Category: Wissenswertes

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„Haben die eigentlich nicht gelernt, sich zu benehmen?“, habe ich mich schon häufig gefragt, wenn ich durch meinen privaten Newsfeed bei Facebook gescrollt habe. Menschen, die andere Menschen noch nicht einmal kennen, hauen dort teilweise unfaire und persönlich beleidigende Kommentare raus – das hat mit konstruktiver Kritik überhaupt nichts mehr zu tun. Ich frage mich, warum Menschen im Netz so häufig ihr gutes Benehmen verlieren und unter die Gürtellinie gehen. Im privaten Umfeld ist das die eine Sache, im beruflichen die andere – und für mich auch die weitaus unangenehmere und ein absolutes No Go.

Ich möchte an dieser Stelle keinen Knigge für das Verhalten im Netz verfassen, aber es gab einen Anlass, bei dem ich fand, dass das Verhalten einiger Facebook-User unterirdisch war. Ein Kunde wurde aufgrund eines Beitrags, den W&V auf Facebook veröffentlichte,  recht persönlich angegangen. Kurz zusammengefasst: Es ging um die Online-Marketing-Rockstars-Konferenz. Besagter Kunde schrieb einen Gastbeitrag dazu, warum die Bezeichnung Rockstar in der Digitalbranche eine gewisse Überhöhung der eigenen Tätigkeit suggeriert, die nicht notwendig ist. UNERHÖRT, wie kann denn jemand auf die Idee kommen, einfach so ungefragt Kritik an dem Event schlechthin zu üben? „Das geht gar nicht!“ dachten sich einige Facebook-User und machten ihrem Ärger unter dem Beitrag Luft. Was auffällig war: Die Kritik hatte mit dem Inhalt des Beitrags, abgesehen von einem einzigen Kommentar, rein gar nichts zu tun. Gestartet wurden hingegen persönliche Angriffe auf das Äußere des Kunden oder auf sein Unternehmen. Von Respekt überhaupt keine Spur. Scheinbar fühlten sich diese Facebook-User persönlich angegriffen. Das gibt aber, aus meiner Sicht, noch lange keinem das Recht, andere Menschen persönlich zu diffamieren. Was mich noch mehr verwundert hat, war, dass diese Leute sich keineswegs anonym geäußert haben, sondern  mit ihren privaten Profilen dort kommentierten. Wohlgemerkt nicht auf privater Ebene, sondern auf einem Facebook-Profil, das viel mehr im beruflichen Alltag genutzt wird. Nachdem ich gemeinsam mit meinem Kunden eine Antwort verfasst hatte, in der wir noch einmal respektvoll darauf hinwiesen, was die eigentliche Aussage des Textes sein sollte,  waren die Anfeindungen schnell vorbei.  Die Lust an einer inhaltlichen Auseinandersetzung war augenscheinlich nicht gegeben. Oder war allein die Tatsache, dass der Angegriffene in die Diskussion eingriff, der Grund dafür, dass diese augenblicklich verebbte? Das wäre mehr als schwach!

Was ist online anders?

Debatten entgleisen im Internet viel schneller als Face-to-Face. Im besagten Fall kann ich mir kaum vorstellen, dass einer derjenigen, die kommentiert haben, meinem Kunden ihre Meinung so deutlich  ins Gesicht gesagt hätte. Derartige Anfeindungen hätte ich auch eher im Kindergarten verortet, aber nicht unter Erwachsenen. Ich habe mich gefragt, warum Menschen so unfair reagieren: Neid, Unzufriedenheit, zu viel Zeit? Es geht wohl wieder mal um das Phänomen der „Unsichtbarkeit“. Ein Begriff aus der Fachsprache. Bedeutet nicht, dass sich Facebook-Nutzer anonym äußern, sondern vielmehr, dass etwas Entscheidendes fehlt: Der Augenkontakt, die Mimik, die Gestik, die Stimme des Gesprächspartners – einfach das gesamte physische Gegenüber.  Diese sogenannte „Unsichtbarkeit“ enthemmt uns, und die ein oder andere unangebrachte Bemerkung rutscht uns leichter über die Lippen oder besser gesagt: über die Tastatur.

Ein Schlag ins Gesicht

Kritisiert wird niemand gern. Erst recht nicht, wenn es keine konstruktive Kritik ist. Beleidigungen und Beschimpfungen gehen weder im Netz, noch persönlich. Besonders dann nicht, wenn es im beruflichen Umfeld ist. Dass mein Kunde mit einem Beitrag, der Leute zur Selbstreflexion zwingt, Gegenwind bekommen würde, war von Anfang an klar. Aber nicht auf diese Art und Weise. Für Betroffene ist das verletzend. Darüber hinaus entsteht schnell eine Gruppendynamik. Mobbt einer, springen andere auf den Zug auf und mobben mit.

#nohate

Also Leute, wo würden wir hinkommen, wenn wir alle einer Meinung wären? Das wäre ja sterbenslangweilig! Ich lese mir auch gerne Kritik durch, wenn ich etwas damit anfangen kann und sie nachvollziehbar ist. Wüste Beschimpfungen und persönliche Beleidigungen finde ich einfach nur lächerlich und zeugen für mich von einem schwachen Charakter. Manchmal hilft es auch sich in die Lage des anderen hineinzuversetzen und nachzudenken, bevor man tippt – das hilft sowieso immer ganz gut.

von

Der März ist innerhalb des Kalenderjahres zusammen mit dem September wohl der Monat mit der höchsten Dichte an Fachmessen und -konferenzen. Auch in unserer Branche. Und gerade in München. Da finden im März gleich sechs Veranstaltungen statt, die einen Besuch wert sind:

die Messe Internet World (7.-8.3.) für alle eCommerce-Profis
die Content Marketing Conference&Exposition (CMCX, ebenfalls 7.-8.3.)
Data Driven Marketing in eCommerce (DDME, 7.3.)
das SEO-Klassentreffen SMX (14.-15.3.)
die AFBMC für alle Facebook und Social Marketer (14.3.)
die Premiere der All Influencer Marketing Conference (15.3.)

Für alle Leser unseres Blogs haben wir von der Neuen Mediengesellschaft Ulm für die DDME und für den bereits am 13./14. Februar in München stattfindenden Performance Marketing Gipfel CPX ein spezielles Angebot: 140 € Rabatt auf sein Ticket (normalerweise 890 € für zwei Tage bei der CPX und 690 € für den DDME) erhält, wer bei der Anmeldung folgenden Code eingibt: DDME17coco oder CPX17coco.

Auch Rising Media, der Kongressveranstalter von SMX, AFBMC und All Influencer, hat ein spezielles Angebot für unserer Leser: einen 15 %-Rabatt auf das reguläre Ticket. Wie kommt Ihr an den Rabatt? Einfach auf das Banner der Veranstaltung klicken, die Euch interessiert.

