Category: Gewesen

Die Online Marketing Rockstars gingen vergangene Woche in Hamburg über die Bühne. Weil über das Event auf Social Media, in Blogs und in der Fachpresse schon so viel gesagt und analysiert wurde, lassen wir jetzt mal den Macher zu Wort kommen:  Philipp Westermeyer. Hier im Blog zieht er Bilanz und gibt einen ersten – sehr vagen – Ausblick auf die kommenden Aktivitäten.

Philipp Westermeyer Online Marketing Rockstars

Philipp Westermeyer, Gründer der Online Marketing Rockstars

Philipp, der beste und wohl auch begehrteste Platz war der an der Bar auf der Bühne. Sag mal, was wurde da während des ganzen Konferenztages so weggetrunken? 

Philipp Westermeyer: Ich weiß es gar nicht genau, aber wir hatten da schon einiges vor. Im letzten Jahr war auch unser Buddy Paul Ripke sehr gut dabei. Er hält auf jeden Fall den Promille-Rekord.

Der erste, hochprozentige  Drink ging ja gleich am morgen von Andrew Bosworth direkt an Dich. Hattest Du danach leicht einen sitzen?

Ich kann zwar wenig vertragen, aber es ging noch.

In Deiner Eröffnungsrede sagtest Du: Deutschland ist Weltklasse im Performance Marketing. Tatsächlich fielen in der Konferenz immer wieder Sätze wie „ads suck, content rocks“. Was heißt das fürs Performance Marketing?

Ich glaube Performance Marketing ist nach wie vor sehr wichtig und ein elementarer Bestandteil erfolgreicher Digital-Firmen. Nur ganz alleine reicht es nicht mehr aus, um eine Firma weit nach vorne zu bringen. Vor ein paar Jahren war das anders.

Wobei hast Du mehr geschwitzt: Bei dem Auftritt von Fanta4 oder bei Verena Papik (musical.ly)?

Bei beiden, aber aus ganz anderen Gründen. Am Ende sind alle Profis und dann klappt es doch immer, wobei Verena natürlich sehr vorsichtig war mit ihren Aussagen.

Was war Dein persönliches Highlight der OMR17, und was würdest Du im Nachhinein nicht nochmal machen?

Mein Highlight war, dass ich durch Zufall um kurz nach 12 am Donnerstagabend im Speaker-Hotel den angeheiterten Thees Uhlmann traf, was sehr kurios war, zumal ich seine Sachen sehr schätze. Auf der rein inhaltlichen Seite fand ich das Gespräch von Trivago-Gründer Rolf Schrömgens mit Sven Schmidt sehr stark.

Du bist ja ganz gut mit dem Wacken-Veranstalter Holger Hübner. Was heißt das für die Online Marketing Rockstars im kommenden Jahr?

Tja Holger zeigt, was alles möglich ist und ist da sehr inspirierend. Wie sich das genau äußert, das müssen wir noch mal genau durchdenken.

Zum-Rockstar-Alltag gehören auch die Tourneen. Wann startet Ihr entsprechende Satelliten-Events außerhalb Hamburgs?

Da denken wir immer wieder drüber nach. Einmal im Jahr im September kommen wir ja mit einer Party zur dmexco nach Köln. Im Juni werden wir auf der K5 in Berlin am Vormittag eine Bühne bespielen und vielleicht kommt da noch das eine oder andere dazu. Ideen gibt es auch in der Mischung aus Marketing-Inhalten, Digital und Musik oder einfach Kunst.

Und: Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, Euer Event Online Marketing Rockstars zu nennen?

Das war meine Idee, aber sehr stark inspiriert von vielen Freunden aus der Venture Capital-Szene, die die Vokabel gerne für tolle Gründer, Software-Entwickler oder halt Marketing-Experten verwenden.

 

Für alle, die nicht vor Ort waren: Hier das Recap-Video

 

Achja, der leidige Teufelskreis der Werbung wird wohl niemals enden: Beinahe jeder hat einen Adblocker auf dem Rechner. Briefkästen sind seit Jahren mit bunten Aufklebern gegen Prospekte und Anzeigenblätter geschmückt (gibt es sogar in der Luxus-Variante in Edelstahl-gebürstet). Ins Kino geht man 20 Minuten später, um den lästigen Werbeblock zu umgehen und die Fernsehwerbung ist durchaus praktisch für eine kurze Pinkelpause.

Aber irgendwie müssen uns Unternehmen doch erreichen, um sich selbst und ihre Produkte an den Mann und die Frau zu bringen. Die Münchner Agentur Virtual Identity widmet sich deshalb seit einiger Zeit dem Thema UBX – Useful Brand Experience – und hat bereits zwei Konferenzen mit internationalen Cases und Speakern veranstaltet, von denen Christian hier und hier berichtete. Beispielsweise Toyota und Samsung haben bereits UBX-Kampagnen umgesetzt:

Nun war ich am vergangenen Donnerstag zum UBX Jam eingeladen, einem Workshop, bei dem rund 20 Vertreter aus der Marketing- und Kommunikationsbranche zusammenkommen und sich einen Nachmittag lang mit der Frage – und auch Antwort – beschäftigen „Wie mache ich meine beziehungsweise unsere Marke nützlich“.

Nach einer kurzen Erklärung, was UBX überhaupt ist, haben wir uns gleich in den praktischen Teil gestürzt: Innerhalb von wenigen Stunden haben wir in kleinen Gruppen für vier der anwesenden Marken(vertreter) völlig neue Konzepte entwickelt – und das war viel einfacher als gedacht.

So funktioniert‘s:

Als erstes geht es darum, den Markenkern zu definieren: Wofür steht meine Marke? Welche Werte vertritt sie? Was wollen wir nach draußen kommunizieren?

Der Weg zur nützlichen Kommunikation.

Der Weg zur nützlichen Kommunikation.

