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In unregelmäßigen Abständen laden wir uns Gäste für unser Montagsmeeting ein, um Einblicke in verschiedene Bereiche der digitalen Wirtschaft zu bekommen. Mit unserem letzten Gast hatten wir besonders Glück: Alexander Wunschel, einer der deutschen Podcast-Pioniere, gab uns die Ehre. 2005 begann Onkel Alex, wie er sich selbst auf Twitter nennt, in seinem Schlafzimmer, seinen ersten Podcast über die Welt des Marketings aufzuzeichnen – vier weitere Podcasts gab es zu der Zeit erst in Deutschland. Mit Eierkartons an der Wand, um Studioqualität zu erzeugen, rief Alex den „Blick über den Tellerand“ ins Leben. Seitdem sind über 300 Episoden  allein für diesen Podcast und über 750 insgesamt, 7,5 Millionen Downloads und unzählige Stunden Arbeit zusammengekommen. Seit Sommer 2018 ist Alex Wunschel zusammen mit Prof. Katja Nettesheim auch der Host des DMEXCO-Podcasts. Jede Menge Gründe also, mit ihm über das Thema Podcasting zu plaudern.

Alexander Wunschel, Podcast-Pionier, Podpimp und Co-Host des DMEXCO-Podcasts (Foto: Alex Wunschel)

 

Alex, wie beurteilst Du als Pionier die aktuelle Podcast-Szene. Hat sie sich in den vergangenen Jahren verändert? Und wenn ja, wie?

Alex Wunschel: Ja, auf jeden Fall. Ungefähr seit 2013 rückt der Podcast wieder mehr ins Bewusstsein der Nutzer. Die meisten User sind heute „always on“ und werden mit Informationen und Inhalten überflutet. Das Revival des Podcast ist eine Konsequenz daraus, dass die Nutzer nach Entschleunigung suchen: Sie ziehen quasi die Content-Notbremse, in dem sie sich „nur“ auf Hören konzentrieren. Die Zahl der Podcast-Hörer hat sich in den letzten sechs Jahren mehr als verdoppelt. Das Angebot aber auch. Deshalb setzt jetzt eine Selektion ein, bei der nur die wirklich guten Podcasts wirklich hohe Download-Zahlen erzielen können.

Diese Entwicklung gilt auch für Corporate Podcasts. Jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, startet seinen eigenen Audio-Kanal. Das führt zu einem Boom an Podcasts. Das wird Euch jetzt nicht wirklich überraschen:  Funktionieren kann das nur, wenn die Audio-Angebote gut gemacht sind. Akustisches Storytelling ist dabei besonders wichtig, aber auch der Mut, neue Formate auszuprobieren.

Welche Podcasts – außer den von Dir moderierten – kannst Du uns empfehlen und warum?

Alex Wunschel: Ich liebe episodische Formate. Momentan höre ich den Antenne Bayern-Podcast „Dunkle Heimat“. In mehreren Folgen untersucht ein Redakteur dort einen Mehrfachmord auf einem Hof im bayerischen Hinterkaifeck. Das Ganze ist zwar schon fast 100 Jahre her, beschäftigt aber immer noch eine Menge Menschen. Der Podcast fängt diese Stimmung wunderbar ein, der Redakteur ist vor Ort, spricht mit Einheimischen und Experten und lässt das Ganze zu einer akustischen Reise werden. Das hat Hörspiel-Charakter. Super finde ich außerdem Christian Bischof mit seinem Motivations-Podcast, weil er seine Themen in klare Botschaften pakt und diese packend wegmoderiert. Für unsere Branche will ich gerne auch den t3n– oder  OMR-Podcast erwähnen – super Interviewpartner, gute Themen.

Du als Interview-Profi: Wie zähmst oder motivierst Du Deine Gesprächspartner? Und wie sieht ein Wunschinterview-Partner für Dich aus?

Alex Wunschel: Mit den Gesprächspartnern ist es ganz unterschiedlich. Manche Menschen kann man einfach laufen lassen, andere muss man immer wieder einfangen. Eine klare Gesprächsführung anhand eines Leitfadens hilft sehr. Interviewen würde ich sehr gerne einmal Mirko Kaminski, den Chef der Agentur Achtung. Zu einen, weil er polarisiert und keine Hemmungen hat auch mal Klartext zu reden, zum anderen, weil er selbst konsequent Inhalte produziert. Das ist nicht selbstverständlich und ich  würde da gerne mal den Interviewer interviewen.

Wie ist das mit der Interaktion zwischen Dir und Deiner Community?

Alex Wunschel: Inzwischen bekommen wir Podcaster sehr harte Zahlen über das Verhalten unserer Hörer. Ich kann über die Download-Zahlen ganz genau sehen, wie groß meine Reichweite ist. Die Response-Rate, also das, was an Hörerresonanz im Endeffekt wirklich bei mir ankommt, liegt bei nur bei ein bis zwei Prozent. Bei anderen Podcasts ist das ähnlich. Ganz zu Anfang habe ich mir sogar noch Fotos meiner Hörer ausgedruckt und und um den Bildschirm meines Rechners geklebt, um zu visualisieren, für wen ich den Podcast mache – das Gefühl, ins Nichts zu moderieren ist nämlich sehr gewöhnungsbedürftig. Podcasts sollten allgemein darauf achten, die Hörer viel stärker einzubinden und Ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sie dabei sind. Wer nur im Broadcast-Modus sendet, wird es schwer haben, eine Community aufzubauen.  

Wir beschäftigen uns für viele unserer Kunden mit Marketing-Themen. Wie siehst Du den Podcast als Werbemedium?

Alex Wunschel: Jedes Medium wird früher oder später auch als Werbeträger entdeckt. Vermarkter haben schon gemerkt, dass im Podcast-Bereich mitunter große Reichweiten entstehen oder interessante Nischen-Zielgruppen erreicht  werden. Und Reichweite entspricht im Marketing nun einmal Mediawährung. Podcasts bieten dabei eine Kontaktfläche, die an Intimität fast nicht zu überbieten ist. Auch wenn die konkrete Werbewirkung des Trägermediums Podcast noch nicht so genau analysiert wurde, kann ich aus eigener Erfahrung jedoch sagen, dass die Hörer Audio-Inhalte viel intensiver wahrnehmen und sich besser erinnern. Und selbst Radiovermarkter wie die RMS vermarkten Podcasts inzwischen ja  professionell.  Je umfassender das Angebot an Inhalten und je größer die Reichweite, umso attraktiver werden Podcasts auch für Werbungtreibende.