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Und noch ein Spartipp: 25 % des regulären Ticketpreises von 399 € (Summit & Workshop) kann noch bis 31.März 2017 sparen, wer jetzt das Ticket für den Performance Marketing Summit von intelliAd Media (28.6., ebenfalls in München) zum Early-Bird (299 €) erwirbt. Tickets für den Summit gibt es bereits ab 149 €.

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Wir wünschen Euch viel Spass. Vielleicht treffen wir uns ja vor Ort. Oder auf bei den Online Marketing Rockstars, am 2. und 3 März in Hamburg, wo wir natürlich als Digital Groupies ebenfalls vertreten sind.

 

Das Banking der Zukunft ist eigentlich keine Bank mehr. Zumindest nicht in dem Sinne, wie wir sie heute verstehen. Sie ist ein Café mit angeschlossenem Finanzvertrieb oder eine Lounge mit Screens, auf denen Aktien oder Versicherungen erklärt, analysiert und verkauft werden können. Sie ist unterteilt in einen öffentlichen Showroom und abgetrennte Bereiche für Kundengespräche, die Privatsphäre benötigen. Und am digitalen POS der Zukunft werden alle Arten von Finanzdienstleistungen verkauft: Anleihen, Aktien, Sparpläne, Immobilienfinanzierungen,Versicherungen uvm. Möglich ist das, weil Experten für die jeweiligen Produkte per Video-Call in die Beratung mit eingebunden werden können. Alle Daten (auch die persönlichen der Kunden) liegen im System vor und können über Touchscreens unterschiedlicher Größe im Rahmen der Beratung herangezogen werden.

Noch sieht die Bankfiliale der Gegenwart natürlich ganz anders aus. Was Serviceplan gemeinsam mit seinen Partner (u.a. Cisco, EY, Vitra, Tangible Display und weshop.one) in seinem als Labor konzipierten Showroom „wefinance“ zeigt, ist aber als Vision beeindruckend. Physische Gegenstände wie z.B. ein adidas Sneaker sind so mit den Screens verknüpft, das haptische Gegenstände automatisiert digitale Information aufrufen (siehe Bild).

Quelle: Serviceplan

Foto: Serviceplan

Besonders beeindruckt hat bei der Live-Demo von wefinance die persönliche Analyse der Kundendaten, die – umgesetzt von Tangible Display – nicht nur Einkommen und Ausgaben en Detail aufschlüsseln, sondern über Grafiken, Chart und andere einfache Visualisierungen am Screen die persönlichen Finanzen anfassbar machen. Das Zuschalten von Experten im Bluescreen-Modus (der/die Experte/in kann vor jedem Hintergrund eingeblendet werden) kennt der ein oder andere Bankkunde in Ansätzen ja bereits von der Videoberatung.

Netter Gag bei Präsentation: Börsenexperte Markus Koch berichtete live von der Wall-Street über die  Auswirkungen der Trumpf-Wahl auf die Aktienmärkte.

Lauschen den Ausführungen von Markus Koch: Serviceplan-Geschäftsführer Ronald Focken (re.) und Christian Rößler (Mi.), Managing Partner, weshop.one. Foto: cocodibu

Lauschen den Ausführungen des Börsenexperten Markus Koch: Serviceplan-Geschäftsführer Ronald Focken (re.) und Christian Rößler (Mi.), Managing Partner, weshop.one. Foto: cocodibu

In diesen Genuss wird sicher nicht jeder Gast des wefinance-Shops kommen, aber ein Besuch lohnt für Banker, Finanz- und Versicherungsfirmen allemal. Wer vorerst keine Zeit findet, erhält im folgenden Video einen kleinen Rundgang:

In der ersten Folge unseres kleinen PRaxis-Lexikons „PR-Journalist, Journalist-PR“ hatten wir uns an der Übersetzung versucht, was es heißt, wenn beide Seiten sagen: „Ich melde mich!“. In Folge 2 widmen wir uns einem – angesichts der drohenden dmexco – absolut aktuellem Thema: dem Messegespräch. Oder, was passiert, wenn PR versucht Journalisten auf den Stand einzuladen, weil Kunden vor Ort mit wichtigen Journalisten sprechen wollen.

Lexikon

PR sagt:
Lieber Journalist, sind Sie auf der gamescom/dmexco oder Sonstwie-Messe? Wir würden Sie nämlich gerne an den Stand unseres Kunden X zu einem Gespräch mit dem Vorstand/Geschäftsführer/Entscheider Z einladen?“
und meint:
Hofffentlich stimmt die Akkreditierungsliste und er ist überhaupt auf der Messe. Und hoffentlich fragt er jetzt nicht nach, was die News sein soll, die er vom Kunden gerade am Stand erfahren soll.

Journalist sagt:
„Wenn nichts Dringendes dazwischenkommt, bin ich vor Ort. Allerdings nur einen Tag und ich bin schon  ziemlich dicht mit Terminen. Gibt es denn etwas Berichtenswertes, was mir ihr Kunde unbedingt am Messestand erzählen muss.“
und denkt sich:
Du bist jetzt der 30. PRler, der mich vor der Messe nervt. Und bisher hatten 29,5 KEINE relevante News. Ich fahr doch nicht dahin, um Smalltalk an Eurem Stand zu machen, wo ihr doch schon letztes Jahr nichts Vernünftiges zu Essen und Trinken hattet.

PR sagt:
„Der Vorstand/Entscheider würde Sie gerne mal persönlich kennenlernen und sich mit Ihnen über aktuelle Marktentwicklungen unterhalten. Eine spezielle News oder etwas Exklusives für Sie gibt es vor Ort zwar nicht, weil wir ja bereits vor der Messe über unsere Neuheiten informieren, aber wir haben etliche neue Produkte, die wir zur Messe vorstellen werden.
und denkt sich:
Hast ja recht mit Deiner Rückfrage, aber wäre doch trotzdem ganz nett, mal dem Vorstand die Hand zu schütteln und ihn persönlich kennenzulernen, oder?. Muss ja nicht lang sein. Ein Kaffee, ein Handshake würde doch auch reichen. Und außerdem will der Entscheider Journalistentermine auf der Messe. Sonst hat er doch das Gefühl, dass er nicht wichtig ist.

Journalist sagt:
„Schade, ich habe wirklich wenig Zeit. Vielleicht melde ich mich spontan vor Ort, wenn ich Luft habe. Ansonsten können wir das Gespräch ja mal in Ruhe bei Ihnen im Unternehmen nachholen.“
und denkt sich:
Ich bin doch nicht blöd. Wenn ihr eine ernsthafte News habt, dann streut ihr die doch möglichst breit und gebt sie mir nicht mal auf der Messe am Stand so nebenbei. Und Produktmeldungen machen wir grundsätzlich nicht. Den Vorstand kennenzulernen wär tatsächlich nicht schlecht, aber nicht zwingend in der Messehektik. Also maximal auf einen Kaffee.

