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Wie kann man das Thema PowerPoint in den Mittelpunkt stellen, Spaß haben und dabei auch noch neue Kontakte knüpfen? Unser Kunde i-pointing hat darauf eine passende Antwort gefunden: PowerPoint Karaoke, eine neue Veranstaltungsreihe für die Münchner Startup-Szene. Wer jetzt denkt, dass dabei gesungen wird, der liegt leider (oder vielleicht auch Gottseidank) falsch. PowerPoint Karaoke ist eine Abwandlung des klassischen Karaoke, bei dem die Teilnehmer nicht singen, sondern spontan einen Vortrag zu einer ihnen unbekannten PowerPoint-Präsentation halten. Dabei kommt es auf rhetorische Fähigkeiten, Spontanität, Improvisationstalent und eine gute Prise Humor an.

Natürlich konnten wir cocos uns dieses Highlight im Münchner Eventkalender nicht entgehen lassen. Also pilgerten wir am vergangenen Donnerstagabend alle gemeinsam in die Rosenheimer Straße 145c, als zum ersten Mal drei junge Gründer die Herausforderung annahmen, eine ihnen unbekannte Pitch-Präsentation der jeweiligen „Karaoke-Konkurrenz“ vorzustellen. Dabei heraus kam eine wilde Mischung aus Improvisation, Wortwitz und bei so manchem Fachbegriff auch jede Menge Fragezeichen in den Augen der Präsentatoren. Für das Publikum umso besser, denn Lacher waren garantiert.

Mit Kaffee, Knabberzeug und Kühlschrank

i-pointing hatte zusammen mit AkusTick Eventmanagement für einen rundum gelungenen Abend gesorgt. Uns wurde mit Flaggen der Weg gewiesen, wir wurden mit Luftballons in den Farben des Veranstaltungslogos begrüßt, am Eingang mit einem köstlichen Kaffee empfangen (eines der teilnehmenden Startups hat sich auf Kaffeerösterei spezialisiert), ein „Free Fridge“ sorgte jederzeit für kühle Getränke und auch das liebevoll zusammengestellte Buffet mit Finger Food war nicht zu verachten. Besonders schön zu beobachten war eine Mitarbeiterin von i-pointing, die alle Szenen der Veranstaltung in lebendigen Zeichnungen festhielt.

Los geht’s! Eine Mitarbeiterin von i-pointing hielt die gesamte Veranstaltung in Illustrationen fest.

Los ging es dann mit einer kurzen Keynote von Daria Saharova vom Startup-Investor Vito One. Sie erzählte von ihrer eigenen Erfahrung in Sachen Networking und warum man sich dazu überwinden sollte, auf Netzwerkveranstaltungen einfach mal jemanden anzusprechen. Dann waren auch schon die Startup-Präsentatoren an der Reihe: Benjamin, eigentlich Mitbegründer der Münchner Kaffeerösterei, präsentierte die Pitch-Präsentation von Rysta, die sich mit Sensor-Technologie im Internet der Dinge befassen – eine gewagte Kombination, bei der der Präsentator sich unter anderem über Fachwörter wie „Schimmelbekämpfung“ wunderte.

Benjamin von der Münchner Kaffeerösterei probiert sich an der Präsentation von Rysta.

Der Kreis schließt sich

Rysta-Gründer Sven wiederum erzählte uns wundersame Dinge darüber, wie man Geflüchtete dazu bringt, gelbe Helme zu tragen. Social-Bee Mitarbeiterin Pamina klärte uns hinterher darüber auf, dass es ihre Idee sei, Flüchtlingen Jobs zu vermitteln – und dies sei häufig in der Logistik- und Lagerindustrie der Fall. Pamina präsentierte uns dann letztendlich die Präsentation der Münchner Kaffeerösterei, wobei sie die Vor- und Nachteile von Industriekaffee und Acrylamid etwas durcheinanderbrachte. Aber natürlich konnte Benjamin hier am Ende auch weiterhelfen und erklärte uns, was den in langer Arbeit selbst gerösteten Kaffee tatsächlich vom in großen Mengen hergestellten Industriekaffee unterscheidet.

Benjamin, Sven und Pamina live illustriert.

Nach den drei Startup-Pitches wurde kaum gezögert, als die Bühne für freiwillige PowerPoint-Präsentatoren geöffnet wurde. Drei Mutige erzählten uns allerhand über Einhörner, die Züge der Schweizer Bahn und Marketing mit Xing und Google. Die Präsentationen wurden dabei willkürlich aus dem Internet ausgesucht, zum Teil wurde die Reihenfolge der Folien gemischt, um für möglichst große Verwirrung zu sorgen – was einwandfrei geglückt ist!

