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Dass ich aus dem tiefsten Sachsen komme, sorgt immer wieder für Verwunderung. Meist heißt es von meinem Gegenüber: „Das hört man aber gar nicht.“ Stimmt. Nur wenn ich fluche, kommt mein Dialekt zum Vorschein. Mein absolutes sächsisches Lieblingswort ist übrigens „Hitsche“. Wer weiß, was sich dahinter verbirgt, schreibt es gern in die Kommentare. Ich bin gespannt…

Von Freiberg aus führte es mich zuerst nach Dresden zum Studium, nach Leipzig in einen Verlag und schließlich über die Landesgrenzen hinaus in das Rhein-Main-Gebiet. Hier habe ich nicht nur fleißig versucht alle Vorurteile gegen Offenbach zu entkräften und Ebbelwoi lieben gelernt, sondern auch im PR-Bereich sowie im Marketing diverse Projekte und Kunden betreut – von Haushaltsgeräten über E-Commerce-Dienstleister hin zum Pharmabereich, Chemieindustrie und Edelmetallen.

Und warum jetzt cocodibu? Dafür gibt´s zwei Gründe. Einmal die Stadt an sich, nach München hat es mich der Liebe wegen hin verschlagen, und weil cocodibu nicht so ist, wie andere Agenturen. Das hat mich auch dazu gebracht sofort vom thailändischen Strand aus meine Bewerbung zu verschicken, als die Stellenausschreibung in meinem News-Feed aufgetaucht ist. Bei dem sympathischen Firmen- und Kundenprofil wollte ich keinen Moment zögern. Und gleich am Tag nach meiner Rückkehr saß ich mit Jetlag beim Bewerbungsgespräch und wusste danach sicher: „Hier will ich arbeiten!“

Wladimir Klitschko, das hat uns schon ziemlich beeindruckt, liebe Horizont. Der erste Gast im hauseigenen Podcast: ein echtes Idol  – sympathisch, gerade heraus, auf den Punkt. Ein inspirierendes Gespräch über Digitalmarketing, Testimonials und natürlich Boxen. Relevante Themen, souveräne Stimmen, genau das Richtige, um mal auf andere Gedanken zu kommen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, wieso wir inzwischen so gerne Podcasts hören. Es ist entspannend einfach mal nur zuzuhören, ohne dass das Gegenüber eine schlaue Antwort erwartet. Meetings und Calls haben wir schließlich alle genug. Stattdessen mal im Laid-Back-Modus einfach nur zuhören – das ist eine willkommene Abwechslung. Und weil auch unsere Kernbranchen inzwischen den einen oder anderen Podcast ins Leben gerufen haben und dieser sich still und heimlich in seiner total unspektakulären Art zum absoluten In-Medium gemausert hat, widmen wir ihm heute einen Blogbeitrag. Hier kommen unsere fünf Favoriten:

  1. t3n Filterblase

Techies und alle, die es werden wollen, aufgepasst: Im t3n-Podcast „Filterblase“ kommen die aktuellsten Tech-Themen auf den Tisch, beziehungsweise ins Ohr. Die beiden Chefredakteure Luca Caracciolo und Stephan Dörner diskutieren mit Experten in einer knackigen halben Stunde über Themen wie Digitalisierung & GroKo, KI, Bitcoins, Startup-Finanzierung und den 5-Stunden-Tag – immer mit der entscheidenden Note Tech.

  1. OMR-Podcast

Moment mal, müssen wir hier überhaupt noch etwas erklären? Ne! Philipp Westermeyers Channel ist einfach DER Online-Marketing-Podcast Deutschlands mit DEN Experten.

  1. Talking Digital

Es ist jetzt so ziemlich genau ein Jahr her, dass Sachar Klein und Timo Lommatzsch ihren Podcast „Talking Digital“ starteten. In der Zwischenzeit haben die beiden PR-Profis mit Experten wie Sandra Liebich von news aktuell, Petra Reetz von der BVG und Frank Behrendt von Serviceplan über alles rund um digitale Unternehmenskommunikation und PR gesprochen. Mit einer guten Dreiviertelstunde sind die Podcasts perfektes Mittagspausenfutter. (Unser Highlight ist Folge 7: ein Gespräch mit Dirk Eichhorn zum Thema Kommunikation für „Die drei ???“ in digitalen Zeiten.)

  1. Horizont

Dem frischgeschlüpften Horizont-Podcast gewähren wir an dieser Stelle ein paar Vorschusslorbeeren. Was man nach der ersten Folge schon sagen kann: Die Qualität der Aufnahme stimmt, der erste Gast hat gesessen und wir sind bis zum Schluss drangeblieben. Wir hören also gespannt weiter und rechnen jetzt für die nächste Folge ganz fest mit Oliver Kahn.

  1. XING talk

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer gibt Tipps, wie Sie sich am Arbeitsplatz fit halten – zum Schrecken aller Betriebssicherheitsbeauftragten, nämlich indem Sie sich unter den Schreibtisch hängen und Klimmzüge machen – Patricia Riekel, ehemalige Chefredakteurin der „Bunte“, erklärt, wie Sie richtig netzwerken, Telekom-Vorständin Claudia Nemat macht den Chef zum Coach und der Gründer des Vegane-Kondome-Startups „Einhorn“ erzählt wie das so war, als die ganze Firma auf agil umgekrempelt wurde. Das ist nur ein kleiner Auszug aus den vielfältigen Themen des XING-Videopodcasts. Die Interviews dauern circa 30 Minuten und wer nicht so viel Zeit hat, der findet auch eine gekürzte Version mit den wichtigsten Botschaften in knapp fünf Minuten.

