Blick nach draußen

Was passiert in unserer Branche eigentlich zurzeit im Ausland? Welche Trends schwappen schon bald nach Deutschland? Wer verliert an Relevanz? In unserer Blog-Serie „Blick nach draußen“ beleuchten wir das für Euch regelmäßig an dieser Stelle.

Cannes: Die Cannes Lions waren in der letzten Woche nicht nur in Deutschlands Marketingfachmedien DAS Top-Thema (mal abgesehen vom Brexit), sondern auch in den USA und UK. Das Team von Advertising Age hat sich vor Ort umgehört und die wichtigsten Lektionen und Trends aus Cannes zusammengefasst. Welche Themen uns in Zukunft beschäftigen werden? Drei Stichworte seien verraten: Künstliche Intelligenz, Gender und Virtual Reality. Adage.com

Künstliche Intelligenz, schon in Cannes eines der heißen Themen, soll das neue Mobile werden. Laut Mel Exon – Managing Director von Bartle Bogle Hegarty – heißt es bald nicht mehr „Mobile First“, sondern „Artifical Intelligence (AI) First“. Vor allem Google und Facebook setzen schon jetzt einen Schwerpunkt auf künstliche Intelligenz – denn Bots sollen dort künftig die klassischen Funktionen des Kundenservice besetzen. Campaign.co.uk 

Snapchat launcht ein eigenes Tech-Magazin namens Real Life. Das englischsprachige Magazin ist online – über die Website, nicht die App – abrufbar und soll einmal pro Tag Essays und Debatten über das Leben mit Technologie liefern. Thedrum.com

Influencer Marketing: An diesem Thema kommt man zur Zeit einfach nicht vorbei. Klar, dass hier alle mitspielen möchten. Aber Vorsicht, es lauern Fettnäpfchen und Fehlerquellen, die es zu kennen gilt. Für Influencer gilt: Vorsicht, beim Copy-Pasten der Anweisungen, sonst geht es euch wie Naomi Campbell! Digiday hat die häufigsten Fehler von Marken und Influencern zusammengefasst. Auch in Deutschland erschien diese Woche auf wuv.de ein absolut lesenswerter Beitrag zum Thema.

twitter-sticker

Endlich Fotos auf Twitter verschönern! Was bei Snapchat mit seinen Filtern praktisch zum Geschäftskonzept gehört, kann Twitter jetzt auch. Das Zauberwort? #sticker! Aber die Sticker verschönern nicht nur Fotos, sie visualisieren Hashtags: Klickt man auf einen Sticker werden automatisch User aufgelistet, die denselben Sticker verwendet haben. Welche Möglichkeiten sich hier für Marketer ergeben, wurde von Carat-Partner Jerry Daykin für The Drum zusammengestellt.

Und als kleine Ablenkung für zwischendurch:

Game of Agencies: Welche Game of Thrones Charaktere tummeln sich eigentlich in Agenturen? Die indische Digitalagentur Chimp&z hat sich der Frage mit netten Infografiken gewidmet. Na, wer erkennt sich wieder? Adweek.com/adfreak

Die EM 2016 haben nicht nur Fußballfreunde fett im Kalender angestrichen – auch für Werbetreibende bietet das Event in Frankreich Grund zum Jubeln. Sport-Großereignisse eignen sich schließlich hervorragend, die eigene Marke emotional aufzuladen. Wer es nicht allzu plump anstellt, kann die Identifikation der Fans mit ihrem Team für sich nutzen.

Auch dieses Jahr haben wieder zahlreiche Marken und Agenturen tief in die Kreativitäts-Kiste gegriffen, um mit großartigen Spots etwas von der EM-Euphorie für sich abzuzweigen. Allerdings überzeugen bei weitem nicht alle EM-Kampagnen – viele Spots bieten höchstens das Unterhaltungslevel eines 0:0 im Test-Länderspiel gegen die Färöer-Inseln.

cocodibu präsentiert die Tops und Flops der Werbespots zur Euro 2016.

Volltreffer – diese Spots begeistern selbst Sportmuffel

Bilder in Spielfilmqualität, mitreißende Musik und Gänsehaut-Atmosphäre von der ersten Sekunde. Dazu mit #vivelamanschaft ein viraler Hashtag – Mercedes Benz zeigt, wie man die Emotionen des Stadions in einem Werbespot bündelt. Auffällig: Autos sucht man beinahe über die gesamte Dauer des Spots vergebens. Hier ist Content definitiv King! Umgesetzt wurde der Spot von der Agentur Antoni.

Wer nicht die Emotionskeule auspacken will, nimmt die EM 2016 mit Humor. Lufthansa und Kolle Rebbe stecken einen englischen Fußballfan in ein deutsches Flugzeug nach Paris. Was folgt, ist schlichtweg zum brüllen: Blaskapelle, Kuckucksuhr und Würstchen mit Sauerkraut – dem Passagier von der Insel bleibt kein deutsches Klischee erspart. Unbedingt bis zum Ende schauen, die Pointe ist göttlich.

Über 37 Millionen Klicks sprechen eine klare Sprache: Die beste Kampagne zur Europameisterschaft liefern Nike und die Agentur Wieden + Kennedy Portland mit „The Switch“. Nach einem Zusammenstoß wachen Cristiano Ronaldo und ein junger Fan im Körper des jeweils anderen auf – es folgt ein Kurzfilm auf Kinoniveau, der die Emotionen des Sports nutzt und gleichzeitig mit einem Augenzwinkern versieht.

Im Abseits – wie man es besser nicht machen sollte

Wettanbieter Tipico zerrt mal wieder Lieblings-Testimonial Oliver Kahn vor die Kamera. Dieser ist im 30-Sekünder mit Michael Konsel und Geert De Vlieger, Ex-Nationaltorhüter Österreichs und Belgiens, zum Fußball-Golf verabredet. Peter Schmeichel, der viele Jahre das dänische Tor hütete, möchte ebenfalls mitspielen – die flache Pointe: Er darf nicht, weil Dänemark nicht zur Euro qualifiziert ist. Kann man so machen, wenn nur die Dialoge nicht so unfassbar hölzern ausfielen. Ebenfalls rätselhaft: Warum fliegt am Anfang des Spots ein Heißluftballon durchs Bild? Tipico hat die Kampagne inhouse kreiert. Eine externe Agentur hätte das sicher besser hinbekommen – darauf würde ich sogar wetten.

