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Im vergangenen Blogbeitrag ging es darum, warum Erklärvideos für die Unternehmenskommunikation wichtiger werden. Heute gibt es einen kleinen Blick hinter die Kulissen ins Set: Welche grundlegenden Formate gibt es? Was sind deren Vor- und Nachteile, und mit wie viel Aufmerksamkeit kann man rechnen? Erklären kann man mit How-to-Videos so ziemlich alles: Zum Beispiel wie Extrusion funktioniert, was sich hinter ACTA verbirgt oder welche Posten sich im Bundeshaushalt verbergen. Man kann Produkte beschreiben, Begriffe erklären, Schulungen unterstützen, Firmen und Marken in ein positives Licht rücken oder einfach nur über Sachverhalte aufklären. Bevor man aber loslegt, sollte man sich grundsätzlich überlegen, welche Stilform zum gewählten Thema am besten passt. Hier drei Grundformen:

Das gezeichnete Video

Hauptelement sind meist Schwarz-Weiß-Zeichnungen, die entweder animiert dargestellt werden oder mit Hilfe von Händen in das Blickfeld geschoben oder daraus entfernt werden. Vorteil dieser Präsentationsform: Sie ist relativ schnell umsetzbar, benötigt keine weiteren Bildrechte und ist eine der einfachsten Versionen. Der Nachteil: Der Reiz dieser Form lässt schnell nach. Ist das Video zu lang, verliert es deutlich an Spannung, da es optisch keine Überraschungslemente bietet. Ein Beispiel für ein gezeichnetes Video findet sich z.B. bei explain-it.

Die Mischform aus Zeichnung plus Bildern

Etwas unterhaltsamer, aber auch aufwändiger wird es, wenn zusätzlich zu den Zeichnungen auch Bilder oder bewegte Bilder integriert werden. Das können Fotos sein, kurze Videos, Produktabbildungen, Menschen und vieles mehr. Der Vorteil: Der Film bietet mehr für’s Auge und wirkt professioneller. Der Nachteil: Bildrechte und Videolizenzen müssen geprüft werden, evtl. neue Rechte eingeholt werden, und bei der Konzeption des Videos muss auch in Farben gedacht werden. Ein aktuelles Beispiel eines solchen Mix-Videos haben wir gerade – zusammen mit how2 – für den Sonnenstromspeicher von IBC Solar umgesetzt.

Mensch mit Zeichnung

Bei der weitergehenden Form des Erklärvideos steht nicht die Zeichnung im Vordergrund, sondern ein Mensch. Er ist die Hauptperson des Videos und nutzt Zeichnungen, um die Sachverhalte, die er gerade erklärt, zu visualisieren. Der Vorteil: Ein realer Mensch kann in der Regel deutlich mehr Sympathie und Bindung aufbauen als gezeichnete oder fotografierte Charaktere. Der Nachteil: Sie benötigen einen kameraerfahrenen, sprachlich begabten und optisch präsentabeln Moderator für Ihren Film. Und der kostet garantiert mehr als ein Strichmännchen. Die Kollegen von explido haben mit der „Clip Lounge“ ein eigenes Erklärvideo-Format für den B2B-Bereich geschaffen. Im untenstehenden Beispiel erklärt Hansjörg Rampl einmal das hauseigene Multi-Channel-Tracking-Tool.

Bei noch aufwändigeren Erklärvideos werden verstärkt Animationen eingesetzt. Zusätzlich können Musik und passende Töne das Erklärte unterlegen oder verstärken.

Mit wie vielen Views kann man rechnen?

Wir haben – gemeinsam mit den Kollegen von how2 – vor über einem Jahr ein etwas längeres Erklärvideo für die telegate AG erstellt. Darin wird beschrieben, warum Sichtbarkeit im Netz, also Online Marketing, für kleine und mittelständische Unternehmen sehr wichtig ist.

Dieses Video ist bis dato mehr als 5.000mal abgerufen worden. Ist das viel?Ja, im Vergleich schon. Für B2B-Videos sind vierstellige Abrufzahlen ein Erfolg. Aber auch 150 Views können sehr wertvoll sein, wenn es die richtigen Zuseher sind. Gute Erklärvideos mit populären Themen für jedermann erreichen im deutschsprachigen Raum auch schon mal sechstellige Viewzahlen. Über die Millionengrenze springen nur ganz wenige How-to-Videos. Um ein Gefühl dafür zu kriegen, mit welchen Viewzahlen man realistisch rechnen kann, empfiehlt es sich, die Abrufstatistik vergleichbarer Videos im Vorfeld zu analysieren.  Entscheidend für der Klickerfolg ist die richtige Seedingstrategie: Wo wird der Erklärfilm eingebettet und evtl. sogar beworben? Stellt ihn das Unternehmen gut sichtbar auf seine eigene reichweitenstarke Homepage? Oder wird er in der dritten Ebene der Homepage oder einem wenig frequentierten YouTube-Kanal versteckt? Wird das Video eventuell mit einer Suchmaschinenkampagne (passend zu den Keywords des Videos) oder mit Social Advertising (mit Targeting auf passende Zielgruppen) beworben?

In Folge 3 unserer kleinen Serie bieten wir eine kleine Erklärvideo-Checkliste, die den Einstieg für jedermann vereinfacht.