PR sagt:
„Das wäre ja toll, wenn es vor Ort auf einen Kaffee klappt, aber ich kann Ihnen nicht garantieren, dass unser Vorstand dann auch wirklich Zeit hat.“
und ärgert sich:
Der glaubt doch nicht im Ernst, dass unsere Entscheider, den ganzen Tag am Stand rumhängen und auf ihn warten. Die sind doch zu mit Terminen im Halbstundentakt. Wie stellt er sich das vor?

Journalist sagt:
„Dann versuchen wir es doch spontan und wenn es nicht klappt, ist es auch kein Beinbruch“.
und denkt:
Die drei Minuten hätte ich echt sinnvoller nutzen können.

PR sagt:
„Dann freu ich mich auf Ihren Anruf und unser Treffen.“
und weiß:
Der ruft bestimmt nicht an. Aber garantiert nicht, weil er so viel Streß hat. Letztes Jahr ist er ganz entspannt über die Messe geschlendert und hat sich die Rest der Zeit im Pressezentrum bei Kaffee und Kuchen vergraben.

 

Und wie in Folge 1 legen unsere Protagonisten wechselseitig frustriert den Hörer auf. Hier drei Tipps, wie man diese Situation etwas entspannter gestalten kann:

  • Hektik haben Unternehmensentscheider auf einer Messe genug. Wenn es keine Mörder-News gibt, reicht ein kurzer Kaffee-Treff (am Stand) oder ein Handshake mit Journalisten (am Rande des Vortrags oder Panels) zum persönlichen Kennenlernen – aber OHNE beim Journalisten Druck zu machen.
  • Auch für Journalisten sind Messen super hektisch. Da hilft entzerren: Gerade bei großen Messen, wo gefühlte 50 Prozent aller Aussteller bei den Journalisten anklopfen, ist es sinnvoller, sich frühzeitig und weit im Vorfeld mit wichtigen Journalisten persönlich zu treffen.
  • Konzentrieren Sie Ihre PR-Aktivitäten nicht ausschließlich auf die Messe. Bei größeren Veranstaltungen (wie z.B. der dmexco)  hilft es nicht, wenn 1.000 Aussteller als News vermelden, dass sie einen Stand dort haben oder ein neues Produkt vorstellen. 1000mal gehört, 1000mal ist nichts passiert, wie Klaus Lage singen würde. Die Gefahr unterzugehen, ist sehr hoch. Verteilen Sie Ihre wertigen News lieber rechtzeitig (und nicht im Sommerloch) vor der Messe.
von

In ihrer Ausgabe vom 18.Juli 2016 macht sich die Fachzeitschrift werben & verkaufen ab Seite 28 Gedanken über die Zukunft der PR-Agenturen. Das Gros der PR-Agenturen hierzulande arbeitet für den Mittelstand und fährt damit bisher nicht schlecht. Für die Geschichte hat w&v-Autor Raoul Fischer unter anderem auch mit cocodibu-Geschäftsführer Christian Faltin gesprochen. Weil es Sammelgeschichten aber mit sich bringen, dass nur ausgewählte Zitate in Magazintexte einfließen, hier an dieser Stelle in unserem Blog alle Fragen und Antworten in aller Ausführlichkeit:

Raoul Fischer

w&v-Autor Raoul Fischer

w&v: Wie geht es PR-Agenturen mit mittelständischen Kunden im Vergleich zu Großkunden?

cocodibu: Als mittelgroße Agentur mit derzeit 10 Mitarbeitern schätzen wir mittelständische Kunden sehr. Das ist unsere Hauptklientel. Große Konzerne fragen üblicherweise größere PR-Agenturen und –Netzwerke an. Es sei denn, sie haben spezielle Aufgaben im digitalen Bereich. Dann kommen sie auch zu uns.

Gibt es positive Aspekte? Was zeichnet mittelständische Unternehmen als Kunden im Vergleich zu großen Unternehmen aus?

Mittelständler haben in der Regel den Vorteil kürzerer Abstimmungsschleifen und einer größeren Nähe zum Management und den Entscheidern. Das hilft uns sehr in der Kommunikation, die ja stark auf wechselseitigem Vertrauen basiert. Und es hilft uns, die nötige Taktung und Geschwindigkeit in der Kommunikation einzuhalten. Außerdem schätzen gerade die Geschäftsführer den Wert einer neutralen Beratung, die keine Rücksicht auf Konzernräson nehmen muss.

Welche Risiken oder Nachteile gibt es in der Zusammenarbeit mit mittelständischer Kundschaft?

Wir haben bisher keine Nachteile feststellen können.

Wie sieht es aus mit Zahlungsmoral, Professionalität beim Briefing, Bewertung der Leistung?

Das hat wenig mit der Größe des Unternehmens zu tun, eher mit dem PR-KnowHow und dem Charakter des Ansprechpartners bzw. der Struktur auf Kundenseite. Großkunden verlangen mit ihren  Einkaufsabteilungen in der Regel längere Zahlungszeiträume. KMUS zahlen normalerweise schneller, weil sie selbst auch schneller das Geld von ihren Kunden erwarten.

Hat Ihre Agentur eine Spezialisierung (Zielgruppe/Thema/Branche)?

cocodibu ist spezialisiert auf die digitale Wirtschaft und Gesellschaft. Zu unseren Kunden zählen beispielsweise Agenturen unterschiedlichster Ausrichtung (Media, Digital, Performance, Kreativ, Social), Software- und Technologiefirmen, eCommerce- und Beratungsunternehmen sowie FinTechs. Wenn wir für große, börsennotierte Firmen arbeiten, geht es in der Regel um digitale Projekte.

Inwieweit ist eine solche Spezialisierung (über-)lebensnotwendig für PR-Agenturen?

PR-Agenturen müssen entweder groß oder auf ein Thema bzw. eine Branche spezialisiert sein. Da es schon genügend Gruppen mit Fullservice- und Generalisten-Anspruch gibt, haben wir die Nische für uns entdeckt. Und das erfolgreich seit fast neun Jahren.

Foto: w&v 29-2016, Seite 32

Foto: w&v 29-2016, Seite 32

 

Kommen Kunden allein wegen ihres Spezialgebiets?

Die meisten unserer Kunden kommen durch Empfehlung zu uns. Meist empfohlen durch Kunden, die wegen unserer Spezialisierung bei uns sind. Daher kommt es eher selten vor, dass wir von Kunden angefragt werden, die in anderen Marktsegmenten zu Hause sind.

w&v: Kunden achten zunehmend auf die Effizienz ihrer Kommunikation: Gilt das auch für PR? Anders gefragt: Wie ist in den vergangenen Jahren der Margendruck gestiegen? Werden dieselben Leistungen heute schlechter Vergütet als noch vor wenigen Jahren.

cocodibu: Den Kostendruck oder anders gesagt den hohen Anspruch an Effizienz gibt es immer – natürlich auch in der PR. Mindestens ebenso wichtig wie Effizienz ist Mittelständlern aber auch die Planungssicherheit. Sie wollen auf der Kostenseite keine unangenehmen Überraschungen erleben.