Der zweite Schritt fordert dann etwas Kreativität. Nun gilt es, den definierten Markenkern ins genaue Gegenteil zu verkehren. Als Beispiel wurde hier L’Oréal genannt, deren Ziel es ist, dass man sich schön fühlt. Genenteil davon wäre dann das Ziel, das die Konsumenten sich hässlich fühlen. Man kann sich diese Umkehrung wie ein Schatten des Markenkerns vorstellen. Hat man das Gegenteil gefunden, widmet man sich der Zielgruppe und sucht innerhalb des Gegenteils nach konkreten Alltagsproblemen. Der Clou des Vorgehens ist, dass Lösungen, die später entstehen, zur Marke passen.

In der Gruppenphase

In der Gruppenphase

Hat man dieses Gegenteil gefunden, widmet man sich den Alltagsproblemen seiner Zielgruppe. Dazu gibt es mehrere Methoden, wie zum Beispiel das „Alltagsrad“, bei dem man seinen Kunden zu einem typischen Tagesablauf befragt, die „Step-by-Step“-Methode, bei der man sich einen typischen Arbeitsablauf erklären lässt oder das „Shadowing“, bei dem man einen Kunden eine Zeit lang als stiller Beobachter begleitet und so mögliche Alltagsprobleme identifizieren kann. Da wir nun keine Vertreter der jeweiligen Kunden vor Ort hatten, mussten wir uns selbst in deren Lage versetzen und haben uns den möglichen Tagesablauf vorgestellt.

Methoden

Die drei Methoden der Alltagsbeobachtung

Bereits beim Vorstellen eines typischen Arbeitstages tauchten so viele Problemfelder und Komplikationen auf, dass es gar nicht so leicht fiel, sich für eines zu entscheiden. Als das Problem dann aber genau definiert war, waren wir aber auch schon bald bei der Lösung und präsentierten diese vor allen Teilnehmern. Ohne uns an dieser Stelle zu sehr auf die Schulter klopfen zu wollen, aber auf die Ergebnisse waren wir schon ein bisschen stolz: eine Werte-Kompass-App, die die Kunden einer Schweizer Uhrenmarke zu nachhaltigem Konsum anhalten sollte, ein mehrsprachiger Chatbot, der LKW-Fahrern im Ausland bei Pannen und Unfällen schnell an die nächste Werkstatt vermittelt, ein Bewertungssystem für ein Wissensvideoportal für Ärzte sowie eine Zahlmethode ganz ohne Bargeld, Karten oder Chips für eine klassische Bank.

Alles in allem ein sehr spannender und lehrreicher Nachmittag! Nun geht es daran, zu überlegen, wie wir diese Methoden in der Arbeit mit unseren Kunden einsetzen können.

Nicht nur Caroline war vor kurzem bei der Hilsforganisation humedica zur Hospitation, auch Esther verschlug es ins wilde Allgäu. Mittlerweile schon zum zweiten Mal. Im Juli hatte sie dort schon das Zusatztraining für Medienkoordinatoren absolviert, jetzt stand der wichtigste Punkt auf dem Programm: Das eigentliche Einsatztraining für einen möglichen Auslandseinsatz mit humedica. Innerhalb einer Woche wurde hier der Ernstfall im Katastrophengebiet simuliert. Ich habe sie in einem kurzen Interview zu ihren Erlebnissen in Kaufbeuren befragt:

Alle Teilnehmer des humedica-Einsatztrainings

Alle Teilnehmer des humedica-Einsatztrainings

Vera: Esther, Du hast Dich ja neulich tapfer beim „Test- Auslands-und-Katastropheneinsatz“ von humedica im Allgäu geschlagen. Wie viele Leute haben daran teilgenommen und was war der „Anlass“ für Euren Einsatz?

Esther: Das Einsatztraining ist für alle verpflichtend, die für humedica in einen Auslandseinsatz gehen möchten – sowohl für Koordinatoren als auch für Mediziner. Deshalb waren wir für eine Woche in Kaufbeuren unterwegs, um uns auf den Ernstfall vorzubereiten. Mit mir waren es 23 Teilnehmer, davon 8 angehende Koordinatoren und 15 Mediziner (Ärzte, Krankenschwestern, Krankenpfleger). In der Woche ging es darum, einen Einsatz im Katastrophengebiet zu simulieren und das wichtigste Handwerkszeug (theoretisch und praktisch) für den Ernstfall zu erlernen. Geschlafen haben wir in Zelten –  gar nicht so angenehm, im Allgäu wird es nachts ziemlich zapfig. Gelernt wurde sowohl drinnen als auch draußen.

Vera: Welche Aufgaben lagen in Deiner Verantwortung?

Esther: Ich gehörte zu den acht angehenden Koordinatoren. Zu Anfang der Woche wurden wir in Teams aufgeteilt, bestehend aus einem Haupt- und einem Zweitkoordinator, Arzt/Ärztin und zwei Krankenpfleger/-schwestern. Für den Anfang des Trainings war ich Hauptkoordinatorin in meinem Team, Mitte der Woche haben dann Haupt- und Zweitkoordinator die Rollen getauscht.

Wir wurden in der Trainingswoche ja auf den Ernstfall, einen Katastropheneinsatz vorbereitet, deshalb standen alle Aufgaben auf dem Programm, die wir auch in einem echten Einsatz haben werden. Und das sind ziemlich viele: Erst einmal sind Koordinatoren die Teamleiter und sorgen dafür, dass das Team gut (zusammen) arbeitet/arbeiten kann. Konkret heißt das zum Beispiel, wir tun alles dafür, dass die Mediziner ihre Arbeit machen können. Wir sind für die Ausstattung zuständig (müssen zum Beispiel die Medikamente und Ausrüstung durch den Zoll bringen), für die Verpflegung des Teams und deren Sicherheit. Zum anderen ist die Koordination mit anderen Hilfsorganisationen, lokalen Partnern und der lokalen Regierung in Katastropheneinsätzen extrem wichtig. Also sitzen wir Koordinatoren für humedica auch in den Koordinationsmeetings mit anderen Hilfsorganisationen. Dann steht noch das zusätzliche Drumherum auf dem Plan: Wir verwalten das Geld, führen Buch und schreiben jeden Abend Berichte über den Einsatz, die dann an die humedica-Zentrale gehen – auch für die Website und Pressemitteilungen. Medienkoordinatoren sind dann zusätzlich noch für die Pressearbeit zuständig (das könnt ihr in meinem alten Blogpost nachlesen). Ganz schön viel, auf das es heißt gut vorbereitet zu sein.