SBB Reisekette? Ein Freiwilliger versucht, uns das Digitalisierungskonzept der Schweizer Bahn zu erklären…

 Nach der offenen Bühne wurde dann gequatscht und genetworkt und der „Free Fridge“ musste mehrfach nachgefüllt werden. Ein insgesamt sehr gelungener Abend klang langsam aus und beim Gehen waren wir uns sicher: Wir kommen wieder! Am Donnerstag, den 18. Mai um 19 Uhr heißt es dann wieder „Bühne frei für Startups“! Kostenlose Tickets gibt es auf XING.

von

Wenn Entscheider in Unternehmen einen PR-Dienstleister suchen, dann verlassen Sie sich in viele Fällen vor allem auf Empfehlungen. Von Kollegen aus der eigenen Firma, aber gerne auch von Kontakten in anderen Unternehmen. Manchmal fragen PR- und Marketing-Entscheider sogar wichtige Fachjournalisten nach einem Tipp. Schließlich ist die konkrete Erfahrung mit einer Agentur viel wert, denn nicht selten bieten Dienstleister austauschbare klingende Services an. Die Qualität der Arbeit kann aber nur beurteilen, wer mit der Agentur und vor allem mit den Menschen dort bereits gearbeitet hat .

google

Wer allerdings keinen Multiplikatoren im Netzwerk hat, den er fragen kann oder wer schon Erfahrungen hat, der sucht immer häufiger im Netz. Und dort – nach unserer Erfahrung – meist ganz banal über die Suchmaske. Entweder wird nach einer Agentur aus dem jeweiligen Fachbereich oder nach einem Dienstleister am Standort gegoogelt: Sucht ein Münchner eCommerce-Unternehmen also beispielweise einen PR-Dienstleister, gibt es sehr häufig entweder „PR-Agentur+eCommerce“ oder „PR-Agentur+München“ in die Suchmaske ein. Es erscheinen ganz oben: Bezahlte Links (meist von Agenturmatching-Plattformen, die aber relativ selten genutzt werden) und danach die Webseiten diverser Agenturen, die mehr oder minder passend sind, je nachdem wie SEO-optimiert die Webseite der Agentur ist.

Für das Unternehmen gilt es dann, sich durch die Seiten der Agenturen zu klicken, Services zu vergleichen, einige Favoriten herauszupicken und diese dann zu kontaktieren. Ob der Fokus dann auf der lokalen Nähe liegt oder auf der Fachkompetenz der Agentur, wird von den Kunden unterschiedlich gehandhabt. Hier ein paar gute Argumente für beide Seiten:

Die Lösung „Münchner Agentur“

– Sie kennt die Medien in München (breite Medienszene mit General Interest, Special-Interest und Fachmedien sowie vielen TV- und Radiosendern)
– Sie sitzt beim Kunden „um die Ecke“ und kann im Bedarfsfall mal eben schnell vorbeikommen

ABER: Eine Agentur mit lokaler Kompetenz hat häufig keinen Draht in die Branche des Kunden und auch keine Kontakte zu den relevanten Branchenmedien.

Die Lösung „Fachagentur“

– Sie kennt alle Medienvertreter und wichtige Multiplikatoren ihrer Branche durch häufige, persönliche Kontakte
– Sie kennt die Branche des Kunden gut, weil sie meist mehrere Firmen aus einem Segment betreut und muss nicht aufwändig eingearbeitet werden
– den Standortnachteil gleicht eine Fachagentur in der Regel durch intensiveren Kontakt über Telefon oder über Video-Meetings und Skype Calls aus

Die optimale Lösung für den Kunden ist es natürlich, wenn er eine spezialisierte Agentur an seinem Standort findet. So lassen sich die Stärken beider Modelle verbinden. cocodibu ist als spezialisierte PR-Agentur für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft ein Fachdienstleister. Da aber München ein wichtiger Standort für das Digital Business ist, kommt die eine Hälfte unserer Kunden aus München, die andere Hälfte hat ihre Standorte über ganz Deutschland verteilt.

 

 

Cloudera-Gründer und CTO Amr Awadallah hatte einen wichtigen rat für Gründer parat: Don't drink too much beer!

Cloudera-Gründer und CTO Amr Awadallah hatte einen wichtigen Rat für Gründer parat: Don’t drink too much beer!

Ein (Opern)singender CEO (Peter Hamilton von Tune), millionen- schwere Gründer in der kurzen Krachledernen auf der Bühne, Kabarettist Django Asül und Extremkletterer Thomas Huber als Motivatoren, die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner in Tracht (wie viele der Gäste) und ein mit gut 2000 Menschen aus der Digital/Gründerszene vollbesetzter Löwenbraukeller. Auch Tage nach der zweiten Auflage bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, was die Bits&Pretzels 2015 eigentlich war. Eine Gründer-Wiesn für Einsteiger? Ein DLD-Vorglühen für Onliner? Digital-Dating im Wirtshaussaal? Ein Werbeveranstaltung des bayerischen Wirtschaftsministeriums? Keine Ahnung. Ist aber eigentlich auch egal, denn vor allem war Sie gutes Networking und ein starkes Standort-Marketingevent. Eine Kampfansage an die Gründerszene jenseits des Weißwurst-Äquators, dass München/Bayern nicht mehr gewillt ist, Berlin den Titel als Startup-Hauptstadt kampflos zu überlassen.

Was die Organisatoren der Bits&Pretzels, Andreas Bruckschlögl (onPage.org), Bernd Storm van’s Gravesande (Aboalarm) und ihr Team, da auf die Rampe geschoben haben, Chapeau! Top-Referenten von Cloudera, Shazam, Tinder, Tune und Eventbrite haben den Gründern und anderen Pretzels einen Tag lang gezeigt, dass sie es geschafft haben – der Weg bis dahin aber durchaus steinig, hart und lang war. So hart, wie es für die Referenten auch auf der Bühne war, sich gegen den Lärmpegel einer durchaus schwatzhaft networkenden Community zu behaupten. Ohne den mehrfachen, wortgewaltigen Einsatz von Moderator Richard Gutjahr wäre aus dem Löwenbräukeller bald der Löwenbrüllkeller geworden.

