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KI, das Buzzword der Stunde, kommt gefühlt zugleich als Fluch und Segen daher. Der Terminator, HAL 9000 aus „2001: Odyssee im Weltraum“ oder Ava aus „Ex Machina“ – in Science-Fiction-Filmen wird künstliche Intelligenz oft als zerstörerisch, bedrohlich und furchteinflößend dargestellt. Dabei liegt es doch an uns Menschen, wie wir unsere künstlichen Gefährten gestalten. Wir bei cocodibu sind für ein positiveres Bild von KI und haben daher unsere liebsten künstlichen Charaktere aus Filmen und Serien zusammengestellt.

Eine unserer liebsten KIs: C-3PO aus Star Wars (Photo by Jens Johnsson on Unsplash)

Data aus „Star Trek – The Next Generation”

Data ist ein Androide und Lieutenant Commander auf dem Raumschiff Enterprise unter Captain Jean-Luc Picard. Er ist zu Beginn der Serie noch recht „mechanisch“, wird aber im Laufe der 178 Episoden immer menschlicher und kann sogar Emotionen empfinden. Sein Positronenhirn kann etwa 60 Billionen Rechenoperationen in der Sekunde durchführen sowie Informationen wertfrei verarbeiten – somit ist er bei vielen Missionen der Enterprise eine große Hilfe. Trotzdem gibt es immer wieder lustige Situationen, da dem goldhäutigen Androiden soziale Fähigkeiten wie Humor, Ironie oder Taktgefühl fehlen. Besonders charmantes Detail: Data besitzt als einziger auf der Enterprise ein Haustier. Er „liebt“ seine Katze Spot, die er immer wieder mit neuen Futterkreationen begeistern möchte.

Data ist eine tolle Vision dafür, dass intelligente Maschinen den Menschen nicht überflüssig machen, sondern uns bei unserer Arbeit unterstützen und tatsächlich zu so etwas wie einem Freund werden können.

Samantha aus „Her“

Machine Learning und Sprachassistenten – diese beiden Trends werden wunderschön im Film „Her“ vereint. Der schüchterne Theodore verliebt sich die die sympathische Stimme seines Betriebssystems „Samatha“, die immer mehr über ihn lernt und eine Art intimer, körperloser Beziehung mit ihm eingeht. Wie es mit den beiden ausgeht, kann man sich jedoch denken…

Der Film zeigt sehr deutlich, wie schwer es uns fällt, scheinbar menschliche Wesen emotionslos zu betrachten. Wer uns persönlich anspricht, mit uns redet und über uns lernt, dem werden wir gemäß unserer menschlichen Natur sofort mit Gefühlen begegnen. Ein Grund mehr, sehr genau darauf zu achten, wie wir unsere KIs programmieren, da sie auch einen großen Einfluss auf unser Gefühlsleben haben werden.

Wall-E aus „Wall-E – Der letzte räumt die Erde auf“

Nachdem er mehrere Jahrhunderte die von den Menschen verdreckte und dann verlassene Erde aufgeräumt hat, entdeckt der kleine Müllroboter Wall-E seinen wahren Daseinszweck: sich zu verlieben. Das Objekt seiner Zuneigung ist der stromlinienförmige, weiße Roboter Eve, der auf der Erde landet, um nach pflanzlichem Leben zu suchen.

Klar, Wall-E ist eine animierte Fantasiefigur, die mit wirklicher KI nicht viel am Hut hat. Trotzdem ist der Film mit dem sympathischen kleinen Roboter eine Warnung an uns Menschen und zeigt uns, was passiert, wenn wir nicht mehr gut mit uns selbst und unserem Planeten umgehen. Schließlich sollten wir nicht nur KIs entwickeln, damit sie das ausbaden, was wir falsch gemacht haben.

R2-D2, C-3PO und BB8 aus „Star Wars“

Wer kennt sie nicht, die drei sympathischen Droiden aus Star Wars? Wenn heute der Hund der beste Freund des Menschen ist, wird es in der von Star Wars beschrieben Zukunft der Droide sein. R2-D2 und BB8 sind Astromech-Droiden, die in diversen Raumjägern eingesetzt werden, um Schäden zu reparieren, den Piloten zu unterstützen oder im Zweifel sogar kurzzeitig ersetzen können. Die beiden können nur Piep- und Pfeiftöne von sich geben und erscheinen dadurch auf gewisse Weise sehr niedlich. Der Protokoll- und Übersetzungsdroide C-3PO dagegen kann beinahe jede Sprache des Star-Wars-Universums sprechen.

George Lucas hat es geschafft, drei künstliche Helden zu schaffen, von denen zwei keinerlei menschliche Attribute und dennoch eine Art Persönlichkeit haben, die man ins Herz schließen kann.