Weihnachten ist nicht mehr weit, was wünscht du Dir für die Podcast-Szene 2019 in Deutschland?

Alex Wunschel: Mehr Empathie, mehr Mut, mehr Kreativität, mehr Authentizität. Bald hat Jeder Jeden zu Allem interviewt, und dann werden wir merken, dass es keine Grundrecht auf Aufmerksamkeit und Reichweite  gibt. Manch digital-akustische Umweltverschmutzung wird dann das Medium Podcast eher belasten als befruchten. Für begeisterte Zuhörer braucht es auch begeisternde Audio-Formate.

Danke für den Austausch: Team cocodibu mit Alex Wunschel (Mitte)

Erfahrene DMEXCO-Besucher wissen: In der Woche nach der Kongressmesse ist traditionell Luftholen und Durchschnaufen angesagt. Und natürlich die persönlichen DMEXCO-Rückblicke. Davon gab es in diesem Jahr ein paar sehr erfreuliche, beispielsweise bei der Internetworld, der Horizont oder bei The Drum, was uns als verantwortliche PR-Agentur der DMEXCO natürlich besonders freut.   

Wir wollen euch an dieser Stelle nicht den x-ten Messerückblick geben: „Puh, ein anstrengender Tag geht zu Ende“ – auch wenn die Tage echt anstrengend waren. Nein, wir haben uns einmal umgehört, was die „angrenzenden Dienstleister“, also Taxifahrer und Fotografen, so über das Highlight im Event-Kalender der Digitalbranche denken. Und natürlich wollt ihr wissen, warum Kollegin Ann-Katrin fast mit Nico Rosberg Taxi gefahren wäre.

Wenn man wissen will, was eine Stadt von einer Messe denkt, dann fragt man den Taxifahrer. Das funktioniert in München, in Berlin und natürlich auch in Köln. Unser Taxler, der uns vom Flughafen ins Burns fair & more Hotel brachte, war schwer begeistert, dass rund um die DMEXCO so viele Partys stattfinden. Dadurch bekomme er nämlich nachts immer ganz viele Aufträge. Sein Fazit: „DMEXCO, beste Messe, die isch kenne!“  

Dass die Digitalmarketing-Branche zu feiern weiss, bestätigte uns das Fotografen-Team, das auf der Koelnmesse im Einsatz war. Ihr Fazit: “Bei der DMEXCO wird am meisten getrunken.” Man habe schon um 17 Uhr zahlreiche Messebesucher bei Standpartys mit Bier in der Hand gesehen. Und mit Margheritas. Und Gin Tonic. Da könnten die Jungspunde von der Gamescom lange nicht mithalten!

Ob die Digitalbranche das mit dem Feiern tatsächlich so gut drauf hat, wollten wir natürlich selbst einmal testen. Auftakt war das VIP-Opening am Vorabend des ersten Messetages. Hier war die Stimmung der Digi-Marketer noch eher verhalten, der Rahmen in der Kölner Flora aber sehr beeindruckend. Unser Highlight: die Candy-Bar, die die anschließende Nacht im Hotel wirklich versüßte.


Das DMEXCO VIP-Opening ließ Naschkatzen-Herzen höher schlagen.

Einen Tag später, am Abend des ersten Messetages, hatte sich die Community schon warmgelaufen. Das richtige Feier-Event, die offizielle DMEXCO-Party in der Wolkenburg, wartete. Mit „I love Engtanz“ hatten die Organisatoren der DMEXCO ein erfolgreiches Berliner Partyformat nach Köln geholt, das dafür gesorgt hat, dass die Party schon Tage im Voraus ausverkauft war. Zu recht! Auch wenn das Motto für ein Business-Event erst einmal komisch anmutet, waren die Location, das Essen, die Getränke, die Deko mit roten Luftballons und Konfetti und natürlich die Musik großartig. Von Britney Spears über die Backstreet Boys bis hin zu Justin Timberlake war alles dabei, was Millenials auswendig mitsingen können. Unsere Befürchtung, mit fremden Menschen eng tanzen zu müssen, hat sich dabei nicht bewahrheitet. Dafür haben wir „Mr. Supergeil“ Friedrich Liechtenstein getroffen, der sich freundlicherweise für Selfies zur Verfügung gestellt hat. Unser Fazit: Ja, feiern können sie wirklich, diese Digital-Marketer!


Ein supergeiles Team: Presse-Team, Social Media-Team und Friedrich Liechtenstein.

Eigentlich waren wir aber nur am Rande zum Feiern da. Als Pressestelle der DMEXCO gehörten natürlich auch jede Menge Interviews zu unserem Job. Am zweiten Messetag wurde der ehemalige Formel 1-Champion Nico Rosberg des öfteren im Pressezentrum gesichtet. Da ließ sich ein Selfie mit unserer Kollegin Ann-Katrin und Michaela aus dem Social Team fast nicht vermeiden. Fast wäre Ann-Katrin mit Nico auch noch im Taxi zum Flughafen gefahren, nur leider leider wurde der Podcast von Alex Wunschel dann doch vor Ort produziert .


Michaela, Nico, Ann-Katrin


Danach haben wir mit Thomas Koch alias Ufomedia und DMEXCO Chief Advisor Dominik Matyka  noch eine flüssige Friedenspfeife geraucht.

Neben dem Verfassen der Echtzeit-Pressemitteilungen haben wir natürlich auch jede Menge Presseanfragen in Köln beantwortet. Aber nicht nur. Man wird auch mit zahlreichen organisatorischen Anfragen im Pressezentrum konfrontiert – ob das nun ein Anruf vom anderen Ende der Messe mit der Frage nach Mülltüten ist oder die nach dem Ort, wo die Speaker verkabelt werden (na hinter der Bühne natürlich!) oder wo der nächste Apple Store sei. Kein Problem! Das iPhone reparierten wir mal eben schnell selbst. Unser absolutes Highlight aber war der Besuch einer Hostess in unserem Büro und ihre Frage: „Da vorne steht ein Mann mit Würstchen. Wo sollen die hin?“ Tja, da war selbst die PR sprachlos. Ansonsten hat der Kölner Taxifahrer total Recht gehabt: „DMEXCO, beste Messe!“

Hier das Gruppenbild einer erschöpften, aber glücklichen DMEXCO-Mannschaft.


@Koelnmesse/Max Hampel

Abschlussbild mit Philipp (graues Sakko), Dominik (rosa Sakko) und Christoph (schwarzer Anzug) und (fast) allen anderen (es fehlt Verena, die zeitgleich die PM im Pressezentrum verschickte) aus dem DMEXCO-Team 2018.

