Tagged: Fachmedien

Vor vier Jahren haben wir zum ersten Mal ein rudimentäres Ranking der Marketing/Medien-Fachmedien für Twitter veröffentlicht. Mittlerweile, einige zusätzliche Netzwerke und Plattformen später, ist das alljährliche Digitalranking der Kommunikations-Fachmedien ein fester Bestandteil dieses Blogs.

Aber ein Bestandteil, der uns in den vergangenen Tagen ein wenig den Schweiß auf die Stirn getrieben hat. Welche Angebote nehmen wir neu dazu? etailment und Clap (siehe unten auch t3n)! Welche Plattformen werten wir zusätzlich aus? Google+ und YouTube! Und bleiben wir bei unserem Punktesystem für quantitative Zahlen, wohl wissend, dass dies qualitativ wenig aussagen muss? Ja, aber wir haben diesmal die Kanäle etwas genauer in Augenschein genommen. Und obwohl wir ein Ranking aufbereitet haben, geht es uns weniger um Zahlenklauberei bei einzelnen Medien, sondern mehr um generelle Entwicklungen im Markt. Aber ganz von vorne!

Ranking Aug 2013

w&v vor meedia, IWB und Horizont

An der Spitze der Punkteliste hat sich gegenüber dem Ranking 2012 wenig verändert. w&v bleibt vorne, gefolgt von einem knapp beieinander liegenden Trio aus Meedia, Internet World Business und Horizont. Die IWB hat Boden gut gemacht, der Aufsteiger der Jahres aber heißt auf Rang 9 etailment, ein clever gestaltetes Newsletter-Angebot für Trends und Analysen im eCommerce. Paradoxon für die Top-Titel: Obwohl die Fan-, Follower- und View-Zahlen in den sozialen Netzwerken in den vergangenen zwölf Monaten zum Teil sehr deutlich gestiegen sind, hat sich das nicht erkennbar auf die Zugriffszahlen der Webseiten auswirkt. Bei den Visits liegen die Fachmedien meist minimal über oder unter dem Niveau des Vorjahres. Funktioniert Social Media nicht als Trafficlieferant? Bricht an anderer Stelle etwas weg, was durch Social ersetzt wird? Die Gründe kennt vielleicht das jeweilige Analytics-Tool.

Hier eine Zeitreihe der Visits aus der Meedia-Datenbank

Bei den fast ausschließlich newsorientierten Medien verzeichnet der Twitter-Account meist mehr Follower als Facebook-Fans, bei w&v, Horizont, der Internet World und der Absatzwirtschaft liegt Facebook vor Twitter. Die Facebook-Fanschar (+45,4 % im Schnitt- 8/12 bis 8/13) wächst schneller als die Zahl der Twitter-Follower (+28,5 %). Beide Kanäle werden überwiegend als Teaserkanal für Meldungen von der Webseite benutzt. Eigene Inhalte, die nur für die Social Kanäle erstellt werden, sind grundsätzlich eher die Ausnahme.

Das Digitalranking Komm.Fachmedien 2013 als PDF (mit hinterlegten Links)

Twitter statt oder parallel zum Newsletter

Der Weg zu aktueller Information im Fachbereich hat sich dramatisch gewandelt. Früher war der gedruckte wöchentliche Dienst (Kontakter, Kress, New Business & Co.) ein zentrales Newsmedium, heute ist es Twitter. Folgt man den „richtigen“ Multiplikatoren (und das müssen nicht zwangsweise Medien sein), ist der persönliche Newsstream das Nachrichtenmedium Nummer eins. Meist kommt der Newsletter der Medien viel später als der Tweet von Eingeweihten und Aufmerksamen. Weil die Medien hier aber Nachrichten bündeln, haben sich ihre Followerzahlen im vergangenen Jahr noch einmal deutlich erhöht. Im Schnitt liegen sie 28,5 Prozent höher als noch vor zwölf Monaten.