David aus „A.I. – Künstliche Intelligenz“

Was bei Samantha aus „Her“ eher ein Versehen ist, ist bei David aus „A.I.“ von Anfang an fest eingeplant: dass Menschen ihn lieben sollen. Denn Mitte des 22. Jahrhunderts ist die Anzahl der Kinder aufgrund des Ressourcenmangels beschränkt. Da liegt es nahe, einen Kinderroboter mit Bewusstsein zu bauen, der das „Kümmer-Bedürfnis“ von Nicht-Eltern befriedigt und in der Lage ist, sie zu lieben. Doch was passiert, wenn der Roboter zu Hause nicht mehr erwünscht ist?

Die Zukunftsdystopie in A.I. gibt uns die wichtige Frage nach den Emotionen mit auf den Weg. Sind Gefühle tatsächlich nur den Menschen vorbehalten? Was passiert, wenn auch künstliche Wesen Emotionen haben können? Welche Verantwortung haben wir dann für sie?

 

Unsere Beispiele zeigen, dass es nicht nur schreckliche Zukunftsvisionen gibt, sondern auch solche, die uns zeigen, wie KI uns bei der Arbeit und persönlichen Belangen unterstützen und sogar eine Art Freundschaft entstehen kann. Gleichzeitig offenbaren sie auch die ethischen und moralischen Fragen und Probleme, die wir dringend noch klären müssen, um ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten – nicht, dass am Ende doch der Terminator an der Tür klopft…

In unserem Montagsmeeting diese Woche habe ich einmal in die Runde gefragt, ob meinen Kollegen spontan ein paar Bücher oder Filme einfallen, die die Themen PR, Medien und Marketing behandeln. Irgendwie hängt ja doch alles zusammen. Mir fiel das zum Beispiel bei dem Buch „Die schnellsten Frauen der Welt“ auf, das ich vor Kurzem gelesen habe: Zu Beginn ging es um eine Wettreise um die Welt, zum Ende hin dann um einen regelrechten Pressekrimi mit einem Feuerwerk an Marketing-Maßnahmen – im 19. Jahrhundert. Doch zurück in unseren Konfi: Gleich hatten meine Kollegen die ersten Tipps parat: Der Klassiker „Thank you for smoking“ zum Beispiel oder „Nightcrawler“ – ein Lehrstück darüber wie zu viel Ehrgeiz im Journalismus erschreckende Konsequenzen haben kann. Hier kommen unsere sieben Favoriten (den Alltime-Favoriten „Die Unbestechlichen“ haben wir hier mal bewusst ausgeklammert):

  1. The Newsroom (TV-Serie, USA 2012-2014, 3 Staffeln)

Assi-TV, Harzt IV-TV, Unterschicht-TV – für das Fernsehprogramm der Privatsender haben wir viele wenig schmeichelhafte Ausdrücke. Warum, fragen wir uns, macht nicht mal jemand eine ehrliche, faktenbasierte und informative Nachrichtensendung ohne Sensationsgier und aufgebauschten Fakten? Genau das hat sich die Nachrichtenredaktion des fiktiven US-amerikanischen Kabelsenders ACN Networks auch gedacht. Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn im ständigen Kampf gegen sinkende Einschaltquoten und das Sender-Management, das Werbekunden zufriedenstellen muss, müssen investigativer Journalismus und Moral oft zurückstecken. Sehr spannende Serie von Oscarpreisträger Aaron Sorkin (The Westwing), die vor allem in der ersten Staffel einen guten Einblick in die Mechanismen großer Medienunternehmen gibt und verständlich macht, wie das Geschäft mit dem Journalismus tickt.

  1. Borgen – Gefährliche Seilschaften (TV-Serie, Dänemark 2010-2013, 3 Staffeln)

Was macht eigentlich ein Spin Doctor? Manipulieren, beeinflussen, schönreden? Wie Politik und Journalismus zusammenhängen, sich gegenseitig beeinflussen und voneinander abhängig sind, zeigt die großartige dänische Serie Borgen (dt. „Burg“, dänische Abkürzung für Christiansborg, den Sitz der dänischen Regierung in Kopenhagen). Im Gegensatz zu den meisten amerikanischen Serien, scheint Borgen viel dichter an unserer deutschen Politik und Mentalität, was es deutlich glaubwürdiger macht. Ob Angela Merkel & Co. wohl genauso die politischen Fäden ziehen wie die fiktive Premierministerin Birgitte Nyborg?

  1. Nightcrawler (Film, USA 2014)

Ein entscheidendes Argument, wieso man sich diesen Film unbedingt ansehen sollte? Na klar, Jake Gyllenhaal. Dabei gibt es aber noch viele andere gute Argumente. Zum Beispiel die Dynamik des Films. Die Hauptfigur Louis Bloom wird vom Kleinkriminellen zum Nightcrawler – einem Kameramann, der versucht immer die ersten Bilder von Unfällen und Gewaltverbrechen zu bekommen und an die Nachrichtensender weiterzuleiten. Damit wird Bloom immer erfolgreicher und der Fernsehsender, den er beliefert immer anspruchsvoller: mehr Blut, mehr Gewalt, mehr Opfer. Das steigert die Einschaltquoten. Bloom wird nun immer mehr zum Regisseur der Vorfälle und beeinflusst sie so, dass die Bilder immer brutaler werden. Damit wird er zum Herr über Leben und Tod, eine Katastrophe ist unausweichlich. Nightcrawler bringt uns vor allem zum Nachdenken darüber, wo die Grenzen von Berichterstattung liegen. Wie aktuell das Thema auch in Deutschland ist, zeigt nicht zuletzt die Verfilmung des Geiseldramas von Gladbeck: Das öffentlichste Verbrechen, das man hierzulande gesehen hat – für viele der Sündenfall des deutschen Journalismus.