Viel Spaß beim Zuhören!

Vor einer Woche startete „Emoji – Der Film“ in den deutschen Kinos. Den kann man jetzt gut finden, muss man aber nicht. Was aber richtig gut läuft, sind Emojis. Das beweist nicht nur gefühlt jede Mama mit täglichen Smiley-gespickten WhatsApp-Nachrichten. Lustige Zeichenkombinationen, die Gesichtern ähneln gibt es schon seit Ewigkeiten: das früheste Emoticon ist übrigens 🙂 – 1982 tauchte es zum ersten Mal auf. Emojis sind sozusagen die Emoticons 2.0. Sie gibt es schon seit Ende der 90er Jahre – aber sie stellen im Gegensatz zu ihren Vorläufern eben richtige Bildchen dar. Heute sind sie aus unserer alltäglichen Kommunikation nicht mehr wegzudenken, oder? 🤓 Sogar der Duden hat das Wort „Emoji“ jetzt offiziell aufgenommen.

Und wenn man die Zahlen betrachtet, kann man davon ausgehen, dass Emojis das nächste Trend-Thema in der Werbung werden 🙈. Laut einer Studie sind die Interaktionsraten auf Instagram-Posts 17 Prozent höher, wenn Emojis genutzt werden. Mittlerweile nutzen über 90 Prozent aller Internetuser Emojis für ihre Kommunikation im Netz.

Vorsicht bei Gemüse

Angesichts solcher Zahlen sollte es für Marken und Unternehmen eigentlich auf der Hand liegen, sich die bunten Bildchen mal ein bisschen näher anzusehen. Allerdings gibt es wie bei allen neuen Marketingformen natürlich auch beim Emoji Marketing einige Stolperfallen, die es zu meiden gilt.

So ist es zum Beispiel nicht wirklich cool, einen gesamten Post mit möglichst vielen Emojis vollzuknallen. Ja, wir haben verstanden, dass Emojis gut sind – aber bitte nicht übertreiben. Und bitte setzt die Emojis nicht nur aus dem Grund ein, dass sie bei den jungen Leuten gerade angesagt sind. Denn das ist ungefähr genauso gekonnt, wie Waschmittel von Influencern in Federbetten bewerben zu lassen.

Aus der Kategorie überflüssig, unpassend und verwirrend: eine Pressemitteilung von Chevrolet.

chevrolet-pressemitteilung

Ist total klar, was gemeint ist, oder? Wer den Code jetzt auf die Schnelle nicht ganz knacken konnte, bekommt hier  die Übersetzung. In diesem Fall wäre weniger aber definitiv mehr gewesen.

In die gleiche Falle tappte auch Goldman Sachs. Die spickten einen Tweet zur Veröffentlichung einer Studie zu Millenials einfach mal mit ein paar total sinnvollen Emojis. Schließlich bewegen sich diese Millenials ja den ganzen Tag im Netz und kommunizieren ausschließlich über Nachrichten mit kleinen Bildchen. Diese Einstellung ging aber ziemlich nach hinten los – und sorgte für viel Hohn und Spott bei Twitter.

goldmansachs-tweet

 

Gerade global tätige Unternehmen tun gut damit, Emoji-Kampagnen möglichst national auszuspielen. Denn viele Emojis haben in verschiedenen Teilen der Welt unterschiedliche Bedeutungen. Das Emoji, das wir normalerweise als trauriges Emoji 😪 kennen, bedeutet in Japan „schlafen“. Und wo wir gerade bei unterschiedlichen Bedeutungen sind: Vorsicht, bei der Verwendung von Gemüse-Emojis! Denn sagen wir es mal so: wirbt ein Bioladen mit einem Auberginen-Emoji 🍆, wird sich möglicherweise die falsche Zielgruppe angesprochen fühlen.

Emoji Marketing: So geht’s richtig

Ein Beispiel für gelungenes Emoji Marketing kommt von Domino’s Pizza. Die machten ihr Lieblings-Emoji nämlich kurzerhand zum Gegenstand einer interaktiven Werbekampagne. Schickte man auf Twitter ein Pizzastück-Emoji 🍕 an die US-amerikanische Kette, bestellt man automatisch eine Pizza (natürlich vorausgesetzt, man hatte einen Domino‘s Account, in dem der eigene Twitter-Handle hinterlegt war). Für die Kampagne gab es 2015 sogar den Sieg im Titanium Grand Prix in Cannes. Für die faulen Couchpotatoes unter uns ist das eine ziemlich geniale Idee.

Auch ziemlich erfolgreich im Emoji Marketing ist Coca Cola. Das Unternehmen macht immer mal wieder mit eigens kreierten Emoji-Hashtag Kombinationen von sich reden. 2015 waren sie die erste Marke, die auf Twitter einen eigenen Emoji bekam. Posteten User den Hashtag „#ShareaCoke“, erschienen dahinter zwei Glasflaschen im bekannten Cola-Look. Mit Erfolg: Die Kampagne generierte 170,500 Erwähnungen auf Twitter – innerhalb eines Tages.