Unser "Compound"

Unser „Compound“ – rechts unsere Zelte und die Primary Health Care (PHC)-Station

 

Vera: Jetzt mal Hand aufs Herz – ist man sich nicht die ganze im Klaren darüber, dass alles nur eine Simulation ist, oder vergisst man tatsächlich komplett, dass es sich nur um ein gestelltes Szenario handelt?

Esther: Naja, wir waren ja nicht die ganze Zeit „im Einsatz“, sondern es gab ja auch viel Theorie-Input. Da ist einem natürlich schon klar, dass wir jetzt nicht irgendwo in einem Katastrophengebiet sitzen, sondern im Gemeindesaal. Bei den praktischen Übungen  – zum Beispiel zum Aufbau einer medizinischen Hilfsstation – verschwimmt die Grenze allerdings ganz schön schnell. Da steht man dann plötzlich irgendwo im Wald und bekommt ganz schön Angst, obwohl einem im Hinterkopf eigentlich schon immer bewusst ist, dass man sich im Allgäu befindet.

Mit meinem Evakuierungsrucksack war ich aber am Ende der Woche wie verwachsen. Den mussten wir nämlich immer dabei haben – falls wir eben im Szenario evakuiert werden müssten. Als ich am Wochenende wieder zu Hause war hab ich mich immer nach dem Rucksack umgeschaut – das war einfach selbstverständlich geworden. Mehr will ich darüber aber jetzt gar nicht verraten, denn das Einsatztraining lebt schon auch davon, dass man nicht weiß, was genau auf einen zukommt.

Vera: Wie hast Du Dich während des Einsatzes gefühlt? Gab es Situationen, in denen Du überfordert warst?

Esther: Das Einsatztraining ist ja dafür da, uns auf einen echten Einsatz vorzubereiten. Und um abzuklopfen, ob wir dafür überhaupt geeignet sind (physisch und psychisch). Da bleibt es nicht aus, dass man sich auch mal nicht so toll fühlt. Zum Beispiel wirklich anstrengend war der Schlafmangel. Los ging es für die Koordinatoren jeden Morgen mit einer Besprechung um viertel vor sieben, ins Zelt sind wir Koordinatoren meistens erst gegen 23 Uhr oder später gekommen – wir mussten ja Abends noch unsere Berichte schreiben oder einfach auch noch den Tag reflektieren. Und so wirklich geschlafen hat man dann eben auch nicht, dann gehen einem die Ereignisse des Tages nochmal durch den Kopf und man hat natürlich auch die ständige Drohung einer Nachtevakuierung vor Augen, die wir Koordinatoren dann leiten müssten.

Es gab auf jeden Fall Situationen, in die man normalerweise noch nie gekommen ist (und hoffentlich auch nicht kommen wird). Da kommt man dann doch auch an seine Grenzen – und ist im ersten Moment auch ein bisschen überfordert. Aber es gab immer eine Lösung. Außerdem waren wir im EinsatzTRAINING. Da war es okay auch mal Fehler zu machen, denn diese Fehler macht man später nie wieder.

Vera: Kannst Du Dir vorstellen bei einem echten Einsatz dabei zu sein?

Esther: Auf jeden Fall. Und ich freue mich sehr, dass humedica mich dafür angenommen hat! Jetzt heißt es für mich erstmal: Registrieren. Ich habe einige ärztliche Untersuchungen und Impfungen vor mir und ganz schön viel Papierkram zu erledigen. Wenn ich die Unterlagen alle zusammen habe, komme ich in den Freiwilligenpool und könnte jederzeit alarmiert werden – Katastrophen richten sich ja meistens nicht nach vorgegebenen Zeiten ;). Ich kann mir aber auch gut vorstellen, erst einmal auf einen der längerfristig geplanten Einsätze von humedica zu gehen. Wen es interessiert, hier  gibt es die Infos zu den geplanten Einsätzen.

Vera: Was hast Du für Dich persönlich aus dieser Erfahrung mitgenommen?

Esther: Meine Grenzen liegen weiter weg, als ich eigentlich gedacht hätte – ich darf mir also ruhig auch mal mehr zutrauen. Außerdem war die Gruppe einfach super. Ich habe echt tolle Leute kennengelernt, von denen ich auf jeden Fall hoffe, sie nochmal im Einsatz zu sehen (und auch wann anders – wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt) 🙂

 

Für alle, die ganz besonders brav bis zum Ende gelesen haben, gibt es noch ein Schmankerl: klein Esther in voller Einsatztrainings-Montur:

Vollgepackt ging es auf nach Kaufbeueren

Vollgepackt ging es auf nach Kaufbeueren

Mal angenommen, Sie wären Chef eines traditionsreichen Fahrradverleihs in einer europäischen Metropole und all ihre Räder wären in einer Farbe lackiert, sagen wir mal gelb, und überall in der Stadt gut sichtbar. Dummerweise kopiert mit der Zeit die Konkurrenz die Idee, so dass neben gelben auch grüne, rote oder blaue Räder durch die City fahren. Was nun, um sich von der Konkurrenz zu differenzieren?

