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Für Deutschlands Politiker gewinnt das Business Netzwerk LinkedIn immer mehr an Bedeutung: Altkanzler Gerhard Schröder vereint auf der Plattform inzwischen rund 15.000 Follower, FDP-Parteichef Christian Lindner verzeichnet allein im Juli ein rasantes Wachstum von 66 Prozent, und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nutzt LinkedIn erstmals, um über Corona zu informieren. Das sind Kernergebnisse des aktuellen „LinkedIn-Polit-Check“ der Kommunikationsberatung cocodibu.

Mit der Untersuchung analysiert cocodibu monatlich die Performance deutscher Politiker auf dem gerade in Wirtschaftskreisen so wichtigen Netzwerk LinkedIn. Kriterien hierfür sind die Anzahl der Follower sowie das prozentuale bzw. absolute Wachstum innerhalb des Untersuchungszeitraums vom 01. Juli bis 01. August 2020. Daraus wurde jeweils ein Top Ten Ranking erstellt.

Zum Stichtag 1. August 2020, so legt der „LinkedIn-Polit-Check“ offen, verzeichnet das LinkedIn-Profil Schröders 14.737 Follower. Damit liegt er in punkto Reichweite deutlich vor dem Zweitplatzierten Omid Nouripour (Bündnis 90/Die Grünen, Außenpolitischer Sprecher), der 8.450 Follower vereint. Der Frankfurter ist das einzige Mitglied der Grünen, das sich in den Top Ten platzieren konnte. LinkedIn-Newcomer Jens Spahn kommt aus dem Stand mit 6.513 Followern auf Platz drei des Rankings. Der Bundesgesundheitsminister nutzt das Business-Netzwerk erst seit Anfang Juli. Als erster Politiker stellte er sich in dem Video-Format LinkedIn-Live den Fragen der Community. Neu auf Platz zehn ist schließlich Volkmar Klein (CDU) mit 3.068 Followern.

Mit einem prozentualen Wachstum von 66 Prozent im Juli liegt Christian Lindner knapp vor Gerhard Schröder mit einem Plus von 60 Prozent. In absoluten Zahlen hat Schröder gleichwohl die Nase vorn: Er steigerte im Juli die Zahl seiner Follower um 4.922, bei Lindner waren es immerhin 2.502, der hier mit seinen wirtschaftsliberalen Themen eine besonders hohe Affinität zur Zielgruppe auf dem Business-Netzwerk hat. Mit Abstand folgt Thomas Sattelberger von der FDP mit einem Wachstum von knapp sieben Prozent – von allen untersuchten Poltiker-Profilen ist Sattelberger aktuell der aktivste auf LinkedIn. Schlusslicht im Wachstumsranking ist Omid Nouripour mit einer Steigerung von unter einem Prozent.  

„Auf LinkedIn selbst liest man immer öfter, die Plattform sei das neue Facebook. Das stimmt so nicht. Der Diskurs ist – noch zumindest – deutlich sachlicher und fachlicher, die Zielgruppe nach soziodemografischen Kriterien wertiger. Es überrascht vor diesem Hintergrund, dass die deutsche Politik die Business Plattform jetzt erst langsam für sich entdeckt. International ist LinkedIn für die Politik-Kommunikation längst gesetzt“, so cocodibu-Geschäftsführer Stefan Krüger.

Altkanzler Gerhard Schröder ist Deutschlands erfolgreichster Politiker auf der Social-Business-Plattform LinkedIn. In Summe verfügt er über die höchste Reichweite und das größte prozentuale Wachstum im Vergleich zu seinen Polit-Kolleg*innen. Dies hat jetzt der „LinkedIn-Polit-Check“ von cocodibu offengelegt. 

Erstmals wurden mit der Untersuchung explizit deutsche Politiker und ihre Performance auf dem gerade in Wirtschaftskreisen so wichtigen Netzwerk LinkedIn untersucht. Kriterien hierfür waren die Anzahl der Follower sowie das prozentuale Wachstum innerhalb des Untersuchungszeitraums vom 01. Juni bis 01. Juli 2020. Daraus wurde jeweils ein Top-10-Ranking erstellt. Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder führt beide Rankings souverän an. Bemerkenswert ist das Ergebnis vor dem Hintergrund, dass Schröder erst seit Mai dieses Jahres auf LinkedIn aktiv ist.

 

Zum Stichtag 1. Juli 2020 verzeichnet das LinkedIn-Profil Schröders bereits 9.185 Follower. Damit liegt er weit vor dem Zweitplatzierten Thomas Jarzombek (CDU, Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt), der 5.421 Follower vereint. Insgesamt, so zeigt der „LinkedIn-Polit-Check“ von cocodibu, wird das Ranking klar von Mitgliedern der FDP dominiert. Mit Thomas Kemmerich (5.020 Follower), Thomas Sattelberger (4.068 Follower), Christian Lindner (3.777 Follower), Oliver Luksic (3.591 Follower) und Daniel Föst (2.969 Follower) stellen die Freien Demokraten die Hälfte der Top 10. Als einziges Mitglied der CSU und einzige Frau hat es die Münchner Kommunalreferentin Kristina Frank mit 3.500 Followern auf Platz sieben geschafft. Frank kandidierte 2020 für das Amt der Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt München und nutzte die sozialen Netzwerke offensiv für ihren Wahlkampf. 

Mit einem Zuwachs von 58 Prozent liegt Schröder auch klar auf Platz eins des Wachstum-Rankings. Mit großem Abstand dahinter folgt der FDP-Bundes- und Fraktionsvorsitzende Christian Lindner mit einer Steigerung der Followerzahl von 15 Prozent im Juni, Platz drei sichert sich Andreas Steier (Bundestagsabgeordneter für Trier und Trier-Saarburg) von der CDU mit knapp sechs Prozent Wachstum. Auf den weiteren Plätzen folgen der Landesvorsitzende der FDP Saar Oliver Luksic (plus fünf Prozent) und dessen FDP-Kollege Thomas Sattelberger (plus fünf Prozent). Kristina Frank kommt mit einem Zuwachs von knapp einem Prozent auf Platz neun. Seit dem Ende ihres Wahlkampfs sinkt Franks Engagement auf LinkedIn kontinuierlich. 

Die cocodibu-Studie zeigt: LinkedIn als Kommunikationskanal wird von deutschen Politikern noch vielfach vernachlässigt. Abgesehen von Christian Lindner ist kein deutscher Spitzenpolitiker auf der Plattform aktiv bzw. hier erfolgreich. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken etwa liegt mit 1.595 Follower und einem Wachstum von 0,5 Prozent deutlich abgeschlagen.  Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sind auf dem Business-Netzwerk überhaupt nicht vertreten.

Außerhalb Deutschlands ergibt sich ein gänzlich anderes Bild: In Europa punkten etwa Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron (zirka 1,8 Millionen Follower) und Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (zirka 41.000 Follower) mit großem Engagement auf LinkedIn. Weltweit ist Justin Trudeau, Premierminister von Kanada, mit rund 4,4 Millionen Followern der reichweitenstärkste Politiker auf LinkedIn. 

„Im Ausland ist LinkedIn für die politische Kommunikation längst gesetzt – hierzulande besteht noch großer Nachholbedarf. Die Abstinenz bzw. das mangelnde Engagement der deutschen Politiker verwundert. Sie erreichen ihre potenziellen Wähler hier schließlich direkt, der Diskurs ist anders als auf anderen Plattformen weitestgehend wertschätzend in einem sachlich-neutralen Kontext“, analysiert cocodibu-Geschäftsführer Stefan Krüger.