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Meine Lieblings-Emoji-Kampagne kam zum Filmstart von Deadpool raus. Auf großen Billboards in Städten und an Highways in den USA wurde nämlich folgendermaßen für den Film getrommelt:

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Screenshot: Adweek.com

Zugegeben, es hat ein bisschen gedauert, die Botschaft zu entschlüsseln – aber der Lacher danach war umso größer. Für alle, die keine Lust auf entschlüsseln haben: Die Kombination liest sich auf englisch Dead+Poo+L. Und die frechen Emojis passen perfekt zum Film – denn der ist schließlich alles andere als brav und angepasst.

Generell sind Emojis also eine gute Sache im Marketing. Und sie haben einen riesigen Vorteil gegenüber unserer Schriftsprache: sie werden fast überall verstanden. Außerdem sind sie wunderbare Eyecatcher – und steigern so nachweislich die Interaktion mit Social Media Posts des Unternehmens.
Für diese lohnt sich der Einsatz von Emojis genau dann, wenn ein bestimmtes Emoji mit der eigenen Marke assoziiert wird. Dann fungiert nämlich jeder Nutzer als Markenbotschafter. Das ist vor allem bei großen Marken der Fall – kleine Marken müssen da schon ein bisschen mehr Hirnschmalz in die Kampagnen stecken.

von

Marketing im Dark Social, also die Distribution von Markeninhalten über Messaging-Dienste, ist relativ neu. Doch die Sache hat einen Haken: Was privat über Kanäle wie WhatsApp und Facebook Messenger geteilt wird, ist nicht direkt messbar. Wohl auch deshalb zögern viele Unternehmen noch. Ein Fehler.

Vor allem die Sport- und Musikbranche ist bereits einen Schritt weiter: Adidas etwa baute in 15 Großstädten weltweit sogenannte Squads auf – Netzwerke, die aus jungen, fußballbegeisterten Influencern bestehen. Die hier vorgestellten News verbreiteten die Markenfans wiederum an ihre Anhänger. Eigentlich klassisches Influencer Marketing – mit dem Unterschied, dass der Sportartikelriese keinen großen Wert darauf legt, dass die Inhalte öffentlich geteilt werden. As Kalkül: Content, der nur privat geshared wird, ist exklusiv und und hat damit einen höheren Stellenwert beim Rezipienten. Ein Mechanismus, der auch in der Musikbranche gerade en vogue ist: Die Sängerin Rihanna und ebenso der Rapper Drake nutzten Dark Social bereits, um ihre aktuellen Alben zu promoten. Rihanna etwa teilte zusammen mit ihrem Sponsor Samsung lediglich Hinweise mit einer ausgewählten Gruppe von Fans, bevor sie schließlich den aktuellen Link ihres Videos mit all ihren Fans teilte. Alles sollte so privat wie möglich wirken.

Dieses Konzept der vertraulichen Kommunikation wird auch „Tribecasting“ genannt. Damit gemeint ist das frühe Einbinden einer ausgesuchten Kerngruppe von Fans – und zwar die Passioniertesten unter ihnen –, die das exklusive Material nach und nach über ihre privaten Kanäle – also im Dark Social – teilen und so gezielt die Neugier von Influencern und im zweiten Schritt auch die der breiten Masse wecken. Ziel ist dabei den Spannungsbogen über einen längeren Zeitraum möglichst hoch zu halten.

Die Mediaagentur MediaCom – Kunde von cocodibu – empfiehlt für den Einsatz von Dark Social werbungtreibender Unternehmen in den Bereichen Kreation und Distribution folgende drei Punkte:

  • Speziellen Content, der an Dark Social bzw. Light Social angepasst ist
  • Personalisierte Nachrichten, die auf die für das Dark Social ausgewählte Anhängerschaft ausgerichtet sind
  • First Release Channels, auf denen eine besondere Fangemeinschaft Zugang zu ausgewähltem Content hat

Zum Jahresanfang wagen die Digital-Fachmedien traditionell einen Blick in die Kristallkugel, dann ist Trend-Zeit. Dabei ist es gar nicht so einfach, jedes Jahr neue Trends aus dem Hut zu zaubern. Content Marketing, Chatbots, Influencer Marketing und so weiter und so fort. Oft gehört, vielfach gelesen. Deshalb habe ich mich mal auf fremdsprachigen Websites umgesehen: Gibt es dort Themen, die in Deutschland noch gar nicht besprochen werden?

Blick nach draußen - Trends

Eine Goldgrube für Trends ist die alljährlich direkt im Januar stattfindende Technik-Messe CES in Las Vegas. The Drum hat die Trends der diesjährigen Messe zusammengestellt:

Trend Nummer 1: Faceless Computing. Die Technologie wird immer ausgefeilter. So funktioniert Sprachsteuerung heutzutage mit einer Fehlerquote von nur fünf Prozent. The Drum geht davon aus, dass immer mehr Systeme mit Sprachsteuerung (wie z.B. Amazons Alexa) 2017 auf den Markt kommen werden. Immer mehr Geräte bedeuten auch immer mehr Interaktionen und damit immer mehr Daten, die Unternehmen sammeln können. Diese werden Marken dann wiederum dazu nutzen, unsere Interaktionen mit sprachgesteuerten Gadgets noch besser und akkurater zu machen.

