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Quelle: Fotolia

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95 Prozent der Deutschen (übrigens auch 95 Prozent der Journalisten) öffnen eine Online-Suchmaschine, wenn sie etwas recherchieren wollen. Und 95 Prozent dieser 95 Prozent suchen in Deutschland via Google. Google wiederum listet gut gemachte Blogs neben renommierteren Medien. Vielleicht beantworten diese Zahlen die Frage, warum Firmen spätestens 2015 über Blogger Relations nachdenken und einen neuen Weg beschreiten sollten.

Blogger, alternativ auch Digital Influencer oder Multiplikatoren genannt, sind mittlerweile eine beliebte und häufig genutzte Informationsquelle. Sowohl für Journalisten als auch für den Normalmenschen. Sind sie Quelle für Journalisten, dann werden aus Bloggern Influencer und aus der meist kleineren Reichweite der Web-Pbulizisten kann ein großes mediales Thema werden. Blogger sind für Firmen als potentielle Partner aber auch deshalb interessant, weil sie etwas anders sind als klassische Medienvertreter:

Blogger

…haben häufig eine andere, individuellere, meinungsstärkere Perspektive als Journalisten
…sind freier in ihrer Darstellungsform
…werden als authentische Stimme des Webs wahrgenommen und vom Normalnutzer als ergänzende Quelle zu Journalisten/klassischen Medien gesehen
…und ihre Produkttestes werden (bei transparenter Offenlegung des Verhältnisses zum Produkt/zur Marke) als Empfehlung ernst genommen
…sind in Deutschland auf einem guten Weg sich zu professionalisieren (auch in der Zusammenarbeit mit Firmen)

Häufig ist in der Vergangenheit über die Fehler geschrieben worden, die Unternehmen im Umgang mit Bloggern begehen. Es gibt aber auch positive und vorzeigbare Beispiele. Damit das erste Blogger-Relations-Projekt kein Reinfall wird, hier

7 Tipps

1. Blogger ist nicht gleich Blogger! Die Vorstellungen und Ansprüche an die Zusammenarbeit mit Firmen sind äußerst unterschiedlich (professionell)
2. Die persönliche Ansprache und der persönliche Draht entscheiden! Selektieren Sie ihre Partner genau!
3. Wer mit Bloggern verhandelt, muss zwingend die Inhalte ihrer Blogs kennen
4. Bieten Sie verschiedene Optionen für die Zusammenarbeit an: Bannerwerbung, Sponsored Post, Testprodukte, Reisen, Einladungen o.ä.
5. Kein Zwang und keine Bevormundung! Wer auf Freiwilligkeit setzt, wird meist positiv überrascht.
6. Je stärker die Marke, desto größer die Bereit- schaft der Multiplikatoren zur Zusammenarbeit
7. Keine Angst vor Shitstorms!

Obwohl jeder Blogger anders tickt, gibt es durchaus Überschneidungen, was Blogger an der Zusammenarbeit mit Firmen schätzen und was weniger. Hier eine kleine Übersicht:

Was Blogger gut finden

– eine Wertschätzung ihres Blogs
– zum Blog passende und ansprechend aufbereitete Inhalte, Mehrwert für ihren Blog
– eine personalisierte Ansprache und einen Umgang auf Augenhöhe
– eine Auswahl, in der Möglichkeit der Zusammenarbeit
– Unternehmen, die den Blog sponsern, weil sie das Thema und die Machart gut finden
– einen persönlichen Ansprechpartner auf Firmen/Agenturseite

Was Blogger nicht wollen
– Unpassende Linktausch -oder Linkkauf-Angebote
– Pressemitteilungen
– Anfragen, Werbe-/Marketingmaterialien zu veröffentlichen
– Erkennbar an mehrere Blogs versandte, nicht personalisierte E-Mails Nicht auf den Blog und sein Thema zugeschnittene Angebote Bannerangebote auf (niedriger) TKP-Basis
– Telefonterror
– Angebote kostenlos für Firmen zu schreiben

Sie überlegen, 2015 in die Zusammenarbeit mit Bloggern einzusteigen? Wir beraten Sie gerne dabei!

P.S.: Auch der Blogger-Stammtisch München befasst sich am 11. Dezember im Münchner Presseclub mit dem Thema Blogger Relations. Der Eintritt ist frei, aber wir empfehlen, sich vorher in die zugehörige Facebook-Gruppe aufnehmen zu lassen.