Twitter
account
Follower Aug 2013 Differenz absolut
zu Aug. 2012
Veränd. in %
DWDL 33666 12290 57,5
Meedia 38.036 12204 47,2
kress 39.342 12555 46,9
Horizont 17.326 4516 35,3
turi2 23.437 5145 28,1
Internet World 19.838 4175 26,7
marconomy 2759 492 21,7
One to One 2187 376 20,8
Acquisa 8458 1408 20,0
Absatzwirtschaft 638 106 19,9
adzine 2387 346 17,0
w&v 48.704 6646 15,8
ibusiness 2728 333 13,9
clap 7663 kVm. kVm.
new business 2756 kVm. kVm.
etailment.de 1810 kVm. kVm.
LEAD digital* läuft über W&V
©cocodibu 2013

Die prozentual und absolut höchsten Zuwächse verbuchen schnelle Newsmedien wie DWDL, Meedia und kress. An der Followerspitze liegt w&v vor Meedia und kress.

Das Twitterranking als PDF

Die schönste Optik aller Facebook-Fanpages bietet der Kress mit einem Bild seines Gründers

Die schönste Optik aller Facebook-Fanpages bietet der Kress mit einem Bild seines Gründers

Facebook: 1,4 Kommentare pro Post

Während Twitter vor allem schnell ist, kann man auf Facebook darüber reden. Hier haben w&v, Horizont und die Internet World bisher die meisten Likes kassiert. Jeweils deutlich mehr als die (kostenpflichtigen) Printauflagen der Titel. Prozentual haben sich auf Facebook im vergangenen Jahr Lead Digital, iBusiness und die Absatzwirtschaft am meisten gesteigert, wenn auch auf deutlich niedrigerem absolutem Niveau. Alle Fachmedien zusammen haben 45 Prozent mehr Likes als noch vor einem Jahr.

Likes sind eine Sache (die man sich ja auch leicht kaufen kann, was wir aber niemandem der Beteiligten unterstellen wollen), die Interaktion eine andere. Deshalb haben wir uns die jeweils aktuellsten zehn Facebook-Posts aller Fachmedien mal angesehen und die durchschnittliche Interaktionsquote errechnet. Fazit: Meedia führt mit 26 Likes pro Post vor Kress (23) und w&v (13). Der durchschnittliche Post aller Medien kommt auf 6 Likes. Naturgemäß darunter liegen die Werte bei den Kommentaren. Da erhält der Durchschnittspost aller Kommunikations-Fachmedien 1,4 Kommentare. Hier führt Horizont (3,6) vor Meedia (3,4), w&v (2,5) und DWDL (2,3). Und das angesichts der Tatsache, dass wir uns in der eher selbstverliebten, durchaus eitlen und eigentlich immer geschwätzigen Kommunikationsbranche befinden. Spricht es gegen die Medien oder gegen Facebook als Plattform, dass die Interaktionsquoten im 0,0x-Prozentbereich liegen?

Facebook-Page   Gefällt mir –
Stand Aug. 2013
Differenz abs. zu August 2012 Veränd. in %
LEAD digital 5122 2698 111,3
ibusiness 2519 1099 77,4
Absatzwirtschaft 4481 1791 66,6
kress 13.534 4495 49,7
DWDL 16600 5322 47,2
One to One 1030 290 39,2
marconomy 2088 576 38,1
Internet World 23.494 6475 38,0
Horizont 35.236 8661 32,6
Acquisa 347 82 30,9
w&v 51.409 11836 29,9
Meedia 17.303 3632 26,6
turi2 2.783 560 25,2
adzine 1737 322 22,8
etailment.de 1075 kvm. kVm.

Das Facebook-Ranking als PDF

Google+ läuft bei vielen nur nebenher

Wie gehen die Kommunikations-Fachmedien mit Google+ um? Glauben Sie an das soziale Netzwerk als Ergänzung oder Alternative zu Facebook? Die aktuelle Erhebung bringt für Google+ eher ernüchternde Ergebnisse: Während viele Facebook-Seiten aktuell gepflegt werden und gelegentlich auch eigenständige Dialoge enthalten, wird Google+ eher lieblos als Teaserkanal für Meldungen von der eigenen Webseite genutzt. Sinnigerweise passiert bei zwei Seiten mit vielen Plus-Bewertungen (Horizont und Internet World Business) gar nichts. Der letzte Post von Horizont stammt beispielsweise von Ende 2011 und Lead Digital hat noch nicht einmal einen Post abgesetzt. Einzig der Newcomer etailment bespielt Facebook und Google+ gleichwertig und verzeichnet auch ähnliche Likes bzw. Plus-Zahlen.