 

@Koelnmesse/Max Hampel

Nie war mehr Lametta: Thank you all and see you in 2019!

Ok, als PR-Agentur der DMEXCO sind wir natürlich auch ein bißchen befangen. Aber auch unabhängig von unserem Job finden wir die Kunstwerke von Albrecht Behmel wirklich cool. Dass der Künstler jetzt das Motto der #DMEXCO18 „Take C.A.R.E.“ in seine typische Optik umgesetzt hat, ist ein Genuss.  Jeder der vier Buchstaben ist Teil des  Gemäldes und mit einem Blockchain-Zertifikat versehen. Die Werke werden auch auf der DMEXCO 2018 ausgestellt. Und ein Original wird sogar im Rahmen einer Social Media-Challenge vergeben.

Diese Chance wollten wir uns nicht entgehen lassen und haben im Team gemalt, was die Buntstifte hergaben. Hier kommt unser cocodibu-Video (danke Anh und Martin) für die Blockchain Originals-Challenge (im Hochformat, weil es eine Insta-Challenge ist):

Drückt uns die Daumen, vielleicht hängt ein Original-Behmel ja nach der DMEXCO bei uns im Konfi.

Wenn das kein guter Start für uns ins neue Jahr 2018 ist: Die Koelnmesse, Veranstalter der DMEXCO, hat den PR-Etat für die globale Business- und Innovationsplattform der digitalen Wirtschaft für 2018 an cocodibu vergeben. Wir übernehmen ab Januar die internationale und nationale Medienarbeit für die Kongressmesse. Bisher hatte den Etat Faktor 3 betreut.

cocodibu war bereits bei der Premiere der dmexco im Jahr 2009 sowohl für die Medienarbeit als auch für die Kongressplanung zuständig und ich persönlich hatte bereits über mehrere Jahre die PR der Vorgängerveranstaltung betreut. Dass wir nun erneut das Mandat für die globale Leadveranstaltung der digitalen Wirtschaft übertragen bekommen, freut uns natürlich ganz besonders. 

„Bei der Weiterentwicklung der dmexco spielen Kommunikation und Content eine ganz wichtige Rolle. Mit cocodibu haben wir einen Partner an der Seite, der sowohl jede Menge Erfahrung als auch innovative Ideen beisteuern wird“, sagt Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse.

Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse

Und wir bedanken uns ganz herzlich bei den KollegInnen der Koelnmesse für das Vertrauen. Viva Colonia!

dmexco 2016: die Veranstaltung tat sich schwer mit neuen Impulsen, richtungsweisenden Debatten und echten Kontroversen. Eine Folge des ungebremsten Wachstums der Messe?

dmexco 2016Was soll man noch eine Woche nach der dmexco berichten, wenn schon die Berichterstatter vor Ort ihre liebe Not hatten? So lesen wir in der Rubrik „Die besten Sprüche der dmexco“ (Horizont) Sätze wie „Wir helfen dabei, den Bereich der Online-Werbung wieder aufzuräumen“, „In der echten Welt testen die Werbungtreibenden Facebook“ oder auch „Content Marketing ist mehr als unterhaltsame Werbung“. IT-ZOOM kürt Augmented Reality und Virtual Identity sowie Mobile, CRM, Social Media und Influencer Marketing zu den Top-Trends der Veranstaltung. Und Stan Sugarman stellt im Handelsblatt ein Produkt vor, das sagt, welche Zielgruppe, welcher Zeitpunkt, welcher Kanal und welcher Inhalt zur Ansprache gewählt werden müssen. Jeder Touchpoint sei wichtig und führe zum Kunden.

Mehr allgemein gültiger Konsens ist wahrscheinlich nur schwer herzustellen. Und so stellt sich die Frage, ob man  von der „globalen Business- und Innovationsplattform der digitalen Wirtschaft“ inhaltlich nicht ein kleines bisschen mehr erwarten kann: Etwas wirklich Richtungsweisendes? Neuen Diskussionsstoff für die Branche? Zumindest eine echte Kontroverse? So ist es nicht mehr als ein gigantisches Silvester-Feuerwerk. Vorfreude. Es wird bunt, es wird laut. Danach nichts: Stille. Und dann wieder ein Jahr Pause. Schade.

Schade vor allem  deshalb, weil die dmexco ja wirklich die idealen Voraussetzungen bietet, inhaltlich echte Impulse zu setzen: Größe, Top-Speaker, mediale Aufmerksamkeit. Dass sie sich damit zunehmend schwerer tut, dürfte nicht zuletzt an ihrem eigenen Erfolg liegen. Denn: Je mehr Aussteller und je mehr  Branchen unter das gemeinsame Dach schlüpfen, desto schneller schrumpft der kleinste gemeinsame Nenner. „Digital is everything – not every thing is digital“ lautete etwa das diesjährige Motto. Das ist so herrlich generisch, dass natürlich problemlos die Themen Outernet, Virtual Reality, Big Data und viele weitere darunter passen. Und: Je größer die Messe selbst, desto opulenter auch der flankierende Kongress. Bei rund 250 Stunden Programm werden eben viele Themen an-, aber wenige ausdiskutiert. Ein typisches Beispiel dafür ist  die Arbeitswelt von morgen. Demnach sehen rund zwei Drittel aller Befragten einer Umfrage die Unternehmenskultur als größte Herausforderung für Deutschland 4.0. Allein das wäre wahrscheinlich schon ein tagfüllender Programmpunkt und eben auch „Pure Business“. Wo liegen in der Praxis die Knackpunkte? Was sagen Unternehmenslenker, Mitarbeiter, Agenturen und Unternehmensberater? Sind Firmen im Ausland weiter? Und so ging nicht nur der ein oder andere Besucher in den Hallen verloren, sondern häufig leider auch der rote Faden.

Welch schwieriger  Balanceakt es ist, reines Größenwachstum und thematische Fokussierung auszupendeln, zeigt nicht zuletzt die CeBIT, die sich ja auch als Plattform für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft verseht. Seit vielen Jahren sind, trotz mehrfach veränderter Geschäftskonzepte, die Besucherzahlen rückläufig. Das ist in Köln nicht absehbar, aber die Frage, wie groß die dmexco überhaupt noch werden kann/sollte, drängt sich angesichts der diesjährigen Veranstaltung förmlich auf.