 

Das Amsterdamer Kreativteam Wilmar Versprille und Matthijs Groos fand für den lokalen Fahrradverleih yellowbike eine witzige Lösung: Yellowbackie, den gelben Fahrradträger, der Touristen der Stadt zum Mitfahren einlädt. Jeder Amsterdamer, der Fahrrad-Taxi für Touris spielen möchte, um ihnen seine Stadt persönlich zu zeigen, bekommt umsonst einen gelb lackierten Radlträger, auf dem er Beifahrer mitnehmen kann. Die Aktion erzielte ein Riesen-Medienecho. Ich finde: Clevere PR und eine sympathische Idee für eine Fahrrad-Metropole wie Amsterdam, um international Gastfreundschaft auszustrahlen. In Deutschland wäre die Idee, so meine Vermutung, nach einer Minute Diskussion mit der Rechtsabteilung gescheitert und eine Diskussion über die Fahrerhaftung und das Maximalgewicht des Beifahrers entstanden.

Nach ihrer gelungenen Premiere im vergangenen Jahr schaffte es die ubx, die von der Münchner Agentur Virtual Identity organisierte Konferenz für useful brand experience, auch in diesem Jahr neben Yellowbackie mit vielen plastischen Beispielen zu zeigen, dass Marken Kommunikation auch anders interpretieren können. Aber sie zeigte auch, dass der Anspruch, Marken sollen die Welt dauerhaft zum Besseren verändern, für die allerwenigsten Brands einlösbar sein wird.

Besonders deutlich wurde das einem Beispiel: Für die Einführung des neuen 7ers, des Flaggschiffs von BMW, wählte die österreichische Agentur Demner Merlicek und Bergmann ein Feature des neuen Wagens für die Kommunikation aus: Night Vision, ein System, das Fahrer vor unbeleuchteten Fußgängern und größeren Tieren warnt. Dabei nimmt eine Infrarotkamera den Bereich vor dem Fahrzeug auf, erkennt Menschen und größere Tiere und markiert diese im Wärmebild dementsprechend in einem helleren (Personen) und einem dunkleren (größere Tiere) Gelb. An Straßenpassagen in Österreich, die besonders von Unfällen durch Wildwechsel betroffen waren, wurden digitale Plakate montiert, die für Fahrer aller Marken das Bild zeigten, dass der 7er Fahrer mit Night Vision sehen würde – also auch die Tiere im angrenzenden Wald. Die Folge: Nach Angaben von BMW ereigneten sich im Aktionszeitraum auf den Strecken mit Billboards keine Unfälle.

 

Eigentlich ein schöner Erfolg. Dumm nur, dass BMW die Billboards am Ende der Cannes-prämierten Kampagne (ein silberner Löwe) wieder abmontieren ließ. „Das Mediabudget war ausgeschöpft“, begründete BMW-Marketer Michael Bachmaier auf der ubx. Finanziell durchaus verständlich, aber vielleicht hätten sich ja auch Co-Sponsoren gefunden, die diese Maßnahme zur Verkehrssicherheit dauerhaft mitgetragen hätten. Bei etlichen ubx-Besuchern hinterließ das Entfernen der digitalen Plakate einen schalen Nachgeschmack. Wie glaubwürdig sind Marken, die sich nur innerhalb des eines Kampagnen-Zeitraums nützlich machen? Konterkariert das nicht den eigentlichen Zweck der Aktion? Oder ist es im Gegenteil aus Markensicht sogar gewollt, dass nur 7er-bzw. BMW-Fahrer das Feature einsetzen können? Und ein bißchen arg idealistisch, von Marken und Wirtschaftsunternehmen zu verlangen, dass sie sich altruistisch engagieren?

Useful Brand Experience, das zeigt die ubx16 deutlich, steht immer unter dem Finanzierungsvorbehalt. Nur Marken, die dauerhaft Geld verdienen, können sich nachhaltig nützlich machen. Gleichzeitig steigt die Erwartungshaltung von immer mehr Menschen in einer weitgehend satten Konsumgesellschaft an Marken: Sie sollen etwas bieten, was über den reinen Produktnutzen hinausgeht. Es liegt an den Produkt- und Markenverantwortlichen sowie den Kreativen, diesen Widerspruch dauerhaft auf- und einzulösen. Der Weg dahin ist eigentlich ganz einfach: „Sei interessiert, sei interessant!“, forderte ubx-Keynote-Speaker Gunter Dueck von den Teilnehmern. Die ubx selbst hat diesen Anspruch als Konferenz für nützliche Werbung jedenfalls auch in ihrem zweiten Jahr eingelöst.

Stellen Sie sich vor, Sie sind für eine nicht ganz kleine Veranstaltung verantwortlich. Sie fühlen sich Rockstargleich, weil Sie auf einer Bühne gigantischen Ausmasses stehen und Tausende junger Menschen Ihnen an den Lippen hängen. Und da sitzt neben Ihnen auf der Bühne auch noch einer Ihrer Großsponsoren. Und der COO dieses Ladens, selbst ein ganz schön cooler Hund, sagt gerade deutlich vernehmlich, dass er ihre Veranstaltung ziemlich „handgeklöppelt“ findet. Auch deshalb, weil die Toiletten backstage wohl Schwächen hätten. Das wisse der Moderator ja, weil er sich gerade selbst hinter der Halle im Freien erleichert hätte.

Und jetzt? Rot werden, im Boden versinken, Hustenanfall bekommen? Philipp Westermeyer, Moderator der Online Marketing Rockstars, entschied sich nach kurzer Irritation einfach fürs Weitermachen, obwohl ihn Christian Schmalzl, COO von Ströer, ihn gerade öffentlich als „Wildpinkler“ geoutet hatte. Ganz schön cool, oder?

Willkommen bei den Online Marketing Rockstars, die aus vielen Gründen keine „normale“ Fachkonferenz sind. Unter den offiziell gemeldeten über 16.000 Besuchern waren in diesem Jahr viele Premierengäste, die wohl –wie ich – aus Neugier gekommen sind und weil die OMR-Macher richtig gute Marketer in eigener Sache sind.