Persil ist das offizielle „Waschmittel der Nationalmannschaft“. Die DFB-Partnerschaft hat sicher eine Stange Geld gekostet, logisch, dass der Waschmittelherteller dann auch zur EM damit wirbt. Schade nur, dass das Ergebnis so gezwungen wirkt. „Bei der Europameisterschaft in Frankreich erwarten uns tausend verschiedene Flecken“, kommentiert eine Sprecher aus dem Off, nachdem sich der „Persil-Waschexperte“ sein Trikot mit einem Marmeladen-Crossaint und Champagner versaut. Mein Vorschlag an Henkel und DBB Düsseldorf fürs nächste Turnier: Eine Helden-Story rund um den Zeugwart der Nationalelf, der die weißen Trikots nach einem umkämpften Spiel nur sauber bekommt, weil er auf Persil vertraut.

Eigentlich ist es fies, Nivea Men in diese Liste aufzunehmen. Denn mit dem modebewussten Jogi Löw, hat das Unternehmen im Grunde den perfekten Markenbotschafter – ein echter Kerl, dem ein gepflegtes Äußeres offenbar genauso wichtig ist wie gepflegtes Kurzpassspiel. Alles prima also, würde der Nationaltrainer nicht öfter von TV-Kameras beim Nasebohren erwischt werden. Noch schlimmer: Beim deutschen Auftakt zur EM 2016 war zu sehen, wie Löw sich erst in den Genitalbereich greift, um wenige Augenblicke später an seiner Hand zu riechen. Klar, dass ein solcher Faupax im Netz mit reichlich Spott bedacht wird. Nivea Spots mit Jogi Löw kann man aktuell also nur noch bedingt ernst nehmen. Da kann das Unternehmen nichts für, ein klassischer Fall von „dumm gelaufen“.

Wie sieht der Journalismus von morgen aus? Was müssen Journalisten heute schon können? Und wie werden sie sich künftig finanzieren? Es passiert gerade ziemlich viel in der Medienwelt. Welche Richtung dies nimmt, weiß keiner so genau. Und trotzdem: Junge, talentierte Schreiber zieht es weiterhin in den Journalismus. Wir stellen sie  in unserer Reihe Junge Journalisten vor:  Redakteure, Reporter, Blogger und Publizisten unter 33, die sich mit der Online-Branche beschäftigen. Heute mit Anja Reiter, die als Freie Journalistin u.a. für die LEAD digital  und die ZEIT schreibt.

1. Seit wann steht für Dich der Berufswunsch Journalist fest? Was gab den Ausschlag?

Auch wenn das wahrscheinlich allzu romantisch klingt: Journalistin wollte ich wirklich schon immer werden. Als Kind in meiner österreichischen Heimat habe ich meine Schwestern und die Nachbarskinder ständig mit neuen Zeitungsprojekten, Kinderradio-Sendern und nachgestellten  Fernsehnachrichten genervt. Das Highlight: Als plötzlich eine Sau durch das Videobild lief.

2. Ist Dein Arbeitsalltag wie Du ihn Dir vorgestellt hattest, oder gab es im positiven wie negativen Sinne Überraschungen?

Anja Reiter

Anja Reiter

Als Freiberuflerin bin ich mein eigener Chef. Ich liebe meine Flexibilität: Frühmorgens konzentriert an der Reportage arbeiten, dann wichtige Telefonate führen, und in der Mittagspause eine Runde mit dem Mountainbike durch die Isartrails düsen. Danach ist der Kopf wieder frei für knifflige Recherchen oder Themenakquisen. Habe ich viele Aufträge, fällt dafür auch mal ein Wochenende oder ein geplanter Ausflug ins Wasser.

3. Was war Dein skurrilstes Erlebnis bisher in Deiner Berufslaufbahn?

Skurrile Erlebnisse hatte ich schon viele: Als ich ein Altersheim für Prostituierte mitten in Mexiko-Stadt besuchte, um darüber eine Reportage zu schreiben. Als mir ein Dorfbürgermeister keifend (aber unbegründet!) mit einer Klage drohte, weil er meine spitze Feder unterschätzt hatte. Als sich plötzlich ein szenerelevanter Neonazi über Facebook bei mir meldete, um Insider-Informationen mit mir zu teilen.

4. Inwieweit nutzt Du das Social Web für Themen-Recherche und -Inspiration?

Eigentlich bewege ich mich den ganzen Tag im Social Web. Auf Facebook suche ich nach Interviewpartnern, die ihre Erfahrungen mit mir teilen wollen. Auf Twitter verschaffe ich mir ein Stimmungsbild zu einem Ereignis oder lasse mich inspirieren: Was bewegt die Twitter-Gemeinde? Welches Thema wird besonders kontrovers diskutiert?

5. Blogger werfen (bewusst) viele der althergebrachten Regeln über den Haufen. Sie schreiben viel subjektiver, kommentierender. Wie wird das den klassischen Fachjournalismus Deiner Meinung nach verändern?

Der Medienprofi der Zukunft – egal ob Blogger, Printjournalist oder Online-Redakteur – wird durch seine Meinungsstärke, sein breites Erfahrungswissen und seine Prioritätensetzung hervorstechen. Nur Fakten und Infos zusammenzutragen reicht schon lange nicht mehr aus. Ich denke, dass Journalisten hier noch sehr viel von erfolgreichen Bloggern lernen können.

6. Ein Artikel über Dich: Welche Überschrift müsste der haben?

Die Suche nach der Headline überlasse ich dann doch lieber demjenigen, der über mich schreiben möchte. Viel Spaß! 🙂

7. Was ist Dein Trick, um ruhig Blut vor dem Redaktionsschluss zu bewahren?

Ein Geständnis: Wenn es um Deadlines geht, bin ich ein ganz schlimmer Streber. Ziemlich altmodisch hängt über meinem Schreibtisch ein Papierkalender, in den ich alle wichtigen Deadlines kritzle. Mit größeren Stücken bin ich meistens schon einen Tag vor der Abgabe fertig. Der Grund: Ich hasse Stress! Deshalb versuche ich meine Recherchen so organisiert und durchdacht wie möglich durchzuführen.

8. Wie schaltest Du vom Job ab, oder denkst Du rund um die Uhr an die Headline von morgen?

Abschalten ist schwierig. Meine journalistische Nase ist auch beim Feierabend-Bier mit Freundinnen dabei. Denn die besten Ideen entstehen im Gespräch mit Freunden und Fremden – oder eben im Social Web. Wer die Leidenschaft zum Beruf macht, muss damit leben, dass es keinen klassischen Feierabend gibt.