Wer in Köln auf der großen dmexco-Bühne steht, bekommt das wohl größte Auditorium einer deutschen Fachkonferenz. Foto: dmexco

Wer in Köln auf der großen dmexco-Bühne steht, bekommt das wohl bestbesetzte Auditorium einer deutschen Fachkonferenz. Foto: dmexco

Diese Woche steigt in Köln der ultragalaktische Höhepunkt der Digitalszene, die dmexco. In diesem Jahr erwartet die Kongressmesse bei  ihrer achten Auflage fast vier mal so viel Besucher wie bei der Premiere im Jahr 2009. Auch wir sind natürlich mit einem Team vor Ort. Als kleine Vorbereitung und weil es nicht einfach ist, die immer neuen Rekordzahlen der Kongressmesse im Kopf zu behalten, haben wir gemeinsam mit unserem Kunden intelliAd, den Experten für Data Insights, ein paar Fun Facts zusammengestellt.  Und weil die dmexco auch international gerade schwer in Mode ist, gibt es ein paar brandaktuelle Zahlen aus der Fashionbranche (erhoben von intelliAd und Deloitte in der Studie „Spotlight Fashion“) als Äquivalent.

2             mal jährlich veröffentlicht der Online-Vermarkterkreis OVK aktuelle Marktzahlen (zu AdBlocker-Raten, Werbeinvestitionen, Werbeformen u.a.). Ausgabe 2 wird traditionell zur dmexco veröffentlicht. Zwei Prozentpunkte Unterschied (und das ist an der Stelle eine Menge) beträgt die  Conversion Rate in der Fashionbranche, wenn man  Mono-Brand Stores (3,2 %) mit Multi-Brand Stores (1,2 %) vergleicht.

5             Hallen belegt die dmexco in diesem Jahr auf der Kölnmesse (Hallen 5-9). Neu ist in diesem Jahr der Eingang über Halle 6, was den Fußweg zur Haltestelle Messe/Deutz deutlich verkürzt. Übrigens kamen nur 4 Prozent aller Besucher im 1. Halbjahr 2016 über Displaywerbung und Retargeting auf die Webseiten der Fashionshops.

8             Bewertungen hat die offizielle App zur dmexco 2015 in iTunes bekommen. Zu wenig für einen Durchschnittswert. Auch dieses Jahr gibt es wieder eine App für die Besucher. 8 € gibt die Modebranche im Durchschnitt pro Kauf für Suchmaschinenwerbung aus.

45        % der erstmals über 1.000 Aussteller auf der dmexco sind internationale Firmen. Das entspricht genau dem aktuellen Anteil von Mobile Traffic (Smartphone und Tablet) in der Modebranche (44%).

70        € kostet regulär (laut Taxirechner.de) die Taxifahrt vom Flughafen Köln/Bonn zur dmexco und zurück (vorausgesetzt man bekommt ein Taxi). Im Segment Herrenbekleidung bekommt man für diese Summe gerade einmal 100 SEA-Klicks (CPC 0,71 €), bei Damenmode dagegen über 350 (CPC 0,19€).

100     € zahlt jeder dmexco Aussteller zusätzlich zum regulären Quadratmeterpreis (385 € wenn er nach dem 1.2.2016 gebucht hat) für das Marketing-Package der dmexco. Das entspricht dem durchschnittlichen Warenkorb im Segment Mode allgemein (99€).

588     € kosteten im Schnitt laut HRS die letzten sieben verbliebenen Einzelzimmer vom 14. auf 15.September in Kölner Hotels (Abfrage vom 12.8.2016). Diese Summe ist vergleichbar mit dem durchschnittlichen Warenkorb von Luxusmodehändlern am Desktop (576 €). Mit den 472 €, die die Premium-Modeshops von den Handykäufern einnehmen, fände man dagegen kein Zimmer mehr für die dmexco 2016.

8416     € müssen Aussteller für den kleinsten Stand auf der dmexco (16 qm in modularer Standbauweise) hinblättern – dafür könnte man z.B. als Modehändler auch 26.300 User über SEA auf seine Seite bringen (Durchschnitts-CPC in der Modebranche: 0,32€).

50.000   und mehr Besucher erwartet die dmexco 2016. Aus 50.000 Besuchern machen Luxusmodeshops gerade einmal 190 Käufer (Conversion Rate 0,38%).

365 Tage hat das Team der dmexco wieder gearbeitet, um die weltgrößte Digital-Kongressmesse in Köln auf die Beine zu stellen

365 Tage hat das Team der dmexco wieder gearbeitet, um die weltgrößte Digital-Kongressmesse in Köln auf die Beine zu stellen. Foto: dmexco

 

In der ersten Folge unseres kleinen PRaxis-Lexikons „PR-Journalist, Journalist-PR“ hatten wir uns an der Übersetzung versucht, was es heißt, wenn beide Seiten sagen: „Ich melde mich!“. In Folge 2 widmen wir uns einem – angesichts der drohenden dmexco – absolut aktuellem Thema: dem Messegespräch. Oder, was passiert, wenn PR versucht Journalisten auf den Stand einzuladen, weil Kunden vor Ort mit wichtigen Journalisten sprechen wollen.

Lexikon

PR sagt:
Lieber Journalist, sind Sie auf der gamescom/dmexco oder Sonstwie-Messe? Wir würden Sie nämlich gerne an den Stand unseres Kunden X zu einem Gespräch mit dem Vorstand/Geschäftsführer/Entscheider Z einladen?“
und meint:
Hofffentlich stimmt die Akkreditierungsliste und er ist überhaupt auf der Messe. Und hoffentlich fragt er jetzt nicht nach, was die News sein soll, die er vom Kunden gerade am Stand erfahren soll.

Journalist sagt:
„Wenn nichts Dringendes dazwischenkommt, bin ich vor Ort. Allerdings nur einen Tag und ich bin schon  ziemlich dicht mit Terminen. Gibt es denn etwas Berichtenswertes, was mir ihr Kunde unbedingt am Messestand erzählen muss.“
und denkt sich:
Du bist jetzt der 30. PRler, der mich vor der Messe nervt. Und bisher hatten 29,5 KEINE relevante News. Ich fahr doch nicht dahin, um Smalltalk an Eurem Stand zu machen, wo ihr doch schon letztes Jahr nichts Vernünftiges zu Essen und Trinken hattet.