Prominent besetzte OMR-Bar (v.l.n.r.): Christoph Metzelder (JvMSports), Micky Beisenherz (Moderator und Autor), Jessica Peppel-Schulz (UDG) und Michael Trautmann (Thjnk)

Prominent besetzte OMR-Bar (v.l.n.r.): Christoph Metzelder (JvMSports), Micky Beisenherz (Moderator und Autor), Jessica Peppel-Schulz (UDG) und Michael Trautmann (Thjnk)

Und, was fühlt der Premierengast, während die Twitter-Timeline (#OMR16) in Superlativen schwelgt? Hier mein persönliches Fazit:

Die Online Marketing-Rockstars sind…

eine 1A-Show, die gut organisiert und top inszeniert ist: Jan Delay und Udo Lindenberg vor der Kaffeepause sind schwer zu toppen (wenn man deren Musik mag) und den Sound-Opener zur Konferenz konnten auch Taube fühlen. Mal ganz abgesehen von den Riesen-Screens und den Lichteffekten.

Hinterm Horizont gings weiter: Jan Delay holte vor der Kaffeepause mal eben Udo Lindenberg auf die Bühne

Hinterm Horizont gings weiter: Jan Delay holte vor der Kaffeepause mal eben Udo Lindenberg auf die Bühne

die größte Tagesvorlesung für den Online-Nachwuchs: Die Riesenbühne von gefühlten 100 Meter Länge wurde nur getoppt durch die Disziplin, mit der viele Besucher, die keinen Platz mehr im gigantischen Auditorium fanden, etliche Speaker durchstanden – im wahrsten Sinne des Wortes

– das Business-Event für die Generation Instagram und die nächste Generation der Marketers

der Meeting-Point der Unicorn-Wannabes: jede Menge leuchtende Augen bei den meist Mit- bis Endzwanzigern im Publikum, wenn auf der Bühne einerseits mit Millionen- und Milliarden-Umsätzen jongliert wurde und anderseits Fallbeispiele vorgestellt wurden (z.B. My Little Paris von Fany Péchiodat), wie aus der Leidenschaft einer einzelnen und aus einem Newsletter ein international tätiges Unternehmen werden kann

eine Konferenz mit inspirierenden und unterhaltenden Speakern: Keynote-Opener Scott Galloway, Professor an der NEW York University, präsentierte nicht nur seine spannende Sicht der Entwicklung („alles außer den GAFA/GoogleAmazonFacebookApple hat langfristig kaum eine Chance“), sondern perfomte eindrucksvoll auch als Adele-Double.

Adele Galloway

Mondelez-Social Guru Bonin Bough ging mit seinen OREO-Cases niemanden auf den Keks. Ganz im Gegenteil: Wer so präsentiert, steht eher im Verdacht, dass er was Besonderes im Keks hatte.

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– ein Ort auf dem gestandene Chefredakteure Tech-Redakteure via T-Shirt-Werbung suchen (auch sonst wäre die OMR ein absoluter Fundus für clevere Recruiter)

cooles Abend-Entertainment (muss ich der Timeline glauben, ohne einen der Gigs mit Deichkind und Fettes Brot persönlich besucht zu haben)

– ein prima Umfeld für die Sponsoren, wenn Sie denn KEINE Verkaufsveranstaltung (auch auf der Bühne) abziehen. Aber da konnte sich jeder selbst ein BILD machen.

Die Online Marketing Rockstars sind aber…

keine Lobby-Veranstaltung für Werbung – gleich welcher Gattung: Etliche der präsentierten Cases legten Wert auf die Tatsache, dass Ihr Erfolg ganz ohne klassische Werbung (auch ohne Displaywerbung) zustande gekommen ist. Nur durch Viralität und die Kraft der jeweiligen Community (wie theshaderoom.com und My litte Paris). Marketing à la Rockstars hat nichts mit der üblichen „Werbung“ der letzten Jahrzehnte zu tun.

keine Messe für schnelle Leads und Sales: die erstmals angebotene Messehalle am ersten Tag war zwar voll mit Besuchern, aber ohne jeglichen Charme und wohl auch ohne allzu viel Entscheider-Leads für die Standbesitzer. Business wurde – so das Fazit einiger Aussteller – eher weniger gemacht.

AdFraud-Diskussion am Messetag (v.l.n.r.): Moderator Roland Eisenbrand (OMR), Julian Simons (mediascale), den Rest muss ich noch nachreichen

AdFraud-Diskussion am Messetag (v.l.n.r.): Moderator Roland Eisenbrand (OMR), Julian Simons (mediascale), Olaf Mahr (Integral AdScience), Alexander Gösswein (Criteo), Ulrich Hegge (Appnexus)

– noch kein Treffpunkt für das große Media-Business…: Erste Agentur-Chefs wurden gesichtet. Die, die nicht da waren, haben wahrscheinlich jemand zum Auskundschaften geschickt. Aber Möglichkeiten, sich in Ruhe zum Gespräch zu treffen, wären auf der OMR auch eher spärlich vorhanden gewesen.

-…und deshalb auch kein Ersatz für die dmexco oder die Internet World (aber eine prima Ergänzung) und keine Konkurenz für Hardcore-Fachkonferenzen wie d3con, tactixx oder den Performance Marketing Summit

Bei der Selbstinszenierung schwankte die OMR zwischen pubertärem Protz (gebrandeter Heli vor der Halle, der aber nie flog) und dem äußerst kühlen Charme normaler Messehallen. Die Speakerbesetzung und –dramaturgie war großes Kino, weil eben (größtenteils) keine Verkaufsshow geboten wurde. Manchmal fühlte man sich aber stimmungstechnisch an die New Economy-Euphorie Anfang des Jahrtausends erinnert. Und das angesichts eines Sterbens vieler AdTech-Unternehmen, wie Scott Galloway prognostizierte.

Der Heli war da und gebrandet. Abgehoben ist er wohl nicht.

Der Heli war da und gebrandet. Abgehoben ist er wohl nicht.

Ob der OMR-Besuch etwas für Ihr Business bringt? Die ein oder andere Inspiration, möglicherweise! Wenn nicht, hat er wenigstens Spaß gemacht. Und das können in Deutschland nicht viele Business-Konferenzen von sich behaupten. Also, buchen Sie Ihre Tickets für die Online Marketing Rockstars 2017 (am 2. und 3. März), solange Ihr Controlling diesen Text noch nicht gelesen hat.