Was mir sonst noch aufgefallen ist? 1. Die Table-Captains an den gesetzten Tischen waren eine prima Idee, um die naturgemäß etwas stockende Kommunikation in einer Runde mit Menschen, die sich selten kennen, etwas aufzulockern. 2. Es waren zu viele Lederhosen und zu wenig Dirndl auf der Bits&Pretzels. Das lag weniger am Outfit der Frauen, die vor Ort waren, sondern eher am niedrigen Anteil der anwesenden Weiblichkeit und daran, dass es generell zu wenig Gründerinnen gibt. 3. Außerdem mutige Startup-Pitcher, die mal eben vor 2.000 Leuten in 90 Sekunden ihre Konzepte erläuterten. Das müsste einer der größten und ungewöhnlichsten Aufzüge sein, in dem jemals gepitcht wurde.

Der Sieger des StartUP-Pitches, Jörg Blumtritt von datarella, im goldenen Konfettiregen

Der Sieger des StartUP-Pitches, Jörg Blumtritt von datarella, im goldenen Konfettiregen

Der Sieger des Pitches, Jörg Blumtritt von Datarella, durfte sich dann zum Ende der Veranstaltung fühlen wie ein Spieler vom FC Bayern, mit hochgerecktem Pokal im güldenen Konfettiregen vor jubelnden Massen. Nimmt man den Twitter-Stream parallel als Maßstab, dann war die erste Bits&Pretzels in diesem Jahr (von kleinen Kinderkrankheiten in der Orga abgesehen) ein voller Erfolg. Und das trotz Hütten-Deko auf der Bühne mit Lagerfeuer vom HD-Screen. Weil die Bayern ja meistens groß denken (was viele der Gründer auch tun sollten), haben die Organisatoren der Bits&Pretzels für das nächste Event im September (27.-29.9.2015) gleich mal 3.500 Plätze im Schottenhamel-Zelt auf dem Oktoberfest reservieren lassen. Dann wird die Bits&Pretzels definitiv zur Gründer-Wiesn. Was den großen Vorteil hat, dass man als Besucher in Tracht nicht mehr auffällt. Ganz anders als jetzt: Gehen Sie mal in der Lederhosn Mitte Januar durch München. Das ist selbst für Fasching viel zu früh.

P.S. Rückblicke gibt es auch bei der Gründerszene und bei wuv.de.

Kurze Grußworte steuerten Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Münchens Bürgermeister Josef Schmid bei

Kurze Grußworte steuerten Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Münchens Bürgermeister Josef Schmid bei

Vergangene Woche hatte ich ja das Vergnügen, den Tiwtter-Account von MunichlovesU zu betreuen. Und damit meine ersten persönlichen Erfahrungen mit Rotation Curation gemacht.

Es ist einerseits ein leicht erhebendes, andererseits etwas komisches Gefühl stellvertretend für eine Stadt zu twittern. Investiert habe ich dafür im Schnitt anderthalb Stunden am Tag: Für eigene Post und die Recherche von Tipps, für das Beobachten von Münchner News, für das Retweeten interessanter Posts. Mir hat es Spaß gemacht, aber, um das Fazit, vorwegzunehmen: München „liebt“ mich nach dieser Woche nicht . „Meine“ Woche in nackten Zahlen: Mit insgesamt 107 Tweets ist es mir gelungen, ganze 13 zusätzliche Follower für MunichlovesU zu begeistern. Lag es an den Themen? Ich habe u.a. für das Volksbegehren gegen Studiengebühren getwittert, Kabarett und Wintersport-Tipps gepostet, mit dem offiziellen Accout der Partnerstadt Bordeaux korrespondiert und eine kleine Umfrage zu den Sounds of Munich gestartet.

Die Follower haben mir im Gegenzug Tipps gegeben, wo man in München einen 3D-Drucker im Einsatz sehen kann oder welche Berghütte im Münchner Einzugsgebiet unter der Woche auch abends offen hat . Einen wirklich großen Kreis von Menschen – so meine Dialogerfahrung – haben meine Themen und Posts aber nicht erreicht und bis auf das nette Team von MunichlovesU kamen keine realen Bekanntschaften hinzu. Am Anfang der Woche hat mich der harte Kern der Mucly-Gemeinde nicht nur ausführlich vorgestellt, sonder auch interaktiv mit Beiträgen aufgemuntert, den Rest der Woche verlief es eher schleppend. Was auch daran liegen mag, dass ich Twitter normalerweise zu 99 Prozent beruflich nutze und meine privaten Kontakte anders pflege. Mein Nachfolger @minorconcerns, der diese Woche dran ist, macht aber wesentlich intensivere Dialogerfahrungen.

Und das sind meine ganz persönlichen Lerneffekte aus dieser Woche für alle Städte,Organisationen oder Firmen die sich überlegen, in Rotation Curation einzusteigen:

1.Rotation Curation ist ein interessanter und absolut lohnenswerter Ansatz des Content Marketing
2. Die Auswahl UND die Betreuung der Autoren entscheidet über den Erfolg
3. Der „harte Kern“ der Followerschar oder Organisatoren sorgt meist für die ersten positiven Dialogerfahrungen
4. Je schmaler die Themenpalette umso mehr Duplicate Content gibt es und umso langweiliger wird der Account auf Dauer
5. eine breitere Themenpalette garantiert weniger Langeweile, aber nicht unbedingt höhere Akzeptanz
6. Autoren mit einer großen aktiven Followerschar geben dem Account Schwung
7. die Bedenken, dass Autoren Schindluder mit dem Account betreiben, sind berechtigt. In der Praxis gehen die allermeisten Autoren sehr verantwortungsbewusst damit um.