9. Wenn wir hier mal den besten Fachartikel küren würden: Welchen Deiner Berichte würdest Du einreichen? Und warum?

Im Fachjournalismus tummle ich mich noch nicht allzu lang. Bisher habe ich vor allem für Publikumsmedien wie DIE ZEIT, Spiegel Online oder den Berliner Tagesspiegel geschrieben.Für LEAD Digital verfasste ich neulich einen Artikel über den Supermarkt der Zukunft; für DIE ZEIT schrieb ich schon über Industrie 4.0 im Mittelstand, Crowdsourcing  oder Gamification.

10. Kein Mensch ist perfekt. Welchen Ratschlag wolltest Du Deinem Chefredakteur immer schon mal geben?

Manchmal wünsche ich mir, die Redaktionen würden sich besser in die Lage von uns Freiberuflern versetzen. Wir haben unterschiedliche Auftraggeber und Deadlines, mit denen wir jonglieren müssen. Da können wir nicht jede Nachfrage innerhalb von einer halben Stunde erledigen.

11. Was machst Du in fünf Jahren?

Hoffentlich dasselbe, nur noch besser!

 

Anja Reiter, geboren 1988, studierte Journalismus, Geschichte und Politikwissenschaften in Graz und München. Nach einer Hospitanz in der Hamburger ZEIT-Redaktion schreibt sie heute als freie Journalistin u.a. für „Die Zeit“, „enorm“ und „Lead Digital“ über Wirtschaft, Bildung und Digitales. Sie wohnt und arbeitet in München. Auf Twitter ist Anja unter @die_anjuschka zu finden.

In unserer Blog-Reihe „My way to cocodibu“ befragen wir regelmäßig Kolleginnen zu ihrem Volontariat bei cocodibu. Heute berichtet Esther von ihrem Einstieg in die PR-Welt. Esther studierte Amerikanistik und gehört seit Oktober 2015 zu unserem Team.

 1. WaruEsther Schwanm hast du Dich bei cocodibu beworben?

Dass ich gerne in die PR wollte, war mir „schon“ in den letzten Zügen meines Studiums klargeworden. Nach meinem Abschluss wollte und musste ich erstmal ein Praktikum machen, um abzuklopfen, ob mir mein Wunsch dann auch in der Praxis wirklich liegt. Nach dem Praktikum war klar: PR it is. Da ich mein Volontariat unbedingt in einer Agentur machen wollte, habe ich also nach guten PR Agenturen in München gesucht. Ein bisschen Recherche später stand für mich cocodibu fest: Spannende Kunden, zufriedene Mitarbeiter und Digital Business als zukunftsträchtige Branche? Da muss ich mich bewerben!

2. Wie war Dein Bewerbungsgespräch?

Ich war ganz schön aufgeregt, da ich das Volontariat ja unbedingt haben wollte. Die Aufregung war aber ziemlich schnell verflogen und ich hab mich während des Gesprächs sogar wohl gefühlt. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Stefans Begeisterung für meine auf den ersten Blick doch recht eigenwillige Studienfachwahl. Vorher hatte ich da immer eher ein „Was denn das und was bringt das?“ geerntet.

3. Was hast Du in Deinem Volontariat gelernt?

Ich stecke ja noch mitten in meinem Volontariat, deshalb habe ich auch bestimmt noch einiges zu lernen. Auf der anderen Seite habe ich bisher auch schon richtig viel mitgenommen. Pressemitteilungen, Blogbeiträge, Gastbeiträge und mehr standen schon auf dem Programm. Was ich besonders gut finde: das Wissen wird nicht theoretisch vermittelt, sondern ich nehme es praktisch mit (das hat mir vor allem während meines Studiums doch eher gefehlt).

4. Was hast Du noch nicht gelernt?

Schlagfertigkeit… Und dem Scanner beizubringen, genau das zu machen, was ich möchte…

5. Was war Dein Lieblingsprojekt während des Volontariats?

Es gab schon einige Projekte, die mir sehr viel Spaß gemacht haben und es werden sicherlich noch einige dazukommen. Mir gefallen die Triple-A Auswertungen der webguerillas wirklich gut. Manchmal brauche ich dann doch eine gute Ladung Zahlen, in die ich mich erstmal verbeißen kann, um danach daraus eine spannende PM zu schreiben.

6. Wenn Du Chef von cocodibu wärst, dann …

…würde ich ein Spielzimmer mit Hundewelpen einrichten 😉

7. Wie hat sich durch Dein Volontariat der Blick auf das Berufsleben verändert?

Bisher hat sich mein Blick eigentlich noch gar nicht verändert. Außer, dass die Horrorgeschichten, die mal teilweise über Agenturen hört (Wochenendarbeit und Überstunden ohne Ende) zum Glück auf cocodibu nicht zutreffen.

8. Was machst Du in zehn Jahren?

Quelle: tumblr

Quelle: tumblr

Siehe Bild… Scherz… Was ich in zehn Jahren machen werde, das weiß ich in zehn Jahren. Für solche langfristigen Pläne ist die Unsicherheit doch ein bisschen hoch.

9. Welcher Ordnungstyp bist Du?

Nur das Genie beherrscht das Chaos 😉 Spaß beiseite. Ich pendle stetig zwischen Chaot und Organisator. Ich brauche alles immer griffbereit um mich herum, schreibe vieles handschriftlich, weshalb es für den ungeschulten Beobachter sicherlich auf den ersten Blick ziemlich chaotisch aussieht.

Esthers Arbeitsplatz bei cocodibu

Esthers Arbeitsplatz bei cocodibu

10. Du in den Augen Deiner Bürokollegin?

Nadine: „ESTHER: Nicht nur ein effizient arbeitender „Roboter“ zur Erstellung professioneller PR-Texte, sondern auch noch eine talentierte und liebe Kollegin, mit der man in konzentrationsschwachen Momenten richtig Spaß haben kann. Das Allgemeinwissens-Paket war bei ESTHER übrigens inklusive – täglich informiert sie mich daher über globale Krisenherde samt relevanter Protagonisten sowie aktuelle – doch eher lokale – Einsätze der Münchner Feuerwehr. Das Schwan’sche Rundum-sorglos-Paket quasi! :)“

 

Wie sieht der Journalismus von morgen aus? Was müssen Journalisten heute schon können? Und wie werden sie sich künftig finanzieren? Es passiert gerade ziemlich viel in der Medienwelt. Welche Richtung dies nimmt, weiß keiner so genau. Und trotzdem: Junge, talentierte Schreiber zieht es weiterhin in den Journalismus. Wir stellen sie  in unserer Reihe Junge Journalisten vor:  Redakteure, Reporter, Blogger und Publizisten unter 33, die sich mit der Online-Branche beschäftigen. Heute mit Julia Wadhawan, Redakteurin bei der absatzwirtschaft, wo sie die Leitung des Ressorts Technik und Innovation inne hat.