  1. Matthew Goodman: Die schnellsten Frauen der Welt (Sachbuch, 2017, btb)

In diesem Sachbuch nach einer wahren Begebenheit, liefern sich 1889 zwei Amerikanerinnen eine Wettreise um die Welt. Das Ziel: schneller sein als Phileas Fogg, der in Jules Vernes Roman in 80 Tagen um die Welt reist. Losgeschickt werden die beiden von ihren Zeitungen: Nellie Bly startet für die Tageszeitung New York World, Elizabeth Bisland für das Magazin Cosmopolitain. Das Kalkül der Mediengötter von Gotham: Auflagensteigerung. Bald entwickeln sich die Weltreisen – die beiden reisen in entgegen gesetzter Richtung – zu einem Medienspektakel. Täglich berichten Zeitungen im ganzen Land und die World ruft ein Gewinnspiel aus: „Schätzen Sie Nellie Blys Reisedauer auf die Sekunde genau und gewinnen Sie eine Reise!“. Der Clou: Pro Zeitungsexemplar wird nur ein Gewinnspielschein ausgegeben. Nellie Bly wird immer populärer und so wird sie zum wahrscheinlich  ersten Testimonial der Mediengeschichte: Es gibt Mützen, Taschen, Spiele und Geschirr mit ihrem Konterfei. Das Buch beschreibt einfach wunderbar die Funktionsweise von Medien – damals wie heute.

  1. Thank you for smoking (Film, USA 2005 )

Sitzen die PR-Vertreter von Alkohol-, Tabak- und Waffenindustrie an einem Tisch (s.o.) und fachsimplen darüber, wer von den Dreien die meisten Toten in der Gesellschaft zu verantworten hat. Liebe angehende PRler, wenn Ihr wissen wollt, ob Ihr WIRKLICH diesen Beruf ergreifen wollt, ist „Thank you for smoking“ ein Muss. Allein schon deshalb, weil der Mechanismen von Lobbyarbeit und Manipulation via Talkshows schonungslos, vergnüglich sarkastisch bloßlegt. Ein hartes Thema, locker in eine Komödie verpackt. Und natürlich funktioniert PR in Wirklichkeit ganz anders – vorausgesetzt man arbeitet nicht für die Zigaretten-, Alkohol-, Waffen-, Süßwaren-,Kernkraft- oder Automobil -Industrie…. 😉  

  1. Wag the Dog (Film, USA 1997)

Was wir im Fernsehen sehen, ist wahr, oder? Na ja. Nicht erst in den Zeiten schier unendlicher Rechnungspower, virtueller Realität und künstlicher Intelligenz manipulieren uns bewegte Bilder. Fast schon prophetische Züge hat da der Film von Barry Levinson aus den späten Neunzigern. Als einem US-amerikanischen Präsidenten kurz vor seiner Wiederwahl vorgeworfen wird, eine minderjährige Schülerin sexuell belästigt zu haben, inszieniert er mit Hilfe eines Filmproduzenten (Dustin Hoffmann) einen fiktiven Krieg gegen das kleine Albanien, das die amerikanische Öffentlichkeit nicht kennt. Im Filmstudio werden angebliche Augenzeugenberichte produziert, woraufhin in den Nachrichten die Meldung verbreitet wird, die USA zögen gegen Albanien in den Krieg, nachdem albanische Terroristen eine Atombombe in einem Koffer versteckt in die USA schmuggeln wollten. Bis zum sarkastischen Ende des Films vergnügt man sich gruselnd, weil einen vieles an die Nachrichten von gestern erinnert. Und das nicht erst seit Make great Again-Donald. Prädikat: Unbedingt kucken!  

  1. Spotlight (Film, USA 2015)

Der Oscar-Gewinner unter unseren Favoriten beruht auf wahren Ereignissen. Zentrum des Films ist ein Team von Journalisten von The Boston Globe, das den sexuellen Missbrauch  in der Bostoner römisch-katholischen Kirche aufdeckt. Spotlight zeigt, welche Macht – aber vor allem auch Verantwortung – Medien haben, um gegen Unrecht aufzubegehren. Hätten sich ohne die Recherche des kleinen Teams jemals so viele Missbrauchsopfer gemeldet? Wahrscheinlich nicht. Was man bei Spotlight bekommt? Spannung bis zum Schluss, eine Investigativrecherche hautnah und die Dokumentation eines realen Falles.

Ihr habt Tipps für uns, welche Filme, Serien und Bücher über PR und die Funktionsweise der Medien wir noch vorstellen sollten. Dann her damit!