Die Initiatoren von MunichlovesU rund um Sabine Sikorksi haben mir vergangene Woche ja ihre Learnings schon netterweise übermittelt. Hier nochmal ihre Essenz:

1. Den Twitterern deutlicher machen, dass wir ein Mindestengagement wünschen. Es gab doch einige Wochen, wo die Twitterfrequenz sehr gering war, da geht der Account in der Timeline leider unter.
2. Nicht zu weit im Voraus alle Wochen verplanen. Wir waren sehr schnell voll und haben dadurch etwas an Flexibilität verloren und mussten interessante Anfragen für konkrete Wochen absagen.
3. Das Projekt funktioniert auch ohne aktive PR. Bereits in der ersten Woche nach Start hatten wir Interviewanfragen. Der Account ist kontinuierlich gewachsen. Wir sind einer der erfolgreichste Rotation Curation Accounts Deutschlands, und natürlich der Erste, was uns stolz macht.
4. Es lohnt sich schnell zu sein und einfach zu machen. Sabine hatte die Idee, das Team hatte Lust, und wir haben zügig und als Team das Projekt auf die Beine gestellt.
5. Ein gutes Team bringt den Erfolg. Wir sind genug, dass sich die Aufgaben gut aufteilen lassen, so dass der Arbeitsaufwand für den Einzelnen nicht zu groß wird. Wir organisieren uns flexibel über eine Facebook-Gruppe. Wenn mal jemand von anderen Dingen zu eingespannt ist, springt jemand anderes ein. Und es macht mit mehreren einfach mehr Spaß.

 

 

Sie liebt mich! Sie liebt mich nicht? Eigentlich ist das diesmal gar nicht die Frage, denn München liebt DICH/EUCH! Nicht direkt, aber auf Twitter! MunichlovesU heißt der Account, auf dem ich aber ab kommender Woche poste, obwohl er mir nicht gehört. Im Social Web-Deutsch nennt man so etwas „Rotation Curation“. Eingesetzt wird dieses Modell meist für Städte, Regionen, Länder, Staaten oder Feriengebiete, dann wird das auch „Location Curation“ genannt . Das Ziel: Die Vielfalt und Bandbreite in Stadt/Land/Fluss/Staat dokumentieren und dem Ganzen nicht nur ein, sondern mehrere Gesichter zu geben. Vorreiter des Trends waren die Schweden, die seit Dezember 2011 und bis heute erfolgreich das Projekt Sweden ins Leben riefen.

Das offizielle Signet

In München läuft das Projekt jetzt seit 46 Wochen. Zum Leben erweckt haben es Sabine Sikorski und ihre Mitstreiter im März 2012. Seitdem twittert jede Woche ein neuer Münchner über seine Heimatstadt. Egal ob Zugroaster, Einheimischer oder Gast, jeder darf im Rahmen der normalen Netiquette und des gesunden Menschenverstandes „seine“ Woche so gestalten, wie er will. Bevor ich kommende Woche selbst loslege und meine Erfahrungen sammle (von denen ich berichten werde), habe ich das MunichlovesU-Team, von dem es leider kein gemeinsames Gruppenfoto gibt (deswegen die zwei Bilder) mal nach seinem bisherigen Zwischenfazit befragt:

Nach 46 von 52 Wochen MunichlovesU ein vorläufiges Fazit: Sind Eure Erwartungen mit dem Account erfüllt worden? Wo ja, wo nein?
Mucly: Eines unserer Ziele war es, den Account ein Jahr lang mit Leben zu füllen, das wird uns gelingen und das freut uns. Daneben war unsere Erwartung, dass das Projekt den Twitterern, Followern und natürlich uns als Team Spaß macht. Wir alle hatten in allen drei Rollen viel Freude an dem Projekt und wissen, dass es vielen ebenso ging. Sei es als Follower oder als Twitterer. Die Ressonanz ist durchweg positiv. Zudem haben wir unglaublich viele neue Ecken von München kennengelernt und jede Menge tolle neue Leute. Auch hier wissen wir, dass es bei unseren Followern auch so war. Insgesamt also ein voller Erfolg!

Teil 1 des MunichlovesU-Teams (v.l.n.r.): Sonya Schlenk, Dorin Popa (als Gast), Sabine Sikorski, Alexander M. Turek und Alegra Kaczinski (Foto Mucly)

Eure Aktion war eine rein private Initiative. Habt Ihr Unterstützung von offizieller Seite, z.B. vom Tourismusreferat der Stadt angeboten bekommen? Habt Ihr selbst mal Kontakt gesucht?
Mucly: Bei der Barcamp-Session in München, in der wir das Projekt vorgestellt haben, war jemand dabei, der für das Portal Muenchen.de arbeitet. Durch ihn wurde auch ein Kontakt zu weiteren Mitarbeitern von Muenchen.de hergestellt. Eine Zusammenarbeit im Projekt ergab sich allerdings nicht. Darüber hinaus haben wir keinen Kontakt gesucht. Ein paar unserer Twitterer haben allerdings hartnäckig Ude bearbeitet, damit er ein Grußwort an das Projekt schickt – hat leider nicht geklappt. Wir sind aktuell für den offiziellen München Blog wieder mit den Muenchen.de-Leuten im Gespräch. Da wird noch was zu erwarten sein!