1. Seit wann steht für Dich der Berufswunsch Journalist fest? Was gab den Ausschlag?

Julia Wadhawan, absatzwirtschaft, Junge Journalisten

Julia Wadhawan

Nach der Schule habe ich zuerst angefangen Musik zu studieren. Ich merkte aber schnell, dass mir das zu diesem Zeitpunkt zu einseitig war. Ich brach also ab und stand erneut vor der Frage, was mir eigentlich Spaß macht. Weil mir die Antwort schwer viel – ich finde an so vielen Dingen Interesse – habe ich auch meine Studien-Fächer recht breit gestreut gewählt: Publizistik, Jura, Philosophie. Durch eine Bekannte kam ich dann zur Lokalzeitung, ich brauchte ja einen Nebenjob. Das machte mir viel Spaß, weil ich mehrere Dinge tun konnte, die ich liebe: Lernen, Menschen begegnen, lesen, schreiben. Ich war immer eine Leseratte und habe schon in der Grundschule Gedichte und Geschichten geschrieben. Auf den Nebenjob folgten dann verschiedene Praktika. Den Entschluss, letztlich Journalistin zu werden, habe ich aber erst gegen Ende meines Studiums gefasst, es folgte das Volontariat beim Handelsblattverlag.

2. Ist Dein Arbeitsalltag wie Du ihn Dir vorgestellt hattest, oder gab es im positiven wie negativen Sinne Überraschungen?

Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich mir den Alltag vorgestellt habe – oder ob ich überhaupt eine Vorstellung davon hatte. Es kommt ja immer darauf an, in welchem Bereich man im Journalismus arbeitet – als Autor, Reporter oder Redakteur etwa. Momentan bin ich irgendwie alles, die Abwechslung macht mir Spaß. Manchmal wünsche ich mir aber, ein wenig mehr rauszukommen. Das viele Sitzen ist nichts für mich.

3. Was war Dein skurrilstes Erlebnis bisher in Deiner Berufslaufbahn?

Eine regierungsnahe Institution in Singapur wollte erheblichen Einfluss auf ein journalistisches Projekt nehmen, dass meine Volontärsklasse dort umgesetzt

hat. Sie wollten unsere Gesprächspartner wissen und Themen bestimmen. Das fand ich befremdlich und hat uns gezeigt, wie stark die Presse in anderen Ländern kontrolliert wird. Nachdem mein Beitrag über das politische System im Heft erschien, haben sie im Verlag angerufen und sich beschwert.

4. Inwieweit nutzt Du das Social Web für Themen-Recherche und -Inspiration?

Facebook und Twitter sind wichtige Nachrichtenquellen für uns. Ich schaue jeden Tag mehrfach auf die Plattformen, um Themen zu scannen.

5. Blogger werfen (bewusst) viele der althergebrachten Regeln über den Haufen. Sie schreiben viel subjektiver, kommentierender. Wie wird das den klassischen Fachjournalismus Deiner Meinung nach verändern?

Ich glaube, dass die Branche dadurch menschlicher wird und das kann ihr durchaus gut tun. Das richtige Maß ist dabei natürlich wichtig.

6. Ein Artikel über Dich: Welche Überschrift müsste der haben?

„Eine Frau, sieben Leben“ oder „Volkskrankheit Entscheidungslegasthenie“ – beide Titel führen darauf zurück, dass ich mich manchmal seeeehr schwer tue, mich zu entscheiden und meistens zu viele Dinge auf einmal tun und zu viele Menschen auf einmal sein will.

7. Was ist Dein Trick, um ruhig Blut vor dem Redaktionsschluss zu bewahren?

Richtigen Druck zum Redaktionsschluss haben wir eigentlich nicht, da wir monatlich erscheinen. Die Produktion läuft also immer nebenher. Wenn ich mich stark konzentrieren muss, hilt: Kopfhörer auf oder Oropax rein, heißer Tee und einfach weiter machen.

8. Wie schaltest Du vom Job ab, oder denkst Du rund um die Uhr an die Headline von morgen?

Mir ist es sehr wichtig, nicht nur Journalistin oder Redakteurin zu sein. Obwohl ich gestehen muss, dass ich bereits dieser Berufsrankheit erlegen bin: Jede Geschichte wird im Kopf zur Headline geformt. Aber wenn ich die Bürotür hinter mir zuziehe, lasse ich zumindest auch die alttäglichen Aufgaben hinter mir. Das gelingt mir ganz gut. Ich mache dann Sport oder Musik oder treffe mich mit Freunden zum Doppelkopf spielen;-)

9. Wenn wir hier mal den besten Fachartikel küren würden: Welchen Deiner Berichte würdest Du einreichen? Und warum?

Ich bin nicht gut darin, meine eigene Arbeit zu loben.

10. Kein Mensch ist perfekt. Welchen Ratschlag wolltest Du Deinem Chefredakteur immer schon mal geben?

Hat diese Frage  bisher jemand wirklich beantwortet?

11. Was machst Du in fünf Jahren?

Das kann ich jetzt nicht entscheiden.

 

Julia Wadhawan, 1987 geboren, studierte Publizistik, Journalismus, Philosophie und Öffentliches Recht in Mainz und Bogotá. Erste Schreib-Schritte  machte sie im Lokaljournalismus in Mainz, später folgten Ausflüge zum WDR, Deutsche Welle, Horizont und ins ARD Auslandsstudio Singapur. Julia Wadhawan absolvierte eine Ausbildung zur Redakteurin an der Georg von Holtzbrink-Schule für Wirtschaftsjournalisten und war danach für Meedia.de, absatzwirtschaft, Handelsblatt und Die Zeit tätig. Aktuell hat sie die Leitung des Ressorts Technik & Innovation beim  Fachmagazin absatzwirtschaft inne und ist weiterhin als freie Autorin in Hamburg tätig. Twitter @JuliaAnjuli

Essig_ÖlDie perfekte Beziehung gibt es nicht. Das wissen nicht nur die Sozialwissenschaftler, Anthropologen und Forscher, die in unzähligen Studien über das Zusammenleben von Individuen philosophiert, oder womöglich etwa nur spekuliert haben.
Das weiß jeder Mensch, der schon einmal in einer Beziehung steckte – welcher Natur diese auch immer gewesen sein mag.
Der eine liebt seinen Partner, der andere sein Auto, und der nächste frönt der Völlerei und gibt sich ganz den kulinarischen Genüssen dieser Welt hin. Wie dem auch sei, in meiner Branche scheint doch das Zwischenmenschliche mit am Interessantesten und auch am Naheliegendsten zu sein, also rein auf beruflicher Ebene.