Trend Nummer 2: Im letzten Jahr war es Virtual Reality, in diesem Jahr war Artificial Intelligence das Top-Trendthema der CES. Die Diskussion drehte sich hier vor allem um Smart Hubs, wie Amazons Echo. Sie werden zukünftig zum Zentrum des Smart Home, das nicht mehr mit Fingern bedient wird, sondern mit Sprache (und dadurch Keywords sammeln kann, um sich selbst zu optimieren).

Trend Nummer 3: Autonomes Fahren. Die ersten Tage der CES waren vollgepackt mit Präsentationen der großen Autohersteller, die allesamt Konzepte und Visionen für die Zukunft des Fahrens vorstellten. Die Technik für autonom fahrende Autos wird immer ausgefeilter – genauso wie die Konzepte dafür, wie Menschen sich zukünftig im Auto verhalten werden. Die Hoffnung der Hersteller und Marken: das in-car-entertainment wird immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Alles in allem stellte The Drum aber auch fest: Das große Trend-Feuerwerk, das wir alle von der CES erwartet hatten, blieb in 2017 eher ein Tischfeuerwerk.

Für Adweek hat Edelman Digital die Trends 2017 herausgearbeitet. Die wichtigste Erkenntnis, schön umschrieben: „We see old dogs with new tricks“. Sprich: die diesjährigen Trends sind jetzt auch gar nicht mal so neu.
Chatbots: Apps von Messengern werden zu unserem zweiten Home Screen – und Chatbots verbreiten sich rasend schnell über alle sozialen Plattformen. Marken hoffen hier auf „conversational experiences“ mit den Usern – indem sie ihnen kreativen und vor allem persönlichen Content liefern – in Nachrichten.
Virtual und Augmented Reality werden sich nochmal deutlich verbessern – die Headsets werden kulturell akzeptierbar gemacht werden (Aha!).
Die Ausgaben für digitale Werbung werden erstmals die für TV-Werbung überholen (sagt emarketer). Und wohin fließt das Geld? Vieles wird ins Influencer Marketing investiert werden – aber nicht nur indem Influencer doof Produkte in die Kamera halten, sondern in das Markenimage eingebaut werden, z.B. eigene Kreationen entwerfen.
Weiter ausbreiten wird sich laut Edelman Digital auch die Blockchain-Technologie. Immer mehr Länder und auch Firmen investieren in Blockchain – das wird den Banken deutlich Konkurrenz machen.

In den Trends, die Entrepreneur zusammengestellt hat, treffen wir zunächst Mal einige alte Bekannte: Native Advertising, Content Marketing, Influencer Marketing, Chatbots, Personalisierung… Und dann wird es doch noch interessant: Marken sollten sich unbedingt mit Livestreaming von Videos vetraut machen, denn so können sie User direkt mit emotionalem Content ansprechen, der viel besser wirkt, als eine dröge Pressemitteilung. Wie eine Werbekampagne mit Live-Videos funktionieren kann, hat Facebook zu seiner Einführung von Facebook Live gezeigt. Wie meta!

Ein anderer interessanter Ansatz: Welche Trends 2017 nicht überleben werden, hat Mashable zusammengestellt. Für mich ziemlich traurig: Twitter ist dabei 🙁

Erstmal: Entschuldigung für die Überschrift! Aber damit sind wir direkt im Thema. Denn schon Teile der Überschrift sind ein Meme – und zwar eines, das derzeit wie man so schön sagt „viral geht“ (mehr dazu weiter unten). Deshalb nun ein Text über Memes: Weil sie allgegenwärtig sind. Jeder, der sich in diesem Internetz bewegt, ist mit Sicherheit schon einmal über ein Meme gestolpert. Und richtig eingesetzt, lassen Sie sich ziemlich gut für das Marketing nutzen.

Quelle: memegenerator.net

Quelle: memegenerator.net

Dann versuche ich mich doch einfach mal an einer Definition. Die meisten Memes (gesprochen: /mi.m/) bestehen aus lustigen Text-Bild-Kombinationen (so wie das hier oben). Sie können aber auch einfach nur ein Hashtag oder ein Ausdruck/kurzer Text sein. *Facepalm* zum Beispiel (wenn man zum Ausdruck bringen möchte, dass jemand gerade etwas sehr Dummes gesagt hat). Genauso können aber auch Videos Memes sein – so zum Beispiel Ausschnitte aus Drakes Hitvideo „Hotline Bling“. Menschen mit zu viel Zeit sei der Subreddit hierzu ans Herz gelegt.

Memes beziehen sich in ihrer Entstehung zumeist auf aktuelle Ereignisse oder beliebte Serien/Filme. Diese Bilder/Wörter/Videos verbreiten sich dann rasend schnell (Achtung Marketingsprech: viral) im Netz – vor allem über soziale Netzwerke, aber auch über Webseiten wie 9GAG, reddit und Imgur. Kurz zusammengefasst: Memes sind sozusagen der Insider-Witz der Netzgemeinde.

