nicht so sexy sind. Das sind dann Unternehmen, die beispielsweise Schrauben herstellen.

Danke Euch und viel Erfolg beim Einstieg ins Berufsleben.

Journalisten und PRler haben in ihrer Ausbildung sehr häufig irgendwas mit Medien und Kommunikation gelernt. Auch später im Berufsleben verbringen sie eine Menge Zeit mit verbaler und nonverbaler Kommunikation. Nur, wenn Journalisten und PRler miteinander reden, gibt es häufiger Verständigungsschwierigkeiten. Das Problem: Das Gesagte und das Gemeinte stimmen manchmal nicht ganz überein.

Lexikon

In der ersten Folge unseres kleinen Lexikons „PR-Journalist, Journalist-PR“ versuchen wir uns deshalb an der Übersetzung, was es heißt, wenn beide Seiten sagen: „Ich melde mich!“

PR sagt:
Lieber Journalist, wir hätten da Daten einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts X (im Auftrag der Firma Y) zum Thema Z. Wäre das nicht etwas für ihre nächste Ausgabe oder für online?“
und meint:
Hey, die Ergebnisse der Umfrage sind so gut, dass sie dem Traffic auf Deiner Webseite garantiert nicht schaden und unseren Kunden würde das Clipping in Deinem Medium extrem freuen.

Journalist sagt:
„Dann schicken Sie mir doch mal die Ergebnisse und ich schau mir das mal an. Wenn ich noch was brauche, melde ich mich.“
und denkt sich:
Du bist jetzt der 50. PRler heute, der mir am Telefon die Zeit stiehlt. Wenn die Ergebnisse dieser blöden Studie nicht wirklich was taugen, geh ich nie wieder ans Telefon!

PR sagt:
„Sehr gerne, dann packe ich Ihnen die Studienergebnisse und die zugehörige Infografik in eine Mail und schick sie Ihnen gleich rüber. Und dann freu ich mich auf Ihre Rückmeldung oder ich melde mich wieder bei Ihnen.“
und denkt sich:
Wenn der das Infopaket nicht irgendwie weiterverwertet, dann weiß ich echt nicht. Wir haben ihm doch wirklich alles perfekt aufbereitet und jede Menge Zeit und Hirnschmalz in die Infografik investiert. Mann, wenn der nichts bringt, macht mich mein Kunde wieder rund.

Journalist sagt:
„Ja, danke. Wenn es interessant ist, werden wir es berücksichtigen.“
und meint: 
Bitte melde Dich NICHT! Ich werde mich garantiert auch nicht bei Dir melden. Entweder das Ding ist gut oder nicht. Und wenn’s gut ist, machen wir was. Vielleicht.

PR sagt:
„Dann freuen wir uns auf den Artikel. Ihnen einen schönen Tag“
PR denkt:
Oh mein Gott, das wird nie was. Wahrscheinlich schaut er sich die Mail noch nicht mal an. Und dann muss ich ihn morgen oder übermorgen wieder anrufen. Das wird lustig, wenn der heute schon so genervt/gelangweilt war. Wahrscheinlich kann er sich morgen gar nicht mehr an mich erinnern.

Journalist sagt:
„Danke“
Journalist denkt:
Freu Dich nicht zu früh und komm ja nicht auf die Idee, mir ab morgen Telefonterror zu machen, bloß weil ich noch nicht dazugekommen bin, diese Studienergebnisse durchzulesen!

 

Am Ende unseres kleinen Beispiels legen beide Seiten den Hörer auf und zurück bleibt ein ungutes Gefühl.  Ratschläge an uns PRler von Seiten der Journalisten gibt es ja bereits in vielen Ecken des Web.

Liebe Journalisten, wie könnt ihr nervige Recalls vermeiden? Hier unsere drei Tipps:

  • Möglichst schnell und ehrlich sagen, was Sache ist. Rumeiern und Vertrösten steigert auf beiden Seiten nur den Frust.
  • Wenn ein angebotenes Thema nicht interessant ist, hilft eine ganz kurze Absagemail. Wenn es interessant ist, macht uns ein kurzes „nehmen wir mit“ glücklich
  • Zuverlässigkeit auf beiden Seiten ist das A&O: Ein „Ich melde mich“ bitte als Journalist auch einhalten. Umgekehrt sparen wir uns Anrufe, wenn klar gesagt wird, dass das nicht gewünscht wird. Versprochen!

 

Blick nach draußen

Was passiert in unserer Branche eigentlich zurzeit im Ausland? Welche Trends schwappen schon bald nach Deutschland? Wer verliert an Relevanz? In unserer Blog-Serie „Blick nach draußen“ beleuchten wir das für Euch regelmäßig an dieser Stelle.

Cannes: Die Cannes Lions waren in der letzten Woche nicht nur in Deutschlands Marketingfachmedien DAS Top-Thema (mal abgesehen vom Brexit), sondern auch in den USA und UK. Das Team von Advertising Age hat sich vor Ort umgehört und die wichtigsten Lektionen und Trends aus Cannes zusammengefasst. Welche Themen uns in Zukunft beschäftigen werden? Drei Stichworte seien verraten: Künstliche Intelligenz, Gender und Virtual Reality. Adage.com

Künstliche Intelligenz, schon in Cannes eines der heißen Themen, soll das neue Mobile werden. Laut Mel Exon – Managing Director von Bartle Bogle Hegarty – heißt es bald nicht mehr „Mobile First“, sondern „Artifical Intelligence (AI) First“. Vor allem Google und Facebook setzen schon jetzt einen Schwerpunkt auf künstliche Intelligenz – denn Bots sollen dort künftig die klassischen Funktionen des Kundenservice besetzen. Campaign.co.uk 

Snapchat launcht ein eigenes Tech-Magazin namens Real Life. Das englischsprachige Magazin ist online – über die Website, nicht die App – abrufbar und soll einmal pro Tag Essays und Debatten über das Leben mit Technologie liefern. Thedrum.com

Influencer Marketing: An diesem Thema kommt man zur Zeit einfach nicht vorbei. Klar, dass hier alle mitspielen möchten. Aber Vorsicht, es lauern Fettnäpfchen und Fehlerquellen, die es zu kennen gilt. Für Influencer gilt: Vorsicht, beim Copy-Pasten der Anweisungen, sonst geht es euch wie Naomi Campbell! Digiday hat die häufigsten Fehler von Marken und Influencern zusammengefasst. Auch in Deutschland erschien diese Woche auf wuv.de ein absolut lesenswerter Beitrag zum Thema.

twitter-sticker

Endlich Fotos auf Twitter verschönern! Was bei Snapchat mit seinen Filtern praktisch zum Geschäftskonzept gehört, kann Twitter jetzt auch. Das Zauberwort? #sticker! Aber die Sticker verschönern nicht nur Fotos, sie visualisieren Hashtags: Klickt man auf einen Sticker werden automatisch User aufgelistet, die denselben Sticker verwendet haben. Welche Möglichkeiten sich hier für Marketer ergeben, wurde von Carat-Partner Jerry Daykin für The Drum zusammengestellt.

Und als kleine Ablenkung für zwischendurch:

Game of Agencies: Welche Game of Thrones Charaktere tummeln sich eigentlich in Agenturen? Die indische Digitalagentur Chimp&z hat sich der Frage mit netten Infografiken gewidmet. Na, wer erkennt sich wieder? Adweek.com/adfreak