Meine Branche erstreckt sich über die verschiedensten Ecken der schönen bunten Medien- und Digitalwelt, wobei der Fokus ganz klar auf dem Miteinander von Journalisten und PR-lern liegt.
Ich bin als PR-Managerin bei cocodibu tätig, und frage mich tagtäglich welcher journalistische Kopf hinter einer bestimmten Story steckt. Wie tickt ein bestimmter Redakteur von der Internet World Business, und wie unterscheidet sich sein Interessengebiet beispielsweise von dem dieser einen Redakteurin bei der Absatzwirtschaft? Aus beruflicher Perspektive kann und sollte man schon zwei Takte darüber nachdenken. Schließlich möchte man den richtigen Mann/ die richtige Frau für den Job – in meinem Fall für ein bestimmtes Thema gewinnen.

Ich denke also erstaunlich viel über die Menschen hinter dem Journalisten-Berufsbild nach – quasi die Metaebene dahinter – und komme zu der Frage: Bin ich eigentlich auch mal in deren Bewusstsein oder – im besten Fall – anonymer Tippgeber für die nächste Story? Einen Hinweis auf die Antwort dieser Frage bekommt man nur im persönlichen Austausch.

Journalisten sind auch Menschen

Auch wenn es die perfekte Beziehung nicht gibt, so kann man doch daran arbeiten und sich bemühen – selbstverständlich sind damit immer beide Seiten gemeint. Womöglich gewinnt man dabei wertvolle Insights über die Spezies Journalist und stellt ganz beiläufig fest, Journalisten sind auch Menschen. Die fahren doch tatsächlich ebenso gerne in den Urlaub, genau wie ich – z.B. nach Peru, nach Kuba oder sogar mal auf Malle. Diese Erkenntnis ist so vorhersehbar wie erfrischend zugleich. Welche Journalisten damit gemeint sind, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Regel Nr. 1: Verrate niemals deine Quelle. Die “Betroffenen“ erkennen sich vielleicht bereits selbst beim Lesen.

Zu oft wird auf dem Klischee der ach so schlechten Beziehung zwischen Journalisten und PR-lern herumgeritten. Ehrlich gesagt, hat sich das doch wirklich abgenutzt, zumindest für mich. Es geht mittlerweile viel stärker um Netzwerken und darum, dass gute Inhalte produziert werden. Wir arbeiten zwar aus unterschiedlichen Perspektiven heraus, aber wollen doch alle – Vorsicht Buzzword – guten und relevanten Content.

Ich finde der Vergleich der Vinaigrette trifft es ziemlich gut, Journalisten und PR-ler sind wie Essig und Öl. Nicht wirklich vermengbar, aber in Kombination spannender als die einzelnen Bestandteile für sich.

10 PR-Tipps für FinTechsWenn Unternehmen mit einem erklärungsbedürftigen Produkt an den Start gehen, ist PR ein wichtiges Element im Kommunikations- und Marketing-Mix. Das gilt besonders für FinTech-Unternehmen, die häufig sehr erklärungsbedürftige Produkte haben. Aber wie macht man PR in einem Segment, das einerseits boomt, andererseits aber erst Vertrauen aufbauen und den Bürgern zudem erklären muss, wo der Mehrwert der Leistungen überhaupt liegt?

Als Einstieg haben wir 10 Tipps für die FinTech-PR zusammengestellt:

1. FinTech ist nicht gleich FinTech
Zahlreiche Finanztechnologie-Unternehmen werden derzeit mit völlig unterschiedlichen Ansätzen gegründet: Da gibt es Unternehmen, deren Angebote sich eher an den Endkunden richten (B2C) und Firmen, die eher als Dienstleister für Banken oder Finanz-Unternehmen arbeiten (B2B). Und es gibt FinTechs, die sowohl B2B als auch B2C abdecken. Auch was die Produkte betrifft, gibt es große Unterschiede: Von der einfach zu verstehenden Vermittlungs-Plattform für Tages- und Termingeld über die Crowdlending-Plattform bis hin zum komplett mobilen Bankkonto. Je bekannter ein Finanzprodukt beim Konsumenten, umso geringer ist der Erklärungsbedarf! Je  innovativer eine neue technologische Lösung, desto mehr muss das FinTech erklären und um Vertrauen werben. Deshalb gibt es auch nicht die EINE PR-Strategie für FinTechs, sondern sinnvollerweise nur individuelle Lösungen.

2. Verstehen kommt vor Vertrauen
Im FinTech-Mikrokosmos kennen sich die Insider und in den einschlägigen Fachmedien, Blogs und Podcasts wird exzessives Fachchinesisch gepflegt: Von API bis Blockchain, vom Robo-Advising über die Mobile Wallet bis zum Peer-to-Peer-Payment. Der „normale“ Bankkunde versteht dieses Vokabular nicht. In einem Land, in dem weniger als fünf Prozent der Einwohner Aktien besitzen, müssen FinTech-Unternehmen immer auch ein wenig Gattungsmarketing mit ihrer Außenkommunikation betreiben, um den Markt und die Menschen von ihren neuen Angeboten zu überzeugen. Bevor Vertrauen in das Unternehmen oder die Marke aufgebaut werden kann, müssen – gerade wenn Endkunden die gewünschte Zielgruppe sind – die Menschen den zentralen Service des FinTechs verstehen. Und das in einem Halbsatz!

3. Personalisierung und Geschichten erzählen
„Es waren einmal drei Freunde, die kannten sich von der Uni. Einer war eher ein Nerd, der Zweite ein genialer Verkäufer und der Dritte ein Organisationsgenie.“ Sie ahnen, was jetzt kommt? Die Boygroup-Gründerstory eines Start-Ups. Xmal in den Medien erzählt, trotzdem immer wieder gern genommen. Am Trend zur Personalisierung in den Medien kommen auch FinTechs nicht vorbei. Wer zudem Storytelling als Stilmittel der PR nicht beachtet, verschenkt Potential für den Markenaufbau. Also, erzählen Sie rund um Ihr Unternehmen und Ihr Management gute Geschichten, aber keine Märchen.