etailment nutzt konsequent Google+ als eines der wenigen Fachmedien

etailment nutzt konsequent Google+ als eines der wenigen Fachmedien

YouTube: Baustelle Bewegtbild

Die ganze Branche spricht davon, wie wichtig Videoinhalte für das Web werden. Auch die Kommunikations-Fachmedien schreiben seitenweise darüber. Aber de facto sind YouTube & Co. derzeit die größte Baustelle für alle. Scheinbar sind die Kosten für spannende Bewegtbildinhalte nicht zu refinanzieren, denn selbst die großen Fachmedien unserer Branche verzichten weitgehend auf Eigenproduktionen. w&v und Horizont haben vor allem die neuesten Werbespots von Marken in ihrem YouTube-Kanal oder Berichte über eigene Veranstaltungen. Die Internet World Business setzt als einziges Medium hauptsächlich auf Interviews, die sie meist auf Veranstaltungen führt. Und wer es mit eigenständigen Formaten versuchte (z.B. turi2.tv und adzine.tv), gab nach wenigen Folgen auf. Ungewöhnlich, dass es in einer Branche, die so stark von bewegten Bildern lebt, kein tragfähiges Bewegtbildformat für die Branche entstanden ist. Zumal die Videowerbeerlöse laut OVK im vergangenen Jahr um 23 Prozent gewachsen sind. Tendenz, weiter steigend.

Auch auffallend: Während bei Zeitungen und Zeitschriften – positiv umschrieben – gerade eine Welle der Konsolidierung tobt, haben sich die allermeisten Kommunikations-Fachmedien über die Jahre hinweg halten können. Konsolidierungstendenzen sind zwar auszumachen, aber vorerst kein Fachmediensterben. Die Handelsblatt-Gruppe, zu der auch die Absatzwirtschaft gehört, hat jüngst meedia übernommen. Der Deutsche Fachverlag betreibt neben Horizont nun auch etailment und zum Einzugsbereich der Südwestdeutschen Medienholding zählen neben w&v, Kontakter und Lead Digital (w&v-Verlag) auch die Internet World Business (Neue Mediengesellschaft Ulm). Der Kress wanderte schon 2008 zu Haymarket Media (u.a. PR Report). Gleichzeitig schaffen es von Großverlagen unabhängige Seiten wie DWDL, adzine und turi2 in Nischen vorne mitzuspielen. Blogger und Berater füllen mit quailitativ guten Seiten noch kleinere Nischen aus. Obwohl der B2B-Werbekuchen für Kommunikationsfachmedien geschrumpft ist, gibt es  – zumindest vorübergehend – mehr Angebot.

Christian Faltin, Monja Strotbek (Daten)

P.S.: Diese Ranking sagt nichts (aber auch gar nichts) über die Umsatzsituation der einzelnen Fachmedien aus.

P.P.S.: Ein Nachtrag zum Ranking. Bisher nicht erfasst hatten wir die Kollegen von t3n, da sich das Magazin und seine Webangebote stark mit der Schnittstelle zwischen Kommunikation und Technologie beschäftigen. Im nächsten Ranking, das für Dezember 2013 geplant ist, werden wir den Titel aber komplett ausweisen, da er sich auch – was die Zahlen betrifft – in der Spitzengruppe einsortiert. In der beigefügten Übersicht sind alle Einzelwerte nachträglich aufgeführt. Mit den aktuellen Vergleichswerten, die allerdings später erhoben wurden, löst t3n w&v als Spitzenreiter sogar ab. Allerdings sind die Zahlen von t3n NICHT in die Durchschnittswerte aller Fachmedien nachträglich eingeflossen. Das holen wir in der nächsten Erhebung nach. Versprochen!