Generell kann sich die PR im Vergleich mit anderen Disziplinen im Marketing-Mix auf der Kostenseite sehr gut behaupten. Und die aktuelle Entwicklung in Richtung einer Content-getriebenen Kommunikation stärkt meines Erachtens eher die Position zeitgemäß aufgestellter PR-Agenturen. Den Margendruck empfinden wir heute, verglichen mit vor fünf Jahren, als unverändert. Aber er ist sicher höher als vor 15 Jahren.

von

Agenturen generell, aber auch PR-Agenturen im Speziellen, haben es derzeit nicht gerade leicht, guten Nachwuchs zu finden. Das ist zwar schon länger so, aber die Situation scheint sich weiter zuzuspitzen. Soweit, dass sich die Dachverbände der Agenturen sogar zu einer gemeinsamen Kampagne, die Anfang 2017 starten soll, zusammenschließen.

Warum das so ist, haben wir Studenten des Master-Studiengänge Kommunikationsmanagement sowie Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Universität Hohenheim bei Stuttgart gefragt. Sie publizieren auch den Blog PRTransfer, der eine Schnittstelle zwischen PR-Forschung und Praktikern herstellen soll. Zum Image von Agenturen als Arbeitgeber hat Sylvia Smykalla netterweise in den Antworten das Stimmungsbild gleich mehrerer KomilitonnInen gesammelt hat.

Quelle: PRTransfer, Universität Hohenheim

Das gesamte Team des PRTransfer-Blogs. Foto: PRTransfer/Universität Hohenheim

Unternehmen oder Agentur? Wenn PR-Absolventen sich für den ersten Arbeitgeber entscheiden, was spricht aus Eurer Sicht für ein Unternehmen und was für eine Agentur?

PRTransfer-Team: Für ein Unternehmen sprechen vor allem geregelte Arbeitszeiten, die Sicherheit des Arbeitsplatzes, Bonusleistungen sowie die Möglichkeit über ein Traineeprogramm Einblick in viele zu bekommen. Nachteilig empfinden wir allerdings die langen Abstimmungswege. Was definitiv für Agenturen spricht, ist vor allem die kreative Arbeit, die man auf der Seite des Unternehmens nur selten leisten kann. Zudem bekommt man die Möglichkeit sich direkt einzubringen durch flache Hierarchien, hat mehr Flexibilität und arbeitet in kleineren Teams.

Da muss ich als Agenturmensch nachhaken. Was macht Euch so sicher, dass Jobs in Unternehmen sicherer und die Arbeitszeiten geregelter sind als in Agenturen?

PRTransfer-Team: Zunächst einmal sind es die allgemein bekannten Gerüchte, die man als Student so hört und an vielerlei Stellen auch bestätigt bekommt: unbezahlte Volontariate, geringes Gehalt bei unmenschlichen Arbeitszeiten, hoher Druck, ständige Verfügbarkeit wird gefordert etc.. Aus Unternehmen hört man das selten (zumindest bei großen Unternehmen). Zusätzlich werden manche Punkte durch persönliche Erfahrungen beispielsweise durch Praktika bestätigt. Eher unsexy aber wahr ist, dass in großen Unternehmen nach Tarifvertrag bezahlt wird und diese tendenziell bessere Rahmenbedingungen enthalten.

Es gibt aber auch andere Studenten, die bessere persönliche Erfahrungen in einer PR-Agentur zeigen, dass auch dort die Arbeitszeiten sehr geregelt und alle Mitarbeiter seit Jahren angestellt sind. Vermutlich gilt es eher für die Werbebranche, die einen sehr hohen Personalwechsel hat und in der man es aufgrund der vielen Pitches mit massig Überstunden zu tun bekommt. Einige Freunde, die in großen Unternehmen Praktika gemacht haben, mussten auch echt viele Überstunden machen. Dieses 9 to 5 in Unternehmen und der stressige Agenturalltag sind irgendwie etablierte Klischees.

Apropos Klischee: Jetzt sind Unternehmen ja in der Regel die Auftraggeber für Agenturen. Also würdet Ihr künftig auf Unternehmensseite dafür verantwortlich sein, dass Eure Kollegen auf Agenturseite so ein hartes Leben haben, oder?

PRTransfer-Team: Da muss vermutlich auf beiden Seiten ein Umdenken stattfinden. Sowohl das Bewusstsein auf der Unternehmensebene als auch die Einstellung in Agenturen auch mal Nein zu sagen bzw. mehr Zeit, bessere Bezahlung etc. zu fordern, müsste sich ändern. Ist natürlich nicht so einfach, aber wir können es ja vielleicht von Unternehmensseite aus besser machen, wenn wir mal dort sind.

Die Campus-Uni in Hohenheim bei Stuttgart gehört sicher zu den schönsten Unis in Deutschland

Die Campus-Uni in Hohenheim bei Stuttgart gehört sicher zu den am schönsten gelegenen Unis in Deutschland. Foto: PRTransfer/Universität Hohenheim

Guter Vorsatz ;-). Was muss Euch eine Agentur bieten, damit Ihr nicht alle zu den Unternehmen entschwindet?

PRTransfer-Team: Die klassischen Bestandteile der Work-Life Balance sind ja fast schon selbstverständlich. Auch eine gute Bezahlung wäre uns wichtig. Ansonsten wären für uns Karriereperspektiven und Projekte bzw.Produkte entscheidend, die uns faszinieren und mit denen wir uns identifizieren können. Auch wichtig: Der Umgang miteinander – eine Corporate Culture, die begeistert. Zusätzlich kreative Freiheit, so weit das mit den Kundenwünschen zusammenpasst. Außerdem spannende Kunden und die Möglichkeit, in mehrere Bereiche Einblick zu bekommen – denn das ist ja der größte Mehrwert, den das Agenturleben bietet.

Das klingt ein bißchen wie Überraschungs-Ei: Spiel, Spaß UND Schokolade. Wenn Ihr sagt, Ihr braucht Projekte und Produkte mit denen Ihr Euch identifiziert, was genau heißt das? Für welche Produkte/Firmen würdet Ihr nie arbeiten und was wären Eure drei Traumprodukte oder –projekte für die Ihr gerne PR machen würdet?