4. Vertrauen ist gut, Reichweite nötig(er)
Geld ist für die Deutschen ein eher zwiespältiges Thema. Natürlich finden wir es grundsätzlich wichtig, aber wir beschäftigen uns viel zu wenig damit. Neuartigen digitalen Lösungen im Kredit- und Zahlungsverkehr begegnen viele Menschen (und darunter sind auch noch viele Journalisten) zudem noch mit einer gehörigen Portion Skepsis. Gleichzeitig wollen die StartUps unter den FinTechs aber mit ihren PR-Aktivitäten möglichst viele Menschen in kurzer Zeit erreichen, überzeugen und vor allem für die neuen Services gewinnen. Bei diesem Spagat zwischen langfristigem Markenaufbau und schnellem Vertrieb scheitern viele Kommunikationsansätze. PR alleine kann diesen Spagat nicht bewältigen. Dazu benötigt es einen intelligenten Mix aus Owned, Paid, Earned und Social Media.

5. Transparenz muss sein, aber wie viel?
Das öffentlich Ansehen der Banken hat gelitten in den vergangenen Jahren.Trotzdem ist der Vertrauensbonus, den klassische Finanzinstitute genießen, immer noch überwältigend hoch, verglichen mit FinTech-StartUps, die bei Null starten. Um Werte wie Sicherheit und Zuverlässigkeit zu vermitteln, ist es besonders wichtig, das Vertrauen der Bürger, Investoren und Journalisten durch eine transparente Kommunikation für das eigene Unternehmen und Produkt zu gewinnen. Nur wie soll das mit dem Organisationsgrad mancher StartUps zusammenpassen? Und wie viel Transparenz muss sein? Darauf gibt es leider keine allgemeingültige Antwort, nur individuelle Lösungsansätze.

6. Der Kommunikationsmix muss stimmen
Wirtschafts- und Fachmedien, Social Media, Online-Foren und -Communitites, Influencer und Blogger bis hin zum TV-Spot: Es gibt viele Möglichkeiten für FinTechs, sichtbar zu werden. Wie der beste Kommunikationsmix für Ihr FinTech-Unternehmen aussieht, hängt massgeblich von Ihren Zielgruppen und deren Mediennutzung ab. In der Regel werden Sie selten lange nur mit einem Kanal erfolgreich sein. Deshalb sollten Marketing, PR und Social Media Hand in Hand gehen und sich eng abstimmen.

7. Blogger und Influencer spielen eine wichtige Rolle
In der noch jungen FinTech-Szene haben Influencer einen großen Stellenwert für die Meinungsbildung. Denn auch spezialisierte Journalisten informieren sich in den Blogs, Podcasts oder Newslettern der Experten und Meinungsführer. Allerdings müssen Sie Influencer anders ansprechen als klassische Journalisten. Pressemitteilungen sind da eher wenig hilfreich. Gefragt sind, Sie ahnen es, individuelle Ideen.

8. Zuhören statt ausschließlich aussenden
Um besser einschätzen zu können, wie Journalisten und Multiplikatoren, aber auch der normale Nutzer, über Ihr Segment oder Produkt denken, sollten Sie aktiv Themenmonitoriong betreiben. In den Medien aber auch in den sozialen Netzwerken. Dazu gibt es mittlerweile bezahlbare Tools, die in der Regel gute und hilfreiche Ergebnisse liefern – und Ihnen außerdem eine Einschätzung geben, wie populär Ihr Thema, Ihr Produkt oder Ihr Unternehmen und Ihre Wettbewerber bereits sind. Ein bißchen Hirnschmalz brauchen Sie aber beim Aufsetzen des Monitoring, denn „FinTech“ als alleiniges Keyword liefert Ihnen beispielsweise viel zu viel Input.

9. Zahlen über das Zahlen erheben und veröffentlichen
Journalisten in Deutschland lieben Zahlen und Statistiken. Nutzen Sie die Möglichkeiten von repräsentativen Meinungsumfragen und Marktanalysen, um für Ihr Segment relevante Daten zu liefern. Denn mit Umsatzzahlen werden Sie in der Regel anfangs nicht punkten können.

10. Je digitaler das Produkt, desto mehr Gesicht zeigen
Messen, Workshops, Meetups oder Konferenzen – für die FinTech-Szene gibt es mittlerweile zahlreiche Veranstaltungen und Events, die einen Besuch lohnen. Entweder als Referent, um das eigenen Unternehmen vorzustellen, oder als Netzwerk-Basis, um  wertvolle Kontakte zu Journalisten, Investoren und Entscheidern oder interessierten Kunden zu knüpfen. Auch in der digitalen Welt entsteht Vertrauen immer noch durch den persönlichen Kontakt. Und je digitaler Ihr Produkt ist, desto mehr Gesicht sollten Sie als Unternehmen zeigen.

Unabhängig davon, wie viele der Tipps Sie beachten und umsetzen. PR ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf auf Treppen, bei dem sie Stufe für Stufe nehmen müssen. Darauf sollte Ihr Businessplan Rücksicht nehmen.

Financial Technology

PR-Strategien für FinTech-Unternehmen setzen meist auf mehrere Kommunikationskanäle

Credit: Benjamin Egger

Credit: Benjamin Asher

Wer letzten Freitag – es war Freitag der 13. – durch das Münchner Glockenbachviertel spazierte, der traf nicht auf schwarze Katzen und Leitern. Es waren vielmehr Kunstwerke, die  zum Staunen anhielten: Seitdem zieren nämlich spannende Kunstwerke eine Fensterfront in der Pestalozzistraße.

Grund für die Neugestaltung ist aber weniger eine lokale Umgestaltungs-Maßnahme der TV-Deko-Queen Tine Wittler als eine Kunst-Aktion der Werbeagentur webguerillas. Unter dem inoffiziellen Motto „SCHAUfenster – Künstlern eine alternative Werbefläche bieten“ finden aufmerksame Spaziergänger ab sofort Werke bzw. Fotografien von ambitionierten Künstlern im Schaufenster der webguerillas. Die Ausstellung ist für Künstler und Aussteller gleichermaßen kostenlos und läuft rund um die Uhr. Damit die Werke auch für Münchner Nachtschwärmer gut sichtbar sind, setzen Spotlights die Werke des Nachts gekonnt in Szene.

Den Startschuss für die Projekt-Reihe macht der junge Fotograf Julian Mittelstädt. Gemäß dem Motto „#ÖffentlichZensiert“ fotografiert der 25jährige Münchner Passanten, deren Gesichter geschickt durch Gegenstände verdeckt, also quasi zensiert werden. Daraus resultieren Bilder mit einer einzigartigen Perspektive, in denen die Menschen fremd wirken – jedoch gleichzeitig echt und ungestellt erscheinen. Mit seinen Bildern macht der Student auf die Debatte um die Rechte am eigenen Bild aufmerksam. Durch das Netz werden unsere Bilder – und damit auch unsere Gesichter – zum Allgemeingut. Die Bilder von Julian Mittelstädt verdecken unser persönlichstes Merkmal daher ganz bewusst.