P.P.S.: Jede Menge Infos zu Blogger Relations aus verschiedensten Perspektiven finden sich auch in der Blogparade zum Thema von Mike Schnoor

von

Am Donnerstag den 13. November 2014 sind wir bei den Netzblicken der IHK München und Oberbayern  zu Gast. Thema unseres Vortrags: „Marketing mit Multiplikatoren – Wie Blogger Relations erfolgreich funktionieren“. Am Beispiel der aktuellen Kampagne für die ZEISS Digital Brillengläser  zeigen wir, welche Erwartungshaltungen bei Bloggern und Unterrnehmen in der Regel vorhanden sind und wie es gelingen kann, beides sinnvoll miteinander zu verbinden. Dabei spielen speziell für das Web aufbereitete Inhalte eine wichtige Rolle (Content Marketing). Noch wichtiger aber ist bei einem Blogger Relations-Projekt die gegenseitige Wertschätzung. Sie wollen mehr erfahren? Der Eintritt ist natürlich kostenfrei und wir freuen uns ab 19 Uhr auf Gäste. Die IHK bittet nur um eine kurze formlose Anmeldung unter netzblicke@muenchen.ihk.de.

Maik Hartung, Marketingleiter ZEISS Vision Care, hat im Interview mit Lousypennies bereits über seine positiven Erfahrungen mit Blogger Relations gesprochen.

Maik Hartung, Marketingleiter ZEISS Vision Care, berichtet im Interview mit Lousypennies von den Erfahrungen mit Blogger Relations.

Maik Hartung, Marketingleiter ZEISS Vision Care, berichtet im Interview mit Lousypennies von den Erfahrungen mit Blogger Relations. Foto: Screenshot Lousypennies.de

 

 

Generation Head- Down: Smartphones und Tablets gerhören zum Alltag und können digitalen Sehstress verursachen. Quelle: ZEISS/

Generation Head- Down: Smartphones und Tablets gerhören zum Alltag und können digitalen Sehstress verursachen. Quelle: Carl ZEISS Vision GmbH

Wie führt man ein Produkt ein, dass optisch nicht zu unterscheiden ist, dass man individuell anpassen und ausprobieren muss und das hauptsächlich für eine bestimmte Altersgruppe gedacht ist? Wir hatten in den vergangenen Monaten das Vergnügen, genau diese Aufgabe für die ZEISS Digital Brillengläser in Angriff zu nehmen. In einem früheren Beitrag habe ich ja schon erklärt, dass diese speziellen Brillengläser von ZEISS den stetigen Wechsel zwischen Nahsicht und Fernsicht erleichtern. Sie sind eine gezielte Hilfe und Entlastung für die Augen der Generation Head down, für die das intensive Nutzen von Smartphone, Tablet & Co. zum Alltag gehört.

Um das Phänomen „digitaler Sehstress“ besser zu beleuchten, wurden im Rahmen der Kampagne spezifische Inhalte erstellt (neudeutsch Content Marketing betrieben): Videos wurden produziert (eine Straßenumfrage und ein Optikerinterview), Infografiken gestaltet, Bildmotive geshootet und das Wichtigste auch in Textform gegossen. Alle Inhalte wurden so aufbereitet, dass sie sharable waren, also so wenig werblich, dass man sie ohne Bauchschmerzen im Social Web teilen konnte. Das war auch deshalb wichtig, weil das Teilen von Inhalten ein Element unserer Blogger Relations bzw. des Multiplikatoren-Marketings war. Und alle Inhalte waren Teil einer speziellen Landing-Page von ZEISS, die (von der Agentur nieke&licht) im Look der Webseite gestaltet wurde.

Quelle: ZEISS/Screenshot

Teile der Landing-Page für die Aktion. Quelle: Carl ZEISS/Screenshot

Um Multiplikatoren mit den Digital Brillengläsern in Verbindung zu bringen, setzten wir auf eine dreistufige Strategie, die Owned Media, Paid Media und Earned Media vernetzte:

1. Die Premiumpartner: Vier unterschiedlich positionierte, renommierte Blogs, die über einen längeren Zeitraum Werbepartner der Aktion waren (ein Blog für Journalisten, ein Lifestyle-Blog, ein Blog für Grafiker und Designer, eine Webseite für Mobile). Sie wurden im Vorfeld ausgesucht, persönlich angesprochen über einen längeren Zeitraum gebucht, da sie mehrere Funktionen innerhalb der Kampagne hatten.

2. Die Blogpartner: Sie integrierten klassische Bannerwerbung für die Digital Brillengläser und teilten einen frei zu wählenden Inhalt über ihre sozialen Netzwerke.

3. Die Tester: Sie integrierten ebenfalls Bannerwerbung und erhielten eine individuell vom Optiker vor Ort angepasste Brille mit ZEISS Digital Brillengläsern. Ein Testbericht war erwünscht, aber keine Pflicht.