PR sagt:
„Der Vorstand/Entscheider würde Sie gerne mal persönlich kennenlernen und sich mit Ihnen über aktuelle Marktentwicklungen unterhalten. Eine spezielle News oder etwas Exklusives für Sie gibt es vor Ort zwar nicht, weil wir ja bereits vor der Messe über unsere Neuheiten informieren, aber wir haben etliche neue Produkte, die wir zur Messe vorstellen werden.
und denkt sich:
Hast ja recht mit Deiner Rückfrage, aber wäre doch trotzdem ganz nett, mal dem Vorstand die Hand zu schütteln und ihn persönlich kennenzulernen, oder?. Muss ja nicht lang sein. Ein Kaffee, ein Handshake würde doch auch reichen. Und außerdem will der Entscheider Journalistentermine auf der Messe. Sonst hat er doch das Gefühl, dass er nicht wichtig ist.

Journalist sagt:
„Schade, ich habe wirklich wenig Zeit. Vielleicht melde ich mich spontan vor Ort, wenn ich Luft habe. Ansonsten können wir das Gespräch ja mal in Ruhe bei Ihnen im Unternehmen nachholen.“
und denkt sich:
Ich bin doch nicht blöd. Wenn ihr eine ernsthafte News habt, dann streut ihr die doch möglichst breit und gebt sie mir nicht mal auf der Messe am Stand so nebenbei. Und Produktmeldungen machen wir grundsätzlich nicht. Den Vorstand kennenzulernen wär tatsächlich nicht schlecht, aber nicht zwingend in der Messehektik. Also maximal auf einen Kaffee.

PR sagt:
„Das wäre ja toll, wenn es vor Ort auf einen Kaffee klappt, aber ich kann Ihnen nicht garantieren, dass unser Vorstand dann auch wirklich Zeit hat.“
und ärgert sich:
Der glaubt doch nicht im Ernst, dass unsere Entscheider, den ganzen Tag am Stand rumhängen und auf ihn warten. Die sind doch zu mit Terminen im Halbstundentakt. Wie stellt er sich das vor?

Journalist sagt:
„Dann versuchen wir es doch spontan und wenn es nicht klappt, ist es auch kein Beinbruch“.
und denkt:
Die drei Minuten hätte ich echt sinnvoller nutzen können.

PR sagt:
„Dann freu ich mich auf Ihren Anruf und unser Treffen.“
und weiß:
Der ruft bestimmt nicht an. Aber garantiert nicht, weil er so viel Streß hat. Letztes Jahr ist er ganz entspannt über die Messe geschlendert und hat sich die Rest der Zeit im Pressezentrum bei Kaffee und Kuchen vergraben.

Und wie in Folge 1 legen unsere Protagonisten wechselseitig frustriert den Hörer auf. Hier drei Tipps, wie man diese Situation etwas entspannter gestalten kann:

  • Hektik haben Unternehmensentscheider auf einer Messe genug. Wenn es keine Mörder-News gibt, reicht ein kurzer Kaffee-Treff (am Stand) oder ein Handshake mit Journalisten (am Rande des Vortrags oder Panels) zum persönlichen Kennenlernen – aber OHNE beim Journalisten Druck zu machen.
  • Auch für Journalisten sind Messen super hektisch. Da hilft entzerren: Gerade bei großen Messen, wo gefühlte 50 Prozent aller Aussteller bei den Journalisten anklopfen, ist es sinnvoller, sich frühzeitig und weit im Vorfeld mit wichtigen Journalisten persönlich zu treffen.
  • Konzentrieren Sie Ihre PR-Aktivitäten nicht ausschließlich auf die Messe. Bei größeren Veranstaltungen (wie z.B. der dmexco)  hilft es nicht, wenn 1.000 Aussteller als News vermelden, dass sie einen Stand dort haben oder ein neues Produkt vorstellen. 1000mal gehört, 1000mal ist nichts passiert, wie Klaus Lage singen würde. Die Gefahr unterzugehen, ist sehr hoch. Verteilen Sie Ihre wertigen News lieber rechtzeitig (und nicht im Sommerloch) vor der Messe.
von
Auf drei Hallen verteilt sich die dmexco 2014. Foto: Koelnmesse/dmexco

Auf drei Hallen verteilt sich die dmexco 2014. Foto: Koelnmesse/dmexco

Über 800 Aussteller meldet die Kölnmesse für die in zwei Wochen startende dmexco – dem interstellar größten Fachevent zu digitalem Marketing in diesem Universum. Und wir lassen uns mal zu der wirklich waghalsigen Prognose hinreissen: Es werden diesmal auch mehr als die 26.500 Besucher aus dem Vorjahr. Wir tragen in diesem Jahr mit fünf Kolleginn/en von cocodibu dazu bei. Und da wir 2014 unsere insgesamt sechste dmexco besuchen (davor mindestens fünf OMDs), haben wir uns mal ein paar PR-Tipps für Unternehmen zusammengestellt, die aktuell überlegen, wie sie im Zuge der Veranstaltung noch ein bißchen Aufmerksamkeit bekommen.

 1. Journalistenkontakte vor Ort

Eine Spitzenidee, nur leider sind 748 der 800 Aussteller auch schon vor Ihnen auf die Idee gekommen. Der durchschnittliche Fachredakteur hat in den vergangenen Wochen gefühlte 400 Anrufe von Unternehmen und ihren PR-Agenturen bekommen, mit denen er sich auf der dmexco treffen soll. Da wird der Zeitplan ein wenig eng. Und wenn Sie Redakteure von Tageszeitungen oder Wirtschaftsblättern an Ihrem Stand begrüßen wollen, sollten Sie börsennotiert sein, mindestens eine dreistellige Millionensumme umsetzen, eine Sensation im Köcher haben oder einen Gesellschafter, der mindestens Rocket Internet heißt. Um jetzt wirklich noch Termine zu bekommen, müssen Sie etwas ganz Besonderes bieten: Also beispielsweise ihre Kollegen aus dem internationalen Ausland, einen Europa-CEO oder etwas ähnliches. Oder kaufen Sie doch einfach Ihren direkten Wettbewerber bzw. besser ein Unternehmen, das Amazon oder Google auch gerade kaufen wollten, und vermelden Sie das live und exklusiv auf der dmexco. Wenn Sie das nicht können, bleibt Ihnen nur, Ihren potentiellen Gesprächspartnern einfach vor dem Pressezentrum der dmexco im 1. Obergeschoss des Congress Center Nord aufzulauern. Wer allerdings das Glück hat, ins Pressezentrum zu gelangen, kann sich dort ganz in Ruhe mit allen Vertretern der Zunft unterhalten – so diese Zeit und Lust haben.