 Nachtrag Ranking t3n 2013 – 13.8.2013

Zur Erhebungsmethode: 

Ergänzt haben wir unsere Auswertung (im Vergleich zum August 2012) dieses Mal um die Publikationen Clap und etailment (und nachträglich um t3n) sowie um die Plattformen Google+ und YouTube. Die Erhebungsmethode blieb gleich: Für alle Kategorien gibt es Punkte für die Position im Ranking (die Zahl der Punkte variiert, je nachdem wie viele Titel jeweils mit Daten gelistet sind) und für e-Paper und Apps gibt es jeweils einen Sonderpunkt.

 

 

Vor fast einem Jahr  haben wir die Webpräsenzen der Kommunikations- und Marketing-Fachmedien zum letzten Mal unter die Lupe genommen. Grund genug, die Zahlen zu aktualisieren und die Entwicklung zu analysieren.

Im Ranking selbst hat es dabei wenig Veränderungen gegeben: Die W&V verteidigt ihren Spitzenplatz weiter souverän vor Meedia. Auf dem Bronze-Rang liegen diesmal Horizont und Kress gleichauf. Obwohl wir wissen, dass es bei Facebook, Twitter & Co. noch eine ganze Reihe mindestens ebenso relevanter Meßgrößen gibt, ist es natürlich auch in Fachmedienkreisen nicht ganz verpönt beim reinen „Nasenzählen“ vorne zu liegen. Da uns qualitative Auswertungen (z.B. Response- und Interaktionsraten) an dieser Stelle nicht durchgängig zugänglich sind, beschränken wir uns bisher auf das Quantitative. Auch das bietet ein paar interessante Erkenntnisse durch den Vergleich mit dem Vorjahr:

Ranking zum Download als PDF: Fachmedien im Web – August 2012

1. Owohl die Kommunikations- und Medienbranche bereits relativ früh mit dem (Social) Web begonnen hatte, steigen die Nutzungszahlen weiter. Dabei liegen die Fachmedien teilweise sogar vor den etablierten Wirtschaftsmedien: So hat w&v z.B. mehr Fans auf Facebook (39.573) als die Financial Times Deutschland (28.414), das Handelsblatt (26.098) oder die Wirtschaftswoche (14.709). Und bei Twitter schlägt nur das Handelsblatt (65.408 Follower) das (web-)reichweitenstärkste Kommunikations-Fachmedium.

2. Das Social Web als Trafficlieferant: Aus der Ferne eine Korrelation zwischen Webseiten-Visits und Fans/Followerzahlen herzustellen, wäre vermessen. Trotzdem lohnt ein Beispiel: Meedia verbuchte im Vorjahresvergleich 104 Prozent mehr Fans auf Facebook und ein 52prozentiges Plus bei den Twitter-Followern. Die Visits auf der Webseite stiegen im selben Zeitraum „nur“ um 10,3 Prozent. Anders gesehen: 15.750 mehr Fans und Followern standen bei meedia 147.000 Visits mehr gegenüber. Wieviel Traffic die Webseiten der Kommunikationsmedien mittlerweile über das Social Web bekommen, wissen nur die Verantwortlichen und ihre Analyseprogramme.

3. Facebook hat gegenüber Twitter deutlich aufgeholt. Da die meisten Fanpages erst nach dem Twitteraccount entstanden sind, hatte Facebook 2011 noch einen deutlichen Rückstand. Mittlerweile haben alle Fanpages der aufgeführten Medien deutlich mehr Likes als im Vorjahr. Die in absoluten Zahlen größten Gewinne verbuchten w&v
(plus 10.609 Fans), Horizont (+ 8.779) und Internet World Business (+ 8.232).  Bei Twitter haben Meedia (plus 8.789 Follower), der Kress report (+7.166) sowie DWDL (+6.962) die höchsten Zuwächse erzielt.

4. Das ePaper ist immer noch nicht Standard und Apps leisten sich nur die Großen.

5. Durch das allgemeine Wachstum im Web kommt es noch nicht zu großen Verdrängungsprozessen. Im Gegenteil: relativ junge Nischenangebote wie adzine oder  mediatreff können sich halten. Die größte Kluft zwischen gedruckter und digitaler Welt gibt es – beinahe schon traditionell – weiterhin bei der Absatzwirtschaft.