Marketing mit Memes

Auf den ersten Blick macht das Marketing mit Hilfe von Memes Sinn: Memes sind leicht verständlich, allseits bekannt und beliebt, man kann sie vergleichsweise günstig herstellen und wenn sie gut gemacht sind, haben sie hohe Chancen, viral zu gehen. Und genau hier liegt das Problem: Die Linie zwischen gut gemacht und peinlich ist besonders bei Marketing-Memes äußerst dünn. Es gibt durchaus gelungene Beispiele, aber eben auch mindestens genauso so viele Beispiele, bei denen man sich am liebsten vor Fremdscham verkriechen möchte. Oder ein ganz dringendes Bedürfnis nach #kopftisch verspürt.

Fangen wir erstmal mit den Guten an:

Dell hat das Potential von lustigen Text-Bild-Kombinationen schon ziemlich früh erkannt. Der geniale Tumblr-Blog ToughEnough stellte die nervigsten IT-Support-Anfragen als Memes, Posts und GIFs ins Netz. Auch User durften sich beteiligen. Hinter dem Blog steckte Dell – mit der Kampagne sollte die Marke bei IT-Entscheidern bekannt gemacht werden. Leider ist der Tumblr-Blog gerade nicht mehr erreichbar, aber auf YouTube gibt es noch ein paar lustige Videos zu schauen.

Das unglaublich beliebte Meme „Success Kid“ wurde von Virgin Media in England ziemlich erfolgreich fürs Marketing eingesetzt:

Quelle: cyberalert.com

Quelle: cyberalert.com

Hier das Original:

Quelle: knowyourmeme.com

Quelle: knowyourmeme.com

Auch der Autoverleiher Sixt ist im Bereich Memes und lustige Bildchen immer vorne dabei. Gibt es ein aktuelles (gesellschaftliches) Thema – Sixt macht ein Bild dazu. Als für Angela Merkel das Internet noch #Neuland war, antwortete Sixt zum Beispiel so:

Quelle: impulse.de

Quelle: impulse.de

Neuester Coup von Sixt in den USA: Sixt hat den „The Rent is Too Damn High-Mann“ Jimmy McMillan (eine lebende Meme-Legende) für einen Werbespot verpflichtet: The Rent is Too Damn High.

 

Quelle: knowyourmeme.com

Quelle: knowyourmeme.com

Aber:

Quelle: memegenerator.net

Quelle: memegenerator.net

Denn so viele lustige Memes es auch gibt – es lohnt sich nicht, gleich auf jeden Zug aufzuspringen. Wenn das Meme nicht zum Unternehmen passt – Finger weg, sonst wird es peinlich. Für mich in den letzten Monaten das absolute Nerv-Meme (da zu oft unpassend verwendet und einfach doof): 1 Life.

1 Life – peinlich vong Ursprung her

Wo genau das Meme herkommt, lässt sich nicht mehr sagen. Manche führen den Ursprung auf den Rapper Moneyboy zurück – man möchte meinen, Grund genug die Finger davon zu lassen. Aber naja, hier mal ein Beispiel für seinen ober coolen Slang:

moneyboy

https://twitter.com/YSLPlug/status/788612109974265856

Ähm, ja ne, is klar…

Auf jeden Fall hat es die 1 in den offiziellen Internetsprech geschafft. Das „1 Life“ Meme in allen Variationen ging viral. Und da kamen einige Menschen auf glorreiche Ideen: „Mensch, dieses ‚Meme‘ geht ja gerade voll ab, super hip und so. Voll knorke, lass uns doch auch mal so eine ‚Meme‘ machen. Ist jetzt total angesagt.“ Gesagt getan. Was dabei herauskommt? Bitteschön:

Screenshot: Junge Liberale Berlin

Screenshot: Junge Liberale Berlin Twitter

Läuft bei denen…

Oder richtig coole Unternehmen wie die Sparkasse:

Screenshot: Sparkasse auf Facebook

Screenshot: Sparkasse auf Facebook

An dieser Stelle ist, denke ich, ein Dendemann-Zitat angebracht: ”Ja die Stirbung ist nah, wenn die Sparkasse checkt / Dass unser Slang in der Sackgasse steckt”

Was also tun?

Nicht direkt auf jeden Zug aufspringen! Die Logik des Memes, das man für sein Marketing nutzen will, sollte auf keinen Fall verändert werden. Das kann nämlich ganz schnell nach hinten losgehen und den Spott der Internet-Community auf sich ziehen. Denn nichts ist peinlicher als ein falsch verstandenes und falsch umgesetztes Meme. Auch sollte man mit dem Memejacking nicht allzu lange warten. Wer zu spät kommt, zeigt auch nicht unbedingt seine Social Media Kompetenz. Hilfestellung bietet hier knowyourmeme.com. Die Website bietet nicht nur Erklärungen zu gefühlt allen Memes, die im Internet kursieren, sondern auch so genannte Search Graphs, die zeigen, wie oft nach einem bestimmten Meme gesucht wird.