PRTransfer-Team: Spiel, Spaß UND Schokolade machen Überraschungs-Eier ja auch so beliebt. 😉 Wenn wir  sagen, wir brauchen Projekte und Produkte mit denen wir uns identifizieren können, hängt das stark von den persönlichen Interessen ab. Wenn man kein Interesse hat und sich für etwas nicht begeistern kann, kann man auch keine überzeugende PR-Arbeit leisten. Daher ist es schwierig eine Top 3 aufzustellen. Jeder hat seine eigene Top 3. Viele von uns würden gerne im Automobil- oder Eventsektor arbeiten. Vermutlich hängt das mit sehr emotionalen Produkten zusammen, für die es sehr leicht fällt, sich zu begeistern. Auch das Thema autonomes Fahren und andere Zukunftsvisionen in diesem Bereich sind für uns sehr spannend. Im Eventbereich gibt es einen häufigen Wechsel der Projekte. Das macht die Arbeit interessant. Unternehmen, für die viele nicht arbeiten wollen, haben häufig auch ein schlechtes Image, zum Beispiel Versicherungen. Oft werden auch Hersteller von Produkten genannt, die einfach nicht so sexy sind. Das sind dann Unternehmen, die beispielsweise Schrauben herstellen.

Danke Euch und viel Erfolg beim Einstieg ins Berufsleben.

Journalisten und PRler haben in ihrer Ausbildung sehr häufig irgendwas mit Medien und Kommunikation gelernt. Auch später im Berufsleben verbringen sie eine Menge Zeit mit verbaler und nonverbaler Kommunikation. Nur, wenn Journalisten und PRler miteinander reden, gibt es häufiger Verständigungsschwierigkeiten. Das Problem: Das Gesagte und das Gemeinte stimmen manchmal nicht ganz überein.

Lexikon

In der ersten Folge unseres kleinen Lexikons „PR-Journalist, Journalist-PR“ versuchen wir uns deshalb an der Übersetzung, was es heißt, wenn beide Seiten sagen: „Ich melde mich!“

PR sagt:
Lieber Journalist, wir hätten da Daten einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts X (im Auftrag der Firma Y) zum Thema Z. Wäre das nicht etwas für ihre nächste Ausgabe oder für online?“
und meint:
Hey, die Ergebnisse der Umfrage sind so gut, dass sie dem Traffic auf Deiner Webseite garantiert nicht schaden und unseren Kunden würde das Clipping in Deinem Medium extrem freuen.

Journalist sagt:
„Dann schicken Sie mir doch mal die Ergebnisse und ich schau mir das mal an. Wenn ich noch was brauche, melde ich mich.“
und denkt sich:
Du bist jetzt der 50. PRler heute, der mir am Telefon die Zeit stiehlt. Wenn die Ergebnisse dieser blöden Studie nicht wirklich was taugen, geh ich nie wieder ans Telefon!

PR sagt:
„Sehr gerne, dann packe ich Ihnen die Studienergebnisse und die zugehörige Infografik in eine Mail und schick sie Ihnen gleich rüber. Und dann freu ich mich auf Ihre Rückmeldung oder ich melde mich wieder bei Ihnen.“
und denkt sich:
Wenn der das Infopaket nicht irgendwie weiterverwertet, dann weiß ich echt nicht. Wir haben ihm doch wirklich alles perfekt aufbereitet und jede Menge Zeit und Hirnschmalz in die Infografik investiert. Mann, wenn der nichts bringt, macht mich mein Kunde wieder rund.

Journalist sagt:
„Ja, danke. Wenn es interessant ist, werden wir es berücksichtigen.“
und meint: 
Bitte melde Dich NICHT! Ich werde mich garantiert auch nicht bei Dir melden. Entweder das Ding ist gut oder nicht. Und wenn’s gut ist, machen wir was. Vielleicht.

PR sagt:
„Dann freuen wir uns auf den Artikel. Ihnen einen schönen Tag“
PR denkt:
Oh mein Gott, das wird nie was. Wahrscheinlich schaut er sich die Mail noch nicht mal an. Und dann muss ich ihn morgen oder übermorgen wieder anrufen. Das wird lustig, wenn der heute schon so genervt/gelangweilt war. Wahrscheinlich kann er sich morgen gar nicht mehr an mich erinnern.

Journalist sagt:
„Danke“
Journalist denkt:
Freu Dich nicht zu früh und komm ja nicht auf die Idee, mir ab morgen Telefonterror zu machen, bloß weil ich noch nicht dazugekommen bin, diese Studienergebnisse durchzulesen!

 

Am Ende unseres kleinen Beispiels legen beide Seiten den Hörer auf und zurück bleibt ein ungutes Gefühl.  Ratschläge an uns PRler von Seiten der Journalisten gibt es ja bereits in vielen Ecken des Web.

Liebe Journalisten, wie könnt ihr nervige Recalls vermeiden? Hier unsere drei Tipps:

  • Möglichst schnell und ehrlich sagen, was Sache ist. Rumeiern und Vertrösten steigert auf beiden Seiten nur den Frust.
  • Wenn ein angebotenes Thema nicht interessant ist, hilft eine ganz kurze Absagemail. Wenn es interessant ist, macht uns ein kurzes „nehmen wir mit“ glücklich
  • Zuverlässigkeit auf beiden Seiten ist das A&O: Ein „Ich melde mich“ bitte als Journalist auch einhalten. Umgekehrt sparen wir uns Anrufe, wenn klar gesagt wird, dass das nicht gewünscht wird. Versprochen!

 

10 PR-Tipps für FinTechsWenn Unternehmen mit einem erklärungsbedürftigen Produkt an den Start gehen, ist PR ein wichtiges Element im Kommunikations- und Marketing-Mix. Das gilt besonders für FinTech-Unternehmen, die häufig sehr erklärungsbedürftige Produkte haben. Aber wie macht man PR in einem Segment, das einerseits boomt, andererseits aber erst Vertrauen aufbauen und den Bürgern zudem erklären muss, wo der Mehrwert der Leistungen überhaupt liegt?

Als Einstieg haben wir 10 Tipps für die FinTech-PR zusammengestellt:

1. FinTech ist nicht gleich FinTech
Zahlreiche Finanztechnologie-Unternehmen werden derzeit mit völlig unterschiedlichen Ansätzen gegründet: Da gibt es Unternehmen, deren Angebote sich eher an den Endkunden richten (B2C) und Firmen, die eher als Dienstleister für Banken oder Finanz-Unternehmen arbeiten (B2B). Und es gibt FinTechs, die sowohl B2B als auch B2C abdecken. Auch was die Produkte betrifft, gibt es große Unterschiede: Von der einfach zu verstehenden Vermittlungs-Plattform für Tages- und Termingeld über die Crowdlending-Plattform bis hin zum komplett mobilen Bankkonto. Je bekannter ein Finanzprodukt beim Konsumenten, umso geringer ist der Erklärungsbedarf! Je  innovativer eine neue technologische Lösung, desto mehr muss das FinTech erklären und um Vertrauen werben. Deshalb gibt es auch nicht die EINE PR-Strategie für FinTechs, sondern sinnvollerweise nur individuelle Lösungen.