Darüberhinaus gibt es ein paar interessante Einzelphänomene: So beschäftigt sich der Neueinsteiger Lead Digital zwar im Heft mit digitalen Themen, ist aber selbst im (Social) Web bisher nicht angekommen. Meedia kann sich auch ohne Unterstützung durch einen Printtitel behaupten und gehört zusammen mit der Internet World Business zu den sehr dynamisch wachsenden Medien innerhalb der Top 5-Webmedien. Auch DWDL schließt auf.

Für unser nächstes Ranking werden wir künftig auch die YouTube-Kanäle berücksichtigen. Fehlen Ihnen noch relevante Meßgrössen? Dann freuen wir uns über Kommentare!

Zur Erhebungsmethode: 

Ergänzt haben wir unsere Auswertung (im Vergleich zum August 2011) dieses Mal um die Publikationen „LEAD digital“ und „new business“. Die Erhebungsmethode blieb gleich: Für die Webseite, Facebook und Twitter gibt es Punkte für die Position im Ranking (Platz 1: 15 Punkte, Platz 2: 14 Punkte usw.) . Die Rubrik Apps haben wir um das E-Paper erweitert. Für ein E-Paper gibt es einen Punkt, für eine App zwei.

 

Gut ein Jahr ist inzwischen vergangen, seit wir das erste Mal das Ranking der Kommunikations- und Marketing-Fachmedien durchgeführt haben. Was hat sich seitdem verändert? Bei uns zum Beispiel die Erhebungsmethode. Bislang haben wir die Facebook- und die Twitter-Präsenz sowie die Website-Visits der Marketing- und Kommunikationsfachmedien untersucht. Neu aufgenommen haben wir diesmal die Rubrik Apps, deren Punktevergabe auf Grund des Prinzips „Vorhanden oder Nicht-Vorhanden“ erfolgt ist. Und vielleicht beziehen wir künftig auch noch die Abonnentenzahlen der eMail-Newsletter ein.

Interessanter als die Reihenfolge der Medien, die seit Anfang der Erhebung relativ konstant bleibt, ist für uns die Entwicklung der neuen digitalen Kanäle. 

 

  #

Nach wie vor führt w&v unverändert vor Meedia sowie kress und Horizont, eigentlich dialogorientierte Medien wie acquisa und OnetoOne sind im Web keine Macht.

Von Social Media-Müdigkeit ist bei den meisten der untersuchten Kommunikations-Fachmedien wenig zu spüren.So lässt sich ein stetiger Zuwachs an Facebook-Fans und Twitter-Followern erkennen. Teilweise übersteigt die digitale Fan- oder Followerschar bereits die Zahl der verkauften Printexemplare. Den größten Anstieg seit August 2010 verzeichneten bei Facebook Meedia und die Absatzwirtschaft, deren Fanzahlen um mehr als das 6-fache angestiegen sind. Auch bei Twitter ist die Zahl der Follower von Meedia am meisten angewachsen. (Kristin Kellermann)

Die Social Media-Dominanz der W&V im Markt der Fachtitel ist ebenso bemerkenswert wie beeindruckend: Mit über 18.000 Facebook-Fans haben die Münchner in etwa doppelt so viele Anhänger wie der Zweitplatzierte (Horizont). Die Wachstumsdynamik scheint dabei ungebrochen. Umso erstaunlicher, dass der große Marktvorsprung im Web 2.0 bisher kaum Effekte auf die herkömmliche Web 1.0-Präsenz zeigt. Im IVW-Ranking liefert sich die W&V weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Meedia.de. Mehr noch: Das meinungsfreudige Medien-Portal aus Hamburg macht im Dezember das Rennen und liegt vorn (siehe Tabelle). Erstaunlich stabil zeigt sich dabei der drittplatzierte Kress mit knapp einer Million Visits. Ein detaillierter Blick in die Zahlen lohnt dabei allemal: Bei Kress sind "nur" etwa 60 Prozent der Visits auf redaktionellen Content zurück zu führen. Die restlichen 40 Prozent stammen aus der Kategorie Kommunikation. Ein ungewöhnlich hoher Wert: Üblicherweise resultieren bei den Fachdiensten über 90 Prozent der Visits aus redaktionellem Content.

