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In unserer Rubrik “Endlich Wochenende” gewähren uns Geschäftsleute aus Wirtschaft und Medien einen kurzen Einblick in ihre Wochenendplanung. Heute verrät uns Marion Koppitz, Chief Executive Officer bei i-pointingDeutschlands Premium-Anbieter für Präsentationserstellung, was sie am Wochenende vorhat.

1.) Wann beginnt heute für Sie der Feierabend?
Freitags immer spätestens 18 Uhr.

2.) Was ist üblicherweise Ihre letzte Tätigkeit, bevor Sie den Computer runterfahren?
Ein Rundgang durchs Büro.

3.) Nehmen Sie Arbeit mit ins Wochenende? Wenn ja: Was?
Konzeptionelle Dinge, über die man mal etwas länger nachdenken muss – immer und auch sehr gerne!

4.) Schalten Sie Ihr Handy am Wochenende ab oder sind Sie always on?
Meist bin ich erreichbar.

5.) Apropos abschalten: Wie können Sie am besten entspannen, wenn Sie heute Abend nach Hause kommen?
Ein Glas Wein mit meinem Mann und dem Austausch des „Shit of the Day“. Dabei handelt es sich nicht – wie man meinen könnte – um etwas was andere falsch gemacht haben, sondern jeder bewertet für sich die größte Fehlleistung, falsche Entscheidung, Fettnäpfchen. 🙂

6.) Mit wem werden Sie dieses Wochenende verbringen?
Mit meinem Mann (und unseren drei kleinen Quessant-Schäfchen).

7.) Reden Sie mit Ihrem Partner/Freundeskreis am Wochenende üblicherweise über Ihren Job?
Ja oft, und meist gerne – hier werden neue Ideen kreiert und alte Probleme diskutiert.

8.) Worauf freuen Sie sich dieses Wochenende am meisten?
Auf unser altes Bauernhaus im Rupertiwinkel, die Ruhe dort, das „Abbremsen“.

9.) Gibt es ein Ritual, das Sie üblicherweise jedes Wochenende begehen (zum Beispiel das samstägliche Autowaschen)?
Gemeinsam mit meinem Mann Einkaufen gehen und kochen.

10.) Gibt es eine Marotte an Ihnen, die Ihren Partner/Ihre Familie am Wochenende regelmäßig auf die Palme bringt?
Ja, die verrate ich aber nicht.

11.) Jogginghose oder Designer-Klamotten: Was ist am Wochenende Ihr Lieblingskleidungsstück?
Je nach Anlass, Sport am Morgen, Designer zum Essengehen am Abend.

12.) Stichwort Indoor-Aktivitäten: Welche Musik werden Sie dieses Wochenende auf jeden Fall hören, welche TV-Sendung sehen und welches Buch bzw. welche Zeitung/Zeitschrift werden Sie lesen?
Zur Zeit: Borgen, die dänische Antwort auf „House of Cards“.

13.) Stichwort Outdoor Aktivitäten: Welchen Berg werden Sie dieses Wochenende besteigen, welchen Marathon laufen und welches Theaterstück/Konzert bzw. welchen Kinofilm werden Sie besuchen?
Ganz sicher die morgendliche Joggingrunde, je nach Lust und Laune, machmal 5, manchmal 15 Kilometer.

14.) Freuen Sie sich schon auf Montag?
Ja, ich habe einen spannenden Termin mit einem möglichen Kooperationspartner – solche Termine mache ich eigentlich lieber Freitags, diesmal hat es leider erst am Montag geklappt.