P.S.: Die Kollegin Susanne Gillner von der Internet World zieht in ihrer Rockstars Review übrigens ein wesentlich positiveres Fazit der Messe.

 

 

Am 25. Januar wurden die Goldenen Blogger an die besten Blogger des Jahres verliehen – zum mittlerweile neunten Mal: Von Snapchattern über Newsletter(-er) (Bester Blogger ohne Blog, aber mit Newsletter), Fachblogger, Politikblogger und eben auch Videoblogger. In dieser Kategorie – nominieren konnte die Netzgemeinde, die Auswahl traf die Jury bestehend aus den Bloggern und Digital Influencern Franziska Bluhm, Christiane Link, Daniel Fiene und Thomas Knüwer – siegte die Prenzlschwäbin. Ihre Mitnominierten – wie das Neo Magazin Royale mit Jan Böhmermann – ließ sie locker hinter sich. Für mich Grund genug mir mal anzuschauen, wer diese Prenzlschwäbin ist und was sie so erfolgreich macht.

Wer isch des jedzd?

Hinter dem Pseudonym der Prenzlschwäbin verbirgt sich die gebürtige Schwäbin und Schauspielerin Bärbel Stolz. Sie zog 1996 von einem kleinen Dorf auf der Schwäbischen Alb nach Berlin – genauer nach „Prenzlberg“. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Bruder dreht sie seit ungefähr zwei Jahren kurze Videos, in denen sie die Schwaben in Berlin aufs Korn nimmt – als die wohl nervigste Schwäbin, die jemals den Prenzlauer Berg unsicher gemacht hat.

Prenzlschwaebin

Bärbel Stolz alias die Prenzlschwäbin kann auch herrlich über Ditschitl Ditox läschtern

Und was isch des Bsondere?

Berlin und die Schwaben – um es mal milde auszudrücken: Die Urberliner sind nicht unbedingt begeistert von den Neuberlinern aus dem Ländle. Man erinnere sich an den Spätzlekrieg, der 2013 mit schwabenfeindlichen Schmierereien begann und mit einem Spätzleanschlag auf das Denkmal von Käthe Kollwitz seinen Höhepunkt fand. Wie schafft es also die Prenzlschwäbin innerhalb relativ kurzer Zeit auf insgesamt 2 Millionen Aufrufe ihrer Videos auf YouTube – und jetzt auch zur Videobloggerin des Jahres?

Meine Meinung: Klischees ziehen nun mal immer gut. Und wenn sie dann noch so überzeugend von der Prenzlschwäbin verkörpert werden, umso besser. Und noch dazu: Figuren, an denen man sich aufreiben kann, braucht es einfach. Denn mal ganz ehrlich: Sich über die Soja-Latte-Muttis, die mit Friedrich-Lennox und Karlotta-Virginie im Luxus-Kinderwagen die Durchgänge im Biomarkt blockieren, aufregen – da klingelt was, oder? Und genauso funktioniert die Prenzlschwäbin: Die Yuppie-Mutter, die mit ihren Kindern Bruno-Hugo-Luis und Wikipedia zum Karamell-Fleur-de Sel-Eis-Essen geht, gibt es nun mal nicht nur im Prenzlberg. Deshalb kann man überall darüber lachen.

Eine weitere wichtige Zutat im Erfolgsrezept: Der Dialekt. Wenn die Prenzlschwäbin nicht im schönsten Dialekt daherschwätzen würde, wären die Videos wahrscheinlich nur halb so lustig.

Wer jetzt selbst ein bisschen darüber lachen möchte, wie schrecklich diese Yuppie-Bio-Schwaben aus Schwabylon wirklich sind, der schaue sich das erfolgreichste Video der Prenzlschwäbin an: „Shit Prenzlschwaben say“. Und natürlich die restlichen Videos gleich dazu, denn die Prenzlschwäbin hat den Titel „Videobloggerin des Jahres“ wirklich verdient.

An Daten mangelt es nicht. An dem Wissen, sie richtig zu nutzen häufig schon. Genau aus diesem Grund trafen sich am 28. Januar 2016 Data-Experten und Marketing-Verantwortliche zum ersten W&V Data Marketing Day, um unter dem Motto „Verstehen. Anwenden. Profitieren.“ über die Herausforderung Big Data zu diskutieren.

Los gings mit Jochen Schlosser von Adform, der eloquent und kenntnisreich auch durch das gesamte Programm führte. Gleich zu Beginn versammelte er Experten von Nestlé, Siemens, Payback und .companion zu einer gemeinsamen Podiumsdiskussion. Dabei wurden vor allem eine Herausforderung besonders deutlich: Wie soll man als Unternehmen mit der extremen Datenflut umgehen? Daraus resultiert auch die Frage, was eigentlich alles gesammelt werden soll. „Die Kunst ist zu wissen, was man nicht braucht“, meint Nestlé-Manager Thomas Philipp bringt das viel gepriesene Smart Data ins Spiel. Auch hier gilt Qualität vor Quantität. Nur mit den richtigen Daten kann ein Unternehmen seine Zielgruppenansprache effizienter gestalten und gleichzeitig eine besseres Verständnis für Kundenbedürfnisse entwickeln.

W&V Data Marketing Day

Podiumsdiskussion mit (v.l.) Dr. Jochen Schlosser, Thomas Philipp, Michael Sternberg, Dr. Christian Bachem und André Pallinger (Quelle W&V)

Ein entscheidender Faktor bleibt jedoch auch im Zeitalter der Daten und Automation weiterhin bestehen: der Mensch, sprich: die Mitarbeiter eines Unternehmens. Gerade den Generationenkonflikt, der sich durch die Digitalisierung der Arbeitswelt auftut, ist eine zentrale Herausforderung. Laut André Pallinger von Payback gilt es, die ältere Generation zu schulen und das Team gleichzeitig mit „neuen Talenten“ aufzustocken. Daten richtig zu verstehen ist nämlich die oberste Voraussetzung, um daraus einen Storytelling-Ansatz kreieren zu können, so Michael Stenberg von der Siemens AG.