Nutzungsdaten_Fachmedien

 

 

Facebook-Fans plus 38 Prozent, Twitter-Follower plus 11 Prozent! Die Kommunikationsfachmedien wachsen weiter im Social Web! Das ist das Ergebnis unseres aktuellen Social Media-Rankings, dessen letztes Update fast auf den Tag genau zwei Monate zurückliegt.

Die Bestandsaufnahme kurz vor dem Jahresende 2010 zeigt: Auch im Dezember werden beide Rankings von w&v angeführt (20 Punkte), es folgen kress und dwdl mit jeweils 16 und 15 Punkten. In den Rangliste selbst gibt es kaum Verschiebungen. Den größten Sprung bei Facebook machte "meedia“, mit einem Fanzuwachs von sagenhaften 179 Prozent.

Dass Facebook sich mit plus 38 Prozent (im Durchschnitt aller aufgeführter Medien) in den vergangenen zwei Monaten (fast) durch die Bank dynamischer als Twitter (plus 11 Prozent) entwickelte, verwundert nicht. Ist doch die Facebook-Fanpage bei den meisten Medien später dazugekommen und weist Facebook in Deutschland doch stark wachsende Nutzerzahlen auf. 17 Millionen deutschsprachigen Facebook-Nutzern (Quelle: facebook.biz) stehen derzeit etwas 350.000 deutschsprachige Twitterer (Quelle: Webevangelisten) gegenüber. Ein Größenverhältnis von 49:1. 

Erstaunlich, dass das Verhältnis von Followern zu Fans bei den Kommunikations-Fachmedien derzeit noch umgekehrt ist: w&v hat beispielsweise noch fast doppelt so viele Follower auf Twitter wie Fans auf Facebook.Und fast exakt so viele Follower wie die verkaufte Printauflage.  

Dargestellt in der Übersicht (zur Vergrößerung anklicken) sind Fan- und Followerzahlen vom 12.08.2010, 15.10.2010, die aktuellen Zahlen des heutigen Tages und deren Differenz in absoluten Zahlen und Prozent. Die o.g. Punkte (jeweils 1-10) wurden den jeweiligen Plätzen zugeordnet (1. Platz = 10 Punkte. 2. Platz = 9 Punkte etc. ).

 

SocialMediaRankingDezemberTabelle

Links:

Facebook-Fanpages

W&V Horizont DWDL Internet World kress Report Meedia turi2 iBusiness media-TREFF Adzine Absatzwirtschaft Acquisa

 

Twitter

W&V kress report DWDL turi2 Meedia Internet World Horizont Acquisa iBusiness media-TREFF Adzine One to One Absatzwirtschaft

 

Patricia Langen/Christian Faltin

Im Onlineleben ist ja nicht zwingend alles so wie in der Welt der Druckerschwärze. Im kleinen Social Media-Ranking der Marketing- und Kommunikationsfachmedien allerdings führt der Titel mit der höchsten Auflage auch souverän im Mitmachweb. w&v hat beim fröhlichen Nasenzählen die meisten Fans auf Facebook und die meisten Follower auf Twitter (20 Punkte). In der virtuellen Social Media-Tabelle auf Platz 2: das Online-Medienmagazin dwdl (16 Punkte), gefolgt vom Kress (15 Punkte) und Horizont  (13 Punkte). Knapp dahinter die Internet World Business (12 Punkte).

Den wohl größten Unterschied zwischen der Printauflage und der Social Media-Bedeutung weist die Absatzwirtschaft auf: Gedruckt ein Schwergewicht, im Netz kaum wahrnehmbar. 

Nachtrag: Außer Konkurrenz laufen diesmal, wie auch sonst, die Kollegen von Clap, die die Fachwelt ja eher entspannt ironisch sehen. Daniel Häuser und Peter Böhling bringen es gemeinsam mit ihren persönlichen Accounts auf 1794 Twitter-Follower. Facebook schenken Sie sich bisher.