Bitte teilt mit uns Eure fünf wichtigsten Learnings.
Mucly: 1. Den Twitterern deutlicher machen, dass wir ein Mindestengagement wünschen. Es gab doch einige Wochen, wo die Twitterfrequenz sehr gering war, da geht der Account in der Timeline leider unter.
2. Nicht zu weit im Voraus alle Wochen verplanen. Wir waren sehr schnell voll und haben dadurch etwas an Flexibilität verloren und mussten interessante Anfragen für konkrete Wochen absagen.
3. Das Projekt funktioniert auch ohne aktive PR. Bereits in der ersten Woche nach Start hatten wir Interviewanfragen. Der Account ist kontinuierlich gewachsen. Wir sind einer der erfolgreichste Rotation Curation Accounts Deutschlands, und natürlich der Erste, was uns stolz macht.
4. Es lohnt sich schnell zu sein und einfach zu machen. Sabine hatte die Idee, das Team hatte Lust, und wir haben zügig und als Team das Projekt auf die Beine gestellt.
5. Ein gutes Team bringt den Erfolg. Wir sind genug, dass sich die Aufgaben gut aufteilen lassen, so dass der Arbeitsaufwand für den Einzelnen nicht zu groß wird. Wir organisieren uns flexibel über eine Facebook-Gruppe. Wenn mal jemand von anderen Dingen zu eingespannt ist, springt jemand anderes ein. Und es macht mit mehreren einfach mehr Spaß.

Könnt Ihr anderen Städten eine solche Aktion empfehlen? Auf was sollten sie besonders achten?
Mucly: Auf jeden Fall. Einige Städte in Deutschland haben die Idee auch bereits aufgegriffen. Wir empfehlen, als Team an die Sache ranzugehen. Das macht es einfacher. Und jeder bringt Ideen ein, die so ein Projekt noch besser machen. Auch empfehlen wir, den Twittern zu vertrauen, sprich das Passwort rauszugeben. Wichtig ist es auch, vorher auch auf die Don’ts aufmerksam zu machen. Und mit Herzblut und Freude dabei sein, dann wird es sicher ein Erfolg.

Teil 2 des Mucly-Teams: Lutz Staacke und Cathrin Mittermeier (Foto: Mucly)

Eines der größten Bedenken war sicher, dass Leute auch mal Quatsch anstellen mit dem Twitteraccount. Habt Ihr solche Fälle gehabt? Wenn ja, was habt Ihr gemacht?
Mucly: Das war tatsächlich ein Bedenken, das wir am Anfang diskutiert haben. Wir haben dann sehr schnell beschlossen, unseren Twitterern zu vertrauen. Trotzdem haben wir vorher alle persönlich getroffen und ihre privaten Twitteraccounts gelesen. Bei den Treffen haben wir dann unsere Dos and Don’ts ganz deutlich formuliert. Aber auch darauf aufmerksam gemacht, wie sie mit Kritik umgehen sollen/können. Tatsache ist, dass alle bei uns viel harmloser geschrieben haben, als sie es teilweise auf ihren privaten Accounts tun. Wäre jemals etwas gewesen, dass unseren Richtlinien widersprochen hätte, hätten wir erstmal mit dem Twitterer gesprochen und als letzten Schritt den Account weggenommen und das dann auch mit einer ausführlichen Begründung im Blog offen gelegt. War zum Glück nicht nötig.

Habt ihr drei (gerne auch mehr) nette Erlebnisse aus 52 Wochen Twittern aus und rund um München?
Sonya: Ich hab in meiner Woche mit den Followern #muclymemo gespielt. @kosmolink hatte gewonnen. Der Gewinn, selbstgebackene Plätzchen kamen zufällig an ihrem Geburtstag an. Ich hab mich riesig über Ihre per Twitter geteilte Freude gefreut.
Mir hat unser #mucly Weihnachtsparty sehr gut gefallen, auch wenn wir für den guten Zweck Last Christmas gesungen haben.
Immer wieder überrascht zu werden, wie viele tolle und unbekannte Orte es in München zu entdecken gibt und welche spannenden Interessen unsere Twitterer haben.

Sabine: Da gibt es so viele! Jede Menge Tweets, die mir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert haben. Orte, die es zu entdecken gab, Geschichten, die ich nicht kannte. Dann sicher die Treffen mit den Twitterern, aus denen nicht nur gute Kontakte sondern auch Freundschaften entstanden sind. Auch unter unseren Followern, was mich sehr freut. Unsere beiden Partys waren großartig, und ich freue mich schon auf die Abschlussparty!
Toll war auch, mal andere Twitterer zu erleben. Ich folge in München doch sehr stark Twitterern, die ebenfalls in der Kommunikationsbranche tätig sind. Es gibt aber auch ganz „normale“, die vielleicht nur 50 Follower haben, und dabei aber total interessant sind.
Zudem hat mir die Verselbstständigung unseres Hashtags #mucly gefallen, der übrigens von unserem Twitterer Nummer 1 @MichaelJaegerTV und unseren Followern kreiert wurde, und der sehr schnell unabhängig von unserem Projekt im Zusammenhang mit München verwendet wurde.

Wie viele neue Bekannte/Freunde hat das MlovesU-Team durch den Account gewonnen?
Mucly: Viele! Deutlich mehr als 52! Da sind ganz tolle Leute dabei! Und es werden hoffentlich noch mehr.