2. Verstehen kommt vor Vertrauen
Im FinTech-Mikrokosmos kennen sich die Insider und in den einschlägigen Fachmedien, Blogs und Podcasts wird exzessives Fachchinesisch gepflegt: Von API bis Blockchain, vom Robo-Advising über die Mobile Wallet bis zum Peer-to-Peer-Payment. Der „normale“ Bankkunde versteht dieses Vokabular nicht. In einem Land, in dem weniger als fünf Prozent der Einwohner Aktien besitzen, müssen FinTech-Unternehmen immer auch ein wenig Gattungsmarketing mit ihrer Außenkommunikation betreiben, um den Markt und die Menschen von ihren neuen Angeboten zu überzeugen. Bevor Vertrauen in das Unternehmen oder die Marke aufgebaut werden kann, müssen – gerade wenn Endkunden die gewünschte Zielgruppe sind – die Menschen den zentralen Service des FinTechs verstehen. Und das in einem Halbsatz!

3. Personalisierung und Geschichten erzählen
„Es waren einmal drei Freunde, die kannten sich von der Uni. Einer war eher ein Nerd, der Zweite ein genialer Verkäufer und der Dritte ein Organisationsgenie.“ Sie ahnen, was jetzt kommt? Die Boygroup-Gründerstory eines Start-Ups. Xmal in den Medien erzählt, trotzdem immer wieder gern genommen. Am Trend zur Personalisierung in den Medien kommen auch FinTechs nicht vorbei. Wer zudem Storytelling als Stilmittel der PR nicht beachtet, verschenkt Potential für den Markenaufbau. Also, erzählen Sie rund um Ihr Unternehmen und Ihr Management gute Geschichten, aber keine Märchen.

4. Vertrauen ist gut, Reichweite nötig(er)
Geld ist für die Deutschen ein eher zwiespältiges Thema. Natürlich finden wir es grundsätzlich wichtig, aber wir beschäftigen uns viel zu wenig damit. Neuartigen digitalen Lösungen im Kredit- und Zahlungsverkehr begegnen viele Menschen (und darunter sind auch noch viele Journalisten) zudem noch mit einer gehörigen Portion Skepsis. Gleichzeitig wollen die StartUps unter den FinTechs aber mit ihren PR-Aktivitäten möglichst viele Menschen in kurzer Zeit erreichen, überzeugen und vor allem für die neuen Services gewinnen. Bei diesem Spagat zwischen langfristigem Markenaufbau und schnellem Vertrieb scheitern viele Kommunikationsansätze. PR alleine kann diesen Spagat nicht bewältigen. Dazu benötigt es einen intelligenten Mix aus Owned, Paid, Earned und Social Media.

5. Transparenz muss sein, aber wie viel?
Das öffentlich Ansehen der Banken hat gelitten in den vergangenen Jahren.Trotzdem ist der Vertrauensbonus, den klassische Finanzinstitute genießen, immer noch überwältigend hoch, verglichen mit FinTech-StartUps, die bei Null starten. Um Werte wie Sicherheit und Zuverlässigkeit zu vermitteln, ist es besonders wichtig, das Vertrauen der Bürger, Investoren und Journalisten durch eine transparente Kommunikation für das eigene Unternehmen und Produkt zu gewinnen. Nur wie soll das mit dem Organisationsgrad mancher StartUps zusammenpassen? Und wie viel Transparenz muss sein? Darauf gibt es leider keine allgemeingültige Antwort, nur individuelle Lösungsansätze.

6. Der Kommunikationsmix muss stimmen
Wirtschafts- und Fachmedien, Social Media, Online-Foren und -Communitites, Influencer und Blogger bis hin zum TV-Spot: Es gibt viele Möglichkeiten für FinTechs, sichtbar zu werden. Wie der beste Kommunikationsmix für Ihr FinTech-Unternehmen aussieht, hängt massgeblich von Ihren Zielgruppen und deren Mediennutzung ab. In der Regel werden Sie selten lange nur mit einem Kanal erfolgreich sein. Deshalb sollten Marketing, PR und Social Media Hand in Hand gehen und sich eng abstimmen.

7. Blogger und Influencer spielen eine wichtige Rolle
In der noch jungen FinTech-Szene haben Influencer einen großen Stellenwert für die Meinungsbildung. Denn auch spezialisierte Journalisten informieren sich in den Blogs, Podcasts oder Newslettern der Experten und Meinungsführer. Allerdings müssen Sie Influencer anders ansprechen als klassische Journalisten. Pressemitteilungen sind da eher wenig hilfreich. Gefragt sind, Sie ahnen es, individuelle Ideen.

8. Zuhören statt ausschließlich aussenden
Um besser einschätzen zu können, wie Journalisten und Multiplikatoren, aber auch der normale Nutzer, über Ihr Segment oder Produkt denken, sollten Sie aktiv Themenmonitoriong betreiben. In den Medien aber auch in den sozialen Netzwerken. Dazu gibt es mittlerweile bezahlbare Tools, die in der Regel gute und hilfreiche Ergebnisse liefern – und Ihnen außerdem eine Einschätzung geben, wie populär Ihr Thema, Ihr Produkt oder Ihr Unternehmen und Ihre Wettbewerber bereits sind. Ein bißchen Hirnschmalz brauchen Sie aber beim Aufsetzen des Monitoring, denn „FinTech“ als alleiniges Keyword liefert Ihnen beispielsweise viel zu viel Input.

9. Zahlen über das Zahlen erheben und veröffentlichen
Journalisten in Deutschland lieben Zahlen und Statistiken. Nutzen Sie die Möglichkeiten von repräsentativen Meinungsumfragen und Marktanalysen, um für Ihr Segment relevante Daten zu liefern. Denn mit Umsatzzahlen werden Sie in der Regel anfangs nicht punkten können.

10. Je digitaler das Produkt, desto mehr Gesicht zeigen
Messen, Workshops, Meetups oder Konferenzen – für die FinTech-Szene gibt es mittlerweile zahlreiche Veranstaltungen und Events, die einen Besuch lohnen. Entweder als Referent, um das eigenen Unternehmen vorzustellen, oder als Netzwerk-Basis, um  wertvolle Kontakte zu Journalisten, Investoren und Entscheidern oder interessierten Kunden zu knüpfen. Auch in der digitalen Welt entsteht Vertrauen immer noch durch den persönlichen Kontakt. Und je digitaler Ihr Produkt ist, desto mehr Gesicht sollten Sie als Unternehmen zeigen.

Unabhängig davon, wie viele der Tipps Sie beachten und umsetzen. PR ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf auf Treppen, bei dem sie Stufe für Stufe nehmen müssen. Darauf sollte Ihr Businessplan Rücksicht nehmen.

Financial Technology

PR-Strategien für FinTech-Unternehmen setzen meist auf mehrere Kommunikationskanäle

 FinTechs werden die Finanzbranche und das Segment der Finanzdienstleister dauerhaft verändern. Damit die verschiedenen Zielgruppen der Öffentlichkeit (Investoren, Kunden, Nutzer) von den Produkten, Plänen und Services der FinTechs erfahren, sollten die Unternehmen sich bestmöglich mit relevanten Journalisten und Multiplikatoren der Szene vernetzen.