Nachtrag 2: Wir haben die Kolleginn/en von iBusiness noch mit aufgenommen, deren Premium-Plattform allerdings nur zahlenden Nutzern vorbehalten ist.Tagesaktuelle News gibt es jedoch auch dort kostenlos.

Nachtrag 3: Vergessen hatten wir – aus nicht nachvollziehbarem Grund – auch noch die Kollegen von Azine. Sie sind jetzt ergänzt (13.9.).Sorry!

Zur Methode: Natürlich wissen wir, dass allein die Zahl der folgenden Fans nur ein Gradmesser ist – aber eben kein ganz unwichtiger. Da viele Fans auch zugleich Follower sind, haben wir uns dagegen entschieden, die Zahlen einfach zu addieren. Stattdessen haben wir in beiden Tabellen von Platz 1 bis 10 einfach Punkte vergeben (sowohl für Facebook als auch für Twitter).   

Facebook-Präsenz (Stand: 12.08.2010, 15 Uhr – Nachträge später)

  1. W&V                    10.013 Fans                           

  2. Horizont                  4.818 Fans

  3. DWDL                    2.576 Fans                           

  4. Internet World          2.032 Fans                           

  5. kress Report            1.793 Fans                           

  6. Meedia                    1.096 Fans                          

  7. turi2                           879 Fans   

  8. iBusiness                   673 Fans 

  9. Adzine                    452 Fans                   

 10. Absatzwirtschaft          237 Fans                      

  11. Acquisa                       30 Fans                          

  12. One to one              kein Account                                            

  

                        

Twitter-Präsenz (Stand: 12.08.2010, 15 Uhr)

  1. W&V                    20.892 Follower

  2. kress report           12.170 Follower

  3. DWDL                    8.070 Follower

  4. turi2                       7.517 Follower

  5. Meedia                   6.640 Follower

  6. Internet World         6.180 Follower

  7. Horizont                 4.940 Follower

  8. Acquisa                 3.133 Follower

  9. iBusiness             1.290 Follower

10. Adzine< /a>                   1.028 Follower

11. One to One               700 Follower

12. Absatzwirtschaft        223 Follower

Sollten wir jemand vergessen haben, in diesem Fall sind wir selbstverständlich nachtragend.(cf)

Kollege Hugo E.Martin hat parallel auch ein Twitter-Ranking nach Following-Zahlen aufgestellt.

Danke für die Vielzahl der Hinweise. Sie sind alle eingearbeitet.

Showdown auf dem Börsenparkett: Das iphone läuft weiter wie geschnitten Brot und das ipad war schon vor dem Start das Trend-Gadget Nummer eins. Kein Wunder also, dass Apples Börsenkurs geradezu explodiert. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell 235,44 Milliarden Dollar. Erst im März wurde die 200 MIlliarden Dollar-Hürde geknackt. Zum Vergleich: Bei Branchenprimus Microsoft liegt der Wert aktuell bei 275,57 Milliarden Euro – bei einer allerdings deutlich flacheren Wachstumskurve. Amerikanische Fachmedien wie Business Insider fragen sich angesichts solcher Entwicklungen zurecht: Wie lange dauert es noch, dass  Apple auf dem Börsenparkett an Microsoft vorbei zieht?

Ok, ok, Quantität ist nicht alles. Was zählt, ist natürlich der persönliche Dialog auf Twitter. Sagen alle. Aber warum brüstet sich die ditale Elite dann mit Ihren Followerzahlen? Weil wir Deutschen Rankings lieben! Deshalb, und natürlich nur deshalb, haben wir mal zusammengestellt (Stand 13.4., 16 Uhr), wieviel Twitternasen denn w&v, kress & Co. so folgen. Vielleicht ganz interessant zum Vergleich: Sascha Lobo hat fast so viele Follower wie die ersten vier twitternden Fachmedien zusammen.