Die Ausstellung „#ÖffentlichZensiert“ ist erst einmal für einen Zeitraum von drei Wochen geplant. „Das machen wir ganz nach Gefühl. Zwar stehen bereits andere Künstler in den Starlöchern, allerdings ist das Timing flexibel und letztlich eine Frage der Absprache mit den Künstlern. Uns freut es einfach, dass wir unser Agentur-Schaufenster als Plattform für gute Zwecke einsetzen können“, so die webguerillas-Strategin Marlies Bayha, die das außergewöhnliche Projekt mit dem Art Director Benjamin Asher und dem Creative Director Stephan Schwade leitet. Gemeinsam luden sie anlässlich des Ausstellungs-Starts zu einer kleinen Vernissage, bei der es für die geladene Bloggerin Sharon Brehm von MUCBOOK die Möglichkeit gab, Kunst und Künstler genauer kennenzulernen.

Wir von cocodibu waren natürlich auch vor Ort und haben es uns nicht nehmen lassen, den einen oder anderen Schnappschuss für unseren Blog zu machen. Hier kommt also ein kleiner Vorgeschmack auf das, was Sie ab sofort in der Pestalozzi Straße 13 bestaunen können:

Credit: Julian Mittelstädt

Credit: Julian Mittelstädt

Credit: Julian Mittelstädt

Credit: Julian Mittelstädt

 FinTechs werden die Finanzbranche und das Segment der Finanzdienstleister dauerhaft verändern. Damit die verschiedenen Zielgruppen der Öffentlichkeit (Investoren, Kunden, Nutzer) von den Produkten, Plänen und Services der FinTechs erfahren, sollten die Unternehmen sich bestmöglich mit relevanten Journalisten und Multiplikatoren der Szene vernetzen.

Aber wer sind die wichtigsten Influencer für die FinTech-Branche?  Wir haben für Euch 15 wichtige Experten und Journalisten aufgelistet, die man unserer Meinung nach auf jeden Fall kennen sollte, wenn man FinTech-PR betreibt:

Die Influencer für FinTech-PR

André M. Bajorat ist der Tausendsassa der FinTech-Branche. Neben seiner Tätigkeit als CEO von figo ist er auch als Mentor unterwegs und im Advisoryboard von FinLeap tätig. Er twittert erfolgreich unter @ambajorat und betreibt einen eigenen Blog, auf dem sich alles um FinTech, Banking, Payment, Mobile und Loyalty dreht.

Tobias Baumgarten ist gelernter Bankkaufmann und studierter BWLer und bloggt auf aboutfintech.de leidenschaftlich gerne über FinTech und Banken. Er arbeitet als Spezialist für Multikanal-Banking bei der Hamburger Sparkasse AG, den Hamburgern als Haspa bekannt, und twittert unter @aboutfintech.

Clas Beese ist Fintech-Experte und Co-Founder von finletter, einem kostenlosen und empfehlenswerten Newsletter mit aktuellen Nachrichten aus der deutschen FinTech-Szene. Er twittert unter @clasbeese.

Hanno Bender ist Journalist bei der Lebensmittelzeitung und bloggt auf seinem BargeldlosBlog über relevante Themen aus der Welt des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Er twittert unter @Hanno_Bender.

Friedemann Brenneis arbeitet als Journalist, Gründer, Dozent sowie als Berater in der Medienbildung. Mit „The Coinspondent“ betreibt er einen vielbeachteten und ausgezeichneten (comdirect Finanzblog-Award 2015) Blog zu den Themen Bitcoins, Blockchains und digitales Geld.

Heinz Roger Dohms ist als freier Finanzjournalist für verschiedene Medien unterwegs und twittert zusammen mit Meike Schreiber (s.u.) unter @SchreiberDohms über Banken, Märkte, Geldanlage und FinTech.

Frank Matthias Drost schreibt für das Handelsblatt unter anderem über Finanzmarktregulierung und Anlegerthemen. Dabei wirft er auch einen Blick auf die Disruption durch Fintechs,  die die Finanzbranche beschäftigt.

Philipp Habdank ist Redakteur beim Finance Magazin und schreibt dort hauptsächlich über Banken und Kapitalmarkt. Häufig finden auch News und Entwicklungen der FinTech-Branche in seinen Texten Erwähnung. Er twittert unter @Philipp_Habdank.

Alexander Hüsing ist Journalist und schreibt für deutsche-startups.de, einem der beiden zentralen Portale für Neuigkeiten aus der Gründerszene. Er interessiert sich für junge, aufstrebende Startups aus der FinTech-Welt. Alexander Hüsing twittert unter @azrael74.

Boris Janek bloggt unter Finance Zweinull über technologische Innovationen in der Finanzbranche. Er beschäftigt sich dabei mit Banken, FinTech-Unternehmen, Finanzlösungen, Innovationen und Trends der digitalen Ökonomie. Auf Twitter kann man ihm unter @electrouncle folgen.

Tim Kanning ist Journalist in der Finanzredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er schreibt kontinuierlich über die Bankbranche und lässt dabei auch die aktuellen FinTech-Entwicklungen und Startups nicht aus dem Auge.

Maik Klotz ist Consultant bei der KI-Finance GmbH. Er ist außerdem als Sprecher, Berater und freier Autor zu den Themen Mobile Payment, Mobile Loyalty, Mobile Wallet, Online-Banking und Design Thinking unterwegs. Auf Twitter findet man ihn unter @klotzbrocken.

Rudolf Linsenbarth arbeitet im Be­reich Mobile Payment und NFC bei COCUS Con­sul­ting. Er ist ein Experte in der Fi­nanz­szene und kommentiert bei Twit­ter un­ter @holimuk die aktuellen Entwicklungen und Trends. Zudem schreibt er u.a. für das IT Finanzmagazin und mobile zeitgeist.

Carolin Neumann ist freie Journalistin und Co-Founder von finletter, dem kostenlosen Newsletter mit aktuellen Nachrichten aus der deutschen FinTech-Szene. Sie twittert unter @CarolinN.

Jochen Siegert ist COO bei traxpay, einem Unternehmen, das den B2B-Commerce revolutionieren will, und zusammen mit André M. Bajorat Gastgeber des FinTech-Podcasts. Er twittert unter @JochenSiegert.