Facebook ist eine Goldgrube für Profilinformationen

Um eine relevante Story erzählen zu können, wird vor allem eines benötigt: kreative Impulse, die den Kunden begeistern. Wie es um das Zusammenspiel von Data und Kreation steht, wurde beim Schlagabtausch diskutiert. Zoja Paskaljevic, CEO des Dentsu Aegis-Networks, äußerte gleich zu Beginn eine steile These: Kein Unternehmen sei überhaupt in der Lage von Big Data zu sprechen, da schlicht weg niemand genügend eigene Daten zur Verfügung hat. Darum gilt es, einzelne Datenquellen zu verbinden. Facebook ist seiner Meinung nach eine Goldgrube, wenn es um relevante Kundeninformationen geht. Wie erfolgreich die Verbindung zwischen Data und Kreation bereits heute sein kann, verdeutlichte Thjnk-Gründer Michael Trautmann an den Beispielen von Nike und Dove. Während Dove die Tweets von Frauen auswertete, in denen die Unzufriedenheit mit dem eigenen Äußeren thematisiert wurde, nutzte Nike Daten aus der eigenen App, um personalisierte Animationsfilme zu produzieren.

W&V Data Marketing Day

Schlagabtausch mit (v.l.) Ralf Pfister, Dr. Michael Trautmann, Nils Hartje und Zoja Paskaljevic (Quelle W&V)

Das Nachmittagsprogramm des Data Marketing Day wurde von praxisbezogenen Themen bestimmt. Frédéric Cuny von Kienbaum Management Consultants referierte über die Relevanz von Big Data für das Recruiting und analysierte die Frage, ob Algorithmen die besseren Recruiter sind. Das Best Practice Beispiel der Commerzbank zeigte den Besuchern, wie Daten schon heute ein Unternehmen voran bringen kann. Durch ein intelligentes Datenmanagement und eine zentrale Analytik, schaffte es die Bank aus dem „Next Best Offer aus Bankensicht“ den „Next Relevant Content aus Kundensicht“ zu machen. Und das mit großem Erfolg. Bereits in den ersten vier Wochen nach Personalisierung ihrer Website brachte es der Commerzbank ein Plus von neun Prozent an Vertragsabschlüssen ein.

Prof. Dr. Gerhard Riegl von der Hochschule Augsburg zeigte einen weiteren Data-Megatrend auf dem Podium. Wie lässt sich über Emotionen das Verhalten der Verbraucher entschlüsseln? Casinos in Las Vegas sammeln und werten bereits seit Jahren die Emotionen der Spieler aus und reagieren darauf vorrausschauend, um die Spieler am Tisch zu halten. Derartige Mechanismen lassen sich auch auf die Online-Branche übertragen. In seiner Vision wird Nudging zukünftig das Marketing ablösen. Das Erschließen von Emotionen bezeichnet Prof. Riegl als die Raketenstufe der Digitalisierung. Autos seien dabei die Hotspots für das Messen von Gefühlen.

Mehr zur Podiumsdiskussion und zum Schlagabtausch bei W&V Data Marketing Day 2016 gibt es auf wuv.de

Was könnte man nicht alles über die ISPO schreiben! Über Star-Wars-Unterhosen für den Herren, die Solar-Powerbank oder den Biolite Camping-Kocher mit Handy-Aufladefunktion. Oder über meinen persönlichen Favoriten: der TreePod, eine Art Zelt und Hängematte in einem. Das „Hanging Tree House“ kann an einem Baum befestigt werden, ist aber auch so einsetzbar. Leider bin ich auf der ISPO aber noch nicht dazu gekommen, den TreePod auszuprobieren – ein anderer Messebesucher war darin eingeschlafen. Spricht zumindest für die Qualität.

Mehr oder weniger zufälliges Treffen der cocodibu-Mädels auf der ISPO – das musste gleich festgehalten werden.

 

Aber gut, widmen wir uns den fachlichen Themen: Der dritte Tag der internationalen Sportfachmesse stand unter dem Motto „Sports Communication Day“. Zwei der großen Themen waren an diesem Tag – Achtung – Storytelling und natürlich Content Marketing. Heimspiel also.
Peter Bilz-Wohlgemuth und Dominique Korschinek von The Digitale stellten in ihrem Vortrag „Content Marketing in the Sports Business“ einen Case zum Relaunch der Website www.ispo.com vor und meinten: Das Erstellen von zielgruppenspezifischen und gebrandeten Inhalten reicht nicht mehr – das Messen des Content-(Erfolgs) ist genauso wichtig!

Für eine gelungene Content-Strategie sollten Sie also drei Punkte gleich gewichten:

1. Die Inhalte selbst: Für die neue Website hat The Digitale ein eigenes Redaktionsteam eingeführt.  Gunnar Jans, vorher Süddeutsche Zeitung, ist zum Chefredakteur berufen worden. Ziel der Redaktion ist es, die Leser ganzjährig mit interessantem Lesestoff rund um die ISPO zu versorgen, z.B. mit Trends zu neuen Fitnessgeräten Interviews mit bekannten Sportlern. Sport Professionals und Endverbraucher sollen so regelmäßig mithilfe von neuen redaktionellen Formaten über Brancheninformationen auf dem Laufenden gehalten werden.

2. Technologien, also z.B. das richtige Content-Management-System, Responsibility, SEO, Tracking & Monitoring . Zum Relaunch der Website hat das Team von The Digitale Third Party Tools in die Website, beispielsweise eine Suchfunktion ähnlich wie Google Search, das Content-Management-System CoreMedia und die Software Oracle integriert.