Als Münchner PR-Agentur befinden wir uns nun offiziell in der bayerischen fünften Jahreszeit. Seit fast zwei Wochen strömen wieder täglich tausende Trachtler und Touristen auf die Wiesn (Fia olle Zuagreisdn: zum Oktoberfest). Grund genug für uns, einmal den Blick über die manchmal mehr, manchmal weniger gelungenen Werbeaktionen rund um das größte Volksfest der Welt, schweifen zu lassen. Und natürlich möchte jedes Unternehmen von dem Besucherstrom aus der Ferne profitieren – was für ein Geschäftsmann müsste man sein, so eine Chance vorbeiziehen zu lassen?

Doch die Wiesn-Werbe-Wut macht weder an der Münchener Stadtgrenze halt, noch scheut sie sich, den Weißwurstäquator zu überqueren. So springen auch einige Werbetreibende auf den Wiesn-Zug auf, die – ganz nüchtern betrachtet – nichts mit der bayerischen Folklore gemein haben – vor allem auf Facebook.

Hier einige Beispiele:

Da postet Star Wars – sonst eher bekannt für den Kampf zwischen Gut und Böse im Weltraum – ein Lebkuchenherzal mit einem zuckrigen BB-8 und erkundigt sich, wen es denn aus einer fernen Galaxie auf das Oktoberfest verschlüge?

Post aus dem Weltall in Richtung München, Foto: Facebook

Post aus dem Weltall in Richtung München, Foto: Facebook

Der Post der Sternenkrieger lässt uns etwas ratlos zurück. Sollten wir vielleicht mal die in München gastierende Ausstellung „Star Wars Identities“ besuchen?

Was macht ein Wiesn-Wochenende so richtig perfekt? Ein Besuch bei „Star Wars Identities“ natürlich. Foto: Star Wars Identities

Was macht ein Wiesn-Wochenende so richtig perfekt? Ein Besuch bei „Star Wars Identities“ natürlich. Foto: Star Wars Identities

Auch die Bonner Restaurantkette Vapiano, die statt Weißwurst und Brezen italienische Speisen serviert, wirbt auf Facebook mit einem eigens für die Wiesn erstellten „Oktoberfest-Guide“, der in Zusammenarbeit mit drei Münchener Bloggerinnen entstand.

Höchstens noch am Italiener-Wochenende einleuchtend, Foto: Facebook

Höchstens noch am Italiener-Wochenende einleuchtend, Foto: Facebook

Wo hier der thematische Zusammenhang zwischen Unternehmen und Oktoberfest besteht, das weiß wohl nur Vapiano selbst. Immerhin gibt es ein Vapiano-Restaurant an der Haltestelle Hackerbrücke – ein hochfrequentierter Umschlagspunkt für angeheiterte Wiesn-Besucher – aber ob denen nach drei Brezen und einem Hendl noch nach Nudeln und Pizza zumute ist, bleibt fraglich.

Auch der Telefonanbieter o2 hofft, dass ihm angeheiterte Oktoberfestbesucher ins Netz gehen. Trotz eines maßgeschneiderten Wiesn-Gewinnspiels in dem virtuell Herzerl an den Mann und die Frau gebracht werden sollen, bleibt dies eher unwahrscheinlich, denn guter Empfang ist auf der Wiesn eher Mangelware.

Sogar Telefonanbieter lassen sich von der Oktoberfest-Romantik anstecken. Foto: Facebook

Sogar Telefonanbieter lassen sich von der Oktoberfest-Romantik anstecken. Foto: Facebook

Unsere Hitliste der zusammenhanglosesten Werbeaktionen rund um das größte Volksfest der Welt führt aber die Kinder Schokolade an. Bereits 2015 runzelten wir die Stirn ob des quietsch-bayerischen Oktoberfest-Gewinnspiels mit den beiden Hauptdarstellern Milch und Schokolade – er in Lederhosen und sie mit Herzerl-Anhänger und Blumenkranz. 2016: ein Revival. Auf allen Kanälen springt die Kampagne dem Betrachter entgegen.

Das Gewinnspiel und die beiden bajuwarisierten Testimonials, Foto: Kinder Riegel

Das Gewinnspiel und die beiden bajuwarisierten Testimonials, Foto: Kinder Riegel

Wer auf der Kinderriegel-Facebookseite unterwegs ist und Milch und Schokolade vergnügt am Eisbach surfen sieht oder ein Selfie der beiden vor dem Münchener Rathaus bestaunt und immer noch nicht weiß, was das mit der Wiesn zu tun hat, den erleuchtet dann hoffentlich der „Zillertaler Hochzeitsmarsch“, der durch alle Videos in Zusammenhang mit dem Oktoberfest-Gewinnspiel dudelt – ob im TV oder auf YouTube. Mein persönliches Aha-Erlebnis: Die Schokolade kann schuhplattln. Unklar ist mir aber immer noch, wo denn jetzt der Zusammenhang zwischen Schokoladenriegel und Oktoberfest liegt.

Münchner Eisbach, Foto: Facebook

Münchner Eisbach, Foto: Facebook

Da verabschieden wir uns doch lieber auf die Wiesn, fernab von Pizza, Schokolade und Co. und vielleicht entlockt uns der „Zillertaler Hochzeitsmarsch“ das ein oder andere Zucken …

Blick nach draußen

Was passiert in unserer Branche eigentlich zurzeit im Ausland? Welche Trends schwappen schon bald nach Deutschland? Wer verliert an Relevanz? In unserer Blog-Serie „Blick nach draußen“ beleuchten wir das für Euch regelmäßig an dieser Stelle.