Da Ihr ja alles in Eurer Freizeit gemanagt habt: Wie viele aktive Mitglieder braucht man für so eine Aktion? Und was habt Ihr gemacht, um Euer Team bei Laune zu halten?
Mucly: Unser Kernteam besteht aus sieben Leuten . Natürlich sind da einige aktiver als die anderen, im Großen und Ganzen war der Aufwand aber für alle vertretbar. Ein Team von 3 bis 4 Menschen sollte es schon sein – unsere Meinung. Bei Laune halten mussten wir uns nicht, da war jeder mit Begeisterung und Herzblut dabei. Wir haben wir uns flexibel über Facebook organisiert und stehen somit immer im Kontakt. Darüber hinaus haben wir uns zu Teammeetings getroffen und uns auch sonst öfter mal in Reallife gesehen.

 

Als Ergänzung zum Gespräch mit den erfolgreichen Mucly-Machern hier noch ein paar Beispiele für Rotation/Location Curation in Deutschland (Follower Stand 17.1.)

Städte

– München (1.823)
Hamburg (708)
– Frankfurt (479)
– Bremen (375)
– Dresden (305)
– Ingolstadt (216)
– Wuppertal (108)

(Bundes)Länder

– Baden-Württemberg (348)

Staaten

– Deutschland (2.540)

Eine ausführliche internationale Liste mit (heute) insgesamt 77 Accounts findet Ihr in der Rotation Curation Chronologie. Über Ergänzungen würden wir uns freuen.

 

 

Teil 3 unseres Fünf-Jahres-Rückblicks:

Gerade als neu gegründete Agentur pendelt man ja anfangs heftig zwischen aufkeimender Euphorie (dem Jubel über jede Kundenanfrage) und drückenden Alltagssorgen (Mitarbeiter, Büro und vieles mehr zahlen) – und hofft, dass sich dieser Zustand mit fortgeschrittener Marktpräsenz in einen stabilen Fluß gleichmäßiger Auftragseingänge wandeln möge. Sie ahnen es: Auch mit mehr Mitarbeitern, zusätzlichen Kunden, einer schöneren Webseite und neuen Kontakten bleibt in unserer Branche der stetige Wandel die einzige Konstante.

Das trifft auch auf cocodibu zu. Nach rund anderthalb Jahren Untermiete in bester Lage (im Nachhinein hätten wir die Mittagspause doch öfter im englischen Garten verbringen sollen) war klar, die Büro-Gemeinschaft  würde mittelfristig aufgelöst werden. Wir brauchten im Spätherbst 2008 ein neues Domizil. Welch glückliche Fügung, dass sich unser damaliger Internet-Dienstleister (dem wir auch unsere derzeit noch aktuelle Webseite verdanken) ebenfalls ein neues Zuhause suchen mußte – und bereits etwas gefunden hatte: Einen Traum von einem Haus. Ruhig und an geschichtsträchtiger Stätte gelegen: vor 300 Jahren tobte dort die Sendlinger Bauernschlacht.

Die zweite Heimat von cocodibu: ein Sendlinger Schmuckstück in der Kidlerstr.10, nur wenige Minuten vom Harras entfernt

Im Haus selbst: Wandtapeten aus den Originalstoffen des Nymphenburger Schlosses, verwinkelte Auf- und Abgänge, ein Laden als Konferenzraum, drei Räume nur für uns und als Vermieter ein Einrichtungsprofi, der jahrelang Schlösser und Theater ausstattete. Beste Voraussetzungen auch durch unseren Hauptmieter, die Agentur zur schönen Gärtnerin, die langjährige Web- und Programmierungskompetenz in die neue WG mitbrachte. Und einen Namen, gegen den cocodibu geradezu einfach und simpel zu erklären war. Denn die schöne Gärtnerin pflanzte nichts an, war fast ausschließlich männlich (bis auf Annette) und pflegte Kontakt zu den Augustiner Mönchen, wo in einer der Schankstätten auch der Name entstanden war.

Kristalllüster von Kare, Wandtapete aus den Stoffresten des Nymphenburger Schlosses: Das Büro in der Kidlerstr. 10 verdankt seinen ganz eigenen Stil einem Inneneinrichter für Theater und Schlösser.

Aus der WG entwickelten sich im Laufe der Zeit gemeinsame Projekte und die Erkenntnis, dass Programmierer und PRler doch teilweise unterschiedliche Vorlieben pflegen, zu denen bei cocodibu weniger die abendlichen Multi-Player-Shooter zählten. Dem Jahr 2008 verdanken  wir außerdem persönliche Begegnungen mit einem Doyen des deutschen Werbegeschäftes, Eberhard Wensauer, in dessen Ludwigsburger Agentur wir häufiger zu Gast waren. Und die Bekanntschaft mit Jochen Wegner, dem damaligen Focus Online-Chefredakteur. Außerdem lernte ich Uwe Heinrich, den Chef der hiesigen Agentur Signalwerk, kennen und schätzen, mit dem ich bis heute nicht nur gemeinsame Projekte, sondern auch harte Tennismatches austrage.