Video-Interviews werden mittlerweile auch gerne vor Ort geführt. Für sie gelten ähnliche Kriterien wie gerade erwähnt.

2. Redaktionelle Specials

Ja, zur dmexco bringen ganz viele Fach- und Wirtschaftsmedien Sonderhefte, Specials und eigene Publikationen heraus. Weil Digital wichtig ist und weil sich die Medien Anzeigen versprechen. Nur leider sind Sie jetzt ein wenig spät dran. Einige der Specials sind schon längst erschienen, andere bereits komplett fertig. Wenn Sie jetzt noch stattfinden wollen, helfen Ihnen nur noch Onlinemedien und Tageszeitungen.

3. Heiße News

Traditionell heben sich viele Aussteller ihre „heißen“ News für die zentrale Fachmesse auf. Bei 800 Ausstellern kommt da in den Wochen vor der dmexco einiges zusammen. Meldungen aus der Kategorie „Neue Produktreleases“ haben eher wenig Chancen auf große Veröffentlichungen. Wir empfehlen: Entzerren Sie ihre PR-Planung und fokussieren Sie sich nicht ausschließlich auf die dmexco, da die Konkurrenz um Aufmerksamkeit dort enorm ist. Haben Sie selbst nicht die Hammernews, dann verzichten Sie lieber und bringen ihre Meldung zwei Wochen nach der dmexco.

4. Speaker-Slot

Sie wollen noch im Kongress der dmexco sprechen? Frühestens 2015! Wir hatten vor einigen Jahren selbst mal das Vergnügen den Kongress mit zu gestalten, deswegen die Einschätzung: Ein Speaker-Slot auf der dmexco ist ein Sechser im Lotto. Die dmexco wählt ihre Speakerelite selbst. Und für die Veranstalter gilt bei der Auswahl das Motto: Be big or cool! Wer hier nicht in der internationalen Branchen-Rangliste ganz oben steht oder gerade ziemlich angesagt, hat schlechte Karten, einen Slot in den großen Formaten (Congress oder Debate Hall)  zu bekommen. Bis Anfang Juni konnte man es per Online-Formular als Normal-Sterblicher trotzdem probieren. Weil es so schwer ist, einen deutschen Mittelständler in Debate oder Congress Hall unterzubringen, empfehlen wir als Alternative die Speakers Corner. Leider ist der Termin für den Call for Papers Anfang März abgelaufen und alles dicht. Gleiches gilt für Seminare und Work Labs. Realistischerweise setzen Sie besser jetzt ihre Planung für 2015 auf.

Die Debate Hall der dmexco 2013. Quelle: Koelnmesse/dmexco

Die Debate Hall der dmexco 2013. Foto: Koelnmesse/dmexco

5. Die liebe Technik

Ja, die dmexco ist eine Kongressmesse über digitales Marketing. Das heißt nicht, dass es automatisch überall Internetempfang gibt. In den Hallen selbst schon mal nicht, um die Netze der Aussteller nicht zu stören. Laut Koelnmesse gibt es eine öffentlich zugängliche kostenlose WLAN-Nutzung „im Boulevard, dem Eingang Nord und CC Nord. Dort stehen zwei WLANs zur Verfügung: das dmexco WiFi mit 2,4 GHz, ein WLAN für ältere Endgeräte wie beispielsweise das iPhone 4s und das dmexco Free WiFi mit 5 GHz, ein leistungsfähigeres WLAN für aktuelle Endgeräte wie etwa das iPhone 5s.“ Unser 3G-Netz hing in den vergangenen Jahren regelmäßig in der Warteschleife. Tipp: Wer vor Ort dringende Dinge digital regeln will, braucht LAN oder Geduld.

6. Hashtag

Er lautet beim offiziellen Twitteraccount einfach #dmexco. Anzunehmen aber, dass der Newsstream ausführlicher bei #dmexco14 ausfallen wird. Erfahrungsgemäß wird der Social Traffic von einigen der anwesenden Ausstellern ausgewertet. Twittern lohnt sich also. NACHTRAG: Die Kollegen von Brandwatch haben eine eigene Seite innerhalb der dmexco Webseite eingerichtet, auf der die Top-Influencer, die Top-Twitterer und die Top-Hashtags ausgewiesen werden.

7. Konferenzplanung

Sie sollten sich schon mal auf zwei internationale Tage einstellen. Englisch ist die  dominierende Konferenzsprache der dmexco. Wenn Sie jetzt planen wollen, was Sie interessiert, einfach auf der dmexco-Webseite das Programm durchstöbern und das jeweilige Event mit zwei Klicks via iCal in den Outlook-Kalender importieren. Eigentlich könnte man sich auch locker zwei Tage ausschließlich mit dem Kongressprogramm beschäftigen, so umfangreich, spannend und vielfältig ist es. Dummerweise hat man in der Regel noch zehn andere Termine pro Tag. Generell gilt: der erste Tag ist megahektisch, am zweiten – nach der Party – gehen viele das Leben ruhiger an.

8. Party 

Alle Veranstaltungen rund um die dmexco aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Wer nach dem ersten vollen Messetag noch Power hat (oder zu wenig Leads), stürzt sich ins Partyleben. Die beiden größten Feierstätten sind dieses Jahr der Wartesaal am Dom, wo die offizielle dmexco-Party steigt (Ticket zu 119 €), oder die Wolkenburg, wo der Online-Stammtisch Köln zum „Place to be“ einlädt (Tickets zu 82,11 € online oder zu 99 € an der Tageskasse). cocodibu wird dieses Jahr in der Wolkenburg auf der Tanzfläche schweben und die Frauenquote (laut Veranstalter bei 33 Prozent) weiter steigern. Vorgeglüht wird übrigens auf einer der vielen Standpartys, die in der Regel ab 18 Uhr am ersten Messetag steigen.

9. Give-Aways

Klar ist die dmexco eine Fachmesse. Das heißt nicht, dass die digitale Branche nicht gierig ist, was Give-Aways jeglicher Art betrifft. In den vergangenen Jahren gab es Fußbälle, Handyhüllen mit Ohren, Helikopter und vieles mehr. Es spricht sich auf jeden Fall unglaublich schnell herum, wer die besten und schrillsten Werbegeschenke hat. Ob die Besucher dann wegen der Gadgets oder den tatsächlichen Angeboten der Aussteller am Stand stehen? Hauptsache voll! Wir werden berichten, welche Give-Aways dieses Jahr das Rennen machen.