Aber wer sind die wichtigsten Influencer für die FinTech-Branche?  Wir haben für Euch 20 wichtige Experten und Journalisten aufgelistet, die man unserer Meinung nach auf jeden Fall kennen sollte, wenn man FinTech-PR betreibt:

Die Influencer für FinTech-PR

André M. Bajorat ist der Tausendsassa der FinTech-Branche. Neben seiner Tätigkeit als CEO von figo ist er auch als Mentor unterwegs und im Advisoryboard von FinLeap tätig. Er twittert erfolgreich unter @ambajorat und betreibt einen eigenen Blog, auf dem sich alles um FinTech, Banking, Payment, Mobile und Loyalty dreht.

Tobias Baumgarten ist gelernter Bankkaufmann und studierter BWLer und bloggt auf aboutfintech.de leidenschaftlich gerne über FinTech und Banken. Er arbeitet als Spezialist für Multikanal-Banking bei der Hamburger Sparkasse AG, den Hamburgern als Haspa bekannt, und twittert unter @aboutfintech.

Clas Beese ist Fintech-Experte und Co-Founder von finletter, einem kostenlosen und empfehlenswerten Newsletter mit aktuellen Nachrichten aus der deutschen FinTech-Szene. Er twittert unter @clasbeese.

Hanno Bender ist Journalist bei der Lebensmittelzeitung und bloggt auf seinem BargeldlosBlog über relevante Themen aus der Welt des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Er twittert unter @Hanno_Bender.

Friedemann Brenneis arbeitet als Journalist, Gründer, Dozent sowie als Berater in der Medienbildung. Mit „The Coinspondent“ betreibt er einen vielbeachteten und ausgezeichneten (comdirect Finanzblog-Award 2015) Blog zu den Themen Bitcoins, Blockchains und digitales Geld.

Heinz Roger Dohms ist als freier Finanzjournalist für verschiedene Medien unterwegs und twittert zusammen mit Meike Schreiber (s.u.) unter @SchreiberDohms über Banken, Märkte, Geldanlage und FinTech.

Frank Matthias Drost schreibt für das Handelsblatt unter anderem über Finanzmarktregulierung und Anlegerthemen. Dabei wirft er auch einen Blick auf die Disruption durch Fintechs,  die die Finanzbranche beschäftigt.

Dirk Elsner ist im Hauptberuf Senior Manager Innovation und Digitalisierung bei der DZ Bank und gleichzeitig seit 2008 renommierter Finanzblogger. Außerdem ist er Kolumnist für Capital. Sein ausgezeichnetes Blicklog beschäftigt sich mit Fin Tech genauso wie mit anderen Themen der Wirtschafts- und Finanzwelt. Er twittert unter @blicklog.

Sascha Günnel sammelt auf seiner sehr werbelastigen Seite Fintech-Portal, nationale und internationale News rund um FinTech und InsurTech. Er twittert unter @FinTech_Portal 

Philipp Habdank ist Redakteur beim Finance Magazin und schreibt dort hauptsächlich über Banken und Kapitalmarkt. Häufig finden auch News und Entwicklungen der FinTech-Branche in seinen Texten Erwähnung. Er twittert unter @Philipp_Habdank.

Alexander Hüsing ist Journalist und schreibt für deutsche-startups.de, einem der beiden zentralen Portale für Neuigkeiten aus der Gründerszene. Er interessiert sich für junge, aufstrebende Startups aus der FinTech-Welt. Alexander Hüsing twittert unter @azrael74.

Boris Janek bloggt unter Finance Zweinull über technologische Innovationen in der Finanzbranche. Er beschäftigt sich dabei mit Banken, FinTech-Unternehmen, Finanzlösungen, Innovationen und Trends der digitalen Ökonomie. Auf Twitter kann man ihm unter @electrouncle folgen.

Tim Kanning ist Journalist in der Finanzredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er schreibt kontinuierlich über die Bankbranche und lässt dabei auch die aktuellen FinTech-Entwicklungen und Startups nicht aus dem Auge.

Maik Klotz ist Consultant bei der KI-Finance GmbH. Er ist außerdem als Sprecher, Berater und freier Autor zu den Themen Mobile Payment, Mobile Loyalty, Mobile Wallet, Online-Banking und Design Thinking unterwegs. Auf Twitter findet man ihn unter @klotzbrocken.

Rudolf Linsenbarth arbeitet im Be­reich Mobile Payment und NFC bei COCUS Con­sul­ting. Er ist ein Experte in der Fi­nanz­szene und kommentiert bei Twit­ter un­ter @holimuk die aktuellen Entwicklungen und Trends. Zudem schreibt er u.a. für das IT Finanzmagazin und mobile zeitgeist.

Carolin Neumann ist freie Journalistin und Co-Founder von finletter, dem kostenlosen Newsletter mit aktuellen Nachrichten aus der deutschen FinTech-Szene. Sie twittert unter @CarolinN.

Jochen Siegert ist COO bei traxpay, einem Unternehmen, das den B2B-Commerce revolutionieren will, und zusammen mit André M. Bajorat Gastgeber des FinTech-Podcasts. Er twittert unter @JochenSiegert.

Caspar Tobias Schlenk ist Journalist und seit 2015 Redakteur bei Gründerszene, dem Online-Magazin für die Digitalwirtschaft. Dort schreibt er unter anderem über aktuelle Themen der digitalen Welt und die Startup-Szene der FinTech-Branche. Er twittert unter @casparschlenk.

Katharina Schneider ist Redakteurin beim Handelsblatt. Sie beschäftigt sich mit Verbraucher- und Anlegerrecht, den neuesten Steueränderungen und privater Geldanlage und thematisiert u.a. Überlebensstrategien für FinTechs aber auch die neuesten Trends der Branche. Sie twittert unter @KatharinasNews.

Meike Schreiber ist Redakteurin im Banken- und Finanzressort und seit 2015 für die Süddeutsche Zeitung als Banken-Korrespondentin vom Finanzplatz Frankfurt tätig. Bei der SZ schreibt sie auch über den Boom der FinTechs.

Ihr kennt noch andere empfehlenswerte JournalistInnen und/oder MultiplikatorInnen aus dem FinTech-Segment? Dann schickt gerne weitere Vorschläge an contact@cocodibu.de. Wir erweitern die Liste gerne.

6 Fin Tech-Newsletter, die wir empfehlen

Bitcoin-Newsletter: Kostenloser Newsletter von The Coinspondent zu Bitcoin, Blockchain und digitalem Geld

finletter logo

Finletter: Immer freitags kommt der deutschsprachige kostenlose Newsletter, der die wichtigsten News der Woche zu FinTechs kuratiert zusammenstellt.

it-finanzmagazin: Das Fachmagazin für IT und Organisation bei Banken,Sparkassen und Versicherungen bietet ebenfalls einen deutschprachigen Newsletter, der üblicherweise montags die interessantesten Meldungen der letzten Tage zusammenfasst.