Cannes: Die Cannes Lions waren in der letzten Woche nicht nur in Deutschlands Marketingfachmedien DAS Top-Thema (mal abgesehen vom Brexit), sondern auch in den USA und UK. Das Team von Advertising Age hat sich vor Ort umgehört und die wichtigsten Lektionen und Trends aus Cannes zusammengefasst. Welche Themen uns in Zukunft beschäftigen werden? Drei Stichworte seien verraten: Künstliche Intelligenz, Gender und Virtual Reality. Adage.com

Künstliche Intelligenz, schon in Cannes eines der heißen Themen, soll das neue Mobile werden. Laut Mel Exon – Managing Director von Bartle Bogle Hegarty – heißt es bald nicht mehr „Mobile First“, sondern „Artifical Intelligence (AI) First“. Vor allem Google und Facebook setzen schon jetzt einen Schwerpunkt auf künstliche Intelligenz – denn Bots sollen dort künftig die klassischen Funktionen des Kundenservice besetzen. Campaign.co.uk 

Snapchat launcht ein eigenes Tech-Magazin namens Real Life. Das englischsprachige Magazin ist online – über die Website, nicht die App – abrufbar und soll einmal pro Tag Essays und Debatten über das Leben mit Technologie liefern. Thedrum.com

Influencer Marketing: An diesem Thema kommt man zur Zeit einfach nicht vorbei. Klar, dass hier alle mitspielen möchten. Aber Vorsicht, es lauern Fettnäpfchen und Fehlerquellen, die es zu kennen gilt. Für Influencer gilt: Vorsicht, beim Copy-Pasten der Anweisungen, sonst geht es euch wie Naomi Campbell! Digiday hat die häufigsten Fehler von Marken und Influencern zusammengefasst. Auch in Deutschland erschien diese Woche auf wuv.de ein absolut lesenswerter Beitrag zum Thema.

twitter-sticker

Endlich Fotos auf Twitter verschönern! Was bei Snapchat mit seinen Filtern praktisch zum Geschäftskonzept gehört, kann Twitter jetzt auch. Das Zauberwort? #sticker! Aber die Sticker verschönern nicht nur Fotos, sie visualisieren Hashtags: Klickt man auf einen Sticker werden automatisch User aufgelistet, die denselben Sticker verwendet haben. Welche Möglichkeiten sich hier für Marketer ergeben, wurde von Carat-Partner Jerry Daykin für The Drum zusammengestellt.

Und als kleine Ablenkung für zwischendurch:

Game of Agencies: Welche Game of Thrones Charaktere tummeln sich eigentlich in Agenturen? Die indische Digitalagentur Chimp&z hat sich der Frage mit netten Infografiken gewidmet. Na, wer erkennt sich wieder? Adweek.com/adfreak

An Daten mangelt es nicht. An dem Wissen, sie richtig zu nutzen häufig schon. Genau aus diesem Grund trafen sich am 28. Januar 2016 Data-Experten und Marketing-Verantwortliche zum ersten W&V Data Marketing Day, um unter dem Motto „Verstehen. Anwenden. Profitieren.“ über die Herausforderung Big Data zu diskutieren.

Los gings mit Jochen Schlosser von Adform, der eloquent und kenntnisreich auch durch das gesamte Programm führte. Gleich zu Beginn versammelte er Experten von Nestlé, Siemens, Payback und .companion zu einer gemeinsamen Podiumsdiskussion. Dabei wurden vor allem eine Herausforderung besonders deutlich: Wie soll man als Unternehmen mit der extremen Datenflut umgehen? Daraus resultiert auch die Frage, was eigentlich alles gesammelt werden soll. „Die Kunst ist zu wissen, was man nicht braucht“, meint Nestlé-Manager Thomas Philipp bringt das viel gepriesene Smart Data ins Spiel. Auch hier gilt Qualität vor Quantität. Nur mit den richtigen Daten kann ein Unternehmen seine Zielgruppenansprache effizienter gestalten und gleichzeitig eine besseres Verständnis für Kundenbedürfnisse entwickeln.

W&V Data Marketing Day

Podiumsdiskussion mit (v.l.) Dr. Jochen Schlosser, Thomas Philipp, Michael Sternberg, Dr. Christian Bachem und André Pallinger (Quelle W&V)

Ein entscheidender Faktor bleibt jedoch auch im Zeitalter der Daten und Automation weiterhin bestehen: der Mensch, sprich: die Mitarbeiter eines Unternehmens. Gerade den Generationenkonflikt, der sich durch die Digitalisierung der Arbeitswelt auftut, ist eine zentrale Herausforderung. Laut André Pallinger von Payback gilt es, die ältere Generation zu schulen und das Team gleichzeitig mit „neuen Talenten“ aufzustocken. Daten richtig zu verstehen ist nämlich die oberste Voraussetzung, um daraus einen Storytelling-Ansatz kreieren zu können, so Michael Stenberg von der Siemens AG.