Caspar Tobias Schlenk ist Journalist und seit 2015 Redakteur bei Gründerszene, dem Online-Magazin für die Digitalwirtschaft. Dort schreibt er unter anderem über aktuelle Themen der digitalen Welt und die Startup-Szene der FinTech-Branche. Er twittert unter @casparschlenk.

Katharina Schneider ist Redakteurin beim Handelsblatt. Sie beschäftigt sich mit Verbraucher- und Anlegerrecht, den neuesten Steueränderungen und privater Geldanlage und thematisiert u.a. Überlebensstrategien für FinTechs aber auch die neuesten Trends der Branche. Sie twittert unter @KatharinasNews.

Meike Schreiber ist Redakteurin im Banken- und Finanzressort und seit 2015 für die Süddeutsche Zeitung als Banken-Korrespondentin vom Finanzplatz Frankfurt tätig. Bei der SZ schreibt sie auch über den Boom der FinTechs.

Ihr kennt noch andere empfehlenswerte JournalistInnen und/oder MultiplikatorInnen aus dem FinTech-Segment? Dann schickt gerne weitere Vorschläge an contact@cocodibu.de. Wir erweitern die Liste gerne.

5 Fin Tech-Newsletter, die wir empfehlen

Bitcoin-Newsletter: Kostenloser Newsletter von The Coinspondent zu Bitcoin, Blockchain und digitalem Geld

finletter logo

Finletter: Immer freitags kommt der deutschsprachige kostenlose Newsletter, der die wichtigsten News der Woche zu FinTechs kuratiert zusammenstellt.

it-finanzmagazin: Das Fachmagazin für IT und Organisation bei Banken,Sparkassen und Versicherungen bietet ebenfalls einen deutschprachigen Newsletter, der üblicherweise montags die interessantesten Meldungen der letzten Tage zusammenfasst

O’Reilly FinTech Newsletter: englischsprachiger Newsletter, der interessante FinTech-Trends zusammenfasst und sowohl auf die O’Reilly-Webseite als auch auf externe Quellen verlinkt

FinTech-Podcast

Paymentandbanking.com: Immer montags verschickt Andrè M. Bajorat den zu seinem Blog gehörenden Newsletter, der u.a. auf die neuesten Folgen des FinTech-Podcasts verweist und nützliche News-Links liefert.

In unserer Blog-Reihe „My way to cocodibu“ befragen wir regelmäßig Kolleginnen zu ihrem Volontariat bei cocodibu. Heute berichtet Caroline, intern „Caro“ genannt, von ihrem Einstieg in die PR-Welt.  Caroline studierte Medienkommunikation und gehört seit Januar 2015 zu unserem Team.

Caroline Klausener1. Warum hast du Dich bei cocodibu beworben?

Nach meinem Studium und trotz einiger praktischer Erfahrungen in der Kommunikationsbranche musste ich 2014 feststellen, dass der Bachelor-Abschluss mir leider doch nicht den direkten Berufseinstieg als Junior Manager oder Berater ermöglicht – deshalb musste ein Volontariat her! Ich begab mich auf die Suche nach geeigneten Stellen in Münchner PR-Agenturen und wurde bei cocodibu fündig. Der erste Eindruck vom Team, das außergewöhnliche Agenturvideo (Watch it!) und die vielfältigen Kunden aus der Digitalbranche sagten mir direkt zu. Digital kann ja nie verkehrt sein!

2. Wie war Dein Bewerbungsgespräch?

Kurz, knackig und entspannt. Naja, fast. Ich war ziemlich nervös. Aber nachdem ich schon sehr freundlich begrüßt wurde, konnte es nur positiv werden. Neben den üblichen Fragen: „Was hast du bis jetzt gemacht?“, „Warum hast du dich bei cocodibu beworben?“ musste ich mich aber auch der anspruchsvolleren Frage stellen wie „Warum willst du unbedingt ein Volontariat in einer Agentur machen, die sich auf die Digitalbranche spezialisiert hat?“. Nach dem Gespräch und einem kurzen Telefonat mit der Familie, deren Worte jetzt noch in meinen Ohren klingen: „Was? So ein kurzes Vorstellungsgespräch? Naja schauen wir mal, was daraus wird!“, bin ich froh jetzt hier zu sein!

3. Was hast Du in Deinem Volontariat gelernt?

Vieles. Vor allem das Verfassen von Pressemitteilungen, Gastbeiträgen, das Erstellen von Reportings sowie Social Media und den Umgang mit Unternehmensblogs. Nicht zu vergessen, wie ein PR-Manager mehrere Kunden und ihre Wünsche parallel unter einen Hut bringt oder es zumindest versucht… 🙂

4. Was hast Du noch nicht gelernt?

Smalltalk und die innere Gelassenheit bei vielen verschiedenen ToDos bewahren.

5. Was war Dein Lieblingsprojekt während des Volontariats?

Ich habe eher mehrere Projekte, die mir viel Spaß bereitet haben. Von Social Media Postings für einen Lifestyle-Kunden über die Vorbereitung eines Hackathons bis hin zu dem Pflegen unseres DigitalWiki Onlineglossars.

6. Wenn Du Chef von cocodibu wärst, dann …

…würde ich den Mitarbeitern freitags immer um 16 Uhr Feierabend geben. Da sind die Kunden (meistens) auch schon im Wochenende und abhängig vom Tagesgeschäft kann man den letzten Tag der Woche dann flexibler gestalten… 🙂

7. Wie hat sich durch Dein Volontariat der Blick auf das Berufsleben verändert?

Um ehrlich zu sein gar nicht. Was das Berufsleben alles mit sich bringt war mir schon vorher bewusst, aber vielleicht erfährt man durch das Volontariat noch genauer, was Verantwortung bedeutet.

8. Was machst Du in zehn Jahren?

Ich bin nicht so der Zukunftsdenker. Aber schön wären ein Haus am Meer und ein Job, der mir Spaß macht.

9. Welcher Ordnungstyp bist Du?

Für mich gehört eine gewisse Ordnung definitiv zum Arbeiten dazu. Allerdings muss ich gestehen, arbeite ich mit einer Zettelwirtschaft – gedruckt ist mir vieles lieber als digital!

Carolines Schreibtisch bei cocodibu

Caros Arbeitsplatz bei cocodibu

 

10. Du in den Augen Deiner Bürokollegin?

Nadine: „An Caro schätze ich besonders ihre direkte, aufmerksame und hilfsbereite Art! In unseren Dialekten liegt wahrscheinlich auch schon die größte Differenz zwischen uns beiden − so ergänzen wir uns gerade in Sachen Gossip, Arbeit, Humor, Leben und Familie wirklich super. Kurzum: eine Kollegin, für die man dankbar ist!“