Jeder will so relaxed wie Richard Branson, so smart wie Dietrich Mateschitz und so abgebrüht wie Bernie Ecclestone rüberkommen. Klappt selten – und wird oft zum Bumerang

CEO Spreadshirt Phil Rooke Welt am Sonntag

Nicht jeder CEO ist so cool wie Phil Rooke (CEO Spreadshirt) und lässt sich in seinem Schrebergarten ablichten

Früher war alles besser. Die Erde war eine Scheibe, und wir drehten uns nicht um uns selbst. Richtig schwindelig wurde einem erst  nach der Jahrtausendwende. Wer auch immer hatte in die Welt gesetzt, Menschen seien Marken.  Ein ganz schöner Quatsch, doch wer wollte das schon hören? Auf einmal begannen alle rasend schnell um die eigene Achse zu rotieren und an ihrem Selbstbild zu feilen. Nicht mehr nur Promis, sondern auch Politiker, Manager und Journalisten. Alles  in der Hoffnung so scharf konturiert wahrgenommen zu werden wie das Kinn von Dieter Bohlen.  Plötzlich ritten Agenturchefs auf dem Schimmel im silbernen Anzug und freiem Oberkörper zur eigenen Weihnachtsfeier, ließen sich Verteidigungs­minister von der Presse planschend im Pool mit der Geliebten ablichten, und Vorstandschefs posierten auf ihren Luxusyachten.

Die Zeiten von Protz sind vorbei. Distinguiertheit kommt heute subtiler daher. Doch spürbar bleibt sie. Unter Kommunikationsgesichtspunkten eigentlich schade, denn wer in seiner Außendarstellung Wert darauf legt, sich mit seiner Lebenswelt abzugrenzen,  verprellt schnell  seine Zielgruppe. Erst recht, wenn sich die Inszenierung in Stereotypen erschöpft. Man braucht am Wochenende nur den Wirtschaftsteil der Welt am Sonntag aufzuschlagen, Rubrik „Feierabend“. Eigentlich gibt’s dann doch nur drei Typen an der Spitze der Unternehmen: die fitnessverrückten Marathonläufer und Rennrad-Enthusiasten („Beim Sport kommen mir die besten Ideen“), die geselligen Ich-koch-gern-am-Wochenende-für alle-Entscheider (meist kombiniert mit dem morgendlichen Marktbesuch und dem Kauf garantiert regionaler Produkte) und den total unkonventionellen Lonely Cowboy (üblicherweise Harley-Fahrer).  Das ist auf Dauer etwas ermüdend, weil so recht kaum einer die Traute hat, aus diesem ebenso politisch- korrekten wie elitären Rahmen auszubrechen. Und wenn, dann gleich wieder eine Spur zu extravagant. Wie neulich bei dem CEO, der sich als Sternegucker outete. Aber warum muss das japanische Teleskop dann gleich den Gegenwert eines Kleinwagens haben? Man fragt sich unwillkürlich, ob es nicht für viele Mitarbeiter, Zulieferer und Endkunden  vielleicht identifikationsstiftender wäre, zu sehen, wie der Chef die Modelleisenbahn im Keller aufbaut satt in der Design-Küche, auf dem Edelbike oder vor dem neuesten sündhaft teuren Technik-Gadget zu posieren.

Das zehnjährige Jubiläum eines Magazins, das extra für Eitle und Schadenfreudige gegründet wurde, zeigt, dass auch in der Medienbranche ein gewisser Hang zur  Sebstinszenierung nicht ganz von der Hand zu weisen ist.  Manchmal erscheint der Ehrgeiz dabei so groß, dass sich der Wunsch nach der richtigen medialen Außendarstellung glatt vom beruflichen Profil entkoppelt. Da werden PR-Etats bereit gestellt, nur um eine Liasion mit einem ehemaligen Spiegel-Top-Manager unter der Decke zu halten, da werden Presseaktionen für die privaten Buch- und Band-Aktivitäten des Senderchefs initiiert und da lassen sich Medien-Manager von Fotografen mit Adelstiteln fotografieren als seien sie der direkte Nachkomme Napoleons. Doch wenn schon die Medientage München nicht mehr im Justizpalast feiern, dann kann die Devise auch hier nur lauten: künftig gern etwas bescheidener und geerdeter.

 

Der Text erschien zuerst in der Jubiläumsausgabe des Clap Magazins.