10. Messelogistik 

An- und Abreise: Der ganze normale Messe-Wahnsinn. Leider hat es die Stadt Köln in den vergangenen Jahren nie wirklich hinbekommen, dass der Taxiverkehr zur dmexco reibungslos funktioniert. Versuchen Sie um Himmels willen nicht, am zweiten Messetag mit dem Taxi zu Flugzeug  oder Bahn zu kommen. Schnappen Sie sich eines der von Ausstellern gebrandeten Shuttles oder öffentliche Verkehrsmittel, das ist sicherer.
Ausdauer und Kondition: Nachdem die dmexco mittlerweile drei Messehallen umfasst, bringen Sie unbedingt bequeme Schuhe mit! Und wenn Sie ein Wearable-Fan sind: Aktivieren Sie doch mal Ihren Schrittzähler.
Hallenplan: Lernen Sie ihn auswendig (wenn er denn mal online steht: Nachtrag: Jetzt steht er online). So können Sie sicher sein, dass Sie den kürzesten Weg zwischen Kundenstand, Vortrag, Toilette und Handy-Ladestation finden.
Zeitplan: Da Ihnen garantiert haufenweise Menschen über den Weg laufen, die Sie kennen, planen Sie Pufferzonen zwischen Ihren Terminen ein.

11. Nachberichterstattung

Es wird Sie kaum überraschen: Die meisten der anwesenden Medienvertreter werden nicht nach knapp bekleideten Hostessen oder Bodypainting Ausschau halten, sondern nach den neuesten Trends im Digitalen Marketing suchen. Haben Sie dazu etwas Relevantes beizusteuern, dann steigen Ihre Chancen in der Nachberichterstattung zur dmexco Gehör zu finden,  vorausgesetzt es ist Ihnen gelungen, vor Ort mit den richtigen Redakteuren zu sprechen.

Viel Glück dazu. Wir wünschen Ihnen und uns eine erfolgreiche dmexco 2014! Vor Ort erreichen Sie uns mit einem kurzen Tweet am sichersten und schnellsten.

Nachtrag: Die dmexco kooperiert in diesem Jahr mit MyNEWSdesk. Für Aussteller bedeutet das: Sie erhalten drei Monate kostenlosen Zugang zum Newsroom und dem „River of News“ – ohne Vertragsbindung oder Kündigungspflicht. Der „River of News“ wird eine Art Timeline auf der Startseite der dmexco-Website. Dort laufen kontinuierlich presserelevante Inhalte der Aussteller – also alle Pressemitteilungen vor, während und nach der dmexco – durch. Diese News werden auch auf Infoscreens auf der dmexco zu sehen sein. Für Aussteller lohnt es sich also, Einfluss auf den River of News zu nehmen.

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Um gelesen zu werden, sind Rankings und Hitlisten in Deutschland unerläßlich.Wer nicht mindestens 5 Gründe für irgendwas hat oder 10 Tipps und zu Trends zu was anderem publiziert, verschenkt gnadenlos Reichweite. Deswegen veröffentlichen wir hier heute an dieser Stelle die 6,4 besten dmexco-Rückblicke. Und glauben Sie bitte nicht, wir wären zu faul für einen eigenen gewesen, nur weil Freitag ist!

1. Jens Arne Männig ist ein erfahrener und weitgereister Kommunikations-Profi, der so einige Veranstaltungen gesehen hat und den wir kurz als netten Menschen auf der dmexco kennengelernt haben. Irgendwie sagt ihm aber das Thema Vermarktung nicht ganz so zu. Außerdem scheint er nur spezielle Frauen in Köln gesichtet zu haben und widerspricht damit in Sachen Frauenquote dem Kollegen Sebastian Halm von ibusiness (4.) diametral. Pointiert einseitig aber unterhaltsam ist sein Rückblick formuliert und deswegen trotzdem ein Tipp: Was wir auf der dmexco gelernt haben!

2. Auch Ralf Scharnhorst ist ein in der Szene ein geschätzter Experte, der spitz und treffend analysieren und kurz formulieren kann: Hier seine 10 Trends von der dmexco 2012. Auch wir prognostizieren selbst beschränkt, dass die Opt-out-Rate für Bannerstalking unter einem Prozent bleiben wird.

3. Auf der dmexco wird viel zu viel geredet. Und in den Fachmedien viel zu viel nur darüber geschrieben. Deswegen unser Favorit: Die Foto-Klickstrecke „Ohne Worte“ der Kollegen von wuv.de. Für das Foto unseres Kunden Christian Geyer haben uns die Kollegen von MediaCom dankenswerterweise das K.I.T.T.-Auto aus Knight Rider zur Verfügung gestellt. Das sieht man in der Klickstrecke nicht wirklich, dafür besser hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die beiden rosa Öhrchen, die aus seiner Sakkotasche lugen, gehören zum übrigens zum angesagtesten Gimmick der dmexco: Einer playboy-liken iPhone-Gummiumrandung mit den besagten Bunny-Ohren. Um die zu bekommen, musste man früh aufstehen und den Kollegen von acquisa/Haufe die eigene Mailadresse  für wahrscheinlich Hunderte von künftigen Mail-Newslettern da lassen.

4. „Wenig Sex“ haben die Kollegen von iBusinessauf der dmexco gesehen. Das ging uns auf der Messe genau so. Gerade noch zwei halbwegs eng bekleidete Hostessen bietet iBusiness in seiner Fotostrecke auf – dafür eine gute Analyse, wie sich der Markt, und damit auch in Teilen die Messe, verändert. Und irgendwie scheinen all die Tanjas und Anjas aus den PR-Agenturen im Vorfeld der Messe Herausgeber Joachim Graf derart auf den Zeiger gegangen zu sein, dass er sich zu in seinem „Dmexcommunizierungsguide“ zu „13 Erfolgsrezeptslörnings für 2013“ hinreissen ließ. Man sieht, Tipprankings funktionieren auch jenseits der 10er-Grenze. Wir versprechen, sie alle nicht zu befolgen. Bei uns arbeiten keine Tanja-Anjas!

5. Lead Digital hat Stephan Horvath von Draftfcb in München durch die Kölner Messehallen geschickt, um Interessantes, Wissenswertes und Skurriles zu entdecken. Das hat er dann auch getan und uns haben besonders seine Eindrücke des zweiten Messetages gefallen.