O’Reilly FinTech Newsletter: englischsprachiger Newsletter, der interessante FinTech-Trends zusammenfasst und sowohl auf die O’Reilly-Webseite als auch auf externe Quellen verlinkt.

FinTech-Podcast

Paymentandbanking.com: Immer montags verschickt Andrè M. Bajorat den zu seinem Blog gehörenden Newsletter, der u.a. auf die neuesten Folgen des FinTech-Podcasts verweist und nützliche News-Links liefert.

FinTech Weekly

FinTech Weekly: Seit Oktober 2014 gibt es den internationalen englischsprachigen Newsletter. Dieser versorgt aktuell über 3.000 Leser mit brandheißen News zu den Themen Fintech, Finanzen und Banking.

Die Finanzbranche steht durch die Digitalisierung vor großen Umwälzungen und befindet sich bereits am Anfang eines umfangreichen Transformationsprozesses.  FinTechs, Unternehmen, die neuartige digitale Lösungen für den Finanzsektor entwickeln, spielen dabei eine entscheidende Rolle. Laut Bitkom gibt es davon in Deutschland derzeit etwa 250 (Stand 2015). Eine beachtliche Zahl an technikaffinen Visionären, die das Banking von morgen mit ihren Innovationen und individuellen Lösungsansätzen gestalten und den Fokus dabei auf die neuen Bedürfnisse des Kunden richten: digital, mobil, unabhängig und transparent.

Das Problem vieler Fin Techs: Sie bewegen sich in einer stark regulierten Branche und kämpfen häufig gegen ungleich größere Gegner. Deswegen scheint Kooperation statt Konfrontation die erfolgversprechendere Strategie. Damit große Finanzinstitute und FinTech-Startups sich einander öffnen und voneinander profitieren können, gibt es zahlreiche Veranstaltungen für FinTechs und Banken , um sich wechselseitig kennenzulernen. Um tiefer in das Segment der FinTechs einzusteigen, wertvolle Kontakte zu knüpfen oder selber aktiv zu werden, haben wir Euch die wichtigsten nationalen und internationalen FinTech-Veranstaltungen für 2016 zusammengestellt.

FinTech-Veranstaltungen – 4. Quartal 2016

Swiss Fintech Meetup am 06. Oktober 2016 in Zürich:
Bei diesem Meetup kommt es zum Rollentausch: Statt der Startups müssen die Investoren auf die Bühne zum Pitch. Und warum? Um die Funding-Lücke für Schweizer Fintechs zu schließen.

Fintech Week  vom 10. Oktober bis 14. Oktober 2016 in Hamburg:
Rund 2.000 Akteure aus der Fintech- und der Bankenbranche diskutieren eine Woche lang die zukunftsweisenden Trends und Konzepte im Finanzwesen.

Fintech Frühstück mit UniCredit am 11. Oktober 2016 in Hamburg:
Hier können Gründer oder C-Level Mitarbeiter von Fintech-Startups mit Vertretern der UniCredit Innovationsabteilung bei einem gemütlichen Frühstück in einen Austausch treten. Dieses Frühstück findet im Rahmen des Bankathon statt.

Get together für Banken und Fintechs vom 02. November bis 03. November 2016 in Berlin:
Fintech Hub lädt herzlich zum „Get Together für Banken und Fintechs“ ein. Als Teil von zeb.digital – der Digitalisierungsinitiative von Deutschlands größter Managementberatung für Finanzdienstleister– wird bei inspirierenden Vorträgen und kühlen Getränken mit den Speakern und Teilnehmern über folgende Frage diskutiert: „Schnellere Pferde oder Auto – Wie viel Kundeneinbindung braucht digitale Innovation?“

Digital Payments 2016 am 10. November 2016 in Frankfurt am Main:
Die Konferenz „Digital Payments 2016 – Revolution im Zahlungsverkehr“ bietet einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im digitalen Zahlungsverkehr und präsentiert Experteneinschätzungen, wie sich (Kunden-)Prozesse und Geschäftsmodelle künftig entwickeln werden. Aktuelle Themen des Paymentbereichs, sowohl aus Konsumenten-, Händler- und Regulierungsperspektive betrachtet, stehen im Fokus.

Berlin Fin Tech Day am 11. November 2016 in Berlin:
Der Berliner Börsenkreis lädt gezielt Studierende und Fintechs ein für einen Tag rund um Fintech, Pitch inklusive. Dabei gibt es Vorträge, Podiumsdiskussionen, Pitches und vieles mehr rund um die innovativste Kraft der Finanzbranche.

EURO FINANCE TECH III am 17. November 2016 in Frankfurt am Main:
Die Konferenz ist ein Treffpunkt für Banken, Fintechs, Investoren, Regulierer und alle, die sich für die Digitalisierung der Finanzbranche interessieren. In lockerer Atmosphäre diskutieren Experten über Themen wie die Evolution der Finanzbranche, digitale Identifikation und Sicherheit, Blockchain und über die Auswirkungen des Brexit auf den FinTech-Standort London.

FinTech & InsurTech-Meet up Munich am 23. November in München

Allianz X, HypoVereinsbank, MunichRe, TechFounders, treefin und WERK1 stellen auf einer Veranstaltung die Frage: „Wie stellt sich München für die digitale FinTech- und InsurTech-Zukunft auf?“

FinTechDays Stuttgart vom 28. bis 30. November:

Erstmals stattfindende Veranstaltung mit Hackathon und Pitch. Gastgeber sind die Börse Stuttgart und die L-Bank.

Mittelstandsfinanzierung 4.0 am 30. November 2016 in München und am 1.12. in Berlin:

Business Breakfast der Finetrading AG zu neuen Möglichkeiten der Mittelstandsfinanzierung u.a. mit Referenten von caple, Creditshelf und Lendico.

FinTech-Veranstaltungen – 1. Quartal 2017

Finanzgründerreihe im Rahmen des SZ Finanztags am 22. März 2017 in Frankfurt am Main:
Ausgewählte Gründer dürfen gratis am Finanztag der Süddeutschen Zeitung am 21. und 22. März 2017 in Frankfurt, Hotel Steigenberger, Frankfurter Hof, teilnehmen. Das innovativste Startup darf die Bühne betreten und seine Geschäftsidee kurz vor einem hochkarätig besetzten Publikum vorstellen.

 

Ihr vermisst ein wichtiges FinTech-Event? Dann bitte einfach eine kurze Nachricht an contact@cocodibu.de schicken. Für 2017 haben wir bereits die wichtigsten Events aus der FinTech- und InsurTech-Branche in einem Eventkalender zusammengefasst. Gerne nehmen wir noch Events auf (bitte Logo als jpeg oder png mitschicken).