Hier die Rangliste:

                                             Follower

 1. w&v                                     15240

 2.kressZwitscher                      10625

 3. DWDL                                   6580

 4. turi2                                      6247   

 5. meedia                                  5182             

 6. internet_world                         5171

 7. Off-the-record                         4568

8. HorizontNet                            4114

9. acquisa                                  2329

10. onetoone_de                          477

11. aswonline                              194

Damit liegen die deutschen Kollegen im Internationalen Vergleich gar nicht so schlecht, mal abgesehen von den US-Kollegen der Advertising Age. Da schlägt sich der größere Markt und die längere Twitter-Historie nieder. 

adage                   
              84200

Newmediaage                        10150

MarketingWeekEd   
              4700

strategies1       
                    3634

Sollten wir jemand vergessen haben, bitte einen kurzen Kommentar
hinterlassen. In diesem Fall sind wir nachtragend.(CF)

Ein positiver Trend gibt es bei den Medien und Marketing-Fachmedien im Netz: Verglichen mit dem Oktober 2009 konnten fast alle Angebote zulegen. Die Top 3-Angebote haben mittlerweile alle die Marke von einer Million Visits pro Monat passiert. Das SZ-Tochterunternehmen w&v liegt im März wieder vor Dirk Mantheys meedia und knapp dahinter Horizont (Deutscher Fachverlag). Ansonsten blieben die Positionen stabil bis zementiert. Der Kontakter wird mittlerweile nicht mehr gesondert in der IVW ausgewiesen.

In Zahlen IVW Online 3-10 (vs. 10-2009):

Medium           
                         Visits (in Tsd.)           

1.
wuv.de                                     1.249     896
2.
meedia.de                                1.165    1.004    
3.
Horizont.net                             1.013     847
4.
Kress.de 
                                 867       717
5.
internetworld.de                        450       370
6.
turi2.de                                    351       334
7.
absatzwirtschaft.de                    65        65  
 

Bestehen bleibt die Entwicklung, dass die führenden Kommunikations-Fachmedien im Vergleich besser abschneiden als die meisten anderen Branchen (ausgenommen der Bereich ITK). Nur drei Beispiele: Die Textilwirtschaft erzielt 361 Tsd. Visits, der Food-Marktführer LZ.Net 409 Tsd. und das Deutsche Ärzteblatt 871Tsd. Es gibt also noch eine erhebliche digitale Kluft zwischen den Branchen. (CF) 

Ehemalige Mitarbeiter von Firmen outen sich meist dadurch, dass Sie einen Text mit "Weißt Du noch" oder durch einen Verweis auf die "guten alten Zeiten" beginnen. 

Also ein kleines Beispiel aus der Welt der Fachmedien: Wissen Sie noch, die guten alten Zeiten, als eine werben & verkaufen im Herbst noch über 200 Seiten dick war? Für die jüngeren Menschen aus der Anzeigenabteilung wahrscheinlich eine völlig abstruse Vorstellung – angesichts eines aktuellen Heftumfangs um die etwa 80 Seiten.

Mein Lieblingsexemplar, die meines Wissens dickste w&v aller Zeiten, datiert vom 20. September 2000, der rauschenden Endphase der New Economy, als der Champagner floß und Anzeigenseiten entgegengenommen wurden. Und als der Sellenmarkt ALLEINE 50 Seiten umfasste. Diese Ausgabe enthält zudem noch das Special Mediaplanung. Insider wissen: Es ist das Special, das einmal im Jahr richtig den Geldspeicher füllt. Deswegen passte auch das Titelbild der Ausgabe perfekt: Onkel Dagobert vor seinen Goldtalern. Und um die 324 Seiten dieser Ausgabe überhaupt zu den Abonnenten bringen zu können, mußte die w&v damals gelumbackt werden.

Disney ordnet den dt. Markt neu_wuv_092000

Für die Redakteure, die damals schätzungsweise 24 Seiten pro Ressort füllen mußten, waren das harte Zeiten. Für den Verlag waren das tatsächlich die "goldenen alten Zeiten". Onkel Dagobert ist inzwischen von Entenhausen ins Silicon Web gezogen. Und da verdienen die Goldtaler im Augenblick andere. (CF)

P.S.: Der Autor hatte den Verlag wenige Monate vorher verlassen und sich mit Schwung in die New Economy gestürzt.