Facebook ist eine Goldgrube für Profilinformationen

Um eine relevante Story erzählen zu können, wird vor allem eines benötigt: kreative Impulse, die den Kunden begeistern. Wie es um das Zusammenspiel von Data und Kreation steht, wurde beim Schlagabtausch diskutiert. Zoja Paskaljevic, CEO des Dentsu Aegis-Networks, äußerte gleich zu Beginn eine steile These: Kein Unternehmen sei überhaupt in der Lage von Big Data zu sprechen, da schlicht weg niemand genügend eigene Daten zur Verfügung hat. Darum gilt es, einzelne Datenquellen zu verbinden. Facebook ist seiner Meinung nach eine Goldgrube, wenn es um relevante Kundeninformationen geht. Wie erfolgreich die Verbindung zwischen Data und Kreation bereits heute sein kann, verdeutlichte Thjnk-Gründer Michael Trautmann an den Beispielen von Nike und Dove. Während Dove die Tweets von Frauen auswertete, in denen die Unzufriedenheit mit dem eigenen Äußeren thematisiert wurde, nutzte Nike Daten aus der eigenen App, um personalisierte Animationsfilme zu produzieren.

W&V Data Marketing Day

Schlagabtausch mit (v.l.) Ralf Pfister, Dr. Michael Trautmann, Nils Hartje und Zoja Paskaljevic (Quelle W&V)

Das Nachmittagsprogramm des Data Marketing Day wurde von praxisbezogenen Themen bestimmt. Frédéric Cuny von Kienbaum Management Consultants referierte über die Relevanz von Big Data für das Recruiting und analysierte die Frage, ob Algorithmen die besseren Recruiter sind. Das Best Practice Beispiel der Commerzbank zeigte den Besuchern, wie Daten schon heute ein Unternehmen voran bringen kann. Durch ein intelligentes Datenmanagement und eine zentrale Analytik, schaffte es die Bank aus dem „Next Best Offer aus Bankensicht“ den „Next Relevant Content aus Kundensicht“ zu machen. Und das mit großem Erfolg. Bereits in den ersten vier Wochen nach Personalisierung ihrer Website brachte es der Commerzbank ein Plus von neun Prozent an Vertragsabschlüssen ein.

Prof. Dr. Gerhard Riegl von der Hochschule Augsburg zeigte einen weiteren Data-Megatrend auf dem Podium. Wie lässt sich über Emotionen das Verhalten der Verbraucher entschlüsseln? Casinos in Las Vegas sammeln und werten bereits seit Jahren die Emotionen der Spieler aus und reagieren darauf vorrausschauend, um die Spieler am Tisch zu halten. Derartige Mechanismen lassen sich auch auf die Online-Branche übertragen. In seiner Vision wird Nudging zukünftig das Marketing ablösen. Das Erschließen von Emotionen bezeichnet Prof. Riegl als die Raketenstufe der Digitalisierung. Autos seien dabei die Hotspots für das Messen von Gefühlen.

Mehr zur Podiumsdiskussion und zum Schlagabtausch bei W&V Data Marketing Day 2016 gibt es auf wuv.de

Blick nach draußen

Was passiert in unserer Branche eigentlich zurzeit im Ausland? Welche Trends schwappen schon bald nach Deutschland? Wer verliert an Relevanz? In unserer neuen Blog-Serie „Blick nach draußen“ möchten wir das für Euch künftig an dieser Stelle regelmäßig beleuchten. 

Virtual Reality:  Mit der Erscheinung der Virtual-Reality-Headsets Oculus Rift, Sony´s Playstation 4 Headset und HTC/Valve´s Vive beginnt laut Experten 2016 eine neue Ära der Virtual Reality. Neben mehr Kreativität und Unterhaltung bietet Virtual Reality  Marken neue Möglichkeiten der Interaktion und Investition. Was wir uns im neuen Jahr von VR erwarten können, lesen Sie auf adage.com.

Personalisiertes Online Marketing steckt noch in den Kinderschuhen. Laut des aktuellen 2016 Yesmail Channel Reports personalisieren gerade mal 42 Prozent der Marken ihre E-Mail Marketing Kampagnen und weit mehr als zwei Drittel nutzen nicht die verfügbaren Kundendaten zur Personalisierung von Produkten und Leistungen. Weitere Studienergebnisse des Reports finden sich auf adweek.com.

Twitter arbeitet an einem neuen Anzeigen-Format. Zukünftig sollen Tweets von Endkunden in die Markenkampagnen von Unternehmen integriert werden. Der neue Service ermöglicht Werbetreibenden Tweets, die mit ihren Produkten in Zusammenhang stehen, zu sammeln und nach vorheriger Zusage des Nutzers, die Inhalte in die eigenen Twitter-Werbekampagnen einzubauen.  Ziel: Twitter-Nutzer als vertrauensvolle Werbebotschafter in Social Media zu nutzen. digiday.com

Emoji-Keyboards und Personalisierungs-Apps waren 2015 der große Trend. Laut einer Analyse von Flurry  hatten Emojis und Personalisierungs-Apps einen Reichweitenzuwachs von mehr als 332 Prozent in 2015, gefolgt von News- und Magazin-Apps sowie Productivity-Apps. Emojis machen die digitale Kommunikation persönlicher, sodass sich inzwischen auch Marken wie Burger King  oder Coca-Cola und Celebrities wie Kim Kardashian an der Emoji-Gestaltung beteiligen. marketingmag.ca