Rekrutiert wurden die Tester und Partner auf zweierlei Weise: Einmal über klassische Bannerwerbung („Tester gesucht“) bei den Premiumpartnern und via Facebook-Advertising sowie parallel über eine gezielte persönliche Ansprache. Die Bewerber trugen ihre Daten dabei auf der Webseite in eine Maske ein. Etliche Interessenten entschieden sich danach sowohl für eine Blogpartnerschaft als auch für den Test der Digital Brillengläser.

Einige Ergebnisse der Aktion in Kürze:

Earned Media

  • Insgesamt 30 Partner, davon 4 Premiumpartner, 7 Tester, 19 Blogpartner (von denen 12 auch Tester waren)
  • Von den 19 Testern haben bis Mitte August 14 teilweise sehr ausführliche und liebevoll geschriebene Testberichte veröffentlicht
  • Die potentielle Reichweite der Kampagne lag bei 4,8 Mio. Visits/ Monat
  • Erfolgreiche Platzierung der Testberichte und teilweise auch Sponsored Posts im Google Ranking (SEO) bei zentralen Keywords

Einige der Tester schrieben nicht nur detailliert und mit positiven Worten über ihre Erfahrungen mit den Brillengläsern, sie posteten auch Selfies mit den neuen Brillen.

Ausgewählte Selfies der Tester von ZEISS Digital Brillengläsern. Quelle: Zeiss

Ausgewählte Selfies der Tester von ZEISS Digital Brillengläsern. Quelle: ZEISS

Und die Kollegen von LousyPennies bereiteten ihren Testbericht ganz anders, nämlich als Zwiegespräch auf.

Paid Media

  • 5 Mio. AdImpressions durch Bannerwerbung bei Blogpartner und Facebook-Advertising
  • flankiert durch Sponsored Posts

Owned Media

  • Mehr als 5.000 Seitenabrufe der Content-Page und der Tester-Subseite in neun Wochen, knapp 4.000 Seitenabrufe auf www.zeiss.de/augenstress in fünf Wochen
  • Rund 2.500 Video-Views, 330 Views der Online-Umfrage-Ergebnisse auf Slideshare.

Ein wichtiger „Nebeneffekt“ der Kampagne: In ihren Testberichten widmeten sich die Tester nicht nur ausführlich ihren neuen Seherfahrungen, sondern erwähnten und lobten auch die jeweiligen Optiker, die ihnen ihre neue Brille angepasst hatten. Für ein Unternehmen wie ZEISS Vision Care, deren Kunden die Optiker sind, ein positiver Bonus.

Welche Tipps können wir als Agentur aus diesem aktuellen Projekt weitergeben? Hier eine kleine Auswahl:

  • Blogger ist nicht gleich Blogger. Die Vorstellungen und Ansprüche an die Zusammenarbeit mit Firmen sind äußerst unterschiedlich (professionell). Firmen sind gut beraten, verschiedene Optionen (Banner Werbung, Sponsored Post, Testprodukte o.ä.) für Multiplikatoren anzubieten.
  • Die persönliche Ansprache und der persönliche Draht zum Multiplikator ist entscheidend
  • Wer mit Bloggern verhandelt, muss zwingend die Inhalte ihrer Blogs kennen
  • Kein Zwang und keine Bevormundung: Wer auf Freiwilligkeit setzt, wird positiv überrascht. Wer positive Berichte erzwingen will, erreicht meistens das Gegenteil.
  • Je stärker die Marke des Unternehmens, desto höher die Bereitschaft der Multiplikatoren zur Zusammenarbeit (je schwächer, desto weniger)
  • Keine Angst vor Shitstorms: Mit der richtigen Strategie (und wohlmeinenden Multiplikatoren) wird aus potentiellen Krisenstürmen schnell ein laues Lüftchen

Die Motive von ZEISS, warum das Unternehmen für die Einführung der Digital Brillengläser mit uns diesen Weg beschritten hat, hat Maik Hartung, Marketingleiter von ZEISS Vision Care, in einem Interview mit LousyPennies beschrieben.

Sicher ist der vorliegende Case keine Blaupause, aber vielleicht eine kleine Anregung. Sind Sie ein Unternehmen und haben Interesse an weiteren Ergebnissen der Fallstudie ZEISS Digital Brillengläser, dann schicken Sie doch bitte eine kurze Mail an den Autor.

P.S.: Im Nachhinein haben wir gerade gesehen, dass die Kollegen von Monitoring-Matcher gerade eine Blogparade zum Thema “ Wie finde ich den Influencer“ veranstalten. Das finden wir eine gute Idee und beteiligen uns prompt mit diesem Beitrag.

P.P.S.: Maik Hartung, Marketingleiter von ZEISS Vision Care, hat mittlerweile auf Lousypennies sein persönliches Fazit der Aktion gezogen.