6. Online ist in großen Teilen Video. Deswegen an dieser Stelle ein besonderer Hinweis auf die bewegten Bilder von der Messe. Horizont hat eigene Video-Interviews geführt und sie in einem Special zusammengepackt. Und wer vor Ort irgendetwas verpasst hat, weil er – was des Öfteren vorkam – in einer Schlange vor verschlossenen Türen stand, bekommt die geballte Ladung Kongress nachträglich im beispielgebenden Video-Channel der dmexco, der Standards für vergleichbare Veranstaltungen setzt.

6,4. Einen Rückblick von Thomas Koch hätten wir zur dmexco auch noch gern gelesen, aber der war gar nicht da. Im letzten Jahr hatten wir schon mal prophetisch und gratis sieben Ideen für die dmexco 2012 entwickelt. Eine davon haben die Veranstalter aufgegriffe: Uli Hoeness war da („Mehr Prominenz“)! Nicht gehalten haben sie sich ausdrücklich an den Ratschlag „Schluss mit den Superlativen“: Schon wieder gab es eine Rekord-dmexco: die erfolgreichste aller Zeiten. Jetzt bleibt nur noch ein Ziel: 2013 wird die dmexco die interstellar führende Veranstaltung für digitales Marketing. Auf dem Mars sind wir ja bald.

Teil 3 unseres Fünf-Jahres-Rückblicks:

Gerade als neu gegründete Agentur pendelt man ja anfangs heftig zwischen aufkeimender Euphorie (dem Jubel über jede Kundenanfrage) und drückenden Alltagssorgen (Mitarbeiter, Büro und vieles mehr zahlen) – und hofft, dass sich dieser Zustand mit fortgeschrittener Marktpräsenz in einen stabilen Fluß gleichmäßiger Auftragseingänge wandeln möge. Sie ahnen es: Auch mit mehr Mitarbeitern, zusätzlichen Kunden, einer schöneren Webseite und neuen Kontakten bleibt in unserer Branche der stetige Wandel die einzige Konstante.

Das trifft auch auf cocodibu zu. Nach rund anderthalb Jahren Untermiete in bester Lage (im Nachhinein hätten wir die Mittagspause doch öfter im englischen Garten verbringen sollen) war klar, die Büro-Gemeinschaft  würde mittelfristig aufgelöst werden. Wir brauchten im Spätherbst 2008 ein neues Domizil. Welch glückliche Fügung, dass sich unser damaliger Internet-Dienstleister (dem wir auch unsere derzeit noch aktuelle Webseite verdanken) ebenfalls ein neues Zuhause suchen mußte – und bereits etwas gefunden hatte: Einen Traum von einem Haus. Ruhig und an geschichtsträchtiger Stätte gelegen: vor 300 Jahren tobte dort die Sendlinger Bauernschlacht.

Die zweite Heimat von cocodibu: ein Sendlinger Schmuckstück in der Kidlerstr.10, nur wenige Minuten vom Harras entfernt

Im Haus selbst: Wandtapeten aus den Originalstoffen des Nymphenburger Schlosses, verwinkelte Auf- und Abgänge, ein Laden als Konferenzraum, drei Räume nur für uns und als Vermieter ein Einrichtungsprofi, der jahrelang Schlösser und Theater ausstattete. Beste Voraussetzungen auch durch unseren Hauptmieter, die Agentur zur schönen Gärtnerin, die langjährige Web- und Programmierungskompetenz in die neue WG mitbrachte. Und einen Namen, gegen den cocodibu geradezu einfach und simpel zu erklären war. Denn die schöne Gärtnerin pflanzte nichts an, war fast ausschließlich männlich (bis auf Annette) und pflegte Kontakt zu den Augustiner Mönchen, wo in einer der Schankstätten auch der Name entstanden war.

Kristalllüster von Kare, Wandtapete aus den Stoffresten des Nymphenburger Schlosses: Das Büro in der Kidlerstr. 10 verdankt seinen ganz eigenen Stil einem Inneneinrichter für Theater und Schlösser.

Aus der WG entwickelten sich im Laufe der Zeit gemeinsame Projekte und die Erkenntnis, dass Programmierer und PRler doch teilweise unterschiedliche Vorlieben pflegen, zu denen bei cocodibu weniger die abendlichen Multi-Player-Shooter zählten. Dem Jahr 2008 verdanken  wir außerdem persönliche Begegnungen mit einem Doyen des deutschen Werbegeschäftes, Eberhard Wensauer, in dessen Ludwigsburger Agentur wir häufiger zu Gast waren. Und die Bekanntschaft mit Jochen Wegner, dem damaligen Focus Online-Chefredakteur. Außerdem lernte ich Uwe Heinrich, den Chef der hiesigen Agentur Signalwerk, kennen und schätzen, mit dem ich bis heute nicht nur gemeinsame Projekte, sondern auch harte Tennismatches austrage.

 

Apropos hart: 2009 hatte da Einiges zu bieten. Beispielsweise die Premiere der dmexco, für die wir zum Start die Kommunikation und die Kongressorganisation übernommen hatten. Wer die Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf kennt, kann sich ungefähr vorstellen, was passiert, wenn Deutschlands zentrale Messe für digitales Marketing den Standort am Rhein wechselt. In einem Pitch hatte die Kölnmesse im Frühjahr 2008 die Spitzen von OVK und BVDW überzeugt, ihr den Zuschlag zu geben. Die Düsseldorfer IGEDO freilich wollte nicht kampflos aufgeben und mit der „alten“ OMD (deren Pressearbeit wir lange Jahre zuvor betreut hatten) die neue „dmexco“ (deren Pressearbeit wir zum Start betreuten) aus dem Feld schlagen. Klar war: Es kann (auf Dauer) nur eine Messe geben. Im Dezember 2008 strich die OMD die Segel, die Aussteller hatten das Konzept der dmexco favorisiert. Heuer findet die dmexco erst zum vierten Mal statt und ist unbestritten Europas führende Messe für digitales Marketing mit großem internationalem Flair. An die OMD werden sich nur noch wenige erinnern, Lorbeer welkt manchmal schnell.

Hektisches Treiben: cocodibu im Pressezentrum der dmexco 2009 - ein erfolgreicher Start für eine neue Messe

Die Herausforderungen 2009 führten auch mich persönlich an eine Grenze, an der auch mit Disziplin und Willen, dem Körper nicht mehr alles zugemutet werden konnte. Es war Zeit, cocodibu auf eine breitere Basis zu stellen und die nächste Phase einzuläuten. Die Agentur brauchte einen neuen Partner!

In der nächsten Folge lesen Sie: Warum Stefan Krüger einsteigt und welche Rolle eine Eckkneipe in unserer Agenturgeschichte spielt.