3. Das Erreichen der Zielgruppe und das Messen des Erfolgs: Mit Web-Analytics-, SEO- sowie Social-Tools kann das Team genau sehen, wie die Website performt und welche Inhalte auf welchen Kanälen am besten ankommen. Die Maßnahmen sind in einer sogenannten Scorecard – einem Dashboard zur Messung, Dokumentation und Steuerung der Aktivitäten – für das ispo.com-Team aufgelistet. Die Ziele und Ergebnisse sind hier beispielswiese einsehbar.

Die Verbreitung von Content sollte dabei genauso wichtig sein wie die Erstellung des Contents selbst. Wussten Sie das: Es ist 34 Mal wahrscheinlicher, im Lotto zu gewinnen, als Ihren Content im Web zu finden! – Wohlgemerkt ist nicht klar, ob hier 3 oder 6 Richtige gemeint sind…

Dominique Korschinek und Peter Bilz-Wohlgemuth erklären, worauf es beim Content Marketing in Zukunft ankommt.

 

Zusammengefasst die Punkte, die laut Peter Bilz-Wohlgemuth die Chancen erhöhen, gefunden zu werden:

1. Die Zielgruppe analysieren und verstehen
2. Der Content hat einen klaren Nutzwert für die User – und beantwortet konkrete Fragen
3. Sie wissen, wo die Zielgruppe im Netz unterwegs ist und am besten erreicht wird (Facebook, Website etc.)
4. Agile Produktion von Content: Voraussagen treffen; messen, ob die ergriffenen Maßnahmen Erfolg bringen; den Prozess immer und immer wiederholen – und natürlich die eigene Content-Strategie geschickt vermarkten.

Am Dienstag hieß es für Nadine und mich bei den Digital Media Women München „Hashtag, please“.

Für das erste Meet-up im neuen Jahr trafen wir uns im Mercure Hotel in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs. Dort war ein gemütlicher, abgetrennter Bereich des neu gestalteten Restaurants/Bar extra für die Digital Media Women reserviert. Gemütliche Sitzbänke, Sessel und die schöne Einrichtung machten dem Hashtag des Abends alle Ehre: #relaxmercure.

Lecker: Die Snackplatte

Lecker: Die Snackplatte

Ein nicht-alkoholisches Freigetränk und eine kleine Snackplatte stillten den Abendhunger – einem schönen Abend mit anregenden Gesprächen stand also nichts mehr im Wege. Zu Beginn des Netzwerkens stand eine kurze Vorstellungsrunde auf dem Plan: Jeder (oh, ja – es traute sich auch ein Herr in unsere Runde: Prof. Wolf Groß war auch mit von der Partie) stellte sich mit drei Hashtags vor. Dass man es hier mit waschechten Digital-Frauen zu tun hat, war direkt klar. Digitalmarketing, Influencer Relations, Social Media, Content Marketing waren nur einige der Hashtags. Ein Hashtag stach für mich besonders heraus: #Omalachtwieder. In die Runde geworfen wurde er von Cornelia Leisch. Sie organisiert Lachtrainings für Senioren – was für eine tolle Idee!

Nach der Vorstellung ging es ans Austauschen. An unserem Tisch saßen Isabelle, die für Social Media bei FTI Touristik zuständig ist, Sunny, die bei Hattenberger Partner für das Projektmanagement verantwortlich zeichnet und Sinja – sie arbeitet im CRM bei mytheresa.com. Unsere Gespräche zogen uns so in den Bann, dass wir es gar nicht geschafft haben, uns auch mal an die anderen Tische zu setzen. Das tischübergreifende Netzwerken holen wir aber sicher beim nächsten Mal nach, versprochen!

Sunny, Nadine und Esther bei den Digital Media Women

Sunny, Nadine und Esther bei den Digital Media Women

Ach so, und hier noch unsere Hashtags: #PR #CorporateBlogging #Livingthegoodlife (Nadine); #PR #USA #Tanzen (Esther)

SMCMUC- 10. Bloggertreffen Social Media Club München Blogger

Sonntag war es wieder soweit: die Münchner Blogger-Szene versammelte sich anlässlich des 10. Bloggertreffens vom Social Media Club München im Provisorium. Grund genug für junge Digitalos wie Esther und mich, uns trotz frostiger Temperaturen am Sonntagabend Richtung Lindwurmstraße aufzumachen.

Nach einem Willkommensdrink folgte das erste Resümee: Der Altersdurchschnitt lag klar über 25 Jahren – das hatten wir ehrlich gesagt nicht erwartet. Was wir aber tatsächlich erwartet, bzw. erhofft haben, war der Austausch mit kreativen Köpfen aus der Digital-, Blogger-, und Social Media Szene – und darin sollten wir wahrlich nicht enttäuscht werden. Schnell schloss sich ein junges Pärchen unserer Runde an, um uns ihre App-Idee vorzustellen – eine Umfrage-App alleine auf Basis von Bildern. Sie fragten uns nach unserer Meinung − was wir von der Idee halten und welche Chancen wir für ihr Business-Modell sehen. Wir glauben: Für bestimmte Zielgruppen wie Restaurants und Mode-Shops durchaus denkbar. Es folgten interessierte Nachfragen, Ideen für ein erfolgsorientiertes Business-Modell sowie Anregungen zur schnellen Reichweitengenerierung und Zielgruppenaktivierung: Eigentlich genau die Art von Austausch, die wir uns erhofft haben. Man sprach über ambitionierte Blogger der Szene – darunter unsere Tipps wie „Das Münchner Kindl„, „Lindarella“ und „Style Roulette„, Erfolgsmodelle und über das Leben in der Digitalen Welt – so sind auch wir ambitionierte Instagrammer und Blog-Betreiber. Natürlich waren auch Blogger wie Thomas Gigold und Digital-Experten wie Michael Kroker und Carsten Lohmeyer mit von der Partie.

Alle Gäste fanden sich ganz offensichtlich in anregenden Gesprächen wieder, tauschten Kontaktdaten aus und plauderten über die neusten Tops- und Flops- der Digital-Branche. Ein wirklich cooler Abend unter netten Leuten, der Lust auf mehr macht: Daher geht’s heute direkt weiter zu den Digital Media Women. Wir freuen uns!