 

Apropos hart: 2009 hatte da Einiges zu bieten. Beispielsweise die Premiere der dmexco, für die wir zum Start die Kommunikation und die Kongressorganisation übernommen hatten. Wer die Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf kennt, kann sich ungefähr vorstellen, was passiert, wenn Deutschlands zentrale Messe für digitales Marketing den Standort am Rhein wechselt. In einem Pitch hatte die Kölnmesse im Frühjahr 2008 die Spitzen von OVK und BVDW überzeugt, ihr den Zuschlag zu geben. Die Düsseldorfer IGEDO freilich wollte nicht kampflos aufgeben und mit der „alten“ OMD (deren Pressearbeit wir lange Jahre zuvor betreut hatten) die neue „dmexco“ (deren Pressearbeit wir zum Start betreuten) aus dem Feld schlagen. Klar war: Es kann (auf Dauer) nur eine Messe geben. Im Dezember 2008 strich die OMD die Segel, die Aussteller hatten das Konzept der dmexco favorisiert. Heuer findet die dmexco erst zum vierten Mal statt und ist unbestritten Europas führende Messe für digitales Marketing mit großem internationalem Flair. An die OMD werden sich nur noch wenige erinnern, Lorbeer welkt manchmal schnell.

Hektisches Treiben: cocodibu im Pressezentrum der dmexco 2009 - ein erfolgreicher Start für eine neue Messe

Die Herausforderungen 2009 führten auch mich persönlich an eine Grenze, an der auch mit Disziplin und Willen, dem Körper nicht mehr alles zugemutet werden konnte. Es war Zeit, cocodibu auf eine breitere Basis zu stellen und die nächste Phase einzuläuten. Die Agentur brauchte einen neuen Partner!

In der nächsten Folge lesen Sie: Warum Stefan Krüger einsteigt und welche Rolle eine Eckkneipe in unserer Agenturgeschichte spielt.

 

Teil 2 unseres Fünf-Jahres-Rückblicks:

Der Kicker fehlt – bis heute. Und einen Tretroller, Agenturhund oder Privatmasseur hatten wir auch noch nie. Irgendwie war cocodibu von Anfang an kein hippes Start-Up, in dem sich gutgelaunte Anfangszwanziger in Liegekissen tummelten. Das lag zum einen am fortgeschrittenen Alter des Gründers (43 damals). Das Agenturgeschäft war gelernt, das Netzwerk vorhanden und das Businessmodell im Vorleben lange Jahre erprobt. Zum anderen lag es auch am Selbstverständnis als Agentur, dass, wer eine gute Beratung liefern will, auch (Berufs-)Erfahrung braucht.

Deshalb war ich besonders stolz, dass es mir gelang, nur wenige Monate nach dem Start zwei erfahrene und gestandene Kolleginnen aus bestehenden Arbeitsverhältnissen loszueisen (danke Silke, danke Sonja!), die cocodibu in den ersten beiden Jahren die nötige Power verliehen.

Das cocodibu-Team im Sommer 2008 (v.l.n.r.): Silke Berg, Sonja Zajontz, Christian Faltin und Sabine Segerer

Mit verstärkten Team ging es von Null los, aber gleich in die Vollen: mit der damals größten Messe für Onlinemarketing, der OMD in Düsseldorf, die wir als externe Pressestelle betreuten und als kleine Feuertaufe vor Ort das Pressezentrum managten. Die Messe war ein großer Erfolg, und trotzdem gibt es sie heute nicht mehr. Auch daran sind wir ein kleines bisschen mit Schuld, aber dieses Thema klären wir noch im Laufe der Woche auf.

Ein bisschen stolz sind wir als Team heute auch, dass wir im Laufe des Jahres 2008 zwei Kunden gewinnen konnten, die uns bis heute treu geblieben sind: Valueclick Deutschland und die webguerillas. Die Buzz-Guerilleros um David Eicher haben sich in den vergangenen Jahren zur größten Full-Service-Agentur für nichtklassische Werbung im deutschsprachigen Raum (D-CH) entwickelt, Valueclick seine Position als einer der führenden Onlinevermarkter in Deutschland, Europa und den USA behauptet.

Weil der Kicker fehlte, war noch Platz in der Agentur für ein paar Accessoires, die sich im Lauf der Jahre angesammelt. Hier ein kleiner Überblick:

Gänzlich undigital und ganz und gar retro: Das Grundig-Radio meines Großvaters ist ein Stück persönlicher Mediengeschichte und funktionierte bis vor einiger Zeit noch. Jetzt gilt: iTunes statt Hilversum. Unseren Konfi schmückt es trotzdem noch.

 

 

cocodibu-Chefsessel: Modell "Chairman" steht heute noch im Büro von Stefan Krüger und ersetzt das rote Telefon

Kaktus im selbstgebastelten Zier-Blumentopf, den meine Tochter mir zum Start der Firma schenkte. Ein dornenreicher Weg war es nur manchmal.

Und weil meine Tochter kreativ blieb, malte sie auch gleich noch ein afrikanisch anmutendes Firmenwappen

 

 

 

 

 

 

  Und morgen lesen Sie endgültig: Warum die schöne Gärtnerin nichts anpflanzt und wie wir mit der serbischen Unterwelt in Kontakt kamen.

Um es vorweg zu nehmen: cocodibu ist kein Cocktail, keine Südsee-Insel, hat nichts mit einer Kokosnuss zu tun und schützt auch keine Krokodile. Was heute, fünf Jahre nach der Gründung der Agentur selbstverständlich ist, war es am Anfang nicht.

Da war der Name gewöhnungs- und erklärungsbedürftig. Aber ich wollte nicht die xte Vorname Nachname-Communications gründen (schließlich sollten später eventuell Partner dazukommen, die sich nicht am Gründernahmen stoßen [das sog. KemperTrautmann-Phänomen]). Und die Neugründung sollte auch keine IT/NET/WEB/COM/ONLINE-Agentur sein, von denen es gefühlte xtausende bereits gab.

