PR-Agenturen für den Mittelstand

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PR-Agenturen für den Mittelstand

In ihrer Ausgabe vom 18.Juli 2016 macht sich die Fachzeitschrift werben & verkaufen ab Seite 28 Gedanken über die Zukunft der PR-Agenturen. Das Gros der PR-Agenturen hierzulande arbeitet für den Mittelstand und fährt damit bisher nicht schlecht. Für die Geschichte hat w&v-Autor Raoul Fischer unter anderem auch mit cocodibu-Geschäftsführer Christian Faltin gesprochen. Weil es Sammelgeschichten aber mit sich bringen, dass nur ausgewählte Zitate in Magazintexte einfließen, hier an dieser Stelle in unserem Blog alle Fragen und Antworten in aller Ausführlichkeit:

Raoul Fischer
w&v-Autor Raoul Fischer

w&v: Wie geht es PR-Agenturen mit mittelständischen Kunden im Vergleich zu Großkunden?
cocodibu: Als mittelgroße Agentur mit derzeit 10 Mitarbeitern schätzen wir mittelständische Kunden sehr. Das ist unsere Hauptklientel. Große Konzerne fragen üblicherweise größere PR-Agenturen und –Netzwerke an. Es sei denn, sie haben spezielle Aufgaben im digitalen Bereich. Dann kommen sie auch zu uns.
Gibt es positive Aspekte? Was zeichnet mittelständische Unternehmen als Kunden im Vergleich zu großen Unternehmen aus?

Mittelständler haben in der Regel den Vorteil kürzerer Abstimmungsschleifen und einer größeren Nähe zum Management und den Entscheidern. Das hilft uns sehr in der Kommunikation, die ja stark auf wechselseitigem Vertrauen basiert. Und es hilft uns, die nötige Taktung und Geschwindigkeit in der Kommunikation einzuhalten. Außerdem schätzen gerade die Geschäftsführer den Wert einer neutralen Beratung, die keine Rücksicht auf Konzernräson nehmen muss.
Welche Risiken oder Nachteile gibt es in der Zusammenarbeit mit mittelständischer Kundschaft?
Wir haben bisher keine Nachteile feststellen können.
Wie sieht es aus mit Zahlungsmoral, Professionalität beim Briefing, Bewertung der Leistung?
Das hat wenig mit der Größe des Unternehmens zu tun, eher mit dem PR-KnowHow und dem Charakter des Ansprechpartners bzw. der Struktur auf Kundenseite. Großkunden verlangen mit ihren  Einkaufsabteilungen in der Regel längere Zahlungszeiträume. KMUS zahlen normalerweise schneller, weil sie selbst auch schneller das Geld von ihren Kunden erwarten.
Hat Ihre Agentur eine Spezialisierung (Zielgruppe/Thema/Branche)?

cocodibu ist spezialisiert auf die digitale Wirtschaft und Gesellschaft. Zu unseren Kunden zählen beispielsweise Agenturen unterschiedlichster Ausrichtung (Media, Digital, Performance, Kreativ, Social), Software- und Technologiefirmen, eCommerce- und Beratungsunternehmen sowie FinTechs. Wenn wir für große, börsennotierte Firmen arbeiten, geht es in der Regel um digitale Projekte.
Inwieweit ist eine solche Spezialisierung (über-)lebensnotwendig für PR-Agenturen?
PR-Agenturen müssen entweder groß oder auf ein Thema bzw. eine Branche spezialisiert sein. Da es schon genügend Gruppen mit Fullservice- und Generalisten-Anspruch gibt, haben wir die Nische für uns entdeckt. Und das erfolgreich seit fast neun Jahren.
Foto: w&v 29-2016, Seite 32
Foto: w&v 29-2016, Seite 32

 
Kommen Kunden allein wegen ihres Spezialgebiets?
Die meisten unserer Kunden kommen durch Empfehlung zu uns. Meist empfohlen durch Kunden, die wegen unserer Spezialisierung bei uns sind. Daher kommt es eher selten vor, dass wir von Kunden angefragt werden, die in anderen Marktsegmenten zu Hause sind.
w&v: Kunden achten zunehmend auf die Effizienz ihrer Kommunikation: Gilt das auch für PR? Anders gefragt: Wie ist in den vergangenen Jahren der Margendruck gestiegen? Werden dieselben Leistungen heute schlechter Vergütet als noch vor wenigen Jahren.
cocodibu: Den Kostendruck oder anders gesagt den hohen Anspruch an Effizienz gibt es immer – natürlich auch in der PR. Mindestens ebenso wichtig wie Effizienz ist Mittelständlern aber auch die Planungssicherheit. Sie wollen auf der Kostenseite keine unangenehmen Überraschungen erleben.
Generell kann sich die PR im Vergleich mit anderen Disziplinen im Marketing-Mix auf der Kostenseite sehr gut behaupten. Und die aktuelle Entwicklung in Richtung einer Content-getriebenen Kommunikation stärkt meines Erachtens eher die Position zeitgemäß aufgestellter PR-Agenturen. Den Margendruck empfinden wir heute, verglichen mit vor fünf Jahren, als unverändert. Aber er ist sicher höher als vor 15 Jahren.

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