Die Lösung kam – ganz Klischee – morgens unter der Dusche: Einfach die Positionierung als „Kommunikationsberatung für die digitale Wirtschaft“ ins Englische übersetzen (communication consultants for digital business) und dann eine lautmalerische Abkürzung finden. Das Ergebnis: cocodibu und null Einträge bei der Google-Suche. Den letzten Rest Skepsis, ob und wie man den Namen falsch verstehen könnte, beseitigte eine Spontanumfrage unter Passanten in München, aus der später dieses Video entstand:

Und außerdem: Hatte nicht Deutschlands damals größte Werbeagentur BiBiDiOh (BBDO) phonetisch eine ähnlich wohlklingende Abkürzung? Nachdem der Name gefunden und eine Webseite in Auftrag gegeben war, kam das Kapitel Bürosuche. Zentral sollte es sein, halbwegs repräsentativ und idealerweise zur Untermiete. Das Ergebnis von wenigen Wochen Immoscout&Co: Ein wunderschönes Haus in der Siegfriedstr. 8, zwei Fußminuten von der Münchner Freiheit entfernt und mit der Werbeagentur Balleywasl ein Hauptmieter, der auch Konfi, Kaffeeküche und Serverraum zur Verfügung stellte.

cocodibu's erste Heimat: Das Büro im Erdgeschoss der Siegfriedstr. 8

Das erste Büro umfasste zwei Räume, Tür an Tür mit Kollegen, die Werbemittel für Großkunden erstellten. cocodibu startete am 1. Juli 2007 mit mir, einer freien Mitarbeiterin und drei Kunden: dem Kundengewinnungsportal Ormigo, der Messe Online Marketing Düsseldorf (OMD) und dem Online-Magazin Monte.

Morgen lesen Sie: Warum die schöne Gärtnerin nichts anpflanzt und wie wir mit der serbischen Unterwelt in Kontakt kamen

Zuerst war es nur eine fixe Idee unter Freunden: Flaschensammlern das Leben leichter machen. Doch dann entwickelten die Berliner daraus eine eigene Kampagne – mit Website, Plakaten und allem Drum und Dran. Mit ihrer Forderung „Pfand-gehört-daneben!“ gelang ihnen nun der große Aufschlag: Süddeutsche Zeitung, BR Zündfunk, RTL 2 News. Und das ist längst nicht alles. Allein die Facebook-Seite um Initiator Matthias Gomille zählt heute 12.775 „Gefällt mir!“. Grund genug, uns die Aktion mal genauer anzuschauen.

Bildquelle: Pfand gehört daneben

Die Sonne scheint, man trifft sich mit Freunden zum Grillen oder auf ein Feierabendbier im Park. Doch am Abend nimmt niemand seine klebrigen 8 Cent-Flaschen mit nach Hause. Während in München an der Isar die Flaschensammler bereits auf ihren Einsatz warten, wird das Leergut an anderer Stelle einfach liegen gelassen – oder bestenfalls im nächsten Mülleimer entsorgt. Darin zu wühlen ist nicht nur unästhetisch, sondern auch demütigend und gefährlich, sagt Matthias Gomille. Deshalb fordert er mit seiner Kampagne dazu auf, Flaschen künftig neben die Mülleimer zu stellen.

Unterstützung erhält er dabei von der Hamburger Limonadenmarke LemonAid. Deren „Pfandkiste“ hängt seit März an einigen großstädtischen Straßenlaternen. Aufmerksamkeitsstark und besser als jede Werbung. Auch wenn sich Firmengründer Jakob Bern immer wieder den Vorwurf von subtilem Guerilla-Marketing gefallen lassen muss, so hat die Kooperation doch einen entscheidenden Vorteil: Sie setzt für „Pfand-gehört-daneben!“ kräftig die PR-Maschinerie in Gang. Wir sagen: Gut gemacht!


Zum Wochenende möchten wir euch heute ein schönes Twitter-Projekt vorstellen, das uns – als (Wahl-)Münchnern – natürlich besonders am Herzen liegt:

Denn ab sofort können sich auch Nicht-Münchner live und in Echtzeit über das fröhliche Tun in unserer schönen Stadt mit Herz informieren. Unter dem Account @MunichLovesU (das war der offizielle Slogan zur Fußball-WM 2006) twittern seit Montag die Münchner selbst rund um ihre Heimat. Jeder Munichlovesu-Twitterer hat eine Woche Zeit, in der er nach Gusto losschreiben kann über das, was ihn hier bewegt oder manchmal auch ärgert. Den Auftakt bildete diese Woche Michael Jäger (@MichaelJaegerTV).

Entstanden ist die Idee im Januar auf dem Barcamp München. Inspiriert von @swedendem ersten demokratischen Twitter-Account – ergriff dort Sabina Sikorski (aka @siktwin) die Initiative. Zusammen mit einem Team aus sechs engagierten Mitstreitern startete sie das Projekt, das nun hoffentlich auch unsere preißschen Nachbarn von Flair und Schönheit unserer Lieblingsstadt überzeugen kann.

Wer sich dafür interessiert oder auch gerne mittwittern würde, der findet alle weiteren Infos unter: munichlovesu.wordpress.com

Schönes Wochenende!

Myrjam Ansorge